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Eine ganz klassische Form der Digitalisierung: Mobile Arbeitsgeräte

Wenn die Unternehmenskultur auf traditionellen Werten basiert, die Führungskräfte Schwäche zeigen und klare digitale Strategien nicht vorhanden sind, wird ein Unternehmen kaum junge Nachwuchskräfte und digitale Denker begeistern können. Zwar versuchen viele Unternehmen, den notwendigen Wandel einzuleiten, aber junge Arbeitnehmer beklagen die mangelhafte Umsetzung der Digitalen Transformation in den Unternehmen. Hingegen gelten digital-orientierte Firmen als attraktive Arbeitgeber und bieten bessere Karrierechancen und Zukunftsoptionen als die etablierten Großkonzerne. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Befragung unter rund 3.000 jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 34 Jahren zum Thema „Wie gut meistert ihr Arbeitgeber den technologischen Wandel“ durch die Markenberatung Prophet.

Rund 60 Prozent der Befragten kritisierten die fehlende Digitale Transformation ihrer Unternehmen. Fast die Hälfte (53 Prozent) macht dafür das traditionelle Denken der Führungskräfte verantwortlich. Zwar sehen vier von zehn Befragten (42 Prozent) das eigenen Unternehmen heute schon durch die neuen Angreifer aus der Digital Economy direkt bedroht, aber als künftige Arbeitgeber präferieren sie mehrheitlich junge, digital-orientierte Firmen (63 Prozent). 56 Prozent können sich einen Arbeitgeber ohne ausreichende digitale Wettbewerbsfähigkeit nicht mehr vorstellen. In den neuen Technologien erhoffen sich die jungen Bundesbürger daher für ihren Job weit mehr Chancen als eine Bedrohung (70 Prozent).

Eine ganz klassische Form der Digitalisierung: Mobile Arbeitsgeräte

Eine ganz klassische Form der Digitalisierung: Mobile Arbeitsgeräte

Felix Stöckle, Partner der Strategieberatung Prophet: „Die Ergebnisse zeigen deutlich wie vorausschauend viel junge Menschen denken. Sie sind mit den neuen digitalen Möglichkeiten groß geworden und erkennen, dass es keinen anderen Weg als die Digitalisierung gibt, wenn Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben wollen.“

Eine veraltete Führungskultur erstickt den technologischen Wandel und die Kreativität im Unternehmen. Ohne das Verständnis der Digitalisierung führen Managemententscheidungen zu Fehlern, so dass die Digitale Transformation im Unternehmen nicht voran kommt. Führungskräfte sollten sich daher selber zu „digitalen Vorbildern“ wandeln und intensiv mit den neuen Technologien vertraut machen. Unternehmen sollten daher intensiv an der Digitalen Transformation arbeiten, um als Arbeitgeber für die jungen Kreativen interessant zu bleiben.

Je mehr Studien über die Digitale Transformation veröffentlicht werden, desto schlimmer scheint die Situation für den Standort Deutschland zu werden. Laut einer neuen Untersuchung von Accenture erreicht die deutsche Volkswirtschaft im Index zur digitalen Durchdringung (Digital Density Index) lediglich einen Wert von 51,9 von 100 möglichen Punkten. Demzufolge landet Deutschland im Ranking von 17 untersuchten Volkswirtschaften nur auf Rang neun.

Die Investition in den digitalen Wandel kann das Wachstum der weltweit zehn größten Volkswirtschaften um zusätzliche 1,36 Billionen US-Dollar bis zum Jahr 2020 befeuern. Für Deutschland würden 10 zusätzliche Indexpunkte ein Wachstum in Höhe von 75 Milliarden US-Dollar bedeuten. Dieses Plus an Digitalisierung entspricht einer Steigerung der durchschnittlichen Wachstumsrate um 0,27 Prozentpunkte pro Jahr und einem 1,9 Prozent höherem BIP im Jahr 2020 als bislang prognostiziert.

Digitalisierungsgrad für 17 Länder. Quelle: Accenture

Digitalisierungsgrad für 17 Länder. Quelle: Accenture

Clemens Oertel, Geschäftsführer bei Accenture Strategy. Quelle: Accenture.

Clemens Oertel, Geschäftsführer bei Accenture Strategy. Quelle: Accenture.

Clemens Oertel, Geschäftsführer bei Accenture Strategy: „In Deutschland sehen wir sowohl in den Unternehmen, als auch bei der digitalen Infrastruktur und den regulatorischen Rahmenbedingungen Handlungsbedarf. Ob flexiblere Arbeitsmodelle oder digitale Formen der Zusammenarbeit, deutsche Unternehmen tun sich beispielsweise schwer, vom Mantra der physischen Präsenz am Arbeitsplatz Abschied zu nehmen. Zugleich verfügen wir hierzulande über eine stark unterdurchschnittliche Versorgung mit Breitband- und mobilem Internet. Insgesamt sind Unternehmen und Politik gleichermaßen gefordert.“

Als problematisch werden fehlende Investitionen pro Kopf in die Kommunikationsinfrastruktur und die Verbreitung mobiler Endgeräte wie Smartphones und Tablets bemängelt. Allgemein sein Wirtschaft, Politik und Gesellschaft durch eine spürbare Zurückhaltung gegenüber digitalen Technologien wie Maschine-zu-Maschine-Kommunikation, das Internet der Dinge und die digitale Interaktion zwischen Unternehmen und ihren Kunden gehemmt. Ein Indiz dafür ist der relativ geringe Anteil der Online-Werbeausgaben der Unternehmen, der im internationalen Vergleich in Deutschland deutlich geringer ausfällt als bei den europäischen Nachbarn.

