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Holger Meier vom ZDF: „Chromecast-Erweiterung ist eine sinnvolle Ergänzung“

Bewegtbild, Digital Business, Interview, Medien

Google Chromecast wird als notwendige Evolution in der Medienwelt verstanden, damit vor allem junge Zuschauer und Nutzer der digitalen Mediatheken zurück zum primären Fernsehbildschirm geführt werden. Bereits zur Markteinführung in Deutschland teilte das ZDF mit, man wolle das neue Hardware-Angebot des Suchmaschinengiganten prüfen, um die eigenen Digitalangebote auf den Fernsehbildschirm zurückzuspielen.

Jetzt lässt sich die ZDF-Mediathek ganz offiziell mit Google Chromecast nutzen. Zuvor konnten Nutzer nur diesen Weg über Apps von Drittanbietern gehen. Neben dem ZDF unterstützen bereits Arte, Clipfish und Maxdome die Übertragung zu Google Chromecast, andere Bewegtbildanbieter planen mitzuziehen. Für Sky und Netflix wird erwartet, dass sie ebenfalls Google Chromecast unterstützen. Nur Amazon scheint sich aufgrund der Konstellation mit dem zu Chromecast inkompatiblen Microsoft Silverlight Plugin, über das das Filmangebot von „Amazon Prime Instant“ abgespielt wird, und dank der bevorstehenden Markteinführung der eigenen „Fire TV“-Streaming-Box mit einer Entscheidung für mehr Nutzerkomfort zu hadern.

Unsere Mediathek-App unterstützt nun Chromecast! Die iOS-Version ist schon verfügbar. Android folgt am Montag! pic.twitter.com/4zqzuVcgDx

— ZDF (@ZDF) September 12, 2014

Zum Start der überarbeiteten App zur Nutzung der ZDF-Mediathek sprach #DigiBuzz – Das Magazin für das Digital Business dazu mit Holger Meier, in der Hauptredaktion Neue Medien (Entwicklung und Strategie) verantwortlich für die Entwicklung der mobilen Angebote.

Holger Meier. Foto: ZDF

Holger Meier. Foto: ZDF

Herr Meier, die deutschen Fernsehsender zeigen sich bislang noch zurückhaltend, wenn es um eine Chromecast-Unterstützung für ihre Mediatheken geht. Was hat das ZDF dazu bewogen, seit heute Google Chromecast selbst in der Mediathek zu unterstützen?

Holger Meier: Die Chromecast-Erweiterung ist eine sinnvolle Ergänzung innerhalb der immer größer werdenden Android-Nutzergemeinde. Das Streamen von Inhalten auf TV-Geräte finden wir naturgemäß gut – und es funktionierte ja schon vorher mit iOS-Geräten auf Basis von Airplay. Deshalb ist es natürlich richtig, über den Chromecast-Weg auch unseren Android–Nutzern diese Funktion zu ermöglichen. Die Chromecast-Unterstützung findet sich übrigens in beiden Apps: ZDFmediathek und ZDFheute.

Laut einiger Medienberichte sollte die Unterstützung ursprünglich bereits zu Ostern verfügbar sein. Was hat den Prozess in die Länge gezogen?

Holger Meier: Die Verschiebung hat zum einen mit Priorisierung zu tun. Die Vorbereitung der Mediatheks-App auf die WM war sehr wichtig und aufwändig. Da unsere Kollegen damit gut zu tun hatten, ist Chromecast in der Prio-Liste nach hinten gerutscht. Aber der Erfolg hat uns ja hier Recht gegeben. Außerdem ist es wie in vielen Projekten: aus den anfänglichen „paar Zeilen Code“, die es angeblich für die Integration braucht, sind etwas mehr geworden.

Werden eigentlich alle Inhalte der ZDF-Mediathek für die Übertragung mit Chromecast freigeschaltet oder gibt es Einschränkungen?

Holger Meier: Es gibt keine Einschränkungen, bei der Airplay-Nutzung haben wir auch keine.

Der Fernsehbildschirm wird mittels Chromecast für ein klassisches Second Screen Erlebnis mit Inhalten aus der eigenen Mediathek verwendet. Wie verändert sich künftig das Selbstverständnis des ZDF als TV-Sendeanstalt?

Holger Meier: Am Grundverständnis ändert sich nichts, das ZDF ist und bleibt Anbieter von hochwertigem Bewegtbild. Dass Fernsehen nicht mehr unbedingt ein TV-Gerät braucht, wissen wir. Deshalb sind ZDF-Inhalte auch auf allen relevanten Geräteplattformen zu empfangen.

