Die Geschichte von René finde ich unglaublich traurig. Es ist schade, dass René nicht mehr seine gute Sammlung von MP3 Links zum Download anbieten darf, zumal er ja auch nur darauf verlinkt hat. Abgemahnt zu werden ist ja für Deutschland mittlerweile an der Tagesordnung, aber für soetwas wie das Setzen eines Links ist mehr oder minder kindisch und zeugt von mangelndem Verständnis für das Medium Internet. Was sich die Musikindustrie mit uns allen, die gute Musik schätzen und loben, anzustellen versucht ist eine grobe Frechheit. Nein, es ist eine Feigheit und unwürdige Perversion von einem durch schleichendes Marktversagen geprägten Schleimpropfen namens Musikindustrie. Daher unterstütze ich auch den offenen Brief von Johnny, der sich keinesfalls an den Schleimpropfen richtet, sondern an alle Musiker und kreativen Köpfe, die leider immer noch der Musikindustrie ein Produkt liefern. Das ist die richtige Reaktion.
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Ist es nun ein Zugeständnis oder eine komplette Abkehr, wenn das sagenumwobene Archiv-Blog sich ohne Weiteres vom Himmel herab in den Höllenpfuhl senkt?
Das Archiv-Blog ist nicht mehr erreichbar, und anstelle der üblichen Darstellung im Nukleus-CMS tönt es von Weitem herein: Lasst uns bei „Oodu“ sein! Anscheinend war es wohl zu viel Trubel ohne dazugehörigen Jubel für die Männer hinter dem Archiv-Blog, dem man sich durch die mittlerweile negativ lastige Publicity kaum stellen wollte, geschweige denn sich vor Gericht präsentieren wollte.
Daher heißt es vorerst für uns alle: Auf hoffentlich Nimmerwiedersehen, liebes Archiv-Blog. Und wer immer noch nicht genug davon hat, der darf sich mal bei BlogCounter im Impressum bedienen: Wer dahinter steckt, ist ebenfalls der Herr Mielke, was aber dem einen oder anderen schon längst bekannt war.
Wir selbst haben mittlerweile den Counter-Code von BlogCounter aus unserem Blog entfernt, zumal ich gestern gewisse Spam-Seiten in der Top100 Liste entdeckte, mit denen man sich eher weniger gesellschaftlich gleichsetzen möchte. Darüber hinaus gibt es einen pikanten Link, der direkt auf eine DE-Webseite zum „Nationalsozialismus“ verlinkt ist, den wir hier natürlich nicht wiedergeben werden – rechtlich und sozial verträglich ist das kaum.
Daher also ist es saupeinlich vom Archiv-Blog und saupeinlich vom Blogcounter. Saupeinlich vom gleichen Betreiber, also sauekelig, versaut, ja sogar Saumäßig. Treibt endlich die Sau durch die Blogosphäre!
Heute haben wir eine spannende Episode aus Klein-Bloggersdorf parat: Der Mehrwert vom Archiv-Blog. Es ist ein Mehrwert, weil wirklich mehr drin steckt, als man vermutet. So viel sogar, dass man sich wundert, wer nun mehr davon hat, und wer eher weniger. Weniger jedenfalls hat das selbsternannte Archiv-Blog davon. Wie schon am Wochenende durch Udo Vetter der Fall bekannt wurde, gibt betreibt das Archiv-Blog einen Content-Diebstahl auf dreiste Art und Weise.
Aber anscheinend kommt jetzt die kleine Rache für alle um ihren Content geprellten Blog Autoren, in dem das Archiv-Blog mittlerweile zugespammt wird. Die neuesten Einträge lesen sich wie ein Auszug aus einem Schmuddelheft…
- Vom „Vergewaltigungsopfer“ zum „Gangbang-Luder“
- Sich selbst befriedigender Mann
- DU willst immer nur FICKEN!
- Als Mann sich selbst befriedigen
- Der Duft getragener Höschen
- Willige Bläserinnen
- Sex im Hotel!