„Die digitale Durchdringung einer Volkswirtschaft wird zunehmend zum Standortfaktor. Unternehmen werden Investitionsentscheidungen künftig nicht nur danach treffen, wo sie den besten Zugang zu Rohstoffen, ein gut ausgebautes Verkehrsnetz oder eine ausreichende Zahl an Fachkräften finden, sondern suchen auch gezielt nach den ‚digitalen Hotspots‘. Genau hier droht Deutschland im digitalen Wettbewerb abgehängt zu werden. Mit einer Hand voll gut gemeinter aber halbherzig umgesetzter Initiativen wird es nicht gelingen, den Anschluss zu halten. Gefordert ist ein breit gefächertes, abgestimmtes Paket von Maßnahmen, bei denen Politik und Wirtschaft Hand in Hand arbeiten – vom Ausbau der IT- und Kommunikationsstrukturen über die Verbesserungen des Umfelds für Start-ups bis hin zu verlässlichen Regeln, etwa beim Datenschutz“, schlussfolgert Oertel.

Der in Deutschland mangelnde Digitalisierungsgrad wird dabei über vier Kernbereiche hinweg aktiv gebildet:

  1. durch die verstärkte Digitalisierung bestehender Märkte und Schaffung neuer digitaler Business-Plattformen
  2. durch fortschreitende Nutzung digitaler Technologien und Strukturen durch die Unternehmen
  3. durch Aufladung bestehender Produktionsfaktoren mit digitalen Technologien – vom Investitionskapital bis hin zu Sachanlagen und Arbeitskräften
  4. durch aktive, digitalisierungsfreundliche Gestaltung der institutionellen und sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen

Damit Deutschland das enorme Wachstumspotenzial erschließen kann, werden dezidierte Herausforderungsfelder für Unternehmen und Regierungen als Ansatzpunkte hervorgehoben:

  1. Regierungen sollten dringend ihre Vorbehalte gegenüber neuen disruptiven Geschäftsmodellen überdenken. Für nachhaltiges digitales Wachstum müssen bestehende Industriegrenzen überwunden werden. Zugleich sollten auch Unternehmen über eine neue Art der Auseinandersetzung mit der politischen Ebene nachdenken. Gefordert ist eine aktive Zusammenarbeit.
  2. Zur Optimierung von Geschäftsprozessen sowie Steigerung der Effizienz und Produktivität muss weit stärker auf digitale Technologien gesetzt werden.
  3. Volkswirtschaften und ihre Unternehmen können sich mit dem Internet der Dinge und digitalen Technologien einen deutlich besseren Zugang zu essenziellen Produktionsfaktoren verschaffen und weit mehr aus diesen herausholen.
  4. Unternehmen und Regierungen müssen gemeinsam an optimalen digitalen Rahmenbedingungen, auch jenseits der technologischen Infrastrukturen arbeiten.
  5. Die digitale Durchdringung einer Volkswirtschaft wird zunehmend zum Standortfaktor. Unternehmen sollten bei ihren Investitionsentscheidungen künftig gezielt nach Hotspots suchen, die ihnen ein optimales Wachstum für digitalisierte Geschäftsmodelle ermöglichen.

Der Accenture-Index erfasst, in welchem Umfang digitale Technologien sowohl einzelne Unternehmen als auch die gesamte Wirtschaft eines Landes durchdringen. Der Grad wird anhand von 50 Einzelindikatoren bemessen. Darunter fallen etwa Umsatzvolumina im Onlinehandel, die Nutzung von Cloud-Anwendungen und anderer Technologien zur Prozessoptimierung, die Verbreitung technologischer Expertise in den Unternehmen sowie die Akzeptanz neuer, digitaler Geschäftsmodelle. Spitzenreiter in der Erhebung sind die Niederlande mit einem Wert von 75,3 Punkten, gefolgt von den USA (65 Punkte), Schweden (59,6 Punkte) und Südkorea (57,9 Punkte).

Gero Furchheim, Präsident vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. Quelle: BEVH / Nic Hay

Die deutschen Konsumenten bestellten im vergangenen Jahr Waren im Wert von rund 41,9 Milliarden Euro über das Internet. Damit macht Digital Commerce mit gut 85 Prozent den Löwenanteil vom gesamten Warenumsatz über Online und den klassischen Versandhandel aus. Bekleidung zählt nach wie vor zu den mit Abstand beliebtesten Produkten. Kleine Warengruppen wie Möbel und Dekoration werden zunehmend wichtiger in der Online-Konsumlandschaft. Zu den Gewinnern zählt das Mobile Einkaufen über das Smartphone, das zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Nach Berechnungen durch den Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (BEVH) wurden 49,1 Milliarden Euro im Versandhandel in umgesetzt. Davon entfallen alleine 41,9 Milliarden Euro auf den E-Commerce mit einem Anteil von rund 85 Prozent am Gesamtumsatz. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil um vier Prozentpunkte und gemessen am Warenumsatz um sieben Prozent. Für digitale Güter und Dienstleistungen, darunter Downloads, Reise- und Ticketbuchungen, gaben die Konsumenten knapp 11 Milliarden Euro aus.