Bislang wird die Nutzung der Inhalte aus Mediatheken nicht für die Einschaltquote berücksichtigt. Wäre es denn nicht an der Zeit, ein neues Messverfahren einzuführen, dass der Vielzahl an digitalen Möglichkeiten wie Smart-TVs, Mediatheken, Apps und Streams gerecht wird?

Holger Meier: Das Verfahren gibt es im Grundsatz schon und wird von allen TV-Senden unterstützt und fortentwickelt.

Herr Meier, vielen Dank für das Gespräch!

16. September 2014/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2014/09/zdf-chromecast-cover.jpg 470 1000 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp Mike Schnoor2014-09-16 07:00:292026-06-06 12:36:38Holger Meier vom ZDF: „Chromecast-Erweiterung ist eine sinnvolle Ergänzung“

Nur 6,8 Prozent Zuwachs: Display-Werbung liegt mit 1,4 Milliarden Euro Nettoumsatz auf dem vierten Platz im Mediamix

Bewegtbild, Digital Business, Marketing, Werbung
Paul Mudter, Vorsitzender des OVK. Foto: BVDW

Traditionell steht die dmexco für die Erneuerung der Marktzahlen und Prognose für den Online-Werbemarkt. Gewachsen aus der Online Marketing Düsseldorf und seit sechs Jahren unter neuem Branding in Köln ansässig, dokumentieren die deutschen Online-Vermarkter mit stolz geschwellter Brust ihre Marktrelevanz. Die Branche konnte sich an mehreren Milliarden Bruttowerbeumsätzen erfreuen, bis sich endlich in 2014 die Werbestatistik und Prognose veränderte.
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10. September 2014/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2014/09/paul-mudter-cover.jpg 500 1000 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp Mike Schnoor2014-09-10 09:05:042018-05-21 18:05:20Nur 6,8 Prozent Zuwachs: Display-Werbung liegt mit 1,4 Milliarden Euro Nettoumsatz auf dem vierten Platz im Mediamix

Wearables als „next big thing“ der digitalen Transformation

Digital Business, Startups
Achim Himmelreich, Partner bei Mücke, Sturm & Company. Foto: Unternehmen

Wearables werden als das „next big thing“ der digitalen Transformation und als nächste Evolutionsstufe des Smartphones gehandelt. Die Anwendungsbereiche umfassen nicht nur Sport und Fitness, Lifestyle und Wellness, sondern reichen bis in den Betriebsablauf und in medizintechnische Strukturen. In einem Whitepaper informiert die Managementberatung Mücke, Sturm & Company (MS&C) die unterschiedlichen Gerätetypen und die Anwendungsbereiche von Wearables in puncto Mehrwert, Erfolgsaussichten und Erlösmodelle.

Eine Zukunft, in der alles mit dem Internet und untereinander vernetzt ist, rückt immer näher. Wearables sind dabei ein wesentliches Bindeglied. Aber die Idee von Wearables ist alles andere als neu. Die „Communicators“ zur Stimmübertragung oder Bestimmung der GEO-Lokalisation einer Person sind längst aus Star Trek bekannt. Michael Knight durfte dank Glen A. Larson nicht nur im selbstfahrenden und autonom agierenden Auto namens K.I.T.T. herumsausen, sondern besaß mit dem „Comlink“ eine Armbanduhr, die den direkten Kontakt zu K.I.T.T. ermöglicht und einige wenige Funktionen wie Schlösserknacken oder weitere Überwachungsmöglichkeiten der Person zulässt. Indem die einstige Fiktion zur jetzt Realität wird, lassen sich unterschiedliche Produkte für den Markt entwickeln: Visuelle Geräte, Audiogeräte, Smart Watches, Bands und Bracelets, Smart Clothing und sogar Implantate.

Achim Himmelreich, Partner bei Mücke, Sturm & Company. Foto: Unternehmen

Achim Himmelreich, Partner bei Mücke, Sturm & Company. Foto: Unternehmen

„Wearables schaffen einen fließenden Übergang zwischen realer und virtueller Welt. Große Technologie- Unternehmen investieren Beträge in Millionenhöhe, um ihren Vorsprung zu sichern. Es ist daher keine Frage mehr ob, sondern nur wie schnell Wearables ähnlich Smartphones oder Tablets die digitale Welt verändern werden“, erklärt Achim Himmelreich, Partner bei Mücke, Sturm & Company.

