Todd Tran, Global SVP of Programmatic and Mobile bei Teads. Quelle: Unternehmen.

Programmatische Werbung wird noch oft missverstanden, obwohl die Technologie schon länger im Markt ist. Jetzt, da zunehmend auch Video-Werbung und insbesondere Premium-Video darüber gebucht wird, ist es an der Zeit, alle offenen Fragen zu beantworten. Zwar soll programmatische Video-Werbung rasant wachsen, aber für viele Marketingentscheider scheint das ganze Thema immer noch für Verwirrung zu sorgen. Todd Tran, Head of Mobile and Programmatic bei Teads, beantwortet im Interview mit #DigiBuzz die zehn wichtigsten Fragen zu automatisierten Online-Videowerbung und zeigt, wie Bewegtbildwerbung effektiv für Branding eingesetzt werden kann.

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Russische Online-Nutzer schätzen grenzüberschreitendes Online-Shopping. Quelle: Kaboompics. (Symbolfoto)

Deutsche Internetnutzer kaufen immer häufiger in Online-Shops von EU-Händlern und im internationalen Ausland ein. Sowohl die Umsätze als auch das Interesse der Konsumenten am internationalen Online-Handel steigen stetig. Das gleiche Prinzip funktioniert auch umgekehrt, indem ausländische Nutzer über Webshops der deutschen Händler bestellen und damit die Exporte ankurbeln.

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Zurück in die Zukunft: Unter der Headline „The Future of“ startet das Konferenzprogramm des INTERACTIVE COLOGNE Festivals 2015 eine Reise durch Raum und Zeit, in die Zukunft der digitalen Gesundheitsindustrie und in die Gegenwart innovativer Forschungsprojekte. Neben Einblicken in aktuelle Entwicklungen aus den Bereichen Sport, Medizin, Musik und Wissenschaft bietet das Startup-Programm des Festivals eine Plattform für Hidden Champions, Newcomer und solche, die es werden wollen.

Im Vorfeld der Konferenz sprach Mike Schnoor, Herausgeber und Chefredakteur von #DigiBuzz – Das Magazin für das Digital Business, mit Tim Hufermann, Gründer der Agentur JUNGMUT Communication über die Bedeutung der Digitalisierung für Unternehmen, die Anforderungen an digital denkende Mitarbeiter und die Rolle von Agenturen und Unternehmensberatungen. Als kleines Geschenk verlosen #DigiBuzz und JUNGMUT jeweils eines von zwei Tickets für das INTERACTIVE COLOGNE Festival 2015 – die Details zur Teilnahme finden sich am Ende des Beitrags!

Interview mit Tim Hufermann

Tim Hufermann, Gründer der Agentur JUNGMUT Communication. Quelle: Unternehmen

Tim Hufermann, Gründer der Agentur JUNGMUT Communication. Quelle: Unternehmen

Was unterscheidet die aktuelle „Digitale Transformation” von einer klassischen Business-Transformation?

Tim Hufermann: Die Digitale Transformation ist ein Umbruch, vergleichbar mit der Industriellen Revolution. Allerdings ist durch die industrielle Revolution auch der Wohlstand der Mittelklasse extrem gestiegen, weswegen diese viel Leidensbereitschaft gezeigt hat. Durch die Digitale Transformation wird es wahrscheinlich keine ähnlich große Steigerung des Wohlstands für eine so breite Masse geben, wie in der industriellen Revolution. Außerdem hat die Digitale Transformation eine stärkere Auswirkung auf den Kunden. Er nimmt eine neue, nahezu gleichgestellte Rolle gegenüber dem Unternehmen ein. Durch die Möglichkeit der Mitbestimmung, muss Business neu gedacht und aufgebaut werden und den Kunden von Beginn an mit einbeziehen.

Wie genau verändert die Digitalisierung den Markt, die Kunden und die Wertschöpfung?

Tim Hufermann: Insbesondere durch das Internet und seinen Aufbau wurden die Kosten für Informationsverarbeitung und Kommunikation radikal gesenkt. Heute können ohne Probleme Produkte in den USA eingekauft werden, was vor 10 bis 15 Jahren noch kein Thema war. Dies betrifft vor allem auch Software-Produkte, die heute oftmals nicht mehr als klassischer einmaliger Lizenzkauf, sondern als nutzungsbasiertes Modell auf monatlicher Basis abgerechnet werden. Dieses nutzungsbasierte Modell schwappt mittlerweile auch in klassischere Märkte wie Individualmobilität. Es entstehen immer mehr Modelle, in denen ich z.B. kein Auto mehr kaufe oder lease sondern nach Bedarf bei DriveNow oder Car2Go kurzzeitig miete.

Wie weit ist die Digitale Transformation denn schon fortgeschritten?

Tim Hufermann: Mit Blick auf die Breite Gesellschaft sind wir bereits mitten drin. Aber wenn man an Nano-Roboter und künstliche Intelligenz denkt, stehen wir noch am Anfang. Wer jetzt einsteigt, schafft es noch knapp, den Zug nicht zu verpassen. Die Digitale Transformation ist schneller und umfassender als vorangegangene Neuerungen in Unternehmensprozessen, da sie die gesamte Gesellschaft miteinschließt. Wer nicht langsam darauf reagiert, wird in absehbarer Zeit den Anschluss verpasst haben. Die digitale Transformation ist in sich so dynamisch, dass eine ständige Beteiligung am Wandlungsprozess nötig ist, um dran zu bleiben. Wer noch von der Pike auf einsteigen will, muss schnell sein.

Welche Branchen spüren die Probleme deutlicher als andere?