Gero Furchheim, Präsident vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. Quelle: BEVH / Nic Hay

Gero Furchheim, Präsident vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. Quelle: BEVH / Nic Hay

„Die Entwicklung des letzten Jahres zeigt vor allem zwei Dinge: Der Interaktive Handel hat sich als wesentlicher Teil des Einzelhandels etabliert und ist damit auch für konjunkturelle Schwankungen anfällig. Dass trotz des schwierigen Umfelds im vergangenen Jahr der Onlinehandel weiter wachsen konnte, ist aber gleichzeitig ein deutliches Zeichen für das Potential der Branche“, sagt Gero Furchheim, Präsident des BEVH.

Warengruppen: Bestseller und Newcomer

Zur mit Abstand beliebtesten Warengruppe beim Einkauf zählt Bekleidung mit 11,9 Milliarden Euro Umsatz, gefolgt von Unterhaltungselektronik (5 Miliarden Euro) und Bücher (4,1 Milliarden Euro). Die bislang wenig für den Versandhandel affinen Branche Möbel & Dekorationsartikel konnte mit 2,5 Milliarden Euro deutliche Umsatzsteigerungen verzeichnen und somit eine breitere Konsumentenschicht überzeugen.

Nach wie vor im Trend: Mobile und Multichannel

Die Entwicklung des interaktiven Handels zeigt Verschiebungen zugunsten von Multichannelhandel und Mobile Commerce. Vornehmlich jüngere Käufergruppen setzen zunehmend das Smartphone für ihren Einkauf ein. Zudem etabliert sich der Verkauf von Verbrauchsgütern wie Lebensmitteln über das Internet bei den 14- bis 39-Jährigen. Diese Entwicklung sei nach Ansicht des BEVH noch lange nicht abgeschlossen, so dass die Versandhändler von einem weiteren Wachstumspotenzial ausgehen dürfen. Die Kundenansprache auf mehreren Kanälen macht Multichannelhändler zu klaren Gewinnern des Digital Commerce, während reine Onlinemarktplätze einen Umsatzrückgang verbuchen mussten.

Prognose: Optimistischer Blick auf 2015

Trotz des leicht geringeren Wachstums im Vergleich zu den Vorjahren rechnet der BEVH für 2015 mit einer weiteren Steigerung der Umsätze. Für den gesamten Interaktiven Handel prognostiziert der Verband ein Plus von fünf Prozent auf 51,6 Milliarden Euro. Alleine für den E-Commerce geht der BVEH von einem Wachstum in Höhe von 12 Prozent auf 46,9 Milliarden Euro aus.

Digitale Leistungsfähigkeit der EU-Mitgliedsstaaten. Quelle: Europäische Kommission.

Die Digitale Wirtschaft bietet großartige Möglichkeiten für Fortschritt, Innovationen und Erleichterungen im Zusammenspiel von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Mit dem aktuellen Index für die Digitale Wirtschaft und Gesellschaft untersucht die Europäische Kommission den Stand der Digitalisierung in Europa. Deutschland zählt bei der Digitalen Transformation leider nur zum Mittelmaß und belegt den 10. Platz unter allen EU-Mitgliedsstaaten – ein Armutszeugnis für eine starke und tonangebende Wirtschaftsmacht.

Das Bild zeigt zwar ein durchaus digital denkendes Europa, jedoch lassen sich aus den gesamten Durchschnittswerten der Untersuchung erste Problemfelder identifizieren. Die Mehrheit der Europäer nutzt das Internet regelmäßig (75 Prozent) und laden gerne audiovisuelle Inhalte herunter. Fast die Hälfte der Internetnutzer in Europa (49 Prozent) haben Online-Spiele gespielt oder Spiele, Bilder, Filme oder Musik heruntergeladen. In 39 Prozent der Haushalte mit einem Fernsehgerät werden Videos auf Abruf geschaut. Im Sinne der Unterhaltung wird das Internet demnach gerne genutzt. Bei digitalen Geschäftsmodellen hingegen hapert es gewaltig. Kleine und mittlere Unternehmen haben ernste Probleme mit der Digitalisierung, denn nur 15 Prozent von ihnen betätigen sich im Online-Verkauf und von diesen bieten nur 15 Prozent ihre Dienste auch grenzübergreifend online an. Während digitale öffentliche Dienste in einigen Ländern selbstverständlich sind, sucht man in anderen Ländern danach vergeblich: Ein Drittel der europäischen Internetnutzer (33 Prozent) haben Online-Formulare für die Übermittlung von Informationen an die Behörden genutzt, wobei die Angaben zwischen dem Spitzenreiter Dänemark mit 69 Prozent und das Schlusslicht Rumänien mit 6 Prozent extrem auseinander gehen.

