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Crowd Investment gilt als eine clevere Möglichkeit, innovative Startup-Projekte durch Privatanleger zu finanzieren. Das Bundeskabinett findet das gar nicht gut und möchte den Bürger vor sich selbst schützen.

Crowd Investing zählt zu den modernen Varianten der Startup-Finanzierung. Bei dieser form des Investments unterstützen Privatanleger mit ihrem Geld junge, innovative Firmen. Im Gegenzug steht ihnen eine finanzielle Beteiligung an deren Wachstum zu. Das vom Bundeskabinett beschlossene Kleinanlegerschutzgesetz setzt sich zum Ziel, Kleinanleger bei Investitionen besser zu schützen. Die Ausnahmen für Crowdfinanzierung reichen aus Sicht des Digitalverbands BITKOM nicht aus, um Startups zu finanzieren und Crowdinvestoren mehr Spielraum bei ihren Geldern einzuräumen.

Eine überwältigende Mehrheit der beteiligten Nutzer (98 Prozent) sind sich als Investoren des Risikos ihrer Geldanlage bis zum Totalverlust bewusst, weil die zu finanzierenden Projekte ihrer Meinung nach transparenter vorgestellt werden (90 Prozent). Laut einer Umfrage durch den BITKOM unter 133 Privatanlegern hält die Mehrheit eine Regulierung durch die Politik für überflüssig. Das neue Kleinanlegerschutzgesetz würde sogar viele Nutzer von Crowd-Investing-Plattformen vertreiben. Mit dem Eingreifen der Politik kommt schnell das finanzielle Aus für zahlreiche Startup-Projekte, die keine Finanzierung durch klassische Geldgeber wie Business Angels oder Venture-Capital-Geber überzeugen können. Sechs von zehn Kleinanlegern (62 Prozent) halten sich bei Crowd Investing sogar für besser informiert als bei klassischen Investitionen durch Banken. Nur 8 Prozent fühlen sich schlechter informiert. Fast jeder Crowdinvestor (95 Prozent) möchte auch künftig einen Teil seines Geldes auf diese Weise investieren.

Crowd Investment gilt als eine clevere Möglichkeit, innovative Startup-Projekte durch Privatanleger zu finanzieren. Das Bundeskabinett findet das gar nicht gut und möchte den Bürger vor sich selbst schützen.

Crowd Investment gilt als eine clevere Möglichkeit, innovative Startup-Projekte durch Privatanleger zu finanzieren. Das Bundeskabinett findet das gar nicht gut und möchte den Bürger vor sich selbst schützen.

„Die Zahlen belegen eindeutig: Es ist nicht notwendig, Crowd Investing in Deutschland stärker zu reglementieren. Die im Kleinanlegerschutzgesetz vorgesehenen bürokratischen Regelungen sind überflüssig und würden Crowd Investing in Deutschland nur unattraktiv machen“, sagt BITKOM-Vizepräsident Ulrich Dietz.

So gelten die Ausnahmen nur bis zu einer Gesamtfinanzierungsumme von 1 Million Euro. Einzelinvestoren dürfen sich nur mit 1.000 Euro beteiligen, eine Obergrenze von maximal 10.000 Euro soll nur bei entsprechenden Vermögens- oder Einkommensnachweisen gelten. Außerdem müssen Anleger ein Informationsblatt ausdrucken und dies unterschrieben an die Crowd-Investing-Plattform zurücksenden. Zudem dürfen sie ebenso wie die Startups selbst nur sehr beschränkt im Internet um Investoren werben.

Ulrich Dietz, Vizepräsident des BITKOM. Quelle: BITKOM

Ulrich Dietz, Vizepräsident des BITKOM. Quelle: BITKOM

„Alle diese neuen Vorschriften verbessern die Finanzierungssituation von Start-ups nicht, sondern es würde hierzulande schwerer, Geld bei Kleinanlegern einzusammeln“, kritisiert Ulrich Dietz und betont: „Crowd Investing muss von den bürokratischen Regelungen des Kleinanlegerschutzgesetzes in deutlich größerem Umfang als bisher vorgesehen ausgenommen werden. Das geplante Kleinanlegerschutzgesetz macht Crowd Investing bürokratisch, langsam und unattraktiv. Bundesrat und Bundestag sind jetzt aufgerufen, diese überflüssigen Änderungen zu stoppen.“

Drei Viertel der privaten Investoren (74 Prozent) geben an, dass sie ihre Einkommensverhältnisse gegenüber der Plattform oder dem Start-up nicht offenlegen. Ihr maximales Investment beträgt damit künftig 1000 Euro pro Projekt oder Startup. Nur 12 Prozent der Crowdinvestoren wären zu dieser Offenlegung bereit. Etwa jeder Dritte (37 Prozent) der Investoren hat zumindest in der Vergangenheit bereits Summen von mehr als 1000 Euro investiert.