Tim Hufermann: Die Finanzbranche beispielsweise: Es wird mit Gütern gehandelt, die in der breiten Masse immer noch viel mit Vertrauen zu tun haben. Studien zeigen, dass die meisten Menschen sich nach wie vor am liebsten vom Bankberater vor Ort betreuen lassen. Mit Online-Abschlüssen von Konten tun sich viele Kunden immer noch schwer. Dass die Akzeptanz neuer Technologien am Unternehmen liegt, beziehungsweise daran, wie man Anspruchsinhaber befähigt und begleitet und wie man digitale Neuerungen auch intern umsetzt und einbrieft, ist vielen nicht klar. Generell zeigt sich, dass sich mittelständische Unternehmen, insbesondere auch alteingesessene Familienbetriebe, oft schwer tun, sicher geglaubte Handelsprämissen zugunsten digitaler Ansätze umzuwerfen.

Welcher Typ Mitarbeiter ist jetzt gefragt?

Tim Hufermann: Digitale Transformation beschreibt einen stetigen Wandel – von einem anfänglich radikal wirkenden Umbruch bis hin zu kontinuierlicher Optimierung. Genau das müssen Mitarbeiter verkörpern. Das bedeutet ein hohes Maß an Flexibilität und Veränderungsbereitschaft. Da sich die Technologien stets weiterentwickeln, ist außerdem eine hohe Lernbereitschaft gefordert, um mit den wachsenden Anforderungen Schritt halten zu können. Wechselnde Gruppenkonstellationen sowie Ansprechpartner setzen eine besondere Anpassungs- und Teamfähigkeit voraus. Mitarbeiter müssen sich problemlos in neue Teams einarbeiten und an unterschiedliche Bedürfnisse anpassen können. Mal haben sie mehr mit Designer, mal mit IT-lern oder auch mit Finanzverantwortlichen zu tun. Die Ansprüche sind nicht selten gegensätzlich.

Welchen Stellenwert erfährt ein Digital Manager oder Chief Digital Officer in Unternehmen?

Tim Hufermann: Digital Manager bzw. CDOs sollten einen hohen Stellenwert genießen, werden aber oft nur stiefmütterlich behandelt. Meistens sind sie in der IT aufgehangen, was von der Organisationsstruktur her keinen Sinn macht. Eine Stabstelle oder Vorstand auf Konzernebene ist wesentlich sinnvoller. Allerdings scheitern die Pläne dann oft in der Umsetzung, wenn in den einzelnen Abteilungen noch Silodenke vorherrscht und niemand da ist, der das Thema auch versteht, implementiert und vorantreibt. Deswegen ist auch einen Wissensvermittlung an und eine Befähigung vom mittleren Management so wichtig.

Warum brauchen Unternehmen dann noch eine Agentur?

Tim Hufermann: Die Digitale Transformation in den eigenen Reihen durchzusetzen und begreifbar zu machen, ist oft nur durch externen Input möglich. Um eigene, nachhaltige Digital-Kompetenz zu entwickeln, empfiehlt sich eine Agentur, die die Prozesse anstößt und begleitet. Sie fungiert als Vorantreiber, als Befähiger, als externer Sparrings-Partner. Dabei agiert sie völlig losgelöst von internen Hemmschwellen und betrachtet das Unternehmen und ihre Prozesse fernab von Betriebsblindheit.

Herr Hufermann, vielen Dank für unser Gespräch.

Gewinnspiel zum INTERACTIVE COLOGNE Festival 2015

Die Leser von #DigiBuzz haben die Möglichkeit, eines von zwei Tickets für das INTERACTIVE COLOGNE Festival 2015 für die Veranstaltung am 10. und 11. Juni 2015 zu gewinnen. Einfach bis zum 9. Juni 2015 um 20:00 Uhr sowohl für den Newsletter anmelden als auch einen Tweet nach dem Motto „Ich möchte mit @DigiBuzz_de & @JUNGMUT ein Ticket zur #interactivecgn gewinnen http://digibuzz.de/tim-hufermann-jungmut-digital-manager-sollten-einen-hohen-stellenwert-geniessen“ absenden. Das Los entscheidet. Teilnahmeschluss ist der 9. Juni 2015 um 20:00 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Teilnehmer werden im den Fall des Gewinns direkt über Twitter informiert.

Am 8. und 9. Juni treffen sich die Entscheider der Energiewirtschaft in Berlin, um auf der Handelsblatt Tagung „Digitalisierung der Energiewirtschaft“ über die Digitale Transformation und ihre Auswirkungen auf Geschäftsprozesse und Wertschöpfungsketten zu diskutieren. Im Vorfeld unterhielt sich Mike Schnoor, Herausgeber und Chefredakteur von #DigiBuzz – Das Magazin für das Digital Business, mit Dr. Andreas Cerbe, Vorstandsmitglied der RheinEnergie AG, über die Potenziale der veränderten Marktsituation und den digitalen Wettbewerb.

Die Digitalisierung verändert Wirtschaft und Gesellschaft branchenübergreifend. Bitte erklären Sie, was die Digitale Transformation wirklich ausmacht?

Andreas Cerbe: Informationsbarrieren verschwinden, Menschen können in Sekundenschnelle Angebote vergleichen und daraus wählen, wir haben Generationen auf dem Weg in Arbeitswelt und Entscheiderpositionen, die sich nicht vorstellen können, dass es einmal keine Handys und Computer gab. „Was nicht digital ist, existiert nicht mehr.“ gilt in einigen Jahren auch für die wesentlichen Felder der Energiewirtschaft. Begegnen wir den Menschen nicht auf digitalen Plattformen, werden Sie uns nicht mehr wahrnehmen.

Nur wenige der deutschen Unternehmen geben an, die Digitalisierung umgesetzt zu haben. Warum wird dieser digitale Wandel für Unternehmen des Energiesektors wichtig?

Dr. Andreas Cerbe, Vorstandsmitglied der RheinEnergie AG, Quelle: RheinEnergie AG

Dr. Andreas Cerbe, Vorstandsmitglied der RheinEnergie AG, Quelle: RheinEnergie AG

Andreas Cerbe: Commodity-Unternehmen leben nicht vom Produkt, sondern von der Marke. Strom und Gas sind überall gleich, aber ich kaufe mit besserem Gewissen bei einem nachhaltigen Unternehmen. Also müssen wir unsere Marke auch digital erkennbar und erlebbar gestalten, indem wir auf digitalen Wegen kommunizieren und zum Dialog einladen. Wir müssen den Kunden Möglichkeiten schaffen, sich auf einfache Weise von unserer Kompetenz zu überzeugen, das schaffen wir auch durch einen umfassenden digitalen Auftritt, der direkte Kommunikation, Dialog, Information, konkrete Nutzenangebote und Service integriert.