Günther H. Oettinger, Mitglied der EU-Kommission für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft erklärt: „Der Digital-Index zeigt, dass sich die Art und Weise, wie die Menschen Filme ansehen, grundlegend geändert hat: Nach wie vor sehen sich die Menschen ihre Lieblingsserien im Fernsehen an, doch viele – nämlich 40 Prozent – sehen auch Videos auf Abruf und Filme über das Internet an. Wir müssen uns an die Bedürfnisse der Menschen anpassen und unsere Politik entsprechend überdenken.“

Dennoch sollte das durchaus verlockende Beispiel vom Bewegtbild-Konsum nicht für den Digitalisierungsgrad alleine sprechen. Der Blick auf Deutschland zeigt, dass hierzulande weit mehr digitale Baustellen bestehen als zuvor angenommen. Als eines der 28 Mitgliedsländer erreicht Deutschland einen Indexwert von 0,51 auf der Skala von 0,00 bis 1,00 und belegt mit diesem Mittelmaß nur Platz 10. Immerhin hat sich die Digitalisierung in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 0,02 Punkte verbessert.

Digitale Leistungsfähigkeit der EU-Mitgliedsstaaten. Quelle: Europäische Kommission.

Digitale Leistungsfähigkeit der EU-Mitgliedsstaaten. Quelle: Europäische Kommission.

Bei der Internetversorgung hat sich die Konnektivität deutlich verbessert. Nach Ansicht der EU Kommission nutzen rund 82 Prozent der Deutschen gegenüber den 75 Prozent der gesamten Europäer das Internet, aber bei der Breitbandversorgung müssen noch viele Lücken geschlossen werden. Wenn Deutschland ultraschnelle Breitbandtechnologien einsetzen möchte, müssen deutlich größere Investitionen in Glasfasernetzwerke getätigt werden als bisher. Damit lobt die EU zwar die grundsätzliche Idee der Digitalen Agenda, verdeutlicht dabei jedoch die schleppende Arbeit des Ausschusses und das lähmende Gerangel um den Breitbandausbau. Die alten Netze müssen strikt ausgebaut werden, zumal in vielen Haushalten die technologischen Grundvoraussetzungen mit der Abschaffung von alten Kupfer- und Koaxialkabeln erst geschaffen werden müssen.

Mit einem Indexwert von 0,60 Punkten im Bereich Humankapital liegt Deutschland im internationalen Vergleich auf dem neunten Platz und damit leicht besser als der europäische Durchschnitt. 69 Prozent der Deutschen haben grundlegende oder darüberhinaus gehende Kenntnisse zu digitalen Themen und zur Internetnutzung. Auch in weiteren Bereichen der digitalen Fähigkeiten wie Wissenschaft, Technologie, Ingenieurswesen und Mathematik schneidet Deutschland besser als der EU-Durchschnitt ab. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern verbringen die Deutschen weniger Zeit im Internet mit sozialen Aktivitäten und Online-Medien. Beim Online-Shopping zählen die deutschen Verbraucher zur Oberliga und kommen mit 80 Prozent auf den vierten Platz. Die deutschen leser gerne Online-Nachrichten (70 Prozent), hören Musik, schauen Videos und spielen Online-Spiele (53 Prozent) und nutzen recht frequent Online-Banking-Services (57 Prozent).

Jedoch nutzt nur ein Viertel von ihnen (24 Prozent) Video-on-Demand-Angebote, was weit unter dem EU-Durchschnitt mit 39 Prozent liegt. Knapp die Hälfte der Internetnutzer in Deutschland kommuniziert über soziale Netzwerke (49 Prozent), was jedoch im Vergleich zu den europäischen Nachbarn bei einem Durchschnitt von 58 Prozent nur den letzten Platz im Ranking einbringt.

Bei der Integration von digitaler Technologie im Geschäftsleben erreicht Deutschland einen Indexwert von 0,40 – knapp über dem EU-Durchschnitt und damit auf dem 8. Platz. Die fehlende Akzeptanz von Social Media (11 Prozent) und cloud-basierten Applikationen (6,2 Prozent) lassen Deutschland hierbei schlechter abschneiden. Immerhin stellen einige deutsche Unternehmen digitale Informationen bereit (35 Prozent) und nutzen digitale Rechnungen (12 Prozent). Diese Werte lassen Deutschland in diesem Segment nur auf den 21. Platz kommen.

Im Bereich des öffentlichen Sektors kommt Deutschland auf einen Indexwert von 0,39 Punkten. Die geringe Präsenz von Regierung, Behörden und Institutionen sowie dem öffentlichen Dienst zeigen, dass gerade mit Digital Public Services ein großes Innovationspotenzial ungenutzt bleibt. Formulare, Anträge, Abwicklungen – einfache Notwendigkeiten wie die Ausstellungen von Geburtsurkunden oder Anträge beim Einwohnermeldeamt werden hierzulande lieber schriftlich erledigt anstatt kosten- und effizienzsparend über digitale Services. Nur 18 Prozent der deutschen Internetnutzer kommunizieren mit Behörden und öffentlichen Institutionen auf den digitalen Kanälen. Im Vergleich mit dem europäischen Durchschnitt mit 33 Prozent kommen die Deutschen somit nur auf den 23. Platz in diesem Unterranking.

Der Digital-Index der Europäischen Kommission zeigt eindrucksvoll, dass die europäischen Nachbarn das Potenzial und die Notwendigkeit des digitalen Wandels erkannt haben. Während hierzulande lieber über Sinn und Zweck debattiert wird, ziehen die EU-Mitgliedsstaaten langsam aber sicher an Deutschland vorbei und gewinnen an digitaler Wettbewerbsfähigkeit.