- Vernichte alles
- Volksbanken Raiffeisenbanken: Softwareupdate Sun, 07 May 2006 05:15:40 -0800
- Re-finance Application pre-approval
Vielleicht hat das alles einen Sinn, in dem die gelisteten Einträge zu einem großen gewaltigen Spam-Netzwerk gehören. Zur Gewinnmaximierung der Google Adsense Einnahmen werden alle dämlichen Sex oder Phishing Inhalte mit den Beiträgen von normalen Usern gemischt, um so den Mehrwert des gesamten Contents zu steigern – und den Schmuddelcontent zu verschleiern. Ekelig so ein Porno Archiv-Blog aus deutschen Landen.
Heute um 15:30 Uhr erhielt ich eine Antwort auf meine Aufforderung, die Inhalte meines Blogs auch auf die Zukunft hinaus aus dem so genannten „Archiv-Blog“ zu löschen:
Hallo!
Wir haben soeben alle Beiträge aus dem Archiv-Blog entfernt, die von https://mikeschnoor.com stammten. Falls du diesen Service zu einem späteren Zeitpunkt wieder nutzen möchtest, kannst du dein Blog jederzeit wieder anmelden unter http://archiv-blog.de
Grüße
Das Archiv-Blog.de Team
Demnach respektiert also Archiv-Blog.de, dass sämtliche unserer wie in der oben verlinkten E-Mail beschriebenen Artikel nicht auf deren Seite erscheinen, geschweige denn erscheinen werden. Das sollte auch in dem Fall geschehen, sobald uns jemand zitiert – na dann mal los. Das Schöne an der Mail war, dass es über „adfire.de“ herein kam. Wer mehr wissen möchte, darf sich ganz eiskalt auch beim Lawblog einklinken.
Nebenbei ist das Archiv-Blog mit seinem „Über Uns“ mittlerweile durch einen „Error! Artikel nicht vorhanden.“ präsentiert – wunderbar. Daher zu unser aller Erinnerung durch den Google-Cache:
Das Archiv-Blog soll dazu dienen, ein umfassendes Archiv deutschsprachiger Blogs zu erstellen. Bisher nehmen wir regelmäßg neue Beiträge von ca. 20.000 Blogs auf und stellen diese hier zur Verfügung.
Wenn nun dein Server geklaut wird oder abbrennt, kein Problem: Deine Arbeit war nicht umsonst und ist nicht verloren. Wir haben eine Kopie, die wir dir kostenlos zur Verfügung stellen.
Dieser Service ist völlig kostenlos für alle Nutzer und wird die anfallenden Kosten allein durch Werbung auf dieser Webseite finanzieren.
Dein Blog ist noch nicht dabei?
Dann kannst du es hier einfach anmelden.
Du möchtest nicht, dass dein Blog hier archiviert wird?
Kein Problem, du kannst es hier löschen lassen.
Anscheinend ist jemand sehr schnell am Reagieren, jedoch die Reaktion an sich ist nicht unbedingt die empfehlenswerteste Reaktion, die man an den Tag legen kann – oder sollte!
Udo Vetter schlägt Alarm, und die Wogen schlagen sich auch bei anderen Blog-Autoren durch die deutschsprachige Blogosphäre: Im deutschsprachigen Archiv-Blog erscheinen bei der Eingabe des Suchbegriffs „lawblog“ die Inhalte des selbigen Blogs, ohne dass der Rechtsanwalt dem kommerziellen Betreiber sein Einverständnis erklärte. Anscheinend wird der Inhalt der Blogs über die RSS Schnittstellen kopiert, wobei jedoch auf die rechtliche Situation relativ wenig Wert gelegt wurde.
Die Diskussion ist schon heiß in den Kommentaren am Laufen, und ich selbst wunderte mich ein wenig, was passiert, wenn ich dem Archiv-Blog als Autor es nicht erlaube, dass meine Inhalte auf deren System wiedergegeben werden:
Was passiert in dem Fall, dass Blog XYZ einen Beitrag von Blog ABC als Zitat einfügt. Dies wird ja in den meisten Fällen per „Creative Commons†Lizenz nach der einen oder anderen Art erlaubt.
Nehmen wir an, dass Blog XYZ in dem Archiv-Blog gelistet wird.
