Das Bildungssystem in Deutschland klammert sich an traditionelle Wertevorstellungen und an echten Reformen, die von Eltern und ihren Kinder mit Begeisterung angenommen werden, ermangelt es seit Jahrzehnten. In naher Zukunft soll Informatik als Pflichtfach an den Hamburger Schulen abgeschafft werden. Wenn Bildungspolitiker diesen Weg weiter beschreiten wollen, wird der Nachwuchs aufgrund klaffender Wissenslücken deutliche Wettbewerbsnachteile in unserer Informations- und Wissensgesellschaft vorweisen. Der Kurs der Bildungspolitik katapultiert Deutschland vom Digitalzeitalter zurück ins Bergbau- und Agrarzeitalter. Unsere Zukunft hängt immer stärker von der digitalen Wirtschaft ab. Die Hamburger Entscheidung gegen verpflichtende Grundlagen der Informatik entpuppt sich als eine der größten Fehleinschätzungen und Rückschritte unserer Zeit. Ein Wutbeitrag mit Forderungen.
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Die kreative Szene innerhalb des StudiVZ mobilisiert sich selbst. Vor wenigen Tagen wurde ein Wettbewerb in den größten Ausgaben des Verlages Holtzbrinck gestartet: das Handelsblatt, Wirtschaftswoche und die ZEIT preisen einen Werbewettbewerb aus mit Preisen für Studenten, die etwas bewegen:
Das jeweilige Werbekonzept sollte aus Vorschlägen zur Werbemittelgestaltung ebenso bestehen wie aus einer kurzen Erläuterung der crossmedialen Werbestrategie. Idealerweise lassen sich die Werbemittel auf verschiedenen Kanälen einsetzen (Audio/Podcast, Video, klassische Online-Werbung, Print). Es ist aber auch möglich, sich ausschließlich auf Online-Werbemittel zu konzentrieren. Besonderen Wert legt die Jury auf die zukunftsweisende Gestaltung sowie die mögliche Realisierung im Rahmen von innovativen Kampagnen, die potenziellen Mediakunden für die die Preise ausschreibenden Webangebote realisieren können.
Doch die Teilnahmebedingungen (siehe Werbeblogger) und die Verwertungsrechte sind zu Ungunsten der Teilnehmer ausgelegt, so dass sich das StudiVZ an den eingereichten „Werbevisionen“ ergötzen könnte und nicht die Teilnehmer selbst. Eine gewaltige Protestaktion wurde durch das Löschen der originären Gruppe im StudiVZ auf die Beine gestellt – und nahezu heimlich wird versucht die Spuren zu verwischen.
Das haut doch echt das Fass aus dem Boden, aber eigentlich kann man ja sagen: „Das ist nichts Neues im StudiVZ sondern Alltag.“ Nach desaströsen Viralclips, mislungener Sprayer-Propaganda und einer Anklage wegen unter anderem einem nicht kleinen Thema namens „Volksverhetzung“ werden die Mitglieder dieses Social Networks endlich wach. Auf die Barrikaden! Verbrennt StudiVZ-Mobile wie in Frankreich! Studenten vor! Ach, das waren noch Zeiten damals… und zum Glück für einige Beteiligten wurden die Jury-Mitglieder nicht namentlich erwähnt, obwohl ich einige der öffentlichkeitswirksamen Namedroppings von „Repräsentanten der Online-Portale und der Agenturszene“ erwartet hatte. :)
Volksverhetzung und Pornographie – das Themenspektrum der ekelhaften Neigungen, mit welcher sich das soziale Netzwerk für Schüler oder Studenten identifiziert, eskaliert laut Stern in einer Anzeige:
Der Vater eines 13-jährigen Mädchens hat gegen die Betreiber des Online-Netzwerkes SchülerVZ und den Verlag Holtzbrinck Strafanzeige wegen der Verbreitung pornographischen Materials und wegen Volksverhetzung erstattet.