Wie können Unternehmen neue digitale Fähigkeiten erlangen, um ihre Geschäftsmodelle zukunftsfähig zu gestalten?

Andreas Cerbe: Sie müssen lernen, neu zu denken, schneller zu denken, und sie müssen sich bewusst von mancher lieben alten Gewohnheit lösen. Anstatt die Kundenselbstablesekarte übersichtlicher zu gestalten, sollten sie Möglichkeiten schaffen, dass Kunden den Zählerstand per Klick aufs Smartphone übertragen können. Statt neue Infoblätter zum Stromsparen zu verfassen, sollten sie ihren Kunden via Smarthome die Verbrauchsspitzen senken. Den Geschäftskunden müssen wir die Prozesse erleichtern oder abnehmen, die für sie artfremd sind, aber nötig: Lastgangoptimierung, Betrieb von Energieanlagen und Netzen, das Ganze digital gesteuert und für den Kunden digital visualisiert.

Die Schaffung echter Kundenerlebnisse erfordert die Digitalisierung von Kernprozessen und das Aufbrechen der alten Silos. Warum tun sich Unternehmen damit überhaupt so schwer, obwohl die Gesellschaft digital aktiv ist?

Andreas Cerbe: Es ist eine Sache, statt Fernsehen Netflix zu nutzen, die private Fotosammlung via Cloud jederzeit im Zugriff zu haben oder über Streaming Zugriff auf 18 Millionen Songtitel zu haben. Es ist eine andere, Kunden für Themen und Produkte zu begeistern, die sie als selbstverständlich ansehen, und die sie meist nur dann interessieren, wenn die Lieferung ausfällt oder es teurer wird. Selbst wenn Unternehmen digital aktiv werden, müssen sie erst herausfinden, mit welchen Mitteln sie die Kunden für sich interessieren können. Das ist eine komplexe und langwierige Aufgabe. Ein gut gestalteter und komfortabler Onlineservice ist der erste Schritt auf diesem Weg, eine Erlebniswelt mit per Mausklick anpassbaren Produkten der zweite und ein digitales Angebot für mehr Lebensqualität wie Smarthome der dritte Schritt.

Wie wirkt sich die Digitalisierung als kultureller Wandel auf Mitarbeiter und deren Angehörige aus – und wie sollte dies in der Digitalen Transformation des Energiesektors berücksichtigt werden?

Andreas Cerbe: Kultureller Wandel verursacht zunächst immer Ängste und Befürchtungen, dass man etwas verlieren könnte. Das macht jede Form von Transformation anspruchsvoll. Die digitale Transformation des Energiesektors darf bei der Technik keine Experimente oder Spielfelder zulassen, dafür ist sie für das Funktionieren einer Leistungs- und Industriegesellschaft viel zu wichtig. Der Wandel muss aus dem Unternehmen heraus erfolgen und ganz traditionell analog beginnen, über direkte Kommunikation, über Einbindung und über das gemeinsame Suchen nach den besten Ideen. Wer als Mitarbeiter merkt, dass er eine Chance hat, in seinem Arbeitsfeld Beiträge zu leisten, etwa anstelle der alten Energieberatung eine mobil abrufbare Vergleichsdatenbank für Energieverbräuche von Wohnungen zu entwickeln und anschließend mit Produkten zu hinterlegen: Der wird sich an die Spitze der Bewegung stellen. Initiieren können wir das aber nur im echten Dialog im Unternehmen, und wir müssen den Mitarbeitern alle Möglichkeiten geben, selbst die digitale Welt zu erproben und zu erleben.

Herr Cerbe, ich bedanke mich bei Ihnen für das Interview.

Digitalisierung stellt die Energiewirtschaft vor gewaltige Veränderungen. Geschäftsprozesse, Strukturen und Wertschöpfungsketten gilt es künftig neu zu bewerten. Am 8. und 9. Juni 2015 widmet sich die Handelsblatt Tagung in Berlin der „Digitalisierung der Energiewirtschaft„. Aus diesem Anlass sprach Mike Schnoor, Herausgeber und Chefredakteur von #DigiBuzz – Das Magazin für das Digital Business, mit Carl-Ernst Giesting, Vorstandsvorsitzender der RWE Vertrieb AG, über die Herausforderungen für den Energiesektor durch die Digitale Transformation und wie sich eine ganze Branche einem modernen Wettbewerb stellen kann.

Die Digitalisierung verändert Wirtschaft und Gesellschaft branchenübergreifend. Bitte erklären Sie, was die Digitale Transformation wirklich ausmacht?

Carl-Ernst Giesting: Die digitale Transformation verändert Struktur und Wertschöpfungskette aller Unternehmen und Branchen. Sie ist weder eine Modeerscheinung noch irgendeine im Trend liegende Bezeichnung, um die steigenden Investitionen in die Bereiche Social und Mobile zu beschreiben. Die digitale Transformation ist viel mehr als das: sie verändert Märkte und Unternehmen von innen heraus. Sie stellt die klassische Kunden-Lieferanten-Beziehung nahezu auf den Kopf und revolutioniert branchenübergreifend alle Geschäftsmodelle. Für Unternehmen bedeutet dies, sich ganz selbstverständlich auf strategischer Ebene mit modernen Märkten, Lebens- und Arbeitswelten auseinander zu setzen und somit selbst eine Transformation hin zu neuen, digitalen Geschäftsmodellen zu vollziehen. Das beginnt bei der Interaktion mit Kunden, mit dem Ziel neue Nutzerwartungen zu erfüllen, beeinflusst operative Geschäftsprozesse fundamental und schließt die Mitarbeiter eines Unternehmens und dessen Unternehmenskultur ebenso ein.

