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Bringt ein neues Layout wieder freude am Bloggen? Ich denke ja. Zugegeben, mit dem Kölner Karneval der vergangenen Tage konnte ich mich überhaupt nicht dazu bewegen, einen geistigen Erguss in Richtung Blogosphäre zu bringen. Stattdessen hielt ich mich an einigen Abenden damit lieber auf, das leicht düstere Layout des Blogs aufzufrischen.

Ab sofort gibt es eine klare, helle Optik mit einfacher Haupt-Menüführung. Wozu das dunklere Hintergrundgefussel, wenn es auch ohne diese Sachen geht. Weißer Hintergrund macht sich immer gut. Jetzt kommen noch ein paar kleinere Anpassungen, trennende Linien, kleine Widgets und Infobereiche für die Sidebar – und dann ist alles rund.

Die alten Kategorien habe ich bis auf wenige restliche Randerscheinungen bereinigt. Mittlerweile stelle ich fest, dass nur wenige Besucher sich auf genau diese klassische Hierarchie und Benutzerführung verlassen. Im Schwerpunkt liegt ganz eindeutig der einzelne Artikel, der über Suchmaschinen oder über Twitter angesteuert wird, während die Besucher über RSS-Feeds ihr übriges beitragen. Wozu hier noch großartig mit unglaublich vielen Kategorien rumspielen, wenn sich die Themen um eine Handvoll an Inhalten dreht? Kategorien sind nur überflüssiger Ballast einer Usability-Phase der frühen Dotcomtod-Phase, den man heute nicht mehr pflegen braucht. Tags sind im Vergleich zu Kategorien in Blogs wesentlich wertvoller… aber die Story kennt man ja nur zu gut.

Inhaltlich habe ich mich entschlossen, in Zukunft noch stärker auf Marketing, Medien-, Kommunikations- und PR-Themen einzugehen und auf Twitter als Microbloggingtool wesentlich persönlicher zu agieren. Naja, was sollte man erwarten. Ich hoffe, dass meine Leser mir auch weiterhin treu bleiben. Let’s rock! :)

Microblogging ist Trend des Jahres – zumindest in unseren Kreisen der Kommunikatoren, Evangelisten, Social Medianer und Webzwonuller steht fest, dass Twitter der Renner ist. Mittlerweile erreicht Twitter das Massenpublikum, immer wieder hauen neue User in die Tasten und jagen 140 Zeichen rund um den Globus. Das Suchtpotential ist enorm, man zwingt sich zu ungezwungener Kommunikation zwischen Banalitäten des Alltags und dem professionellen Charme von Fachwissen und Expertise.

Manche User haben neben einem privaten Account oder dem zentralen Firmenkonto einen extra Account für besondere Informationen eingerichtet, damit sie ihre bisherigen Follower nicht unnötig bespammen befruchten. Ich überlege seit einiger Zeit, mir nebst einem Lifestream auch ein Zweitkonto zum Microblogging anzulegen, um andere Sichtweisen als meine ganz privaten Formulierungen ins Netz zu jagen.

Die Essenz der Kommunikation auf möglichst relevante Art kommt Twitter sehr zu gute. Microblogging trumpft auf und viele einstige Early Adopter sind sich einig, dass diese Verbreitung von Informationen einfach effektiver ist, als lange Textpassagen zu einem Thema zu verfassen. Twitter bringt es auf den Punkt. Hier Im Blog schwafelt man ja durchaus vor sich hin, bevor man sein Ziel erreicht.

Weblogs können hier jedoch nicht ganz mithalten. Sie wurden einst als Klowände beschimpft, weil sie kritische Stimmen im Netzwirrwarr darstellten. Doch über die Zeit haben sie sich als feste Größe in der Informationsgesellschaft behaupten können. Nur als Massenphänomen konnten sie sich hier in Deutschland nicht durchsetzen, während sie in den USA den traditionellen Medien den Rang ablaufen. Dennoch haben Blogs den unglaublichen Vorteil, dass hier detailiert die Meinung erklärt wird und Berichterstattung ausführlich vorgenommen werden kann. Dies ist ein wesentlicher Nachteil vom Microblogging, doch hier wiederum reicht nur ein Link zu dem längeren Blogeintrag – und die Informationsschleife ist perfekt. Alles findet seinen Platz.

Die Aufnahme und Interaktion mit Informationen ist bei Twitter aber wesentlich schnellebiger, sobald man klassische Kommentare zu Blogartikeln betrachtet. Reaktionen im Twitterstream erfolgen meist in Echtzeit, oder man reagiert wenige Sekunden später auf Anfragen, die man seinen Followern stellt. Wiederum spielt sich bei diesem Beispiel die primäre Kommunikation im Blogeintrag ab, während Twitter als Lockmittel eingesetzt wurde.