Trendthese 2015: Die Zahl der Unternehmensberatungen, die eigene Digital Labs und Digitale Think Tanks aufbauen, wird steigen. Quelle: Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU)

Der digitale Wandel leitet nicht nur einen Paradigmenwechsel in Industrie und Wirtschaft ein, sondern beflügelt das Wechselspiel auf der B2B-Ebene von Beratungsdienstleistern. Während die deutschen Unternehmen mit der Digitalen Transformation ringen, entwickelt sich die Digitalisierung zu einem wahren Umsatzgaranten für die deutschen Unternehmensberater. Künftig sollen Digital Labs und Digital Think Tanks helfen, die Expertise für die Beratungsleistungen zu bündeln. Als wichtigste Branchensegmente mit großem Bedarf für die Unterstützung bei der Digitalen Transformation gelten Energieversorger, Finanzdienstleister, Banken und Versicherungen. Zu diesem Ergebnis kommt die Marktstudie „Facts & Figures zum Beratermarkt 2014/2015“ vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU).

„Die digitale Vernetzung verändert Unternehmen ganz grundlegend. Betroffen sind sowohl Prozesse, Organisationsstrukturen, Mitarbeiterentwicklung als auch ganze Geschäftsmodelle. Das Thema Digitalisierung entwickelt sich mehr und mehr zu einem Wachstumstreiber für uns Consultants. Wir unterstützen unsere Klienten dabei, die notwendigen Anpassungen durchzuführen sowie die neuen Möglichkeiten zu erkennen und zu nutzen“, sagt BDU-Präsident Hans-Werner Wurzel.

Prognose: Deutliches Umsatzwachstum für 2015

Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz in der Consultingbranche um 6,4 Prozent auf 25,2 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr ergibt sich aus den Einschätzungen der Marktteilnehmer eine Wachstumsprognose für den Gesamtmarkt von 7,4 Prozent. Der in der Studie prognostizierte Optimismus zeigt sich bei drei Vierteln der Marktteilnehmer, die bereits mit einer guten Nachfrage ihrer Klienten nach Beratungsleistungen und somit einem Umsatzwachstum rechnen. Nur jedes zehnte Beratungsunternehmen geht hingegen von einem Umsatzminus aus. Unternehmensberatungen der Größenklasse 2,5 bis 5,0 Millionen Euro erwarten ein durchschnittliches Wachstum von knapp zehn Prozent. Die Prognose der großen Marktteilnehmer mit mehr als 45 Millionen Euro Umsatz liegt bei 6,5 Prozent. Am wenigsten optimistisch zeigen sich die Consultingfirmen mit weniger als 250.000 Umsatz: Der Anteil der Marktteilnehmer mit positiver Umsatzprognose liegt hier nur bei 55 Prozent und einem durchschnittlichen Wachstum von 5,7 Prozent. Wichtige Impulsgeber für die Geschäftsentwicklung im Jahr 2015 werden aus Sicht der Consultingfirmen vor allem drei Branchen sein: der Maschinenbau (Prognose 2015: + 8,2 %), die Finanzdienstleister (Prognose 2015: + 8,1 %) sowie die Energie- und Wasserversorgung (Prognose 2015: + 8,0 %). Welchen Anteil die Digitalisierung an den Umsätzen genau haben wird, schweigt die Studie jedoch aus.

Digitalisierung verändert Projetthemen und Strukturen

Dennoch sieht der BDU hierfür die Beraterseite im Zugzwang. Die erforderliche Themen- und Lösungskompetenz müssen Unternehmensberatungen sowohl strategisch als auch organisatorisch mit hoher Intensität aufbauen. Vor diesem Hintergrund erwarten Dreiviertel der Marktteilnehmer, dass die Zahl der Unternehmensberatungen steigen wird, die eigene Digital Labs oder Digitale Think Tanks schaffen. Sogar 78 Prozent der Consultingfirmen rechnen damit, künftig für die technologieorientierten Projekte verstärkt unternehmensübergreifende Kooperationen zu bilden.

Trendthese 2015: Die Zahl der Unternehmensberatungen, die eigene Digital Labs und Digitale Think Tanks aufbauen, wird steigen. Quelle: Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU)

Trendthese 2015: Die Zahl der Unternehmensberatungen, die eigene
Digital Labs und Digitale Think Tanks aufbauen, wird steigen. Quelle: Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU)

Digitalisierung bringt Probleme für Finanzdienstleister, Versicherer und Energieversorger

Vor großen Herausforderungen stehen vornehmlich Finanzdienstleister und Energieversorger, während Banken und Versicherungen von der Digitalisierung mit enormer Wucht erfasst worden. Laut der Studie müssen Kernbereiche schnell angepasst werden und kompensierende Erträge in neuen Segmenten geschaffen werden. Die Arbeit an neuen Strategien und geeigneten Geschäftsmodellen sollte das alte und zunehmend erodierende Stammgeschäft im Zuge der Digitalisierung ersetzen.

Wie deutsche Unternehmen die Digitale Transformation angehen. Quelle: Dimension Data Germany AG & Co.