Sobald es Unternehmen gelingt, ihr bisheriges digitales Ökosystem um die Nutzung von Wearables zu erweitern, darf ein neuer „Big Bang“ der Digitalen Transformation erwartet werden. Schließlich schließt sich die Lücke zwischen realer und digitaler Welt durch den immer höheren Grad der Vernetzung.

Egal ob Google Glass, Smartwatch oder ein medizinisches Überwachungssystem – die unzähligen Einsatzgebiete eröffnen definitiv neue Märkte. Doch nicht nur Google, Apple, Samsung & Co. werden diesen Trend weiter verfolgen. Sowohl Unternehmen mit einem starken Fokus auf Technologie und Innovationen als auch spezialisierte Startups und viele Neugründungen werden ihren Kunden mit Wearables einen höheren Mehrwert bieten als ihre Konkurrenz. Der Druck auf Anbieter ohne dieses Gefühl für tragbare Technologie wird sich steigern und neue Player werden den Markt teils über Nacht beherrschen.

8. September 2014/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2014/09/achim-himmelreich.jpg 470 1000 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp Mike Schnoor2014-09-08 10:47:252026-06-07 20:15:32Wearables als „next big thing“ der digitalen Transformation

BVDS: Crowdfunding-Gesetz darf nicht zur Todregulierung des Startup-Finanzierungsinstruments werden

Digital Business, Netzpolitik, Startups

Der Bundesverband Deutsche Startups e.V. (BVDS) fordert Nachbesserungen beim Kleinanlegerschutzgesetz, das die rechtlichen Rahmenbedingungen für Crowdfunding und Crowdinvestment festlegen soll.
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5. September 2014/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2014/09/florian-noll-cover.jpg 500 1000 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp Mike Schnoor2014-09-05 08:22:132018-05-21 18:05:55BVDS: Crowdfunding-Gesetz darf nicht zur Todregulierung des Startup-Finanzierungsinstruments werden

Internet und TV behaupten sich als die wichtigsten Medien der Deutschen

Bewegtbild, Digital Business, Medien

Wer möchte heute noch auf Medien verzichten? Auf Unterhaltung, Information und Kommunikation können viele Deutsche nicht mehr verzichten. Eine Untersuchung von TNS Infratest zeigt, dass die Mehrheit der Bundesbürger im privaten Bereich nicht mehr auf das Internet und auf TV verzichten möchte.

Für 35 Prozent der Gesamtbevölkerung und 43 Prozent der deutschen Internetnutzer zählt das Internet zum Inbegriff der wichtigsten Medien. Das Fernsehen steht bei 29 Prozent der Deutschen und 26 Prozent der Internetnutzer an zweiter Stelle. Mit großem Abstand folgen Tageszeitungen (17 und 14 Prozent), Radio (13 und 12 Prozent) und Zeitschriften (4 und 5 Prozent). Bei den deutschen Internetnutzern gewinnt erwartungsgemäß die Bedeutung des Internets deutlich, während Radio, Tageszeitungen und Zeitschriften eine offenbar immer geringere Rolle spielen.

Roselind Beineke. Quelle: TNS Infratest.

Roselind Beineke. Quelle: TNS Infratest.

In der Betrachtung der Altersgruppen zeigt sich bei den 14- bis 29-jährigen eine eindeutige Präferenz für das Internet (71 Prozent) als wichtigstes Medium, während die älteren ab 60 Jahren eher Radio (39 Prozent), Zeitschriften (15 Prozent) und vor allem Tageszeitungen (48 Prozent) als Medium bevorzugen. Über alle Altersgruppen hinweg besitzt das Fernsehen mit 66 Prozent eine grundsätzlich hohe Relevanz.

„Natürlich ist dieses Gesamtbild über demografische Untergruppen nicht homogen. Männern ist beispielsweise das Internet wichtiger als Frauen, denen wiederum das Fernsehen wichtiger ist. In keinem anderen soziodemografischen Merkmal steckt aber so viel Information im Hinblick auf zukünftige Veränderungsmöglichkeiten wie in der Altersstruktur“, sagt Roselind Beineke, Leitung EMNIDbusse bei TNS Infratest.

Die detaillierten Angaben der Untersuchung stellt TNS Infratest kostenfrei auf der eigenen Website zur Verfügung.