Mehr als 10.000 Euro haben bereits 5 Prozent aller Befragten schon einmal für ein einzelnes Investment eingesetzt. Nur jeder Vierte (26 Prozent) wäre bereit, das vorgeschriebene Informationsblatt auszudrucken und unterschrieben zurückzusenden. Jeder Zweite (48 Prozent) hält diesen Vorgang für zu aufwändig und 17 Prozent wären dazu gar nicht in der Lage, weil sie nach eigener Angabe überhaupt keinen Drucker besitzen würden.

Florian Nöll, Vorstandsvorsitzender im Bundesverband Deutsche Startups (BVDS) e.V. Quelle: Felix Müller / BVDS

Florian Nöll, Vorstandsvorsitzender im Bundesverband Deutsche Startups (BVDS) e.V. Quelle: Felix Müller / BVDS

Crowd Investment ist eine Art der Anlageform und Firmenfinanzierung, bei der Kapitalbedarf von Unternehmen durch private Mikroinvestoren gedeckt wird. Damit stellt Crowd Investing eine einzigartige Form der Unterstützung für kleine Projekte dar, welche nicht auf mehrere Millionen, sondern eine grundsolide Finanzierung zur Realisierung von Projekten angewiesen sind.

Bereits im September 2014 begrüßte der Bundesverband Deutsche Startups (BVDS) e.V. den ursprünglichen Gesetzentwurf, forderte jedoch schon damals deutlich mehr Arbeit in das Kleinanlegerschutzgesetz zu stecken. Florian Nöll, Vorsitzender des BVDS, kritisierte, „dass der Gesetzgeber mit Blick auf die Realität der Startupfinanzierung durch die Crowd noch nachbessern muss. Startups brauchen die Finanzierung durch die Crowd und es ist ein schmaler Grat zwischen sinnvollem Anlegerschutz und einer Todregulierung dieses innovativen Finanzierungsinstruments.“ Bei der Regulierung sollten insbesondere die Interessen der Startups berücksichtigt werden, was jedoch immer noch nicht in der aktuellen Vorlage erfolgt ist.

Jeff Bezos, Gründer und CEO von Amazon.com. Quelle: Amazon

Amazon investiert rund 970 Millionen US-Dollar in die Video-Website Twitch. Das vor allem in den USA bekannte Bewegtbildportal nutzen Gamer, um Videomitschnitte ihrer Spiele zu veröffentlichen. Dieser Kauf hat nicht nur für die weitere Entwicklung und Positionierung von Amazon eine große Bedeutung, sondern verdeutlicht die Relevanz der Gamesbranche und ihrer angedockten Wertschöpfungsketten.
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Quelle: Bauer Media Group

Die Bauer Media Group lockt Startups der Digitalen Wirtschaft mit einem neuen Venture Fund an. Für die nächsten zehn Jahre soll Bauer Venture Partners bis zu 100 Millionen Euro in junge Technologieunternehmen investieren, die hochskalierbare, digitale Geschäftsmodelle vorzeigen können.
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Weltweit erkennen immer mehr Unternehmen, dass die Digitale Transformation mit Chancen verbunden ist. Fast jedes Unternehmen (95 Prozent) nutzt digitale Technologien, um mit Kunden in Verbindung zu treten oder um Kundenverhalten zu beobachten. Das Investment in digitale Projekte ist beachtlich, denn die Unternehmen geben durchschnittlich 113 Millionen US-Dollar aus und planen diesen Betrag ebenfalls in drei Jahren zu investieren. Dies bestätigt der „Global Trend Report“ von Tata Consultancy Services, für den 820 Unternehmen aus 13 Ländern zur „Digital Consumer Economy“ aus Big Data und Analytics, Cloud Computing, Mobile und Pervasive Computing, Social Media, Robotik und Künstliche Intelligenz zur digitalen Neuausrichtung befragt wurden.
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Ganze 44,6 Milliarden Dollar ist Microsoft das weltweite Internetunternehmen Yahoo wert. Damit bläst Microsoft nach dem Griff zu Facebook endgültig zum Angriff auf Google. Die Zusammenlegung von Microsoft und Yahoo soll im zweiten Halbjahr 2008 vollzogen sein. Microsoft posaunte erst kürzlich seine Gewinnspanne aus, während Yahoo von Gewinneinbrüchen erzählen musste.