Jeder weiß es und alle Welt spricht von diesem fachlichen Zauberwort namens „Digitale Transformation“. Jedoch fühlen sich 61 Prozent der deutschen Unternehmen nur als Mitläufer und sehen sich nur gering für die Herausforderungen des digitalen Wandels gewappnet. Sechs von zehn Unternehmensentscheidern (58 Prozent) haben bislang keine funktionierende Strategie zur Bewältigung des digitalen Transformationsprozesses implementiert. Zu diesem Schluss kommt die „Digital Business Readiness“-Studie im Auftrag von Dimension Data Germany, für die eine Befragung unter 100 deutschen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern aus produzierender Industrie, professionellen Dienstleistern, dem Finanzsektor und dem Groß- und Einzelhandel durch das unabhängigen IT-Forschungs- und Beratungsunternehmen Crisp Research AG durchgeführt wurde.

Sven Heinsen, CEO der Dimension Data in Deutschland. Quelle: Dimension Data Germany AG & Co./Martin Joppen

Sven Heinsen, CEO der Dimension Data in Deutschland. Quelle: Dimension Data Germany AG & Co./Martin Joppen

IT-Expertise wird für CEOs zur unerlässlichen Qualifikation

Immerhin existieren bei einigen der CEOs die Pläne für die Digitalisierung auf dem Papier. Der Großteil der Befragten sieht die IT-Abteilung immer mehr in der Rolle des Ideengeber und Strategen (55 Prozent) und nicht länger in der des reinen Umsetzers (35 Prozent). Denn der digitale Wandel hat für 73 Prozent der Befragten entscheidenden Einfluss auf die Unternehmensstrategie. Vier von fünf IT-Verantwortlichen (82 Prozent) wünschen sich deutlich höhere Budgets von mindestens 10 Prozent und zwei von fünf (40 Prozent) benötigen sogar mindestens 20 Prozent mehr Mittel, um Innovationen in der IT vorantreiben und Next-Generation-IT-Architekturen aufbauen zu können.

„Zukünftig werden keine Entscheidungen auf Executive Ebene mehr getroffen, die nicht auch Einfluss auf die IT-Strategie hätten – und umgekehrt. Die IT wird noch stärker als bisher zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor. Immer mehr Unternehmen investieren deshalb in den Um- und Ausbau der bestehenden Strukturen und machen sich die Vorteile der Next Generation IT zu Nutze“, erklärt Sven Heinsen, CEO der Dimension Data in Deutschland.

Digitale Transformation erfordert Budgetveränderungen

Die Digitale Transformation selbst beginnt in den meisten Fällen mit dem Umstieg auf As-a-Service-Modelle, der Nutzung von Lösungen in den Bereichen Business Analytics und Big Data sowie mit Ansätzen für ein optimiertes Mobile Business. Laut der Studie glaubt zwar die Hälfte der Befragten daran, mit der bestehenden IT-Infrastruktur auszukommen, jedoch erkennen die Unternehmen die wachsende Bedeutung neuer Technologien. Anstatt wie bisher 80 Prozent des IT-Budgets auf den Erhalt bestehender Strukturen zu verwenden, fließen bei den meisten Unternehmen fast 30 Prozent der Mittel in die IT der nächsten Generation.

„Neben den finanziellen mangelt es vielen Unternehmen oft auch an den personellen Ressourcen, um den digitalen Wandel intern voranzutreiben. Deshalb greifen immer mehr von ihnen zusätzlich auf die Expertise externer Dienstleister zurück. Dies zeigt sich auch beim Thema Digitale Transformation, etwa wenn es darum geht, IT-Architekturen der nächsten Generation aufzubauen. Um deren Vorteile – Skalierbarkeit, höhere Flexibilität und On-Demand-Services – für das eigene Unternehmen nutzbar zu machen, sollte das Management zügig handeln. Andernfalls besteht die Gefahr, bei der Digitalen Transformation ins Hintertreffen zu geraten“, so Heinsen.

Wie deutsche Unternehmen die Digitale Transformation angehen. Quelle: Dimension Data Germany AG & Co.

Wie deutsche Unternehmen die Digitale Transformation angehen. Quelle: Dimension Data Germany AG & Co.

Die Firmen greifen für die Digitale Transformation schon auf externe Expertise zurück. Laut der Studie setezn 81 Prozent der befragten Unternehmen bereits auf Service-Anbieter und professionelle Partner von außen. Bei deren Auswahl stehen für 94 Prozent Sicherheit und Ausfallsicherheit ganz oben auf der Prioritätenliste. Flexibilität, Agilität und Reaktionsgeschwindigkeit sind für 90 Prozent wichtige Leistungen eines Service-Providers.

Im Zentrum der Überlegungen steht aber nach wie vor das Rechenzentrum. Für 68 Prozent spielt es bei der Umsetzung der Digitalen Transformation eine Hauptrolle oder sogar die des Regisseurs. Das Rechenzentrum soll künftig Dreh- und Angelpunkt einer dynamisierten IT-Infrastruktur sein. So könne die gesamte IT-Architektur transformiert und die Migration der Next Generation IT erfolgreich gestaltet werden.

Je größer ein Unternehmen ist, umso aktiver ist es bei der Gestaltung der Digitalen Transformation. Die Unternehmen haben erkannt, dass von der Strategie und den Mitteln, mit denen sie der Digitalen Transformation begegnen, die Zukunft des Unternehmens abhängt. Nur mit der entsprechenden IT bleiben sie wettbewerbsfähig. Der Erhalt des Status Quo dürfte für ein modernes Unternehmen definitiv keine Option bleiben. Wer die Digitale Transformation jetzt noch immer nicht ganz oben auf dem strategischen Schirm hat, wird in Zukunft kaum eine Chance am Markt haben und über kurz oder lang das Nachsehen gegenüber seinen Wettbewerbern haben.

