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Erneut gibt es den Skandal zum Thema der Sperrfristen. Deutschland ist dabei keinesfalls schockiert. Ja selbst zum Schenkelklopfen reicht es nicht aus. Einem Journalisten fällt bestimmt nicht der Kiefer herunter. Dennoch fiel die Meldung von 19:40 Uhr ins Auge, weil die Überschrift so einprägsam gestaltet ist:

(Sperrfrist 22.45 Uhr) ARD-DeutschlandTrend: Deutsche wollen Demokraten im Weißen Haus

Erst ZDF.Reporter, dann sogar die ARD – und wurde damit zum zweiten Mal die Sperrfrist publikumswirksam aufgetischt. Die Medienlandschaft befindet sich zumindest bei Medienhäusern in Form von öffentlich-rechtlichen Großunternehmen keinesfalls in dem Wandel der digitalen Momentaufnahme, den die Presselandschaft eigentlich bis in ihre Grundfeste erschüttern sollte. Ich wette, dass einige andere solcher mit Sperrfristen versehenen Meldungen noch folgen werden. Diese Verantwortlichen für Public Relations werden wohl immer noch versuchen, der mittlerweile veralteten Sperrfrist erneutes Leben einzuhauchen. Pustet ruhig… das Internet hält davon eher nichts. Und weil es so schön ist, veröffentliche ich alles selbst noch kurz vor Erreichen der Sperrfrist. Gute Nacht.

Es geht wieder los. Die Medien werden sich an Dieter Bohlen, Anja Lukaseder und Andreas „Bär“ Läsker ergötzen, die Zuschauer werden ihre frivolen Gesangs-Akrobaten in wenigen Wochen als Talente feiern – und wir Blogger können wieder über ein zentrales Thema ablabern. Deutschland sucht den Superstar geht in die wievielte Runde? Die fünfte Staffel läuft an, und kaum einer erinnert sich noch an die Teilnehmer der vergangenen Jahre. Nur Daniel Küblböck, Alexander Klaws, Mike-Leon Grosch, Nevio Passaro, Elli Erl, Tobias Regner und aktuell Mark Medlock und Lisa Bund sind die „Namedroppings“ der bisherigen Staffeln.

Doch was bringt es eigentlich ein Superstar zu sein? Man landet im Dschungelcamp, tingelt von Konzert zu Konzert Kaufhaus zu Heimwerkermärkten und erquickt sich am bescheidenen Leben im mitunter übelsten Vertragsfrust. Oder man futtert Insekten für ein Millionenpublikum und ein wenig Bargeld. Den normalen Job bekommt man ja sowieso nicht zurück, wenn man einmal berühmt (und berüchtigt) ist – außer man hat denjenigen Superstar irgendwann vergessen. So ähnlich ergeht es doch letztendlich auch den vielen Seelen, die sich für Ruhm und Ehre das letzten Hemd ausziehen… genug davon. DSDS ist zurück und die Show wirkt langweilig. Immer noch ist Dieter dabei, seine Sidekicks wechseln in fröhlicher Runde. Wann macht sich einer davon eigentlich mal nackig oder zum Affen? :)

Der neu eingeführte Programmblock „Neun TV“ sollte ab dem 02. Januar an Wochentagen von 17.45 bis 19.45 Uhr für ein wenig Normalität auf der Sendefrequenz des Quizshow- und Ratesenders „9Live“ bringen. Doch daraus wird vielleicht nichts, wenn man sich die aktuellen Quoten vor Augen hält. Von einem Schwächeln kann man schon gar nicht mehr reden, denn Neun TV wollte wohl kaum jemand wirklich einschalten. Nur durchschnittlich magere 30.000 – 40.000 Zuschauer gönnten sich den „Frauen-Content“ der Telenovelas auf Neun TV sowie das einleitende Magazin. Ich wage zu glauben, dass man in der Sendezeit durchaus höhere Erlöse mit Quizshows fahren kann, als es hier eine Werberefinanzierung ermöglichen wird.