3. September 2014/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2014/08/tns-cover.jpg 500 1000 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp Mike Schnoor2014-09-03 12:46:502018-05-21 18:06:14Internet und TV behaupten sich als die wichtigsten Medien der Deutschen

Online-Vermarkter beziehen erneut Position in der Viewability-Diskussion

Digital Business, Werbung
Björn Kaspring, AGOF-Vorstand. Quelle: AGOF

Viewability zählt zu den großen Streitthemen der Online-Werbung. Vermarkter, Mediaplaner und Werbungtreibende sind sich seit Jahren uneins und verteidigen ihre unterschiedlichen Positionen auf’s Schärfste. Jetzt stürmt der Online-Vermarkterkreis (OVK) im BVDW wieder vor und macht sich für den eigens empfohlenen Richtwerts 50/1 für Standard-Online-Display-Ads auf der internationalen Bühne stark. Das Media Rating Council (MRC) und das Interactive Advertising Bureau (IAB) haben kürzlich die deutsche Empfehlung in einer Richtlinie zur Messung der Viewable Ad Impression übernommen.
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28. August 2014/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2014/08/bjoernkaspringcover.jpg 470 1000 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp Mike Schnoor2014-08-28 11:33:502018-05-21 18:07:19Online-Vermarkter beziehen erneut Position in der Viewability-Diskussion

970 Millionen US Dollar: Amazon kauft Videoportal Twitch

Digital Business, Startups
Jeff Bezos, Gründer und CEO von Amazon.com. Quelle: Amazon

Amazon investiert rund 970 Millionen US-Dollar in die Video-Website Twitch. Das vor allem in den USA bekannte Bewegtbildportal nutzen Gamer, um Videomitschnitte ihrer Spiele zu veröffentlichen. Dieser Kauf hat nicht nur für die weitere Entwicklung und Positionierung von Amazon eine große Bedeutung, sondern verdeutlicht die Relevanz der Gamesbranche und ihrer angedockten Wertschöpfungsketten.
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26. August 2014/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2014/08/jeff-bezos-cover.jpg 500 1000 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp Mike Schnoor2014-08-26 07:27:572026-06-07 20:12:06970 Millionen US Dollar: Amazon kauft Videoportal Twitch

Digitalverband D64 erweitert seinen Beirat

Digital Business, Netzpolitik, Personalien
Gesche Joost (Foto: Valeria Mitelmann) und Nico Lumma (Quelle: Nico Lumma) von D64 - Zentrum für Digitalen Fortschritt

Der Verein D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt beruft vier weitere Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Forschung in seinen Beirat: Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, der Trendforscher Prof. Peter Wippermann, der Chefredakteur der Fachzeitschrift GDI Impuls, Detlef Gürtler, und die Berliner Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Jeanette Hofmann. Vorsitzende des D64-Beirats bleibt Prof. Dr. Gesche Joost.
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19. August 2014/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2014/08/d64-cover.jpg 500 1000 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp Mike Schnoor2014-08-19 10:46:362018-05-21 18:29:01Digitalverband D64 erweitert seinen Beirat

ITK-Mittelstand plant höhere Budgets für Digital Marketing

Digital Business, Marketing, Social Media, Werbung

Deutsche Mittelständler aus der IT- und Telekommunikationsbranche wollen den Anteil von Digital Marketing in ihrem gesamten Marketingmix von 24 auf 30 Prozent erhöhen. Noch in diesem Jahr planen die Unternehmen durchschnittlich fünf Prozent ihres Gesamtumsatzes für Marketingmaßnahmen zu investieren, was einem leichten Plus um 0,8 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr entspricht. Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage des BITKOM unter Marketingverantwortlichen der ITK-Branche.
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18. August 2014/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2014/08/bitkom-onlinemarketing.jpg 470 1000 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp Mike Schnoor2014-08-18 09:34:282026-06-07 20:14:10ITK-Mittelstand plant höhere Budgets für Digital Marketing

Philipp Ernst von Chefkoch.de: „Mit eigenen Video-Formaten erreichen wir mehrere Ziele“

Bewegtbild, Digital Business, Marketing, Medien

Attraktive Bewegtbildinhalte in Kombination mit einer intelligenten Content-Strategie können dafür sorgen, dass Unternehmen und ihre Marken aus der Masse auffallend hervorstechen. Immer mehr Unternehmen entscheiden sich dazu, parallel zu ihren originären Angeboten auf Videoinhalte zu setzen. Dazu findet heute mit dem King Content Day in Köln eine neue Konferenz für die Contentindustrie und Digitalbranche statt, bei der genau diese Thematiken untersucht und hinterfragt werden.

