Ich habe nichts gegen den einzelnen Menschen an sich. Doch die Taten und Aktionen einzelner nutze ich um mir ein Gesamtbild zu konstruieren. Dieses schaut im Fall des StudiVZ nicht rosig aus.

Und tagesaktuell formuliert bleibt nur eines übrig: Sorry, aber was dort zu lesen ist, ordne ich unter egomanischer PR ein. Einige Tage später melden wir uns zu Wort – schriftlich zusammenformuliert, weil man ein wenig herumkollert mit der Kommunikation. Wie Robert fordere ich auch, dass jetzt das Bild der Einladung oder ein Screenshot der Webseite endlich offen gezeigt wird. Wenn nicht, dann halt nicht – aber so kann ich all das Gerede über die Person, seine (politischen) Interessen auch als unglaubwürdig werten.

Offen und ehrlich muss ich sagen: Du stehst leider im Vordergrund und führst ein Unternehmen, gerätst in ein tiefes Loch und möchtest da hinaus? Offenheit wird bei allen immer wieder groß geschrieben. Denn sonst bleibst Du in deinem Loch sitzen und kannst nicht wieder hervorkommen. Das tut mir leid für Dich und dein Produkt. Aber wenn Du heraus willst, dann auch bitte ordentlich und gewissenhaft, nicht aber mit dem Gerede um den heißen Brei.

Die Kritik an dem StudiVZ von technischer Hinsicht oder anderen Problemen ist jedoch vollkommen außen vor gelassen, wenn es um deine Machenschaften als Mensch geht. Machenschaften ist hier auch ein richtiges Wort. Was ihr gegenüber eurer gesunden Konkurrenz praktiziert habt, war schon ein Fauxpas. Deine Videos und dein dennoch undurchdachter Aktionismus mit dem Titel „Völkischer Beobachter“ sind nicht StudiVZ, sondern Dein Ding! Das wissen alle. Aber Du stehst hinter dem Unternehmen. Menschen distanzieren sich von Produkten durch ihre Taten… aber was solls. Wird schon werden, einfach verkaufen, Geld machen, glücklich sein. Oder durchdenken was als nächstes kommt, ohne dass man die wilde Horde (Blogger) auf sich selbst loslässt.

Früher habe ich schon einmal über meinen peniblen Spam Protektionismus berichtet. Dazu wird entweder in der Datenbank ein wenig geschraubt oder das WordPress Theme angepasst. Wer sich aber heute immer noch fragt, warum ich definitiv einen aktuellen Trackback nicht freischalte, kann sich darüber informieren, was Trackbacks und was Trackback-Spam ist: Michael erklärt ausufernt und sogar mit Bilderchen!

Ich werde ganz bestimmt nichts freischalten, nur weil jemand über das Thema XYZ berichtet, das ich hier auch behandle, aber mir keinen Backlink gewährt. Wo ist die alte Schule auf einmal geblieben? Wer zuspammt macht den schwerwiegensten Web 2.0 Committed Bullshit von allen möglichen Fehlern. [via Rob]

Dieser Morgen bescheerte mir einige Trackbacks zum Thema StudiVZ: Obstruse Verbindungen mit dem Völkischen Beobachter, Technorati Optimierungen (mittlerweile Platz 1), Domaingrabbing und Piraterie, Kommunikationshemmnisse, Klonen und „Server Problem Chen“ und die jüngste Darstellung durch die Berichterstattung in den traditionellen Medien verheißt unheilvolles.

Was macht man aber, wenn man seine EX Beziehung oder ein Betthupferl sucht? Beim durchaus guten OpenBC wird generell niemand seine Daten preisgeben, also gehen wir lieber zum StudiVZ und suchen dort inmitten aller Absolventinnen nach einschlägigen Namen. Und siehe da, es funktioniert: StudiVZ ist die Grundlage für jeden Stalker. Privacy wird kleingeschrieben.