Mobile Datendienste überholen mobile Sprachdienste. Quelle: EITO, IDC / BITKOM.

Umsätze mit Datendiensten über das mobile Internet überholen erstmals in diesem Jahr die klassischen Mobilfunkumsätze in Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahr steigt der Umsatz über mobile Datendienste voraussichtlich um 6,3 Prozent auf 10,3 Milliarden Euro. Der Umsatz durch klassische Mobiltelefonate sinkt dagegen um 8 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro. Der Boom der mobilen Datendienste ist naturgemäß auf die starke Verbreitung und Nutzung von Smartphones und Tablets zurückzuführen. Schnelle Übertragungsstandards wie LTE, soziale Netzwerke und Apps sowie die Digitalisierung der Industrie verstärken die Entwicklung, während Flatrates die Kosten für Mobiltelefonate deutlich vergünstigen. Zu diesem Schluss kommt der Digitalverband BITKOM anhand einer Auswertung des European IT Observatory (EITO).

Jens Schulte-Bockum, Mitglied im Präsidium des BITKOM. Quelle: BITKOM

Jens Schulte-Bockum, Mitglied im Präsidium des BITKOM. Quelle: BITKOM

„Wir erleben in diesem Jahr eine bedeutende Umwälzung auf dem Mobilfunkmarkt. Das mobile Internet ist zur treibenden Marktkraft geworden. Die Anbieter stehen unter enormem Wettbewerbs- und Preisdruck. Smartphones und Tablets haben sich bei den Verbrauchern durchgesetzt und der Absatz wächst auf dem erreichten hohen Niveau weiter“, sagte BITKOM-Präsidiumsmitglied Jens Schulte-Bockum. Das Umsatzplus bei den mobilen Datendiensten in Höhe von 600 Millionen Euro kompensierte allerdings nicht die Verluste bei den mobilen Sprachdiensten, die mit insgesamt 900 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Den Prognosen zufolge werden in diesem Jahr 24,6 Millionen Smartphones in Deutschland verkauft. Das ist ein Plus von 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, jedoch schwächt der Absatz bei Smartphones und Tablets in 2015 nach zuletzt teils zweistelligen Wachstumsraten etwas ab. So fällt der Umsatz mit verkauften Smartphones um 1,2 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro, während die Verkäufe bei Tablet-Computern um 4,6 Prozent auf 9,1 Millionen Stück zulegen und einen 3,6 Prozent höheren Umsatz mit 2,6 Milliarden Euro erzeugen.

Mobile Datendienste überholen mobile Sprachdienste. Quelle: EITO, IDC / BITKOM.

Mobile Datendienste überholen mobile Sprachdienste. Quelle: EITO, IDC / BITKOM.

Eine direkte Folge der verstärkten mobilen Internetnutzung ist der steile Anstieg der Datenmengen in den deutschen Mobilfunknetzen. Im Vergleich zu den in 2014 gezählten 370 Millionen Gigabyte sollen in 2015 voraussichtlich 480 Millionen Gigabyte übertragen werden. Die Anforderungen an die Infrastruktur wachsen dabei parallel, so dass die Versteigerung von 700-Megahertz-Frequenzen nach Ansicht des BITKOM den Weg ebne, damit Verbraucher auch in dünn besiedelten Regionen möglichst bald von einer Mobilfunkabdeckung mit 50 Megabit pro Sekunde und mehr profitieren.

Diese Entwicklung könnte sogar zu neuen Höhenflügen bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen führen. „Die Sprachfunktion ihres Mobiltelefons ist vorübergehend deaktiviert. Bitte nutzen Sie den Voice-over-IP-Service bei aktivierter Mobile-Internet-Verbindung.“ Vielleicht wird dieser Schritt kommen, wenn man die Umsätze von mobilen Datendiensten und Sprachdiensten vergleicht…

Wolfgang Elsäßer, Geschäftsführer Astra Deutschland. Quelle: Astra.

Immer mehr deutsche Haushalte empfangen ihr Fernsehprogramm in High Definition. Neue TV-Geräte in Kombination mit dem digitalen Empfang über Kabel und Satellit machen es für die Verbraucher mehr als einfach. Kein Wunder, dass rund 17,6 Millionen TV-Haushalte und damit 24 Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahr (2013: 14,2 Mio.) auf HD-Empfang setzen. Gemessen an allen Fernsehhaushalten in Deutschland (38,8 Mio.) liegt der Anteil der HD-Haushalte bei insgesamt 45 Prozent. Mit 10 Millionen TV-Haushalten entfällt ein großer Anteil auf den Satellitenempfang, rund 6,6 Millionen HD-Haushalte nutzen versorgen sich mit Kabelfernsehen und 1 Million über das lineare Internetfernsehen IPTV.

Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle TV-Monitor 2014, für den das Marktforschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag von Astra insgesamt 6.000 Haushalte in Deutschland über den Erstempfangsweg bzw. die Hauptempfangsgeräte der Haushalte befragte.