#DigiBuzz – Das Magazin für das Digital Business suchte das Gespräch mit Philipp Ernst, Videoredakteur bei der bekannten Rezeptdatenbank Chefkoch.de, und unterhielt sich mit ihm über sein junges Berufsbild, die Vorteile von Bewegtbild-Produktionen und die digitale Content-Strategie des Portals.

Chefkoch.de kennen die meisten Nutzer als umfangreiche Rezeptdatenbank. Warum produziert das Portal einzelne Videoformate?

Philipp Ernst: Chefkoch.de ist in der Tat bei den meisten Usern für seine enorme Rezeptdatenbank bekannt. Es ist aber mittlerweile auch so, dass Chefkoch.de auch als Food-Plattform verstanden und wahrgenommen wird. Viele User gelangen durch eine Rezeptsuche auf Chefkoch.de, finden dann aber zum Beispiel über Content-Rekommandation und Teaserplatzierungen den Weg in den Magazinbereich von Chefkoch.de. Dort können sie dann stöbern und sich inspirieren lassen. Darüber hinaus haben wir mit knapp 1,5 Millionen registrierten Usern auch eine sehr große Community, die sich im Chefkoch.de-Forum und in den sozialen Netzwerken natürlich zum Thema Kochen, aber auch zu anderen Themen regelmäßig austauscht. Mit eigenen Video-Formaten erreichen wir also gleich mehrere Ziele.

Und welche Ziele wären dies?

Philipp Ernst: Mit so genannten „How to-Videos“ vermitteln wir im Video Fertigkeiten und Skills, die als reine Texterklärung schwerer zu vermitteln werden. Durch im Video vorgekochte Gerichte verlieren Anfänger die Scheu vor vermeintlich komplizierten Gerichten und trauen sich mehr. Usern bietet sich durch Kochvideos ein redaktioneller Mehrwert, der von ihnen geschätzt wird – selbst dann, wenn die User das Video gar nicht ansehen. Sie merken aber, dass Chefkoch.de versucht die Themen allumfassend zu behandeln. Videos erhöhen die Time on Site und selbstproduzierte Videos lassen sich mit einem höheren eTKP selbst vermarkten. Uniquer Video-Content wertet die Seite als Ganzes auf und erhöht die Relevanz für den Google-Algorithmus, was schlussendlich der ganzen Site zugutekommt. Nicht zuletzt erwartet der User einfach, dass man sich als Europas größte Rezeptdatenbank auch mit dem Thema Bewegtbild beschäftigt.

Philipp Ernst, Videoredakteur bei Chefkoch.de. Quelle: Chefkoch.de

Philipp Ernst, Videoredakteur bei Chefkoch.de. Quelle: Chefkoch.de


Wie wichtig ist eine langfristige Content-Strategie für den Erfolg eines solchen Zusatzangebots?

Philipp Ernst: Enorm wichtig. Video-Content in der Qualität, wie wir ihn produzieren, lässt sich nur langfristig wirtschaftlich sinnvoll denken. Die SEO-Relevanz wächst langsam aber stetig. Chefkoch.de ist eine Website, die saisonalen Schwankungen unterworfen ist. Das ist Chance und Risiko zugleich: Spargelzeit ist nur einmal im Jahr – die restlichen Monate des Jahres wird ein Video „Spargelcremesuppe wie bei Oma“ nicht besonders viele Klicks sammeln. Dafür ist das Video dann aber in zwölf Monaten wieder genau so aktuell wie beim ersten Launch. Die ursprünglichen Produktionskosten lassen sich also verteilen. Im Idealfall erreicht man nach einer vorher definierten Zeit X den Break Even – also den Punkt, ab dem man mit jedem Klick Geld verdient.

Welche Vorkenntnisse müssen Videoredakteure überhaupt für diesen Job mitbringen? Kann nicht jeder eine Kamera bedienen, ein Gericht zubereiten und es den Zuschauern schmackhaft machen?

Philipp Ernst: Nein. Wenn es so einfach wäre, würde es auch jeder tun. Natürlich kann man sich zu Hause eine Kamera neben den heimischen Herd stellen und sich dabei filmen, wie man seine Lieblingsspaghetti kocht. Damit solche Videos erfolgreich sind, egal ob bei YouTube, auf dem eigenen Blog oder auf einer offiziellen Site wie Chefkoch.de, gibt es redaktionell viel zu beachten. Videoredakteure brauchen also in erster Linie Erfahrung und eine vernünftige Ausbildung. Darüber hinaus die üblichen Kriterien, wie Belastbarkeit, Teamfähigkeit, Flexibilität, Engagement und eine schnelle Auffassungsgabe. Bei Chefkoch.de arbeiten wir allerdings kaum mit klassischen Videoredakteuren. Unsere Videos werden von richtigen Produktionsteams realisiert – unterstützt durch Chefkoch.de.

