Mike Schnoor
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Wenn Twitter dann verkauft wird…

Blogkultur, Microblogging

… ist es in dem Moment mit dem Spaß wirklich vorbei? Nachdem die Blogosphäre sich heiß über die $250 Millionen geredet hat, mit denen Twitter bewertet wird, kommt mir bei dem süchtig machenden Microbloggingdienst ein kleines, unwohles Gefühl auf.

Jede Bewertung und natürlich jede Finanzierung bedeutet eines: Monetarisierung des Geschäftsmodells. Wir wissen alle, dass nahezu jeder wichtige Mensch sich schon einmal damit beschäftigt hat, wie man durch Microblogging auf Anbieterseite den Service vergolden kann. Werden mir unterschwellig Anzeigen in meinen Twitterstream per Zufall, zeitgesteuert oder permanent integriert? Kommen auf den Nutzer ein paar idealistische Premiummodelle zu? Muss ich pro Tweet bezahlen? Ja, ein klein wenig Panik macht sich breit! Wer ist letztendlich Herr und Meister über meine Tweets?

Sehen wir es doch positiv, dass das Unternehmen finanzstarke Partner gefunden hat. Mein Tipp für jeden: Richtet euch ein Backup ein. Ihr könnt jeden Tweet über den RSS-Feed oder über die API von Twitter exportieren. Aggregiert diese Inhalte in einem eigenen Datenbanksystem, als wenn ihr ein Tumblelog einsetzt. Ich ziehe mir zumindest meine Tweets seit dem vergangenen Wochenende über den RSS-Feed meines Useraccounts. Natürlich habe ich fast 4300 Tweets dadurch nicht erhalten, doch was braucht man auch den alten Ballast, wenn man die Tweets selbst eher weniger für sich benötigt, als primär für die eigene Online-Reputation, den Google Cache und das Archive.org? :)

27. Januar 2009/von Mike Schnoor
Schlagworte: Microblogging, Twitter
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp Mike Schnoor2009-01-27 09:39:122011-02-11 16:12:00Wenn Twitter dann verkauft wird…
11 Kommentare
  1. Gilly sagte:
    27. Januar 2009 um 09:42

    Also ich würde es z.b. ok finden, wenn ich 2-3 mal am Tag von Twitter eine @reply mit Werbung bekommen würde (Adsense oder Affiliate).

    Die Website selbst mit Werbung zu bestücken ist auch eine Möglichkeit, wobei ja meisten die ich kenne, eher externe Programme zum Twittern nutzen.

  2. Thilo sagte:
    27. Januar 2009 um 09:53

    Aus diesem Grund nutze ich seit Beginn primär ein Open Source Setting: Alle Postings werden zuerst auf identi.ca veröffentlicht und von dort automatisch zu meinem Twitter-Acount übertragen. Lediglich via Handy lassen sich (zumindest für mich) keine Dents auf eine komfortable Weise abschicken. Sonst nutze ich am iMac/Windows-PC/Linux-Netbook Idiquity und bin damit sehr zufrieden.
    Pferdefuß: Replys auf identi.ca werden nicht an den Twitter-Account gesendet.

  3. Mike Schnoor sagte:
    27. Januar 2009 um 09:59

    @Gilly – Ich denke, dass genau diese Applikationen die Monetarisierungspotentiale von Twitter einschränken werden. Ich setze auf das Web – weil ich im Sinne des Minimalismus keine Lust auf Applikationen habe.

    @Thilo – Du hast dafür nicht zufällig ein Tutorial parat? :)

  4. Ulrike Langer sagte:
    27. Januar 2009 um 10:00

    Sascha Lobo hat auf der MBC09 in Hamburg ein kleines Brainstorming in einer völlig überfüllten Besenkammer veranstaltet. Ca. 30 Leute haben sich für Twitter die Köpfe darüber zerbrochen, welche Konzept zur Monetarisierung wohl lang- oder mittelfristig das wirtschaftliche Überleben von Twitter sichern und gleichzeitig die Nutzer nicht vergraulen. War sehr spannend. Die Ergebnisse will er in den nächsten Tagen auf saschlobo.com veröffentlichen.

  5. dfusion sagte:
    27. Januar 2009 um 10:05

    Ich finde mich mittlwerweile damit ab im unbestimmten Turnus meine Komunikationsplattformen zu wechseln. Dass Twitter auf kurz oder lang vergoldet werden kann/soll war abzusehen.
    Wenn das Modell zu Werbelastig oder Kommerziell wird, zieht ein Großteil der Nutzer wieder ab und wendet sich einem neuen oder ähnlichen Dienst zu. Spätestens dann wäre vermutlich die zeit für Pownce gekommen ;)

    Aber malen wir mal nicht den Teufel an die Wand, vielleicht lässt sich ja ein erägliches Geschäftsmodell mit angenehmen Bedingungen für die User erstellen.

  6. Micha sagte:
    27. Januar 2009 um 10:05

    Das Backup der Tweets erfolgt doch schon mehrfach über Friendfeed, Facebook, soup.io, lifestream.fm u. ä., oder gibt es einen besonderen Unterschied bei Tumblelog?

  7. Fabian Pimminger sagte:
    27. Januar 2009 um 10:08

    Gibt es noch keinen solchen Backup-Service für Twitter? Wäre ja eine gute Idee für einen neuen Dienst

  8. Thilo sagte:
    27. Januar 2009 um 10:09

    Ein Tutorial – öhm, quasi als Gastbeitrag in Deinem Blog oder wie? :-)

  9. Mike Schnoor sagte:
    27. Januar 2009 um 10:19

    Coole Idee – ein neues Start-up-Geschäftsmodell basierend auf dem Backup von allen erdenklichen Tweets eines Users. Fünf Euro als Basispreis für die Nutzer.

  10. Michael sagte:
    1. Februar 2009 um 22:09

    Schade um den Backupspace…

Trackbacks & Pingbacks

  1. Wie Twitter jetzt doch Geld verdienen will… | MikeSchnoor.com sagt:
    10. Februar 2009 um 10:28 Uhr

    […] einigen Tagen schrieb ich noch ein paar Gedanken zum Thema des möglichen Verkaufs von Twitter. Jede Finanzierung bedeutet über kurz oder lang der Weg zur Monetarisierung des […]

Kommentare sind deaktiviert.

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Über mich

Mike Schnoor ist Head of Marketing bei kernpunkt und arbeitet seit über 25 Jahren in der Digitalbranche. Dieses Blogarchiv bündelt ältere Beiträge zu Digitalisierung, Marketing, Kommunikation und Digitalwirtschaft. Aktuelle Inhalte erscheinen vor allem auf LinkedIn und im kernpunkt Magazin.

Über mich

Mike Schnoor ist Head of Marketing bei kernpunkt und arbeitet seit über 25 Jahren an der Schnittstelle von Marketing, Kommunikation, Technologie und digitalen Geschäftsmodellen. Seine Themen: AI im E-Commerce, Digital Commerce, Product Experience, B2B-Marketing und die Frage, wie aus fachlicher Expertise sichtbare Marktpräsenz entsteht.

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