Ich freue mich innerlich, dass dem illustren Treiben der Macher dieses Dienstleisters endlich mal ein Riegel vorgeschoben wird, kann jedoch nicht darüber lachen.
Gestellt hat die Anzeige Ralf S. aus Schwetzingen, dessen 13-jährige Tochter sich bei Schülervz angemeldet hatte. Für ihn erfüllen die Inhalte des Angebots die Straftatbestände der Volksverhetzung nach Paragraf 130 des Strafgesetzbuches und der Verbreitung pornographischer Schriften nach Paragraf 184 des Strafgesetzbuches.
Mehr kann ich dazu auch nicht sagen. Irgendwann reicht’s doch.
Webzwonullige Events gibt es ja zu Hauf – vor allem die BarCamps und Kongresse machen es den Szenegängern leicht, sich mit dem dazugehörigen Networking und abendlichen Ausgehen miteinander zu einer großen Gemeinschaft zusammen zu schweißen. Andernorts scheitern wohl die Versuche derartig, als ob man in ein bodenloses Loch fallen würde…
„hier beim studivz-grillen in muenster mit tausenden angekuendigten teilnehmern sind nicht mal 50.“ [via]
Sind wir doch mal ehrlich: Wird ein Student am Donnerstag Abend zum Grillen abdüsen, wenn der üble Freitag mit Vorlesungen oder sogar Klausuren bevorsteht? Normalerweise leiden einige Studenten aufgrund der Distanz zwischen Hochschulstandort und heimischen Hafen auch unter dem Syndrom „Heimscheißen“. Eine gelungene vulgäre Polarisierung. Ich hätte einen solchen Event jedenfalls nicht am Donnerstag veranstaltet… tss!
…und zwar diesmal auch richtig. Im Vorfeld hieß es nach der Anmeldung bisher:
Sicherheitsmassnahme – bitte neues Passwort erstellen:
Wir haben den begründeten Verdacht, dass Unbefugte heute versucht haben, sich Zugriff zu studiVZ zu verschaffen. […] Wir entschuldigen uns für das Problem und danken für Dein Verständnis!
Es liest sich eigentlich recht harmlos, dass etwas gehackt wird kommt in den besten Häusern vor, da kein System sicher sein kann. Ich weiß das, wir wissen das, jeder weiß das, alle wissen das. Das ist ärgerlich, aber zum Glück kann man ja ein Passwort neu setzen – und sollte dies in der Regel alle paar Wochen ändern.
Doch diese Passage aus einer Pressemitteilung, welche nach meinem Wissensstand vorerst nur per E-Mail rausging, möchte ich niemandem vorenthalten:
…hat eine bislang unbekannte Person während des heutigen Tages Mailadressen, Zugangsdaten und Freundschaftsverbindungen illegal aus der studiVZ-Datenbank auslesen können. Wie viele Profile davon betroffen sind ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen.
Oder ist soetwas eine brandheiße PR Aktion, da man seit einigen Wochen ein wenig neben der Welle schwimmt?
Irgendwie eine sehr interessante Idee, die mir Jan grade per Mail durchschickte. Das StudiVZBoykott.net ist gegen:
- fragwürdige Geschäftsmethoden
- merkwürdige Geschäftsbedingungen
- Pressesprecher, dem es um die Nutzer geht
- den gläsernen Studenten
- Imitation – und das im Land der Ideen
Nur mit der dritten Formulierung bin ich nicht ganz einverstanden, denn als Mitarbeiter in einem Unternehmen muss man sich doch um die Nutzer engagieren. Ich glaube jedoch, dass mit obiger Formulierung eher die Tatsache gemeint ist, dass es sich nur um die „Nutzerdaten“ dreht. Ein kleiner, aber gravierender Unterschied also. Ich bitte dies zu berücksichtigen.
Wenn das die Weihnachtskarten vom StudiVZ sind, laufen dann auch die Server mit der weihnachtlichen Lebkuchen Engine (TM)?