Sowas stört scheinbar keinen mehr, aber ich verstehe nicht wie so viele Mädchen mit Vor- und Nachnamen im Netz vertreten sind. Dazu kann ich ihre Freunde sehen, ihren Werdegang, welche Gruppen sie interessiert, sogar das Geburtsdatum ist sichtbar. Telefonauskunft, Adressen rausfinden, stalken, Stress machen, rumnerven, alles kein Problem, wer Spaßeshalber ein paar Vor- und Nachnamen durch google jagt findet bei einigen einfach zu viel Information. Nutzerprofile erstellen leicht gemacht. Das geht gar nicht. Überhaupt nicht. [via Sven]

Das habe ich gleich getestet und ich war überrascht, mit welchen jungen Damen man in Kontakt treten kann. Und vor allem wie bereitwillig auch die Kontaktdaten zu Verfügung gestellt werden. Man stelle sich jetzt die Absurdität vor, dass das klassische Bildnis des gestörten Homo Sapiens sich in besagter Kontaktdatenbank anmeldet und dort nach einer passenden 20-30 Jahre jüngeren Frau stöbert, findig wird und aufgrund der öffentlichen Angabe „Single“ anfängt sie zu belästigen. Dieser gestörte Mensch müsste dann nur vor der Uni warten (oder Schule… wer weiß), seine Digitalkamera herausziehen und den ersten Schritt machen. Man kann das ganze weiter spinnen, bis es zu einem Sittenverbrechen kommt. Polizei und Holzauge – seid bitte wachsam! Kontaktdaten sind sensibel. Hochgradig sensibel. Äußerst sensibel. Es wird alles zusammenbrechen, sobald ein Sexualstraftäter irgendwann mal folgendes sagt: „Die Kleine war doch in diesem StudiVZ drin… so kam der erste Kontakt zu stande… ich konnte ihr nicht mehr widerstehen und dann war es für mich ganz einfach alles über die 30 anderen Mädels rauszufinden.“

Jetzt steht es auch in den traditionellen Medien, dass mit dem StudiVZ die Naivität eines Menschen verbunden ist und kein Kollektives System das jemals wieder gutmachen kann.

Jetzt was Peinliches. Ehssan Dariani ist einer der Shootingstars des sogenannten Web2.0. Er hat das Onlinestudentenverzeichnis StudiVZ gegründet, an dem mittlerweile die renommierte Verlagsgruppe Holtzbrinck (unter anderem „Die Zeit“, „Tagesspiegel“) eine Beteiligung hält. Derzeit fällt der junge Mann (26 Jahre) aber abseits des Unternehmerischen auf. Im Internet kursieren selbst gedrehte Filmchen, die ihn beim penetranten Anquatschen von Frauen zeigen. Außerdem erregt Dariani Aufsehen, weil er sich die Internetadresse www.voelkischer-beobachter.de zugelegt hat. Angeblich hat er eine Party-Einladung für StudiVZ einer Titelseite des „Völkischen Beobachters“ nachempfunden und dafür die Adresse gebraucht. Über Geschmack lässt sich in dem Fall nicht streiten. [via Welt.de]

Beneiden kann man dies nicht. Persönlich empfehle ich, sich mit seinen persönlichen Daten weit fern vom StudiVZ zu halten und ganz bestimmt dort kein neues Profil anzulegen. Das ist ein tiefer Fall vom E.D., den man jetzt nicht mehr retten kann. Ignoriert schön die Blogs… und die Autoren aka pseudo Journaillen. Doch man darf nie vergessen, dass es die Vorboten des Mediengewitters sind, das urplötzlich über Nacht hereinbricht.