Löst also Twitter das Bloggen ab? Eine wilde Frage, die im Grunde genommen nur damit beantwortet werden kann, dass Twitter das Bloggen ergänzt, und dass das Bloggen wiederum Twitter ergänzt. Beide Formen der Kommunikation laufen harmonisch ab. Natürlich stellt man fest, dass weniger im Blog geschrieben wird als noch vor einigen Jahren. Auch ich hatte einmal 90 Blogeinträge im Monat verfasst. Heute komme ich nur auf eine niedrige zweistellige Anzahl. In der Qualität, und so maße ich es mir an zu sagen, erhält das Bloggen dadurch jedoch einen enormen Wert. Nicht jeder Mist fließt in das Blog ein, sondern spezifische Informationen finden ihren Weg zu den Lesern. Daher glaube ich fest daran, dass Twitter die Blogs nicht ablösen wird. Die Kombination beider Werkzeuge macht in Zukunft den Nutzwert der Veröffentlichung von Informationen aus.

Der weltweit größte Microblogging-Dienst Twitter ist down. Eine Interaktion über das Webinterface ist nicht möglich. Auch Applikationen und Widgets sind ohne Funktion. Der Welt stockt für einige Minuten der Atem. Kommt Twitter wieder zu Potte?

Oder liegt dieser Ausfall, bei dem der berühmte Wal im Sichtfeld eines jeden Nutzers prangert, an der jüngsten Berichterstattung über die Monetarisierung von Twitter – und der kürzlichen Richtigstellung bezüglich Premiumaccounts?

Immerhin hat diese eine Aussage von Biz Stone über die Einführung von kostenpflichtigen Modulen bei Twitter zu einem kleinen Aufruhr in der Medienwelt geführt. Aus Sicht des PRlers bewirkt die Bekanntmachung eines solchen Zitats für Twitter im Moment nur den Aufruhr, doch sollte der Microblogging-Service in Kürze an der Börse gehandelt werden, kann diese kleine Panik zu herben Kursverlusten führen. Sicherlich hat Biz Stone hier genug Erfahrung im Umgang mit Medien, doch es sollte für jeden ein Lehrbeispiel für Kommunikation darstellen, nichts Unbedachtes zu äußern. Wie die (potentiellen) Investoren die Situation sehen, kann man sich im Traum wohl kaum vorstellen… :)

Nachtrag: Aha, jetzt heißt es Database Maintainance. Zur Stoßzeit in Europa. Was will man machen als an einem frequentierten Wochentag das System umkrempeln? :(

Vor einigen Tagen schrieb ich noch ein paar Gedanken zum Thema des möglichen Verkaufs von Twitter. Jede Finanzierung bedeutet über kurz oder lang der Weg zur Monetarisierung des Geschäftsmodells. Bisher war der Dienst für jeden umsonst, doch jetzt berichtet Brand Republic über die wahre Methode, wie Twitter seinen Dienst monetarisieren möchte.

Co-founder Biz Stone told Marketing: ‚We are noticing more companies using Twitter and individuals following them. We can identify ways to make this experience even more valuable and charge for commercial accounts.‘ He would not be drawn on the level of charges.

Sorry Biz, aber die Idee ist grundsätzlich interessant, aber in der Durchführung kaum realisierbar. Monetarisierung hin oder her, die Nutzung von Twitter für Unternehmen ist insbesondere für die Kommunikation in Marketing und Public Relations essentiell geworden. Microblogging ist hip und trendy, der Hype schlechthin. Professionals der ganzen Welt setzen auf Microblogging mit Twitter und mischen dabei unwillkürlich das unternehmerische und professionelle mit dem persönlichen Inhalt.

Da stellt sich doch die Frage: Wieso wollt ihr die Nutzung von Twitter für offizielle Accounts von Unternehmen nicht mehr kostenlos anbieten? Wie unterscheidet man zwischen einem Twitter-Account, der von Personen und nicht von Unternehmen genutzt wird? Mein Account bei Twitter ist hochgradig persönlich. Doch in gewissen Momenten schiebe ich Tweets zum Thema meines Arbeitgebers in Form einer URL auf ein Video durch, das eine oder andere Mal poste ich auch Links zum Thema Public Relations oder diskutiere darüber via Twitter. Würde ich damit für meinen Twitter-Account bezahlen müssen, wenn ich nicht nur die Belanglosigkeiten des Lebens in den Orkus jage?