Ich befürchte durch den Zusammenschluss beider Unternehmen, dass insbesondere der gemeine kleine Internetnutzer auf der Strecke bleiben wird. Viele Web 2.0 Portale wie z.B. Flickr oder Mybloglog sind bereits nur unter dem Yahoo-Anmelderhythmus nutzbar, und Microsoft ist in den Augen vieler als ebenbürtiger Datenkrake zu Google gesehen. Spaß bringt das Thema aber allemal, denn jeder darf jetzt wieder wie wild losschreiben und in alle Richtungen um sich hauen. Dass höchstwahrscheinlich mehere tausend Stellen von dem Zusammenschluss betroffen sind, sehen dabei die wenigsten. Ich bin gespannt, ob es ein entsprechendes Watch-Blog zu beiden Unternehmen geben wird…

Unser liebes Kleinbloggersdorf zerreist sich derzeit ein wenig das Maul über die bekanntgewordene Einkaufsmethode der Samwer Brüder. Nun haben sie sich nach zahlreichen Geschichten und Gerüchten doch bei Facebook für eine nicht näher genannte Summe eingekauft. Das ist doch schön für sie und bringt letztendlich ein wenig mehr Spaß für Europa.

„Facebook wird in kurzer Zeit viele internationale Seiten freischalten“, sagte Samwer. In Deutschland soll Facebook noch im ersten Halbjahr mit einer eigenen Version starten und damit vor allem dem Studentennetzwerk StudiVZ Konkurrenz machen, das pikanterweise ebenfalls von den Samwer-Brüdern finanziert und vor einem Jahr für rund 85 Millionen Euro an den Holtzbrinck-Verlag verkauft wurde.

Die unglaubliche Größe und das fulminante Wachstum des Social Networks wird gewiss durch die Beteiligungen nach Europa verlagert werden und wird einen Aufschwung für den Web 2.0 Markt bewirken. Vor allem werte ich es als eine Art der Lizensierung bzw. die Berechtigung für den Aufbau eines Vertriebsnetzes rund um das einstige Studentennetzwerk Facebook, das ja bekanntlich als Vorbild für das deutsche StudiVZ gilt. Facebook selbst muss auf dem europäischen Markt viel präsenter werden als bisher. Es ist daher logisch, dass die lokalisierte Variante von Facebook von erfolgreichen Unternehmern aus Deutschland mitgestaltet und bekannt gemacht wird. Man gönnt sich ja sonst nichts, und warum sollte man mühsam ein eigenes Managementteam in Deutschland aufbauen, wenn man sich nicht auf gut funktionierende Strukturen verlassen kann?

Was mich jedoch wundert: Wer bleibt eigentlich übrig? Das durch die Presse und den Kakao gezogene StudiVZ erfreut sich trotz aller Widrigkeiten enormer Beliebtheit in Deutschland, jedoch hört man wenig konkretes von den internationalisierten Versionen. Auch ist XING weitaus professionellerer Natur, bietet kontaktfreudigen Menschen einen direkten Mehrwert und stellt eine persönliche Visitenkarte von uns allen ins Internet, was bei dem Fratzenbuch eher wie die Visitenkarte von Clowns ausschaut.