Digitale Transformation ist die Ausrichtung von Prozessen, Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen an den Bedingungen einer vollständig vernetzten digitalen Welt. Sie schließt primär ökonomische, aber auch soziale, politische und gesamtgesellschaftliche
Wandlungsprozesse ein.

Zusammengefasst stellt die digitale Transformation Unternehmen, aber auch die Gesellschaft vor enorme Herausforderungen, nach dem Motto „Adapt or die“! Unternehmen sind gezwungen, ihre Geschäftsmodelle teilweise radikal zu verändern, ihre Prozesse, vor allem die auf den Kunden ausgerichteten, zu erneuern, ihre IT-Architekturen zu flexibilisieren, ihre IT-Landschaften anzupassen und ihre digitalen Kommunikationsmittel und -wege zum und vom Kunden drastisch auszubauen.

Nur wenige der deutschen Unternehmen geben an, die Digitalisierung umgesetzt zu haben. Warum wird dieser digitale Wandel für Unternehmen des Energiesektors wichtig?

Carl-Ernst Giesting, Vorstandsvorsitzender der RWE Vertrieb AG, Quelle:  RWE Vertrieb AG.

Carl-Ernst Giesting, Vorstandsvorsitzender der RWE Vertrieb AG, Quelle: RWE Vertrieb AG.

Carl-Ernst Giesting: Der digitale Wandel bringt für den Energiesektor neue Chancen, aber auch neuen Wettbewerb. Für unsere Branche ist die Digitalisierung alternativlos und führt zu Steigerung der Effizienz, der Zukunftsfähigkeit und der Wettbewerbsfähigkeit. In der nahen Vergangenheit beschränkte sich der Kundenkontakt zum Energieversorger zumeist auf die jährliche Stromrechnung und das Übermitteln der Zählerstände. Unser Ziel muss es sein, nicht nur die Anzahl der Kontakte zu erhöhen, sondern vor allem die Art und Weise der Kundenkommunikation zu verändern. Ein klassisches Beispiel liefert hier die Finanzbranche, der monatliche Kontoauszug ist längst nicht mehr der einzige Kontaktpunkt einer Bank mit seinem Kunden. Usability und Funktionalitäten eines Online-Banking-Tools sind heute ein maßgeblicher Faktor bei der Wahl des Finanzinstituts. Wenn man dies auf die Energie-branche überträgt, sind genau das neue Chancen sich im Markt neu zu positionieren. Außerdem, wer intelligente, innovative Produkte, wie z.B. Smart Home, anbietet, braucht eben auch intelligente, digitale Services – das muss Hand in Hand gehen.

Last but not least ist die Veränderung und stärkere Vernetzung für die klassischen Energieversorger umso notwendiger, je stärker sich auch globale Konzerne wie Google, Amazon oder Apple im Energiesektor betätigen.

Hinzu kommt, dass viele unserer Kunden es heute schon gewohnt sind, digitale Medien in vielen Lebens¬bereichen zu nutzen. Am liebsten personalisiert „any time, anywhere, any device“. Diese Entwicklung wird sich in den nächsten Jahren weiter verstärken und die Branche muss sich an den veränderten Kundenbedürfnissen orientieren. Die Chance für die Energiebranche liegt eben darin, dass neben dem heutigen Kerngeschäft sich durch die digitale Transformation weitere wesentliche Handlungsfelder und Potenziale mit Blick auf den sich entwickelnden Energiemarkt („Energiewende“) und den daraus resultier¬enden Anforderungen ergeben. Wir verkaufen online heute schon Commodity und Energy+ Produkte in großen Mengen, wir bieten unseren Kunden eServices und Transparenz über unsere Prozesse. Das ist essentiell, neben einer starken Marke und der Kraft des großen Unternehmens, um weiter bestehen zu können.

Wie können Unternehmen neue digitale Fähigkeiten erlangen, um ihre Geschäftsmodelle zukunftsfähig zu gestalten?

Carl-Ernst Giesting: Bis ein eher traditionelles Unternehmen digitale Fähigkeiten erlangt hat, das geht nicht von heute auf morgen, sondern bedarf seiner Zeit. Digitale Transformation beginnt, wie vorher bereits erwähnt, bei der Interaktion mit Kunden, beeinflusst operative Geschäftsprozesse fundamental und schließt die Mitarbeiter eines Unternehmens und dessen Unternehmens-kultur ebenso ein. Welche Schwerpunkte die einzelnen Unternehmen legen, ist vom Status des Unternehmens abhängig. Viele große Unternehmen haben ein großes To Do in Sachen „Kultur und Wandel“ und schlankere Prozesse. Ein wesentlicher Punkt ist allerdings, dass man alle Mitarbeiter im Unternehmen mitnimmt und für das Thema begeistert. Ziel muss dabei der Aufbau einer transformationsfreundlichen Unternehmenskultur sowie der dazu notwendige Top-Management-Support sein. Als Grundvoraussetzung ist darüber hinaus ein organisationsweiter Erwerb von Basiswissen zu relevanten digitalen Technologien und Konzepten erforderlich. Im Vordergrund muss bei all dem immer eine marktzentrierte Entwicklung digitaler Prozesse, Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle stehen.

Gewinner werden dann die Unternehmen sein, deren Angebote, Produkte und Dienst-leistungen sich an den Bedürfnissen ihrer Kunden orientieren und sich gleichzeitig auf ihre Kernkompetenzen berufen. Diese Kombination bietet den Kunden alles, was Sie brauchen und noch einiges, an das sie noch gar nicht gedacht haben.

Allerdings sage ich, dass man das man das Rad auch nicht neu erfinden muss: Unsere Ländergesellschaften haben vieles, was andere Gesellschaften nicht haben. Man kann von großen anderen Unternehmen und Branchen lernen, die zuvor schon die digitale Transformation gemeistert haben, wir können von disruptiven Wettbewerbern lernen, von Google, Amazon u.a.. Hier hilft es ein gutes Netzwerk aufzubauen, Best-Practice-Transfer zu gewährleisten und voneinander zu lernen.