Die Axel Springer AG beabsichtigt die Veräußerung ihrer mittelbaren Beteiligung an der ProSiebenSat.1 Media AG. Insgesamt stehen jeweils 12 Prozent der Stamm- und Vorzugsaktien zum Verkauf für einen Kaufpreis von insgesamt 509.359.881,60 Euro – was durchschnittlich Euro 19,40 je Stamm- und Vorzugsaktie bedeutet. Natürlich steht diese Transaktion von dieser mittelmäßigen Summe unter der Aufsicht der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK).

Die Axel Springer AG hatte bereits im vergangenen Jahr versucht, den TV-Konzern selbst zu übernehmen, jedoch machte das Kartellamt einen Strich durch die Rechnung. Der darauf erfolgte Verkauf der Sendergruppe durch US-Unternehmer Haim Saban an Permira und KKR. Mit der gestern Abend angekündigten Veräußerung der gesamten Springer-Anteile in Höhe von 12 Prozent des Gesamtvolumens von ProSiebenSat.1 steht bei Zustimmung durch die KEK wieder ein Scheunentor für Permira/KKR offen. Ob man gratulieren soll, bleibt daher fraglich, zumal Premira/KKR bereits 50,67 Prozent des Grundkapitals und 88 Prozent der Stammaktien gehören.

Keine Nachrichtenseite und kein Blog – guggr ist eine Community für Fernsehzuschauer, die über die neuesten Sendungen mitreden möchten.

Die primär für publikumslastige Formate ausgelegte Plattform für TV-Kritiker stammt aus dem Hause der DWDL-Redaktion. Die neue Diskussionsplattform soll laut Eigenaussage für TV-Fans und -Kritiker, für Zuschauer und Macher den Feedbackkanal bieten, den sie beim klassischen lean-back während des Fernsehkonsums vermissen:

Diskutiert wird über TV-Neustarts, neue Staffeln bekannter Formate und besondere Fernseh-Ereignisse. So bekommt die quantitative Einschaltquote ein qualitatives Gesicht: Guggr ist Fernsehen mit Rückkanal.

In der ersten Open Beta-Phase finden sich einige Baustellen auf der Plattform, auch ist die Community mit recht wenigen Möglichkeiten ausgestattet, sich neben den Diskussionen zu den TV-Highlights bzw. Flops untereinander auszutauschen – einige der bekannten Web 2.0 Funktionen fehlen zum derzeitigen Stand, jedoch bleibt nicht auszuschließen, dass sie in Kürze ergänzt werden. Dennoch spiegelt die Plattform bereits in der Open Beta-Phase den Grundgedanken von dem partizipativen Internet wider – die Frage ist jedoch, ob auch die großen Sendergruppen in Deutschland respektive die Produzenten der Serien in die dort öffentliche und sehr zentralisierte Diskussionen einsteigen werden. Ratsam wäre es für alle Beteiligten sich an der Diskussion zumindest lesend zu beteiligen – falls eine neue Sendung so desaströs abfällt wie jüngst das Promi-Pilgern auf ProSieben…

Interaktion, Interaktivität, Interkonnektivität – was will man denn als aufgeklärter Internetnutzer noch mehr? „Gemeinsam bilden wir alle auf Guggr die erste interaktive Datenbank für TV-Neustarts, -Highlights und außergewöhnliche Fernsehereignisse“, freut sich guggr-Initiator Thomas Lückerath, Geschäftsführer von DWDL, und hat damit eine entscheidende Idee auf eine optisch ansprechende und für Benutzer einfach zu bedienende Weise verwirklicht. Die Couch Potatoe wird zur unabhängigen Interaktion aufgefordert und kommt in die Puschen in Richtung Schreibtisch. Zumindest der Weg nach einem einschlägigen TV-Erlebnis in Richtung Schreibtisch kann bei regelmäßigem Betrieb sogar förderlich für eine Couch Potatoe werden. :)

Tagesthema für Menschen, die tagsüber arbeiten und einfach später die Nachrichtenlage sondieren. In einer detaillierten und wieder einmal herrlich süffisant geschriebenen full coverage Meldung formuliert Stefan Niggemeier den letzten Abend einer TV Größe: Eva Herman – Tschüss und auf Nimmerwiedersehen! Das Aus für Frau Herman kam bei Johannes B. Kerner im ZDF!