Nachtrag: Ebenfalls weiß man mittlerweile darüber zu berichten, dass nicht alles ganz stimmig im Hause StudiVZ ist…

Nehmen wir nur StudiVZ, den Klon einer US-amerikanischen 2.0-Idee, die gerade ganz stolz ist, eine Million Studenten in Deutschland versammelt zu haben. In deren Geschäftsbedingungen heißt es: „Im Profil oder in sonstigen Bereichen des Portals absichtlich oder in betrügerischer Absicht gemachte Falschangaben – insbesondere das Vortäuschen einer fremden Identität – können zivilrechtliche Schritte nach sich ziehen.“ Studi, bleib bei deinem Namen, auch wenn viele Details darauf hindeuten, dass StudiVZ selbst es nicht so genau nimmt und sich im Ausland schon einmal hinter einer Kontaktanbahnungsfirma namens Parship versteckt. Welche zum Holtzbrinck-Konzern gehört, der in StudiVZ investiert hat. [via Heise.de]

Mit diesen tiefgründigen Momentaufnahmen ist die StudiVZ Connection noch besser als die Ausrottung von Jedi Rittern in Star Wars. Der Kreis schließt sich und die Schlinge, die wird wirklich enger. Weiter liest es sich nicht rosig.

Natürlich gibt es diejenigen, die geblendet von den Millionen deutscher Studenten auf StudiVZ und der schieren Größe und dem blitzsiegartigen Erfolg des Unternehmens von einem Streich eines dummen Jungen sprechen. Die, die Kritik an einem echten 2.0-Unternehmer, der diese Vorlage zum 65. Geburtstag Adolf Hitlers für seine Community verwendete, als blogvölkisch abtun und sich ganz tief bücken. „Europa steht standhaft und treu zum StudiVZ“ titelte der neue Völkische Beobachter. Das mit seinen gefakten Niederlassungen Europa nach Strich und Faden verarscht.

Vor vielen Jahrzehnten konnte ein Mann, der wegen einer Pflichtverletzung sein Gesicht verloren hatte, durch den Seppuku die Ehre seiner Familie wiederherstellen – ob ein ein StudiVZ Harakiri in diesem Fall weiterhelfen kann? Ich hege meine Zweifel. Ebenfalls zweifel ich auch an den Mitgliedern… so lautet es im StudiVZ Blog:

1.000.000 Studis glücklich vernetzt
November 11th, 2006

StudiVZ hat kürzlich leise und unbemerkt die 1.000.000 (1 Million) Marke überschritten.

Entspannende Freitagabendstunden wünschend,
Ehssan Dariani.

…abzüglich ca. 10 User-Accounts, die auf meine Kappe gehen. Testzwecke oder purer Spaß an der Freud – es sind zu dem Zeitpunkt nur 999.990 Studis gewesen… wenn überhaupt. Die meisten meiner ehemaligen Studienkollegen/innen haben sich zwar eingetragen, nutzen das StudiVZ aber ungefähr so häufig wie ein Brot über den Rhein zwecks Kontaktaufnahme und Communityfeeling schwimmt.

Es gibt Sachen, die macht man einfach nicht, und diese Sachen kann und möchte ich nicht mehr kommentieren. Aber es brennt so unglaublich auf der Zunge, denn so etwas ist böse und abartig, aber gleichzeitig auch dumm und dämlich: Wie Jörg-Olaf Schäfers zu berichten weiß, ist einer der Gründer der Geschäftsführer vom StudiVZ maßgeblich für die Domains voelkischer-beobachter.de und voelkischerbeobachter.de verantwortlich. Mir scheint, dass die Registrierung der Domains und die Verbreitung eines an das Propaganda Blatt der NSDAP erinnernde (Be-)Werbung die jugendliche Naivität eines jungen Geschäftsführers wiederspiegelt. Die Samwer Brüder haben oder werden ihm wohl noch gehörig den Kopf dafür waschen. Trotzdem – viel Erfolg Jungs… vielleicht kommt sowas ja auf internationalem Sektor noch an? Hier nämlich irgendwie gar nicht.