Die Schaffung echter Kundenerlebnisse erfordert die Digitalisierung von Kernprozessen und das Aufbrechen der alten Silos. Warum tun sich Unternehmen damit überhaupt so schwer, obwohl die Gesellschaft digital aktiv ist?

Carl-Ernst Giesting: Das Aufbrechen von Silos, die digitale Transformation in die Unternehmenskultur bis in die letzten Organisationseinheiten hinein braucht, wie gesagt, seine Zeit. Unglücklicherweise lassen sich nämlich diese agilen und innovativen Geschäftsmodelle nicht so einfach auf traditionell geprägte und weniger flexible Unternehmensstrukturen übertragen. Hinzu kommt, dass z.B. die gewachsenen Strukturen einiger Energieversorger und deren starre IT-Prozesse teilweise das Sammeln und Auswerten großer Datenvolumina behindern, was für die Digitalisierung unumgänglich ist.

Ein echtes Kundenerlebnis ist Omni-Channel, beginnt bei den ersten Berührungspunkten mit der Marke bis hin zu den tiefsten Prozessen intern. Hier muss alles klappen. Der Kunde unterscheidet nicht zwischen Organisationseinheiten und Zuständigkeiten. Für ihn muss vor dem Vorhang alles aus einem Guss sein. Unser Ziel ist es kundenzentrierter, dynamischer, personalisierter und intern synchronisierter zu arbeiten, um dem Kunden ein ganzheitliches (omni-channel) Erlebnis zu bieten und gestalten. Ein großes To Do „hinter dem Vorhang“ ist dabei der Aufbau flexibler, intelligenter Technologien; die Sammlung, Verarbeitung und Nutzung von Daten (Stichwort Big Data und Data Mining); kundenspezifische Angebotslegung und ein exzellentes eService Erlebnis.

Wie wirkt sich die Digitalisierung als kultureller Wandel auf Mitarbeiter und deren Angehörige aus – und wie sollte dies in der Digitalen Transformation des Energiesektors berücksichtigt werden?

Carl-Ernst Giesting: Wie bereits erwähnt ist der kulturelle Wandel essentiell für die digitale Transformation, da diese nicht nur eine Modeerscheinung oder ein Hype ist. Nein, die digitale Transformation ist so etwas wie die 4. Revolution.

Für die Energieversorger bedeutet dies die Etablierung einer digitalen Kultur: digitale Geschäftsprozesse, Innovationen und Angeboten müssen in den Unternehmens-DNA übergehen; alle Mitarbeiter müssen die Chance haben den neuen Weg mitzugehen. Diese müssen wir anfassbar, nutzbar und erlebbar machen intern wie extern. Digitale Talente müssen entwickelt und Netzwerk von Experten und Partnern geschaffen werden.

Herr Giesting, ich danke Ihnen herzlich für das Gespräch.

Carsten Fichtelmann, Tanja Emmerling und Jörg Binnenbrücker (v.l.n.r.) stehen auf dem ADVANCE Day den Startups und Gründern mit Rat und Tat zur Seite. Quelle: Unternehmen

Am heutigen Mittwoch trifft sich die Gründerszene aus NRW auf dem ADVANCE Day in Köln. Die Startup-Konferenz soll eine Anlaufstelle für junge Gründer bieten, damit sie sich von erfahrenen Unternehmern beraten lassen. Als offizieller Medienpartner sprach Mike Schnoor für #DigiBuzz – Das Magazin für das Digital Business mit Carsten Fichtelmann (CEO von Daedalic Entertainment), Dr. Tanja Emmerling (Investment Manager beim High-Tech Gründerfonds) und Jörg Binnenbrücker (Managing Partner bei Capnamic Ventures) über die Gründerkultur, ihre Erwartungen an die Veranstaltung und einige Tipps, auf die junge Unternehmer achten sollten.

Wie kann man sich Synergieeffekte zwischen einem klassischen Industrie-Unternehmen und einem kleinen, jungen Startup vorstellen?

Tanja Emmerling: Synergie-Effekte können für das Startup entstehen, wenn das Industrieunternehmen einen echten Value Add für das Startup bieten kann. Das kann der Zugang zu Kunden oder der Zugang zu Fulfillment-Strukturen sein. Andersherum kann das Startup den Zugang zu neuen Kundengruppen ermöglichen, durch neue Angebote die Kundenbindung erhöhen oder einen Upsell generieren. Auch wenn es viele Anknüpfungspunkte zwischen Startups und Industrieunternehmen gibt, können nicht immer Synergien geschaffen werden. Manchmal können die Konzernanforderungen und Richtlinien die Entwicklung eines Startups behindern. Das Industrieunternehmen muss dann erste erfolgreich funktionierende Verfahrensweisen „verlernen“, um sich auf die neuen Ansätze im Startup einlassen zu können.

Carsten Fichtelmann: Das dürfte es doch zuhauf in Deutschland geben. Manche Prozesse und Aufgaben kann man in einer kleinen Infrastruktur, wo es kurze Wege, schnelle Abstimmungsprozesse und ein hohes Maß an Effizienz und Kreativität gibt, besser lösen. Davon profitieren dann klassische Industrie-Unternehmen.

Jörg Binnenbrücker: Klassische Industrie-Unternehmen verfügen über enorme Ressourcen insbesondere an Kapital, sind dafür aber aufgrund ihrer massiven Größe recht schwerfällig. Startups sind der Old Economy gerade in den Bereichen Innovationsfähigkeit, Tempo und Unternehmenskultur oft um Längen voraus, wobei es ihnen häufig an Cash mangelt. Die Synergieeffekte zwischen Old und New Economy liegen also auf der Hand: Multipliziere Geld mit Dynamik.

Hat die Politik in Deutschland den Trend zur Startup-Ökonomie verpasst?