Doch im Grunde genommen werden alle am Markt mit von der Partie sein und Facebook wird es sehr schwer haben, außerhalb der internetaffinen Szene in Deutschland sich gegen die allgegenwärtige Business-Kontaktbörse XING sowie das Studentennetzwerk StudiVZ durchzusetzen. Deren Zielgruppen sind in der Regel treue Nutzer, auch wenn man wie jüngst geschehen die Premiumnutzer mit Werbung bzw. die gesamte Community mit irreführenden AGBs vergrätzt. Als lizensierte Sprachversion wird Facebook für Deutschland für bisherige Nutzer genausoviel respektive genausowenig Potential wie die Eindeutschung von YouTube oder Flickr bieten. Der vermeintliche Mehrwert, dass man nun endlich seine „Vampire“ und „Beer“ Spielchen oder die „Superwall“ und irgendwelche sonstigen Applikationen nun auch auf Deutsch nutzen kann, ist doch nicht wirklich das Zeichen für eine eierlegende Wollmilchsau…

Der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr verleibt sich das Internetportal Chefkoch.de ein. Die nach eigenen Angaben die größte Kochseite Europas wartet mit 300.000 Mitgliedern auf und verzeichnet ca. 68 Millionen Page Impressions mit ca. 6 Millionen Visits pro Monat. Laut Informationen des Handelsblatts wurden Axel Springer und Hubert Burda Media ebenfalls Übernahmeangebote gemacht, jedoch schien die Preisforderungen über dem Niveau zu liegen. Ferner hat Burda selbst ein eigenes Portal, während Springer andere Special Interest Portale aus dem Boden stampft.

Das Portal Chefkoch.de wirkt alles in allem sehr intuitiv bedienbar und ist kein webzwonulliges StartUp, sondern bereits seit 1998 am Markt. Doch wer die Vielfalt liebt, die das Essen, Trinken und die dazugehörigen Rezepte bieten, wird auch bei anderen Portalen im Netz für Hobbyköche und Rezeptetüftler fündig:

Weitere Berichte zur Übernahme lesen sich bei Alexander Hüsing, in der WiWo und bei FlorianTreiß.

Täusche ich mich oder ist das Angebot von Townster derzeit offline? Hat das mit dem Pressewirrwarr von gestern Abend zu tun? Ich bekomme zumindest von deren Blog sowie von der eigentlichen Social Community nur noch im Firefox:

Fehler: Server nicht gefunden
Der Server unter www.townster.de konnte nicht gefunden werden.

Nachtrag: Es scheint ein lokales Problem mit der Anbindung hier in Köln zu sein… :)

Diese Meldung im Blog von Townster über den Wechsel der Geschäftsführung ist sehr irritierend. Die Veröffentlichung von Pressemeldungen im Corporate Blog eines Unternehmens ist zwar gängige Praxis, auch ich übe dieses Prozedere derweilen aus, doch im Fall von Townster ist diese Meldung alles andere als förderlich: „Änderung der Gesellschafterverhältnisse“ steht in der Headline, die mit einer persönlichen Note die Nachricht über den Abgang des nunmehr ehemaligen Geschäftsführers Thomas Mindnich wirklich unschön verkündet.

Der Hintergrund scheint die Unstimmigkeit über die nahezu abgeschlossenen Verträge mit Business Angles zu sein, die Details liegen trotz der sehr ausführlichen Pressemeldung im düsteren Dunstkreis der Finanzierungsrunden von Web 2.0 Startups… ich hätte zumindest dazu geraten, den Fall anders zu kommunizieren, als diese Meldung so negativ zu positionieren. Ob die Finanzierungsgespräche überhaupt fortgesetzt werden, ist dabei eine weitaus schwierigere Frage für das Team von Townster. That’s some tough luck!

Die Social Shopping Plattform iliketotallyloveit bekommt eine Seedfinanzierung von der Argiv GmbH und den Investoren Stefan Friese und Stephan Schambach. Seit Dezember 2006 haben die vier Bremer Studenten Silke Jahn, Martin Albrecht, Till Backhaus und Malte Gösche auf ihrem Portal den Usern die Möglichkeit gegeben ihre coolen, innovativen oder besonders schönen Produkte mit der Öffentlichkeit zu teilen.

Ähnlich wie Shoppero oder Dealjäger ist bei iliketotallyloveit jeder Artikel mit einem entsprechenden Link zu einem Onlineshop verknüpft, so dass man das Produkt selbst erwerben kann. Bewertungen, Kommentare und die bekannten Web 2.0 Funktionalitäten runden das Angebot ab. Auch ein Popularitätswettbewerb innerhalb der Community soll aufzeigen, ob das Produkt „loved“ ist oder eher nicht. Apropos Ranking – das gibt es auch bei Wooby nur ohne Shop-Idee dahinter.