Gestern wurden wir von Rob Vegas in Köln besucht. Es gab eine lustige unzensierte Autofahrt aus dem Parkhaus zum günstigen Parkplatz, eine Veginski Ausstellung in den heiligen Hallen, ein Meet&Greet im Barrios und zahlreiche Cocktails. Was will man mehr? Natürlich fehlt dafür nur ein Video von unserem autofahrenden Helden – unverblümt, echt und mit natürlichen Gelüsten gespickt. Enjoy the day, Rob! So do I… ;)

Unter obigem Titel geschrieben veröffentlichten Robert und Matias beide ihre jeweiligen Top Ten Liste der Startups der deutschen Web 2.0 Szene. Hochgradig proklamatisch schaut die Liste aus. Ich bin ein wenig befangen in dem Moment, wenn ich die Liste mir zu Gemüte führe.

Bewusst weisen beide in ihren Listen auf die Entwicklung (in meinen Worten) „In den USA gesehen, später in Deutschland etabliert“ hin. Doch nur weil in den USA eine weitaus höhere Akzeptanz gegenüber dem Internet innerhalb der Bevölkerung herrscht und so die viralen Effekte des Marketings schneller, wenn nicht sogar dominanter in Szene gesetzt werden können als hier in Deutschland, so muss man gestehen: Deutschland ist kein Spätzünder in Sachen Web 2.0! Kurz und gut – meine persönliche Liste schaut ungefähr so aus:

  1. sevenload
  2. Qype
  3. OpenBC/Xing
  4. Oneview
  5. Hitflip
  6. Mabber
  7. Mister Wong
  8. Yigg
  9. Zweitgeist
  10. StudiVZ

Man sieht sofort, dass ich es den Aspekt des „Social Web“ sehr schätze. Ohne eine Community oder gar ohne irgendein gruppendynamisches Feature oder entsprechenden subjektiven Suchtzwang fällt jegliches Startup bei mir durch.

Wahnsinn! Wooohoooo! Ich höre schon die Mädels kreischen und sehe die Unterhosen herumfliegen. Einer der Stars des Web 2.0 kommt zu Besuch nach Köln. Ich freu‘ mich ja so endlich wieder den jungen Helden der Nation zu treffen! Und es ist niemand geringeres als Rob Vegas, der Showmaster 2.0! Und wenn er erst hier ist… roter Teppich… Champagner… Dinnieren… nein ernsthaft, was machen wir nur mit Rob jetzt? Ich glaub‘ das wird ne feine Nummer hier… ;)

Das ist natürlich kein Angebot von mir persönlich, aber wer ganze zwei Kilogramm an Büchern per Päckchen erhalten möchte, sollte sich unbedingt an Oliver Gassner wenden. Der junge Mann überzeugt diesmal mit der brillianten Idee, die an ihn geschickten Rezensionsexemplare und Spenden im Rahmen seiner journalistischen Arbeit am Literaturwelt Blog an jedweden Menschen für nur 10 Euro (Porto, Verpackung, Aufwand für Versand innerhalb von Deutschland) zu verschicken. Na wenn das mal kein vorweihnachtlicher Geschenkespaß wird?

Eigentlich fand ich die Idee damals sehr schick, dass ich eine inhaltliche Trennung von beruflichen Kontakten via OpenBC auch von den studentischen Kontakten mit dem StudiVZ durchziehen konnte. Die ersten Probleme schlugen natürlich auch auf, es waren jedoch rein technische Gründe weshalb diese Serverproblemchen zu Buche schlugen.

Dann aber änderte sich alles von Grund auf, seitdem ich merkte, dass das StudiVZ ein deutscher Facebook Clone ist. Die dazugehörige Kollerkommunikation als ein quasi PR-Gau fand diese Woche statt.

Doch jetzt schlägt so langsam das Domaingrabbing dem Faß den Boden aus: StudiVZ sicherte sich Unister.at und StudyLounge.co.uk – die Domains der mehr oder minder direkten Mitbewerber auf dem Markt. Sind das jetzt die neuen russischen Verhältnisse oder doch nichts anderes als Machenschaften der Web-Piraten 2.0? Mein StudiVZ-Profil habe ich bewußt mit Trashdaten gefüllt, da ich bedenken um die Datensicherheit meiner auf mich persönlich auswertbaren Informationen habe.