Carsten Fichtelmann: Nicht komplett, aber ein großer Teil der Politik ist halt über Netzwerke mit der alten Industrie verbrüdert. Da ist es dann einfach und teilweise auch opportun, disruptive Entwicklungen zu verhindern oder zu verlangsamen.

Tanja Emmerling: Es ist noch viel zu tun. Das Image von Unternehmern muss deutlich verbessert werden. Grundfähigkeiten von unternehmerischem Handeln oder das Erlernen z. B. einer Programmiersprache muss in die Bildungspläne integriert werden. Scheitern muss voll akzeptiert sein und als Potenzial anerkannt werden. Patente und gute Erfindungen reichen nicht aus. Talente müssen auch die Macherfähigkeiten mitbringen, ihre Ideen umzusetzen.

Jörg Binnenbrücker: Aktuell sieht man zunehmend Bemühungen der Politik sich für die Startup Ökonomie stark zu machen. Frau Merkel besucht regelmäßig Startups und Herr Lindners Plädoyer des Scheiterns macht ihn fast zum YouTube-Star. Ob reine PR-Maßnahme, um dem eigenen Profil mehr Dynamik zu verpassen, ja oder nein – jede Aktivität im Bereich Start-ups bringt Deutschland nach vorne und ist nie zu spät.

Carsten Fichtelmann, Tanja Emmerling und Jörg Binnenbrücker (v.l.n.r.) stehen auf dem ADVANCE Day den Startups und Gründern mit Rat und Tat zur Seite. Quelle: Unternehmen

Carsten Fichtelmann, Tanja Emmerling und Jörg Binnenbrücker (v.l.n.r.) stehen auf dem ADVANCE Day den Startups und Gründern mit Rat und Tat zur Seite. Quelle: Unternehmen

Welche Form des Marketings und der Kommunikation ist ihrer Meinung nach der entscheidende Hebel für die Bekanntheit von Startups?

Tanja Emmerling: Das hängt entscheidend vom Geschäftsmodell ab.

Carsten Fichtelmann: Auf jeden Fall die eigene Kommunikation ohne Agenturen. Messages und Maßnahmen müssen keinem dicken Compliance Katalog folgen. Das sollten Startups auch massiv nutzen.

Jörg Binnenbrücker: Diese Frage ist nicht ultimativ zu beantworten, da die verschiedenen Marketing-Kanäle in Abhängigkeit des Geschäftsmodells sehr unterschiedlich performen.

Wie wichtig sind Veranstaltungen wie der ADVANCE Day für die Branche?

Jörg Binnenbrücker: Sehr wichtig, da sie unser Netzwerk ständig erweitern und stärken. Unsere Branche ist in Deutschland noch sehr jung und vieles findet über den direkten Kontakt statt. Veranstaltungen wie der ADVANCE Day bieten uns eine gute Plattform für den direkten Austausch untereinander. Neben Top-Speakern und spitzen Programm ist mir keine derartige Veranstaltung bekannt, die mit unverbautem Domblick dieser Art daherkommt. Für mich als Kölner ist das natürlich das höchste der Jeföhle.

Carsten Fichtelmann: Vernetzung und Wissenstransfer waren immer wichtig und werden immer wichtiger. Die Räder drehen sich einfach schneller heutzutage.

Tanja Emmerling: Sehr wichtig, um Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen – und der besondere Fokus auf die Schnittstelle zwischen Content und Technologie.

Welchen Tipp geben Sie Gründern mit auf den Weg?

Carsten Fichtelmann: Geld sparen, immer mit dem Schlimmsten rechnen und so lange es irgendwie geht durchhalten.

Tanja Emmerling: So früh wie möglich Kundenfeedback einholen und auch bei der Wahl des Investors eine Due Diligence machen.

Jörg Binnenbrücker: Frei nach Jedi-Meister Yoda: „Do or do not. There is no try.” Diese Weisheit hängt in unserem Pitching-Room und bringt das Fundament sehr guter Gründer auf den Punkt: 100 Prozent Glaube und Einsatz an bzw. für das eigene Modell – immer und überall. Halbgare Versuche sind meiner Meinung nach spätestens mittelbar zum Scheitern verurteilt.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal zu einem Kaffee oder auf ein Bier verabreden?

Jörg Binnenbrücker: Auf ein Kölsch mit MJ – obwohl er gar nicht trinkt, in der Hoffnung, beim anschließenden 1-gegen-1 auch nur einmal den Ball zu berühren.

Carsten Fichtelmann: Kaffee und eventuell sogar eine Menthol-Zigarette mit Helmut Schmidt – obwohl ich gar nicht rauche – das wäre interessant.

Heute erblickt das neue Startup „Community Life“ das Licht der Welt. Gegründet von Dr. Claudia Lang und Stefan Keck sollen Nutzer ihre Absicherung selber in die Hand nehmen können. Das Herzstück des Startups bildet eine Online-Community, über die sich Verbraucher zu Lebensversicherungen informieren und gegenseitig austauschen sowie Versicherungslösungen direkt abschließen und eigenständig verwalten können. Als Zielsetzung von Community Life sollen Versicherungen einfach gemacht werden: Fair, transparent und social – nach diesem Prinzip, sollen künftig Absicherungslösungen und Services für Verbraucher entwickelt werden. Dafür bringen beide Gründer über 20 Jahre Erfahrung im Management von deutschen und internationalen Lebensversicherern in ihr Startup. Gemeinsam mit einem Team von rund zehn Versicherungsexperten arbeiten sie daran, Versicherung zu verändern.

Zum Start des neuen Portals sprach #DigiBuzz – Das Magazin für das Digital Business mit Gründerin Dr. Claudia Lang über die Geschäftsidee, wie Verbraucher zur Nutzung des Angebot motiviert werden können und wie ein Versicherungsanbieter im Netz Vertrauen aufbauen kann.

Dr. Claudia Lang, Gründerin von Community Life. Quelle: Unternehmen.

Dr. Claudia Lang, Gründerin von Community Life. Quelle: Unternehmen.