Wie viele Formate produziert ihr davon selbst und wie oft zeigt ihr neue Videos in euren Kanälen?

Philipp Ernst: Wir produzieren aktuell fünf eigene Formate. Die meisten Formate publizieren wir chargenweise mit jeweils 20 Folgen. Bei Chefkoch.de publizieren wir die Videos unterschiedlich. Manche Videos sind saisonbezogen, andere Videos sind anlassbezogen. Es gibt auch den Fall, dass ein Partner ein komplettes Format zum Start der „Staffel“ versponsert. In so einem Fall werden alle Videos eines Formats gleichzeitig publiziert und verbreitet. Für die YouTube-Kanal sieht die Strategie ein wenig anders aus. Dort publizieren wir derzeit drei Videos pro Woche, jeweils montags, mittwochs und freitags.

Müssen altgediente Fernsehköche sich vor den digitalen Bewegtbildmachern fürchten und um ihre Daseinsberechtigung bangen?

Philipp Ernst: Nein, nicht wenn sie sich auf das neue Medium einlassen. Prinzipiell sehe ich Online-Videos nicht als den Todbringer für das klassische Fernsehen. Natürlich ändern sich die Sehgewohnheiten. Ich bin aber davon überzeugt, dass es klassisches, lineares Fernsehen trotzdem noch eine ganze Weile geben wird. Das betrifft dann im Zweifelsfall auch weniger die Fernsehköche als vielmehr die Fernsehanstalten. Die Profi-Köche mit Kameraerfahrung werden immer eine Möglichkeit finden, ihr Talent vor der Kamera unter Beweis zu stellen. Das Medium ist da fast zweitrangig.

Darf digitaler Content auch einen Schritt zurück gehen, z.B. wenn Chefkoch.de eine Kochsendung im linearen Fernsehen ausrichtet?
Philipp Ernst: Wenn jemand mit dem passenden Konzept zu uns kommt – auf jeden Fall. Es muss aber passen. Wir hatten auch schon Gespräche mit einem öffentlich-rechtlichen Sender, der Interesse hatte, mit uns eine Kooperation einzugehen. Das damals vorgestellt Konzept hat uns aber nicht überzeugt und wäre meiner Meinung nach mehr als nur „ein Schritt zurück“ gewesen. Da haben wir uns dann intern mit den Stakeholdern besprochen und entschieden: So machen wir das lieber nicht. Obwohl die Vorstellung mit einer großen Sendeanstalt eine Kooperation einzugehen natürlich ihren Reiz hat.

Eine letzte Frage bezüglich der Mediennutzung eurer Zuschauer – wie wirkt sich der steigende Einsatz von Smartphones und Tablets auf eure Bewegtbildstrategie aus?

Philipp Ernst: Derzeit haben wir auf mobilen Endgeräten fast genauso viele Nutzer wie an stationären PCs. Das wird sich aber Richtung mobiler Devices drehen. Das stellt denke ich fast alle Seitenbetreiber vor große Herausforderungen – da macht Chefkoch.de keine Ausnahme. Allerdings sind wir auf diesem Gebiet mit unseren Apps und der mobilen Site sehr gut aufgestellt, was die Reichweite betrifft. Beim Thema Bewegtbild muss da aber auch bei uns noch nachgearbeitet werden. Für die aktuelle native iOS-App beispielsweise gibt es noch keine Videos. Das wird sich aber noch ändern.

Lieber Philipp, ich bedanke mich im Namen der Leser von #DigiBuzz für unser Gespräch und diesen Einblick in die Welt eines Videoredakteurs.

14. August 2014/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2014/08/chefkoch-cover.jpg 500 1000 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp Mike Schnoor2014-08-14 09:35:122018-05-21 18:29:32Philipp Ernst von Chefkoch.de: „Mit eigenen Video-Formaten erreichen wir mehrere Ziele“
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Mike Schnoor ist Head of Marketing bei kernpunkt und arbeitet seit über 25 Jahren in der Digitalbranche. Dieses Blogarchiv bündelt ältere Beiträge zu Digitalisierung, Marketing, Kommunikation und Digitalwirtschaft. Aktuelle Inhalte erscheinen vor allem auf LinkedIn und im kernpunkt Magazin.

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