Ein Fallbeispiel an sehr guter Kommunikation zwischen Lesern und Redaktion legte heute die Spiegel Online Redaktion an den Tag. In einem Artikel über die Festnahme eines deutsch-ägyptischen Bloggers fehlte mir persönlich die Information über die eigentliche URL des Blogs. Über das offensichtliche Fehlen schrieb ich auf Twitter leicht verwundert „Warum sehe ich bei SpOn keinen Link zum besagten Blog?“ nebst der tinyURL des Artikels.

Ich setzte dabei schon innerlich darauf, dass irgendwer reagieren würde – einer meiner Follower zumindest. Vom Sammelaccount @SPIEGEL_alles konnte ich keine Reaktion erwarten, doch ich musste nicht lange abwarten. Meine Erwartungshaltung wurde vollkommen erfüllt. Wenige Minuten später reagierte niemand geringeres als Chefredakteur Wolfgang Büchner (@wbuechner) und Chef vom Dienst Stefan Plöchinger (@ploechinger).

Sie schrieben prompt zurück und kündigten die Verbesserung des Artikels um genau die fehlende URL zum Blog des inhaftierten Bloggers an. Natürlich ist ein „catchiger“ Begriff wie „SpOn“ sicherlich Standard für die internen Suchalgorithmen, doch genau die Schnelligkeit und persönliche Ansprache machen den Reiz dieser Kommunikation aus. Vielen Dank!

Ich schätze es sehr, wenn ein Medium direkt mit seinen Nutzern, Zuschauern, Lesern, Konsumenten und mittlerweile Prosumenten direkt in authentischen Dialogen kommuniziert. Zwar limitiert Twitter alles auf nur 140 Zeichen, doch die Reaktionsgeschwindigkeit und das dadurch hohe Maß an Interaktion sprechen für sich. Vielleicht mögen @SPIEGEL_alles und die anderen Twitter-Accounts des Verlagshauses in erster Linie insgesamt informative Linkfischer des eigenen Nachrichtenportals darstellen, doch der Einsatz der wichtigen Männer im Hintergrund spricht für die scheinbar perfekte Integration des Microblogging-Tools in ein traditionelles Verlagshaus. Als Resultat erhält man dafür eine kleine Lobeshymne in irgendeinem Blog der Welt – sehr nice und sehr zwonullig! Jetzt fehlt nur noch das offizielle Twitter-Verzeichnis der Mitarbeiter und Redakteure von SpOn als eigener Beitrag auf eurem Nachrichtenportal – und ihr könnt euch vor Followern und der entsprechenden Kommunikation wohl kaum retten. Weiter so. :)

Wroommm! Das rummst ordentlich, als würden zwei Züge ineinander krachen. Die Deutsche Bahn AG mahnt Markus Beckedahl von netzpolitik für die Veröffentlichung eines internen Memos zur scharf kritisierten Rasterfahndung ab – und fordert per E-Mail zur Unterlassung.

Ich mutmaße nicht, über die juristische Situation zu urteilen. Doch aus der Sicht zur Information der breiten Öffentlichkeit ist eine Geheimhaltung eines solchen Memos in der heutigen Zeit voller digitaler Euphorie kaum mehr vorstellbar. Besonders die „Spitzelbarone“ der Bahn stellen sich dabei leicht uncool an. Es droht ein Kampf zwischen Rechtsabteilung und PR-Abteilung des Machtinstrumentariums der deutschen Schienen – und beide Abteilungen scheinen im Ansehen der Öffentlichkeit wohl den Kürzeren zu ziehen. Zumindest sucht Markus Beckedahl sehr öffentlichkeitswirksam nach Hilfe und Rat. Im Blog häufen sich die Kommentare und bei Twitter bricht ein kleiner Sturm los. Doch merke: Einfach eine (vertrauliche) E-Mail oder ein Schreiben zu veröffentlichen – nun, das sollte man nicht ohne weiteres machen…

Ganz in eigener Sache und auch aus aktuellem Anlass greife ich das Thema von HD-Videos kurz auf. Seit dem Wochenende unterstützt mein Arbeitgeber sevenload ganz offiziell für jeden Nutzer den Upload von High Definition Videos mit einem neuen Videoplayer. Dieser Schritt freut mich sehr, aber persönlich habe ich bisher noch nichts von diesem Hochgenuss der Bildqualität. Aber als Privatmensch fehlt mir bislang die Hardware, die idealerweise nach dem Prinzip „speedy fix, quick and easy to go“ funktioniert. Für mich ist das Thema der Videoaufnahmen seit Geburt unserer Tochter immer stärker in den Fokus gerückt. Ich möchte neben den üblichen Fotos endlich die schönen Momente in hochauflösender Bildqualität aufnehmen. Nach einigen ersten Feldversuchen konnte ich ganz gute Erfahrungen mit einem sehr hochpreisigen Leihgerät der Marke Sony machen. Allein die Rückkonvertierung in ein abspielbares Format auf dem PC war mir persönlich viel zu unpraktisch.