Welche Probleme löst Ihr Start-up und was macht die Geschäftsidee einzigartig?

Dr. Claudia Lang: Im Digitalzeitalter müssen Versicherungen den Umgang mit Kunden komplett verändern. Wir haben von Anfang an aus dieser Perspektive gedacht. Das heißt beispielsweise: Der Kunde will sich selbst informieren und soll alle Informationen verstehen, die er von uns bekommt. Dafür haben wir mit dem gefürchteten Versicherungskauderwelsch aufgeräumt und die Vertragsunterlagen in verständlicher Alltagssprache formuliert. Weiter kann man bei uns einen Vertrag direkt online abschließen. Die dafür erforderliche Gesundheitsprüfung funktioniert in den meisten Fällen komplett online. Dafür setzen wir ein spezielles Expertensystem ein, das dem Kunden automatisch die richtigen Fragen stellt. In der Berufsunfähigkeitsversicherung sind wir damit unseres Wissens die ersten in Deutschland. In der Risikolebensversicherung gibt es nur ganz wenige Anbieter, die Vergleichbares bieten. Neben unserem Website-Angebot sind wir für unsere Kunden auch persönlich da. Wir unterstützen sie per Telefon, E-Mail und Live-Chat. Und wir bieten ein Hilfeforum, in dem sich Kunden mit der Community austauschen und Verbesserungen vorschlagen können. Herzstück unseres Systems ist „Mein Bereich“. Dort finden Kunden ihre Verträge, Versicherungsunterlagen und alle Daten, die sie bei Community Life angegeben haben. Wir bieten also komplette Transparenz.

Und wie würden Sie die Geschäftsidee in einem Satz beschreiben?

Dr. Claudia Lang: Bei uns können sich Kunden bequem selbst und ohne Berater vernünftig versichern. Und falls sie doch einen Menschen sprechen wollen, ist er nur ein Klick entfernt.

Community Life - Versicherungsangebote und -beratung mit Community-Feeling

Community Life – Versicherungsangebote und -beratung mit Community-Feeling

Viele Verbraucher beschäftigen sich aber nicht gern mit dem Thema Versicherung – normalerweise heißt es „Versicherungen werden verkauft, nicht gekauft.“ Ihr Konzept setzt darauf, dass Kunden von sich aus kaufen. Wie möchten Sie sie dazu motivieren?

Dr. Claudia Lang: Dieser Satz gilt heute so nicht mehr. Er stammt aus der Zeit, als ein normaler Kunde einfach keine Chance hatte, sich sinnvoll mit dem Thema zu beschäftigen. Man will ja nicht erst zum Fachexperten werden, bevor man einen Vertrag beurteilen kann. Und Menschen wissen heute, dass sie selbst vorsorgen müssen. Der Staat zieht sich immer mehr zurück.

Es gab aber schon immer Kunden, die ihre Absicherung gern selbst organisieren. Und es werden immer mehr. Wer gern selbst die Fäden in der Hand behält, hat jetzt die Möglichkeit: Wir machen es ihnen so einfach wie möglich.

Wie wollen Sie das Vertrauen der Kunden gewinnen?

Dr. Claudia Lang: Vertrauen ist das A und O für Versicherungen. Als neuer Anbieter mit einem neuen Konzept müssen wir uns dieses Vertrauen erst einmal verdienen.

Wir arbeiten natürlich daran, dass unsere Marke bei Internetnutzern bekannt wird. Wenn sich dann jemand mit unseren Produkten auseinandersetzt, geht der Rest fast von selbst. Viele Regelungen in unseren Verträgen sind besonders verbraucherfreundlich. Beispielsweise unser Festpreis, den kaum andere Anbieter zusagen: Unsere Versicherungsbeiträge bleiben über die Laufzeit stabil. Kunden bekommen also Planungssicherheit und sind vor Preissteigerungen sicher.
Unser Ziel ist, dass unsere Kunden möglichst viele positive Erlebnisse mit Community Life haben, und wir hoffen, dass sich dies dann herumspricht.

Welche Versicherung passt zu mir? Nutzer können mit einem einfachen Test ihren Versicherungsbedarf analysieren.

Welche Versicherung passt zu mir? Nutzer können mit einem einfachen Test ihren Versicherungsbedarf analysieren.

Welche Versicherungen haben Sie selbst abgeschlossen?

Dr. Claudia Lang: Ich habe seit zehn Jahren eine Risikolebensversicherung inklusive Darlehensabsicherung. Das bedeutet, dass die Versicherungssumme an den Darlehenswert unseres Hauses gekoppelt ist. Das war mir sehr wichtig, damit meine Kinder im Falle meines Todes eine schuldenfreie Immobilie bekommen.
Außerdem habe ich mich gegen schwere Krankheiten abgesichert. Diese Absicherung zahlt mir eine einmalige Summe aus, wenn eine versicherte schwere Krankheit bei mir eingetreten ist. Ein solches Angebot könnte möglicherweise auch für unsere Kunden interessant sein. Kunden können übrigens zukünftig über den Ideenpool auf unserer Plattform Wünsche und Vorschläge äußern, die wir in neue Produktideen einfließen lassen.

Frau Lang, herzlichen Dank für unser Gespräch.

Google Chromecast wird als notwendige Evolution in der Medienwelt verstanden, damit vor allem junge Zuschauer und Nutzer der digitalen Mediatheken zurück zum primären Fernsehbildschirm geführt werden. Bereits zur Markteinführung in Deutschland teilte das ZDF mit, man wolle das neue Hardware-Angebot des Suchmaschinengiganten prüfen, um die eigenen Digitalangebote auf den Fernsehbildschirm zurückzuspielen.