Aber die Dame braucht keiner mehr, wenn sie sich auf herablassende Art dem Publikum gegenüber verhält und sich von ihren gedanklichen Irrwegen nicht distanzieren kann. Manchmal sollte man auch als Frontfrau eines Nachrichtenmagazins einfach mal die Fresse halten – oder klipp und klar still sein, wenn man keine Ahnung hat. Aber das in den Kopf zu bekommen kann durchaus ein schweres Unterfangen sein. Hoffen wir also, dass die Zukunft des Fernsehens von der Eva Hermann verschont bleibt.

Nach den jüngsten Entwicklungen um das Verfassungsgerichtsurteil zu den Rundfunkgebühren geht der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger davon aus, „dass ARD, ZDF und Deutschlandradio maßvolle Gebührenforderungen für die nächsten Jahre anmelden werden“.

Damit äußert der CDU-Politiker gegenüber dem Focus, dass Gesetze und Staatsverträge künftig „konkreter als bisher“ festzulegen seien. Diese Forderung schließt eine Prüfung von allem was zur Grundversorgung notwendig sei mit ein. Ebenfalls ist Art und Umfang der Online-Angeboten seitens der öffentlich-rechtlichen Anstalten zu prüfen oder gar zu begrenzen.

Veraltetes Modell für die Masse
Für mich sprechen jedoch die Vorstöße seitens der öffentlich-rechtlichen Sendergruppen versus die Meinungen der Politik hart auf jegliches Verständnis. Schon die Frage danach, ob die Online-Angebote zur Grundversorgung zählen dürfen, wenn sich die Idee des „Dualen Systems“ der Medienlandschaft auf der Nachkriegszeit und der damit verbundenen Informationsversorgung beruft? In der heutigen Zeit ist ein vollausgebautes Online-Angebot eines journalistischen Leitmediums nicht wegzudenken. Auch die Präsenz der öffentlich-rechtlichen Sender ist meiner Meinung nach legitimiert, wenn man es mit der privatwirtschaftlichen Omnipräsenz in nahezu jeder Ecke im Internet vergleicht. Vielmehr ist die Frage nach dem Modell, was die Gebührenfinanzierung von ARD, ZDF und angeschlossenen Funkhäusern begründet, ein historisch bedingter Fehler.

Dass nach dem zweiten Weltkrieg ein Informationsdefizit durch verstärkte Aufklärung zu füllen war, zeigt die seit mehr als einem halben Jahrhundert historisch gefestigte Bundesrepublik und das daraus geborene Deutschland. Die Technologie entwickelte sich jedoch rasanter als die Politik und auf ihr basierende Systeme, auf welchem die öffentlich-rechtlichen Anstalten verankert sind.

Neuanfang mit Pflicht des Einzelnen
Heute beziehe ich eigenständig die Informationen und bilde mich individuell nach meinen Bedürfnissen. Ich selektiere, recherchiere und informiere mich. Gleichzeitig obliegt es meiner persönlichen Verantwortung, durch verschiedene kleine Kommunikationsnischen im Internet via Blogs, Wikis und ähnliche technische Systeme das Informationsangebot für jedermann bereitzustellen, was letztenendes wieder eigenverantwortlich durch die Leser oder Zuschauer selektiert und recherchiert wird. Meiner Meinung nach ist eine rudimentäre Änderung der Gebührenstruktur notwendig, um die endlosen Diskussionen um die GEZ, die öffentlich-rechtlichen Sender oder ihr inhaltliches Programm zu beenden.

Es ist Zeit für einen Neuanfang, der die Individualisierung bzw. Personalisierung von Informationen in Bezug auf das Individuum als seine eigene Pflicht zur Grundversorgung herauskristalisiert. Sofern man sich an fast 50 Jahre alte Mechanismen klammert und diese aufgrund seiner wirtschaftlichen Größe nicht verändern möchte, kann zumindest ich keinen grünen Zweig auf dem knorrigen Gerüst der Gebührenfinanzierung sehen.