Nebenbei hat es einen „amüsanten“ Kommentar zu den aktuellen StudiVZ Thematiken gegeben, der vom Autor anscheinend selbst gelöscht wurde. Sehr provokativer Inhalt, den ich natürlich per E-Mail sofort erhalten habe. Es geht ja nix über Kontrolle.
Ich brauche nichts mehr zusammenfassen. Das tut Technorati und Google mittlerweile tausendmal besser als jeder von uns erlesenen Blogautoren, die ihren Teil zu der kommunikativen Misere im StudiVZ beisteuern wollen. In den vergangenen Tagen und Stunden hatte ich durchaus wichtigere Sachen zu tun, als mich mit dem PR-Gau mit Kollerkommunikation des StudiVZ zu beschäftigen. In den Gesprächen mit einigen Bloggern und namhaften Personen des Web 2.0, aber auch mit aus dem privaten Leben stammende Personen war die Meinung glasklar: Die Plattform und die Personen des StudiVZ winden sich auf dem Boden und zucken wohl noch zum letzten Mal. Die stattgefundenen Entgleisungen kann niemand wieder gut machen.
Doch fragen wir uns einmal lieber, warum dieses Thema die Massen derartig polarisiert. Meiner Meinung nach liegt der einzig und alleinige Grund dahinter, dass man mit dem Namen „Samwer“ etwas böses vermutet. Samwer steht für Jamba, und das Unternehmen ist jedem ein Dorn im Auge, der sich durch die Klingeltöne, die Werbung und eventuelle Abzock-Methoden der Vergangenheit belästigt gefühlt hatte. Der Gründer des StudiVZ Ehssan Dariani ist aber in der ganzen Diskussion derjenige, der von allen Richtungen her mit Breitseiten zugeschossen wird. Kommunikationsprobleme, Datenschutzprobleme, Stalkingprobleme, Technikprobleme – Probleme für einen Mann und sein Team. Das sind Sachen, die leider Gottes Willen im Voraus geregelt werden konnten, oder genau dann, wenn sie eintreten – nicht jedoch Wochen später. Die ideologischen Probleme mal ganz außen vor gelassen, muss also festgestellt werden, dass Ehssan Dariani nur eine Marionette ist – dessen feine unscheinbare Fäden zwar immer wieder gezogen wurden, aber denen er sich leider entrissen hatte und loskollerte.
Wie Matias es richtig sagt, gibt es weitaus bessere und andere Web 2.0 Unternehmen, die diese Aufmerksamkeit benötigen. Explizite Namen braucht man ja eh nicht nennen, wenn man weiß, dass das Herz für diese und anderen Unternehmen schon allein durch die tägliche Schreibe schlägt.
Ich habe nichts gegen den einzelnen Menschen an sich. Doch die Taten und Aktionen einzelner nutze ich um mir ein Gesamtbild zu konstruieren. Dieses schaut im Fall des StudiVZ nicht rosig aus.
Und tagesaktuell formuliert bleibt nur eines übrig: Sorry, aber was dort zu lesen ist, ordne ich unter egomanischer PR ein. Einige Tage später melden wir uns zu Wort – schriftlich zusammenformuliert, weil man ein wenig herumkollert mit der Kommunikation. Wie Robert fordere ich auch, dass jetzt das Bild der Einladung oder ein Screenshot der Webseite endlich offen gezeigt wird. Wenn nicht, dann halt nicht – aber so kann ich all das Gerede über die Person, seine (politischen) Interessen auch als unglaubwürdig werten.
Offen und ehrlich muss ich sagen: Du stehst leider im Vordergrund und führst ein Unternehmen, gerätst in ein tiefes Loch und möchtest da hinaus? Offenheit wird bei allen immer wieder groß geschrieben. Denn sonst bleibst Du in deinem Loch sitzen und kannst nicht wieder hervorkommen. Das tut mir leid für Dich und dein Produkt. Aber wenn Du heraus willst, dann auch bitte ordentlich und gewissenhaft, nicht aber mit dem Gerede um den heißen Brei.