Anstatt also via Twitter meine Follower zu fragen, versuche ich den klassischen Kommunikationsweg über das Weblog: Wer kann mir eine gute HD-Videokamera empfehlen? Das Gerät muss alltagstauglich und absolut erschwinglich sein – und gleichzeitig ein gestochen scharfes HD-Bild aufzeichnen. Wer weiß Rat, wer kann helfen? Feedback ist in den Kommentaren zu diesem Blogeintrag sehr willkommen.

Und ganz nebenbei – funktioniert das „Frage-Antwort-Ritual“ im Blog überhaupt noch? Läuft die Blogkultur rund, oder läuft ihr das Microblogging als eigener Subzweig dieser Kommunikationskultur den Rang ab? Darf man schon „Boohoo“ rufen? :)

… ist es in dem Moment mit dem Spaß wirklich vorbei? Nachdem die Blogosphäre sich heiß über die $250 Millionen geredet hat, mit denen Twitter bewertet wird, kommt mir bei dem süchtig machenden Microbloggingdienst ein kleines, unwohles Gefühl auf.

Jede Bewertung und natürlich jede Finanzierung bedeutet eines: Monetarisierung des Geschäftsmodells. Wir wissen alle, dass nahezu jeder wichtige Mensch sich schon einmal damit beschäftigt hat, wie man durch Microblogging auf Anbieterseite den Service vergolden kann. Werden mir unterschwellig Anzeigen in meinen Twitterstream per Zufall, zeitgesteuert oder permanent integriert? Kommen auf den Nutzer ein paar idealistische Premiummodelle zu? Muss ich pro Tweet bezahlen? Ja, ein klein wenig Panik macht sich breit! Wer ist letztendlich Herr und Meister über meine Tweets?

Sehen wir es doch positiv, dass das Unternehmen finanzstarke Partner gefunden hat. Mein Tipp für jeden: Richtet euch ein Backup ein. Ihr könnt jeden Tweet über den RSS-Feed oder über die API von Twitter exportieren. Aggregiert diese Inhalte in einem eigenen Datenbanksystem, als wenn ihr ein Tumblelog einsetzt. Ich ziehe mir zumindest meine Tweets seit dem vergangenen Wochenende über den RSS-Feed meines Useraccounts. Natürlich habe ich fast 4300 Tweets dadurch nicht erhalten, doch was braucht man auch den alten Ballast, wenn man die Tweets selbst eher weniger für sich benötigt, als primär für die eigene Online-Reputation, den Google Cache und das Archive.org? :)

Massenmedium. Suchtfaktor. Kommunikationstool. Marketingschleuder. Phänomen. Social Chat. Twitter ist vieles, weniges oder alles. Egal wie – spätestens seit der Microblogging Conference 09 (MBC09) in Hamburg spricht Deutschland offen über seine neue „Problemzone“. :)

Auch ist Twitter ein Quell von Neuigkeiten rund um APIs, Applikationen, Tools und Nachrichten rund um den berühmten Geekfaktor. Wir sind aber auf dem Weg zum Massenphänomen, aber irgendwie wird mir ganz persönlich zu wenig zum Thema fachspezifisch verbreitet. Immerhin gibt es einige Quellen, die man ganz praktikabel abonnieren kann – wer auf der täglichen Suche nach der gehörigen Portion Twitter ist, sollte bei den folgenden Links vorbeischnuppern:

Deutsche Blogs

Englische Blogs

Zum Abschluss noch einige Events – ich hoffe sehr auf eine neue Auflage der MBC, die ich dann hoffentlich persönlich besuchen kann.

Natürlich ist dies nur ein Anfang – ich hoffe, dass man gemeinsam eine schöne Liste erstellen kann, die aus Fachblogs oder kurzerhand „Twitter-Blogs“ besteht. Auch ich kenne nicht jedes Blog da draußen in der Blogosphäre. Daher rufe ich mal meine Leser auf: Wer kennt noch ein paar „rund um Twitter“ gepflegte Blogs, um die Liste zu vervollständigen?