Für die zwei Pay-TV-Kanäle „The History Channel“ und „The Biography Channel“ wird ab dem 20. September ein eigenes Video on Demand Portal gestartet. Das NBC-AETN-Joint Venture geht damit laut DWDL erstmals außerhalb der USA für den deutschsprachigen Markt diesen Weg.

Preislich soll für die heruntergeladenen Programme zwischen 0,99 und 2,99 Euro vom Zuschauer gezahlt werden, ein monatliches Abo mit 4,99 Euro lohnt sich in dem Fall schon eher anstelle der Einzelbuchungen. Zwölf neue Sendungen neben Dokumentationen, Biografien und Reallife-Serien runden das Programm ab.

Ich merke, dass sich der Trend zum Bewegtbild im Internet immer deutlicher abzeichnet. Zwar sind meiner Meinung nach die Nutzerzahlen und der Medienkonsum im Verhältnis zu allen anderen Medien nur anteilig. Doch in nur wenigen Jahren, vielleicht sogar Monaten, wird man merken, dass viele andere Sendeformate, die man aus der Flimmerkiste kennt, nur im Internet angeschaut werden können.

Sind wir im Zentrum der Fiktion? Gibt es abnorme realitätsfremde Darstellungen im Fernsehen? Bringt die konstante Abgabe erfundener Lügen 1. Ordnung den Zuschauer zu Propaganda, Ramsch und Obszönitäten 7 Tage die Woche? Oder gibt es doch nur rücksichtslose Tatsachenverdreher und Lügner in der Medienwelt? Mit dem Thema der Lügen befasst sich jeder gerne.

Einen meiner Meinung nach sehr ausführlichen, vielleicht der Wahrheit nahen, aber dennoch in aller Hinsicht schwer definierbar oder beweisbaren Artikel zum Thema 9/11 liefert Schall und Rauch – mit dem unschwer erkennbaren Aufruf zu neuen Definitionen der etablierten und führenden Fernsehsender ARD, ZDF, RTL oder Pro7. Kann diese Abrechnung unterschrieben werden?

Ob 9/11 inszeniert wurde oder ein Akt des Terrors war – es ist einige Jahre her und das Echo in den deutschen Medien war sehr schwach im Vergleich zu den Vorjahren. Ob die USA mit ihrer PR-Maschinerie im Ausland noch Erfolge haben, wage ich zumindest zu diesem politisch brisanten Thema zu bezweifeln. Verurteilen – wie immer – kann ich zumindest keinen, doch die Bevölkerung in Deutschland widmet sich unschwer erkennbar anderen Dingen als den Opfern in den USA zu gedenken… schwierig.

Wenn ich mich einer Alkoholkontrolle von der Polizei entziehen würde und dabei mit Vollgas an der Kontrolle vorbeifahren würde, hätte ich ein halbes Rudel der Ordnungswächter hinter mir her. Entzieht man sich einem Dopingtest, kann ich im Radsport einfach weiterfahren und sogar Erster sein. Naja, so einfach ist das dann doch nicht, wenn man gefeuert wird. Ciao bello! Michael Rasmussen ist draußen! Sein Team Rabobank setzte Rasmussen vor die Tür, weil er über seinen Aufenthaltsort des Fahrtrainings bewußt gelogen hatte. Nach Christian Moreni, Alexander Vinokurow, Jörg Jaksche, Patrik Sinkewitz, Bert Dietz, Christian Henn, Udo Bölts, Rolf Aldag, Erik Zabel, Bjarne Riis und Ivan Basso fehlt eigentlich in der Liste der Verdächtigen nur noch Jan Ullrich, der bisher kein Geständnis abgeliefert hat. Doch wer kommt als nächstes?

Nebenbei bekommt Sat.1 trotz der übernommenen Tourberichterstattung ein arges Problem, weil sich die werbetreibenden Kunden sträuben, die Übertragung zu sponsorn oder entsprechende Werbespots zu schalten. Diese Imageprobleme der „Tour der Farce“ können ja nicht einfach übersehen werden, und meine Werbebotschaft soll ja nicht später heißen „Der Schokoriegel gibt Kraft – bis zur Urinprobe„.