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Mit ganzen $280 Millionen soll CBS die Social Community Last.FM übernommen haben. Die Summe wird durch einen Bericht in der LA Times bestätigt. Die Summe selbst ist natürlich ein stolzer Triumph und ein Beweis für die drei Gründer Felix Miller, Martin Stiksel und Richard Jones – und natürlich ihres gesamten Teams. Persönlich hatte ich mich bisher noch nicht für das Angebot von Last.FM interessiert, man muss ja nicht alles sofort mitmachen, dennoch werde ich in einer ruhigen Minute mal ein wenig in Last.FM reinschnuppern. Das hat das Prädikat der Meldung des Tages! ;)

Es ist noch nicht einmal Ende des Monats, und schon heißt es „Zahltag„. Google schluckt Feedburner laut der Gerüchteküche mit $100 Millionen. Damit ist der Verwaltungsdienst für RSS Feeds wie viele andere Unternehmen und Dienstleister rund um das Thema Web 2.0 vom größten Datensammler der Neuzeit einverleibt worden.

Natürlich freue ich mich für die Menschen hinter Feedburner, dass aus dem Unternehmen ein großer Profit geschlagen wurde. Jedoch habe ich meine Bedenken hinsichtlich dessen, was auf alle zukommt, die Feedburner in ihren Blogs zum Branding der Feeds und zur Steigerung der allgemeinen Kompatibilität der Feeds nutzen. Im offiziellen Blog liest man jedoch noch nichts zu dem Thema…

Im jüngsten Fall der freundlichen Übernahme eines Unternehmens – ProSiebenSat.1 greift nach MyVideo – zeigen sich weitere Stimmen auf: Die einen sehen Sevenload als Gewinner des Spektakels, andere meinen wiederum, dass Myvideo an die Spitze kommt. Selbst Ibrahim Evsan, Geschäftsführer von Sevenload, wünscht dem ganzen ein gutes Gelingen und kündigt noch einen Schlag oben drauf an. Wie dem auch sei, zumindest auf internationaler Ebene gab man ProSiebenSat.1 den Tipp, gefälligst Sevenload aufgrund des ähnlichen Namens zu bevorzugen. Awer wat den Buurn nix smeckt, dat will er nich!

Und warum Zahlenbeispiele nichts weiter als Schwindel sind ist einfach erklärt: Ohne eine offizielle Messung wie beispielsweise ein Nielsen Netranking oder IVW glaube ich gar nichts. Hier beim MikeSchnoor.com haben wir zwei Milliarden Zugriffe am Tag – schließlich sind wir die unumstrittene Nummer Eins!

Doch wer sich gerne einmal durch die Profile der MyVideo Nutzer klickt, merkt schnell, dass so einige der Profile nur einmal eingeloggt waren und keine Aktivitäten laut deren Statistik ausgaben. Mit Zahlen kann ich spielen, aber wenn keine echten User dahinter stehen, dann hege ich meine Zweifel an der Richtigkeit. Aber das ist natürlich nur meine Auffassung vom Ganzen.

Nach RTL hat jetzt auch ProSiebenSat.1 eigenen „YouTube“-Klon“ – so titelte gestern das Medienmagazin DWDL. Zwar ist es mittlerweile nichts neues, dass Unternehmen sich miteinander und untereinander aneinander beteiligen. Doch gerade die Tatsache, dass ein Medienunternehmen des Fernsehmarktes sich ein Internetunternehmen einverleibt, um damit mehr Medieninhalte zu generieren, eine Community aufzubauen, und so sein etabliertes Marktsegment zu festigen und gleichzeitig in einen neuen Markt einzutreten – das ist relativ frisch und noch nicht sehr oft in der deutschen Medienlandschaft passiert.

Die Samwer Brüder haben somit bewiesen, dass nur allein ihr Name das Geld auf den Tisch gebracht hat. Dieser Deal, welcher bestimmt die eine oder andere Million auf ihr Konto gebracht hat, ist einerseits beneidendswert, aber andererseits nur eine Farce in der Entwicklung des Internets.

In der Blogosphäre kursieren ebenfalls schon seit gestern entsprechende Meldungen, und wie beispielsweise eine recht interessante Diskussion bei Gugelproductions bestätigt, ist dies wieder nur ein weiteres Zeichen dafür, dass die „Jamba“ Brüder Samwer einen erneuten Deal mit MyVideo eingefädelt hatten. Mehr auch nicht! Doch auch diese Diskussion zeigt, dass eine Übernahme dieser „jungen“ Internetunternehmen gewisse Tücken aufweisen. Sobald die eine oder andere Senderfamilie das kleine Internetunternehmen mit seinen Videos geschluckt hat, wird sich der Inhalt dieser Internet-Video Plattformen gewaltig verändern:

[…]dass sich daraus eine große Chance für Sevenload ergibt, die als verbleibender unabhägiger Anbieter dynamischer und entschlossener auf die Wünsche der Internetgemeinde eingehen können, während Clipfish und MyVideo an einer Integration der Dienste in die Mutterkonzerne arbeiten[…]

Sehen wir es also so, dass die einverleibte Struktur des Dienstleisters für Internet-Videos dem Medienunternehmen RTL oder ProSiebenSat.1 einen Vorteil bringen wird, oder vielleicht doch eher sich nachteilig auswirkt? Vorteile ergeben sich definitiv durch den Content, durch die Knüpfung von Synergien mit der Internet-Technologie und dem TV-Medium. Doch Nachteile gibt es, so wie ich es erwarte, speziell in dem Bereich Community. Können die beiden Senderfamilie wirklich eine Mehrnutzen für sich und gleichzeitig die Nutzer der Internetplattformen generieren?