Nehmen wir dann ebenfalls an, dass Blog ABC dem Listing in dem Archiv-Blog ausdrücklich widerspricht.Darf dann das Archiv-Blog so ohne weiteres die Beiträge von Blog XYZ übernehmen, obwohl Teile des Inhaltes von Blog ABC sich in Blog XYZ wiederfinden – und so in das Archiv-Blog gelangen, obwohl der Autor des Blog ABC dem ganzen Treiben widersprochen hat?
Andere Autoren wie Stefan oder Patrick beschäftigen sich auf ihre Weise ebenfalls damit. Deshalb sehen wir uns beim MikeSchnoor.com auch dazu berufen, schon vorab dem Treiben Einhalt zu gebieten:
Sehr geehrter Herr Christian Mielke,
zur Zeit erscheinen wir nicht in ihrem „Archiv-Blog“, und wir beabsichtigen bis auf weiteres keine Aufnahme in ihre Dienstleistung. Hiermit widersprechen wir, die Betreiber von MikeSchnoor.com, die Nutzung sämtlicher durch uns bereitgestellter Inhalte. Wir möchten gern selbst bestimmen, wer mit unseren Texten Geld verdient. Sie gehören nicht dazu. Wir möchten ohnehin grundsätzlich vorher gefragt werden, wenn jemand Inhalte unserer Seite übernimmt. Sei es für einen kommerziellen Nutzen oder im Rahmen unserer Lizenzbedingungen, die auf unserer Webseite einsehbar sind.
Wir fordern Sie für die Zukunft auf, dass keine Texte aus MikeSchnoor.com in ihrem Archiv-Blog und eventuell weiteren von Ihnen zu verantwortenden Seiten erscheinen sollen. Dies beinhaltet fremde Quellen, in denen der MikeSchnoor.com als Quelle zitiert wird oder auf uns hingewiesen wird. Sollten sie dieser Aufforderung in Zukunft nicht nachkommen, und gegen unseren Willen die Inhalte von MikeSchnoor.com in irgendeiner Art und Weise wiedergeben, müssen Sie mit weiteren Schritten rechnen.
Ebenfalls sparen wir uns hier die Aufzählung dieser Schritte. Wir behalten uns vor, unsere schriftliche oder elektronische Korrespondenz im Rahmen unserer Lizenzbedingungen auf unserer Webseite sowohl vollständig oder auszugsweise zu veröffentlichen.
Mit freundlichen Grüßen
Mike Schnoor
Schauen wir mal, was passiert.
So einfach kann das Leben sein, wenn man in Deutschland lebt. Das deutsche Gesetz fordert den virtuellen Schreiberling (genannt „Blog Autor“), auch ein Impressum zu führen. Nach dem Teledienstgesetz und Mediendienst Staatsvertrag sind wir ebenfalls verpflichtet, sofern eine gewerbliche Nutzung und keine rein private Verwendung des Webogs besteht, eine Vertretungsberechtigte Person im Impressum zu kennzeichnen.
Michael Platzer von knallgrau.at lies heute verlauten, dass er Post vom niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bekommen habe:
In dem Mail wurde nicht lange um den heißen Brei herum geredet, sondern klipp und klar gefordert, dass wir gemäß § 6 TDG sowie § 10 MDSTV (ja, das sind beides deutsche Gesetze, und ja wir sind eine österr. Firma) unserem Impressum einen Vertretungsberechtigten hinzufügen sollten (eine information die woll nicht sooo schwer selbst ausfindig zu machen ist). Falls wir dem nicht bis zum 1.Februar nachkommen sollten, dann können wir mit einer Buße von bis zu 50.000 Euro rechnen
Warum das uns alle betrifft, kann man bei Plasticthinking und beim SWR nachlesen
Wie man dieses Urteil zum Michael Jackson Trial aufnehmen mag, sei jedem freigestellt. Es bleibt nur noch seine Schuldenlast… Gute Nacht!