Während ich für mich persönlich in 2008 einen sehr dramatischen Kurswechsel feststellte, indem ich auf MikeSchnoor.com immer weniger und viel unregelmäßiger schrieb, dafür aber viel intensiver mich bei Twitter in Szene setzen konnte, bedeutet das noch sehr junge Jahr 2009 für mich eine besondere Veränderung. Vor einigen Tagen fiel es mir sprichwörtlich wie die Schuppen von den Brauen: Ich werde etwas an meinem personlichen Blogstil verändern. Wie ich bereits in der Umfrage von turi2 in der vergangenen Woche schrieb, zählt für mich folgendes zu den Trends des Jahres 2009:

  • Twitter ist moderner Kulturexpressionismus im Drang der digitalen Selbstinszenierung. In Kombination mit Livestreams und inhaltlich tiefergehenden Artikeln als Weblogs wird Twitter das digitale Massenkommunikationsmedium für Individualisten.
  • Explizites Geotagging ist out. Mobile Endgeräte werden auf Wunsch die exakte Position direkt an Twitter oder andere Dienste übermitteln und das mühsame manuelle Tagging ersparen. Kritisch wird es für den einzelnen sehr transparenten Nutzer, sobald jedwede Informationen über Geotagging analysiert werden kann. Wer nicht auf einer Konferenz twittert, es jedoch behauptet, wird ganz klar seine Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzen.
  • Neue Branchenblogs werden bei einzelnen Autoren keine Chance haben. Nur durch eine Redaktion aus Bloggern oder Journalisten kann den Lesern ein Angebot schmackhaft gemacht werden. Etablierte Blogs werden Bestand haben, jedoch in einem von Verlagen und neuen Bloggern umkämpften Markt ihre Position behaupten müssen.
  • Zweinull ist alltagstauglich. Das „nächste große Ding“ wird die Kombination aus Online & Selbstreputations- und Peoplemanagement über jeden erdenklichen Kommunikationskanal werden.

Genau dies setze ich mir zum Ziel. In den kommenden Tagen versuche ich in meiner privaten Freizeit etwas stärker an einem persönlichen Lifestream-Angebot zu basteln. Ich werde dafür ein neues WordPress aufsetzen und mit jeglichen Informationen aus meinen Aktivitäten bei Twitter, Facebook, Flickr, sevenload, Last.fm oder Dopplr füllen. Gleichzeitig fließen alle Blogeinträge in Kurzform als verlinkte Überschriften in diesen Lifestream mit ein. Als oberstes Ziel ist es auch, mich von meiner sehr statisch aufgestellten Online-Identität unter www.mikeschnoor.de zu verabschieden. Unter uns – die Seite ist nach einigen Jahren wirklich nur hässlich.

Wer braucht schon statische Seiten? Wenn wir uns als Teil der Digitalen Bohéme in einem soziokulturellen Internet aufhalten, muss für uns alle mehr drin sein, als nur ein paar rudimentäre Infos über ein Individuum. Ich bin es satt, diese langweiligen Profilseiten von meiner Person vor mir zu sehen. Vielleicht geht es anderen auch so, wenn sie ihre eigenen persönlichen „Webspaces“ so betrachten.

Ganz eindeutig möchte ich außerdem das Bloggen von mir immer weiter professionalisieren. Der gute alte „MikeSchnoor.com“ wird ebenfalls verändert. Unter der bisherigen „mikeschnoor.com“ werde ich wie bisher weiter veröffentlichen. Doch unter MikeSchnoor.com kommt etwas neues, was sich rund um meinen beruflichen Alltag – die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit / Public Relations / Social Media Relations – drehen wird. Ich wähle „Telagon“ als eigenständiges Konstrukt, um gerade hier den Bruch zwischen privaten Interessen und meiner professionellen Einschätzung zu bieten. Ja, ich werde viele Leser verlieren. Aber genauso werde ich zahlreiche neue Leser für mich gewinnen können. Daher frage ich auch offen und ehrlich nach eurer Meinung.

Wie beurteilen meine Leser diesen Umschwung in 2009? Ein wenig mehr Blogkultur von mir als Autor, was dem geneigten Leser sicherlich zu Gute kommen wird, etwas intensiviertes Microblogging und der Aufbau einer richtigen, zeitgemäßen Online-Identität als Lifestream kommen auf euch zu. Große Worte, viele Versprechungen – doch ich werde es halten, sofern es mir persönlich die verbleibende Zeit zwischen Beruf, Familie und Individualismus erlaubt. Gebt mir nur ein wenig Zeit! Ich blogge schließlich auch wieder regelmäßig – und hoffe, dass ihr daran Gefallen findet! :)