Jetzt lässt sich die ZDF-Mediathek ganz offiziell mit Google Chromecast nutzen. Zuvor konnten Nutzer nur diesen Weg über Apps von Drittanbietern gehen. Neben dem ZDF unterstützen bereits Arte, Clipfish und Maxdome die Übertragung zu Google Chromecast, andere Bewegtbildanbieter planen mitzuziehen. Für Sky und Netflix wird erwartet, dass sie ebenfalls Google Chromecast unterstützen. Nur Amazon scheint sich aufgrund der Konstellation mit dem zu Chromecast inkompatiblen Microsoft Silverlight Plugin, über das das Filmangebot von „Amazon Prime Instant“ abgespielt wird, und dank der bevorstehenden Markteinführung der eigenen „Fire TV“-Streaming-Box mit einer Entscheidung für mehr Nutzerkomfort zu hadern.

Zum Start der überarbeiteten App zur Nutzung der ZDF-Mediathek sprach #DigiBuzz – Das Magazin für das Digital Business dazu mit Holger Meier, in der Hauptredaktion Neue Medien (Entwicklung und Strategie) verantwortlich für die Entwicklung der mobilen Angebote.

Holger Meier. Foto: ZDF

Holger Meier. Foto: ZDF

Herr Meier, die deutschen Fernsehsender zeigen sich bislang noch zurückhaltend, wenn es um eine Chromecast-Unterstützung für ihre Mediatheken geht. Was hat das ZDF dazu bewogen, seit heute Google Chromecast selbst in der Mediathek zu unterstützen?

Holger Meier: Die Chromecast-Erweiterung ist eine sinnvolle Ergänzung innerhalb der immer größer werdenden Android-Nutzergemeinde. Das Streamen von Inhalten auf TV-Geräte finden wir naturgemäß gut – und es funktionierte ja schon vorher mit iOS-Geräten auf Basis von Airplay. Deshalb ist es natürlich richtig, über den Chromecast-Weg auch unseren Android–Nutzern diese Funktion zu ermöglichen. Die Chromecast-Unterstützung findet sich übrigens in beiden Apps: ZDFmediathek und ZDFheute.

Laut einiger Medienberichte sollte die Unterstützung ursprünglich bereits zu Ostern verfügbar sein. Was hat den Prozess in die Länge gezogen?

Holger Meier: Die Verschiebung hat zum einen mit Priorisierung zu tun. Die Vorbereitung der Mediatheks-App auf die WM war sehr wichtig und aufwändig. Da unsere Kollegen damit gut zu tun hatten, ist Chromecast in der Prio-Liste nach hinten gerutscht. Aber der Erfolg hat uns ja hier Recht gegeben. Außerdem ist es wie in vielen Projekten: aus den anfänglichen „paar Zeilen Code“, die es angeblich für die Integration braucht, sind etwas mehr geworden.

Werden eigentlich alle Inhalte der ZDF-Mediathek für die Übertragung mit Chromecast freigeschaltet oder gibt es Einschränkungen?

Holger Meier: Es gibt keine Einschränkungen, bei der Airplay-Nutzung haben wir auch keine.

Der Fernsehbildschirm wird mittels Chromecast für ein klassisches Second Screen Erlebnis mit Inhalten aus der eigenen Mediathek verwendet. Wie verändert sich künftig das Selbstverständnis des ZDF als TV-Sendeanstalt?

Holger Meier: Am Grundverständnis ändert sich nichts, das ZDF ist und bleibt Anbieter von hochwertigem Bewegtbild. Dass Fernsehen nicht mehr unbedingt ein TV-Gerät braucht, wissen wir. Deshalb sind ZDF-Inhalte auch auf allen relevanten Geräteplattformen zu empfangen.

Bislang wird die Nutzung der Inhalte aus Mediatheken nicht für die Einschaltquote berücksichtigt. Wäre es denn nicht an der Zeit, ein neues Messverfahren einzuführen, dass der Vielzahl an digitalen Möglichkeiten wie Smart-TVs, Mediatheken, Apps und Streams gerecht wird?

Holger Meier: Das Verfahren gibt es im Grundsatz schon und wird von allen TV-Senden unterstützt und fortentwickelt.

Herr Meier, vielen Dank für das Gespräch!

Bewegtbild bleibt auch im Digitalzeitalter ein wichtiges Thema für Produktionshäuser. Sämtliche Marktzahlen zur Mediennutzung und über das Werbepotenzial mit Video-Ads sprechen für diesen inhaltegetriebenen Industriezweig der Digitalen Wirtschaft. Welche Potenziale muss die Contentindustrie nutzen? Worin bestehen die Chancen der veränderten Wertschöpfungsketten? Welche Rolle wird die Sichtbarkeit von Online-Videos spielen?

Kurz vor dem King Content Day in Köln, auf dem sich am 14. August 2014 die Contentindustrie über aktuelle Entwicklungen und zukünftige Trends austauschen wird, sprach #DigiBuzz – Das Magazin für das Digital Business über diese und weitere Fragen mit Hakan Acarel, Online Producer UFA LAB, einem Content Labor für digitale Medien und zugleich Plattform für die digitale Entertainmentbranche.
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YouTube begeistert nicht nur die Massen, sondern zieht junge Zuschauer magisch in seinen Bann. Anstatt sich als Couch-Potato vor dem Fernseher berieseln zu lassen, durchforsten sie die YouTube-Kanäle nach passenden Inhalten. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen YouTube-Stars, deren Inhalte das Potenzial besitzen, von anfangs einigen Tausend Zuschauern auf ein Millionenpublikum zu wachsen. Einer von ihnen ist Julian „Julez“ Weissbach, der nach einer langen Zeit als Teil der Mediakraft-Produktion „Ponk“ seit einigen Monaten mit „Julez Welt“ seinen eigenen YouTube-Kanal unterhält. Julian „Julez“ Weissbach wird am 14. August 2014 im Rahmen des King Content Day in Köln aus seiner Sicht über die Medien- und Digitalbranche referieren. Als Medienpartner der Veranstaltung unterhielt sich #DigiBuzz – Das Magazin für das Digital Business mit dem jungen Macher, der an jedem Dienstag und Freitag seine Fans mit neuen Folge versorgt, über seinen Werdegang und wie es sich anfühlt, ein YouTube-Star zu sein.
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