Quite a nice tidbit to know that the german version of Google’s G-Mail has now been re-named into „Google Mail“. Background to this kind of change is a ligitation in german law relating to the use of names. The phrase „G-Mail“ is obtained as reserved name by Daniel Giersch (Giersch-Mail) prior to the introduction of Google’s mail service. Besides this, anybody who needs an invitation – I may distribute yet another 50 accounts for free. ;)
Die Regierung von Bahrain hat sich dazu entschlossen, dass die freischaffenden Blog-Autoren sich bis zum 02. November dieses Jahres bei staatlichen Organen registrieren müssen. Der publikgemachte Grund dafür ist der Schutz des geistigen Eigentums („…it is intended to protect people running websites, who in future will be able to protect their rights of authorship.“), jedoch kann soetwas als staatlich regulierte Kontrolle angesehen werden. Registrierung für Freie Rede? Die Reporter ohne Grenzen haben schon Zweifel daran geäußert, und sicherlich wird die EFF gleiches tun. Jedoch hört es sich schlimmer an als es ist da insbesondere Bahrain eines der wenigen Länder im arabischen Sprachraum ist, die freie Wahlen und Redefreiheit und fast völlige Gleichberechtigung bietet.
Man stelle sich aber jetzt einmal vor, dass in Deutschland die Pflicht zur Registrierung von Webseiten (und damit auch Blogs) gang und gebe sei. Viele Autoren würden weniger offenherzig publizieren wie bei „Die Akte Jamba“, und eine Zuordnung eines Autors zu seinem geistigen Eigentum würde alsbald auch hinter Pseudonymen verschleiert werden. Ich jedenfalls stehe zu meinem Namen… noch ;)
[via Blogherald]
Per Zufall bin ich beim Freizeitblogger darauf gestoßen, dass Christoph Dibak für einen Blog-Eintrag abgemahnt wurde:
Wir weisen Sie darauf hin, dass wir neben den zivilrechtlichen Schritten außerdem durchaus erwägen, unabhängig hiervon strafrechtliche Schritte gegen Sie einzuleiten. Wir fordern Sie auf, sämtliche Äußerungen in der von Ihnen vorgenommenen Art und Weise zu unterlassen und unverzüglich die Seite:
Daher ist dieser Artikel erstmal wieder offline. Auch wenn ich denke, dass ich durchaus Recht hatte…
In dem Artikel, der immer noch in Suchmaschinen wie Google im Cache versteckt ist, hatte Christoph einen Vergleich zu einem Angebot des Suchmaschinen Eintrags-Service gemacht.
Indem er ein eigenes Gegenangebot (zur Registrierung von Webseiten in diesen Suchmaschinen) veröffentlichte, hat er erstens keine direkten negativen Äußerungen gegenüber dieses Anbieters getätigt und zweitens musste er sich von der Qualität der auf seinem Blog geschalteten Werbebanner überzeugen. Ich kann verstehen, dass Christoph aufgrund von rechtlichen Konsequenzen vorerst sich der Abmahnung gebeugt hat, jedoch muss ich die Frage stellen – ist Kritik an einem Unternehmen bei Anführung von z.B. Wucher und/oder Preistreiberei akzeptabel und frei von Abmahnung, um dem Verbraucher eine klare Warnung zu bieten? Wer kennt sich damit aus, wer hat damit gute oder schlechte Erfahrungen gemacht?
Update: Im Law-Blog gibt es dazu wissenswertes über Blogs, Meinungsfreiheit, Presserecht:
…Eine Abmahnung mit der Aufforderung zur Beseitigung der Texte und einer künftigen Unterlassung kann ein Unternehmen jederzeit stellen. Ob sie sich juristisch durchsetzen lässt, hängt davon ab, wie sorgfältig ein Blogger zuvor recherchiert hat, siehe oben.
Klaus Eck: Wie können Blogger darauf reagieren?
Arne Trautmann: Auf eine unberechtigte Abmahnung müssen Blogger eigentlich überhaupt nicht reagieren. Sinnvoll ist es jedoch, zumindest in einem Antwortschreiben darauf einzugehen, warum die Abmahnung unberechtigt ist.
Update: Ich habe den Namen des entsprechenden Anbieters gelöscht.