Wenn dieser Mehrnutzen aus einem kompletten Archiv von GZSZ oder den gesammelten Folgen von GALILEO ausschaut, dann wird gewiss der Nutzer im Internet davon profitieren. Selbst wenn es kleine Ausschnitte aus den Sendungen, einzelne Beiträge, oder die Stefan Raab Maschinerie geben wird, kann ein Nutzer damit befriedigt werden. Der Mehrnutzen ist somit existent, und ebenfalls kann das Medienunternehmen auch einen neuen (kleinen) Werbeplatz anbieten. Doch der Medieninhalt allein garantiert nicht, dass der Rezipient sich diesem auch annimmt. Für den eingefleischten Fan eines jeden Formates ist dies schlichtweg der Traum – endlich kann man ungestört zu jeder Tageszeit die Folge ansehen, wo Petra noch mit Tim fröhlich gekuschelt hat, bevor Andrea ihn ihr ausgespannt hat. Gut, wer es braucht, wird womöglich auch dafür noch einen kleinen Endbetrag pro Episode hinblättern. Doch wer es nicht braucht ist die immer wieder existierende und damit übernommene Community.

Eine Community ist meiner Erfahrung nach ganz bestimmt nicht darauf erpicht, alte abgefrühstückte Inhalte von anno dazumal in einem Internet-TV-Sender als Wiederaufbereitung (quasi als „olle kamelle“) zu finden. Vielmehr ist eine Community daran interessiert, eigene Inhalte zu erstellen, zu bewerten, zu sondieren, zu nutzen. Und gerade dabei sehe ich es auch als eine Bestätigung, dass beispielsweise sevenload im Gegensatz zu Myvideo oder Clipfish gänzlich andere nutzerbasierte Inhalte präsentiert. Wie hieß es so schön in den Kommentaren des Eintrages?

Es ist wie bei Apple und Microsoft, nur das “Apple”. also Sevenload, bisher nicht die Fehler von Apple macht (Anfang der 90er den Kunden aus den Augen zu verlieren und von 30% auf 3% Marktanteil zu schrumpfen).

Sollte in Zukunft sich alles so entwickeln, würden Myvideo und Clipfish (und ihre Medienkonzerne) zu einer Plattform für grobe, unpersönliche und maximal die Allgemeinheit ansprechende Inhalte werden, während sich sevenload zu einer Plattform für individualisierte, persönliche, am User orientierte Inhalte mausert. Die Entwicklung wird absehbar sein – nicht heute, aber bestimmt in der nahen Zukunft. Der Medieninhalt von morgen ist auf mich als Rezipienten zugeschnitten, von mir als Produzenten konzeptioniert und ganz bestimmt nicht von einem Medienunternehmen „von oben herab“ doktriniert, wie es ja die übliche Praxis der Programmkonzeption ist.

Schluss, Aus, Ende! Raus mit der Maus! Treibt die Sau (m/w) durch Kleinbloggersdorf! Es stehen große Veränderungen bevor, die jeden (m/w) von uns (m/w) betreffen – sofern wir (m/w) uns in einem Arbeitsverhältnis als Arbeitgeber (m/w) oder Arbeitnehmer (m/w) befinden. Mann (m) darf keinen Playboy mit frivolen Damen (w) mehr am Arbeitsplatz haben. Keine Pinupgirls (w) und keine Brautschau mehr (w), auch wenn daraus sogar echte Beziehungen von Mann (m) und Frau (w) zu einem Paar (m/w) werden könnten.

Denn in Zukunft gilt es mit dem Inkrafttreten des „Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG)“ eine neue gesellschaftliche Ordnung zu akzeptieren. Der Mann (m) muss die Frau (w) mehr respektieren, und insbesondere müssen beide (m/w) auf die gesellschaftlichen Rechte von m/m und w/w achten. Ein Betrieb (m/w) muss das Antidiskriminierungsgesetz unter obigem Titel aushängen, und jeder Betriebszugehörige (m/w) sollte die Regelungen befolgen – unter anderem jene:

  • Vorsicht beim Berühren von Kolleginnen und Kollegen: Der normale Händedruck geht noch in Ordnung, aber übertrieben langer Händedruck und zusätzliche Berührung mit anderer Hand am Oberarm gilt schon als kritisch.
  • Selbst viele gewohnte Stellenanzeigen wie „Chefsekretärin, Servierdame oder Berufskraftfahrer gesucht“ gelten ab sofort als „geschlechtsspezifische Diskriminierung“.
  • Geldgeschenke zu runden Geburtstagen ab 50 sind unzulässig wegen der „Anknüpfung an das Alter“.
  • Sonderurlaub für die Geburt eines Kindes ist nur noch erlaubt, wenn er für Mutter und Vater gilt.
  • Freie Tage zur Hochzeit sind nur noch zulässig, wenn sie gleichermaßen „für Eingehung einer eingetragenen Lebenspartnerschaft“ von Schwulen und Lesben gelten.
  • Bei größeren Verstößen gegen das Benachteiligungsverbot können der Betriebsrat oder eine im Betrieb vertretene Gewerkschaft sogar ohne Zustimmung des Betroffenen gegen den Arbeitgeber klagen.
  • Wenn Indizien beweisen, dass eine Benachteiligung zu vermuten ist, kehrt sich die Beweislast um: „Dann muss der Arbeitgeber beweisen, dass die unterschiedliche Behandlung erlaubt war.“

Wenn wir jetzt die BZ und ihre journalistische Qualität einmal ganz außen vor lassen, sind einige der Regelungen doch ziemlich murks. Bedenken sollte man auf jeden Fall die hitzige Diskussion zur Sex-Massage von Angela Merkel durch George W. Bush, die in den vergangenen Wochen die USA gespalten hatte. Dort ist nämlich das Berühren ziemlich unerwünscht. Die Kennzeichnungen von Stellenanzeigen jedoch durch männlich/weiblich (m/w) ist meines Erachtens nach schon Gang und Gebe – jedenfalls in dem Metier der Medienwelt, wo ich mich bewege. Schade um die Geldgeschenke. Schade um die Geburt – liest es sich wirklich so, dass gar keiner das Kind gebähren darf und es im Mutterleib abwarten muss, bis beide (!) Elternteile auch frei haben? Und der Rest ist nicht so schlimm wie es sich anhört.

So erlaubt es doch einem Menschen, sich für die Heirat einen freien Tag zu nehmen, liebe Arbeitgeber. Danach ist er/sie doch sowieso meistens viel lebendiger… bis es im schlimmsten Fall zur Scheidung kommt. Und wer sich jetzt muckiert, der sollte sich dafür aussprechen, dass neben dem Playboy auch eine Playgirl liegt – oder ein entsprechendes Pendant mit viel Fleisch von nackten Kerlen drauf. Gleichbehandlung genehmigt! Das ist doch gutes Management! ;) [via Finblog]

Für alle diejenigen unter uns Studierenden, die einen baldigen Einstieg in das Berufsleben planen und vorher noch das eine oder andere Praktikum absolvieren möchten, bietet sich seit kurzem diese Gelegenheit: Unter Students at Work vereinigen sich ehemalige oder aktive Praktikanten zu einem Netzwerk, das grundlegende Reformen als Basis für zukünftige Praktika in der deutschen Unternehmenslandschaft etablieren möchte.

Das faire Praktikum

  1. Das Praktikum ersetzt keine regulären Arbeitsplätze.
  2. An oberster Stelle steht, dass der Praktikant Erfahrungen sammelt und sich beruflich weiterbilden kann.
  3. Der Praktikant bekommt einen Vertrag, der folgendes regelt:
    • Beginn und Dauer des Praktikums
    • tägliche Arbeitszeit
    • Höhe der Vergütung
    • Dauer des Urlaubs
    • Vergütung von Überstunden
    • Lohnfortzahlung im Krankheitsfal
    • Kündigungsvoraussetzungen
  4. Der Praktikant hat einen Ansprechpartner.
  5. Er hat einen eigenen Arbeitsplatz.
  6. Das Praktikum dauert höchstens drei Monate. Alles, was darüber hinausgeht, ist ein Berufseinstiegsprogramm, kein Praktikum.
  7. Der Praktikant bekommt Geld. Absolventen sollten ­ sofern es keine tarifvertragliche Regelung gibt ­ mindestens 600 Euro netto pro Monat erhalten.
  8. Der Praktikant hat ein Recht auf ein Zeugnis (§ 630 „Pflicht zur Zeugniserteilung“ BGB).

Hat die moderne Ausbeutung von arbeitswilligen Akademikern, mit der einige Unternehmen ihre Praktika unterschwellig assoziieren, demnach ein Ende? Ich glaube, dass dieser Schritt zur Vereinigung der Praktikanten unter einem Banner gewiss den Anfang von einem solchen Ende setzt. Der deutsche Personaler und die Unternehmensleitung muss sich vor Augen führen, dass in anderen Ländern es eine gute Sitte ist, schon an die Hochschule zu gehen, um die zukünftigen Führungskräfte zu umwerben – und nicht durch maue Praktika zu vergräulen.

Solange aber kein Umdenken in den Köpfen der derzeit verantwortlichen Entscheider beginnt, wird Deutschland sich im Kreise drehen und die guten Akademiker ins besserbezahlte Ausland abwandern. Hier sind ganz klar die USA, aber auch der Asia-Pazific wie auch Southeast-Asia zu benennen. Nur noch 10 bis 15 Jahre, und diese asiatischen Wirtschaftsräume haben die Old European Economy vollständig überholt.

[via SpOn]