Die Kritik an dem StudiVZ von technischer Hinsicht oder anderen Problemen ist jedoch vollkommen außen vor gelassen, wenn es um deine Machenschaften als Mensch geht. Machenschaften ist hier auch ein richtiges Wort. Was ihr gegenüber eurer gesunden Konkurrenz praktiziert habt, war schon ein Fauxpas. Deine Videos und dein dennoch undurchdachter Aktionismus mit dem Titel „Völkischer Beobachter“ sind nicht StudiVZ, sondern Dein Ding! Das wissen alle. Aber Du stehst hinter dem Unternehmen. Menschen distanzieren sich von Produkten durch ihre Taten… aber was solls. Wird schon werden, einfach verkaufen, Geld machen, glücklich sein. Oder durchdenken was als nächstes kommt, ohne dass man die wilde Horde (Blogger) auf sich selbst loslässt.
Dieser Morgen bescheerte mir einige Trackbacks zum Thema StudiVZ: Obstruse Verbindungen mit dem Völkischen Beobachter, Technorati Optimierungen (mittlerweile Platz 1), Domaingrabbing und Piraterie, Kommunikationshemmnisse, Klonen und „Server Problem Chen“ und die jüngste Darstellung durch die Berichterstattung in den traditionellen Medien verheißt unheilvolles.
Was macht man aber, wenn man seine EX Beziehung oder ein Betthupferl sucht? Beim durchaus guten OpenBC wird generell niemand seine Daten preisgeben, also gehen wir lieber zum StudiVZ und suchen dort inmitten aller Absolventinnen nach einschlägigen Namen. Und siehe da, es funktioniert: StudiVZ ist die Grundlage für jeden Stalker. Privacy wird kleingeschrieben.
Sowas stört scheinbar keinen mehr, aber ich verstehe nicht wie so viele Mädchen mit Vor- und Nachnamen im Netz vertreten sind. Dazu kann ich ihre Freunde sehen, ihren Werdegang, welche Gruppen sie interessiert, sogar das Geburtsdatum ist sichtbar. Telefonauskunft, Adressen rausfinden, stalken, Stress machen, rumnerven, alles kein Problem, wer Spaßeshalber ein paar Vor- und Nachnamen durch google jagt findet bei einigen einfach zu viel Information. Nutzerprofile erstellen leicht gemacht. Das geht gar nicht. Überhaupt nicht. [via Sven]
Das habe ich gleich getestet und ich war überrascht, mit welchen jungen Damen man in Kontakt treten kann. Und vor allem wie bereitwillig auch die Kontaktdaten zu Verfügung gestellt werden. Man stelle sich jetzt die Absurdität vor, dass das klassische Bildnis des gestörten Homo Sapiens sich in besagter Kontaktdatenbank anmeldet und dort nach einer passenden 20-30 Jahre jüngeren Frau stöbert, findig wird und aufgrund der öffentlichen Angabe „Single“ anfängt sie zu belästigen. Dieser gestörte Mensch müsste dann nur vor der Uni warten (oder Schule… wer weiß), seine Digitalkamera herausziehen und den ersten Schritt machen. Man kann das ganze weiter spinnen, bis es zu einem Sittenverbrechen kommt. Polizei und Holzauge – seid bitte wachsam! Kontaktdaten sind sensibel. Hochgradig sensibel. Äußerst sensibel. Es wird alles zusammenbrechen, sobald ein Sexualstraftäter irgendwann mal folgendes sagt: „Die Kleine war doch in diesem StudiVZ drin… so kam der erste Kontakt zu stande… ich konnte ihr nicht mehr widerstehen und dann war es für mich ganz einfach alles über die 30 anderen Mädels rauszufinden.“