Das Satellitenfernsehen erreicht 25 Jahre nach dem Start in Deutschland mit 18,2 Millionen so viele TV-Haushalte wie nie zuvor (2013: 18,1 Mio.). Das entspricht einem Marktanteil von 47 Prozent. Dahinter folgt der Fernsehempfang via Kabel, der nach einem leichten Zuwachs jetzt 16,9 Millionen Haushalte (Marktanteil 44 Prozent) versorgt (2013: 16,85 Mio.). Das digitale Antennenfernsehen DVB-T kommt auf 2,2 Millionen Haushalte (Marktanteil 6 Prozent), das lineare Internetfernsehen IPTV auf 1,5 Millionen Haushalte (Marktanteil 4 Prozent).

Wolfgang Elsäßer, Geschäftsführer Astra Deutschland. Quelle: Astra.

Wolfgang Elsäßer, Geschäftsführer Astra Deutschland. Quelle: Astra.

„Der Satellit gewinnt weiter leicht hinzu und bleibt der führende Empfangsweg in Deutschland. Erstmals sieht die Mehrheit der TV-Haushalte mit Satellitenempfang ihre Programme in HD-Qualität. Wir sind davon überzeugt, dass der Trend hin zu besserer Bildqualität anhält“, sagt Wolfgang Elsäßer, Geschäftsführer Astra Deutschland.

Mit Ultra HD stehe sogar der nächste Qualitätssprung vor der Tür. Die neue Technik bietet im Vergleich zu „herkömmlichen“ HDTV eine vierfach höhere Auflösung. Während in vielen Haushalten ein HD-fähiger Fernseher vorhanden ist, muss Ultra HD erst noch in Deutschland Fuß fassen. Im letzten Jahr wurden erst 220.000 kompatible TV-Geräte verkauft. Die Verkaufszahlen sollen in 2015 auf rund 750.000 Ultra-HD-Geräte ansteigen. Laut Astra TV Monitor wissen bereits knapp 17 Millionen TV-Haushalte in Deutschland, was Ultra HD ist.

Obwohl die Nachfrage in diesem Jahr spürbar anziehen soll und der Bekanntheitsgradgrad der jungen TV-Technologie bereits relativ hoch ist, lohnt sich die Anschaffung der neuen Endgeräte erst dann, sobald die TV-Sender ein entsprechendes Ultra-HD-Programm ausstrahlen. Zwar haben einzelne Ausstrahlungen von Sportereignissen in Kooperation mit Sky bereits den Vorteil von Ultra HD auf großflächigen Fernsehbildschirmen demonstrieren können. Jedoch erfordert eine neue Technologie unbedingt die Kompabilität mit der Masse. Der Umbruch von analogem TV zu HDTV dauerte bereits einige Jahre, und noch sind die Zuschauer nicht dafür bereit, alle zwei Jahre ein neues TV-Gerät anzuschaffen, um dem neuesten Trend hinterher zu laufen. Was bei Smartphones durch das Anlernen über Mobilfunkverträge bereits gang und gäbe ist, wird sich nicht so schnell bei dem Firstscreen-Szenario wiederholen.

Im vergangenen Sommer hatten sich bereits 1.543.404 Kunden (Haushalte) sich dazu entschieden, neben den kostenfreien HD-Inhalten der öffentlich-rechtlichen Sender die kostenpflichtigen HD-Programme der Privatsender zu abonnieren. Weniger als 10 Prozent aller HD-Haushalte zeigen sich demnach zahlungsbereit für das Fernsehbild in High Definition.

Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz. Quelle: Pressestelle SPD-Landesverband Saarland

Seit 2008 findet der „Safer Internet Day“ an jedem zweiten Dienstag im Februar des Jahres statt. Das diesjährige Motto „Gemeinsam für ein besseres Internet“ besitzt vor dem Hintergrund der Diskussionen über Datensicherheit und Datennutzungsszenarien sogar einen hochgradig aktuellen Charme. Egal ob Einzelpersonen oder gewerbliche Akteure, die Sensibilisierung für den sicheren Umgang mit Daten muss in allen Schichten der Bevölkerung vorangetrieben werden. In diesem Zusammenhang darf das Zauberwort „Digitale Transformation“ genannt werden. Vor allem die Automobilbranche kann durch die Digitalisierung profitieren, indem sie möglichst perfekte Lösungen für ihre Kunden liefert.

„Aus Autos werden rollende Computer“

Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz. Quelle: Pressestelle SPD-Landesverband Saarland

Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz. Quelle: Pressestelle SPD-Landesverband Saarland

Die Relevanz für die Digitalisierung am Beispiel von „Connected Cars“ zeigt sich an den jüngsten Äußerungen von Heiko Maas, Bundesminister für Verbraucherschutz. Gerade beim vernetzten Fahren spielt der Datenschutz eine große Rolle, sobald Informations- und Kommunikationstechnik in Kraftfahrzeugen sich mit Nutzerdaten, Live-Staumeldungen und Routenvorschlägen verbinden.

„Aus Autos werden rollende Computer, die untereinander und mit anderen Einrichtungen vernetzt sind und zum Teil in Echtzeit Daten übertragen. Das bietet viele Möglichkeiten. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen allerdings die Hoheit über die Sammlung, Weitergabe und Verwertung ihrer Daten behalten. Es darf keinen „gläsernen Autofahrer“ geben. Wir brauchen technische Neuerungen. Wir brauchen dabei aber ein Angebot mit hohen Datenschutz- und Datensicherheitsstandards. Datenschutz im Auto kann sogar ein Wettbewerbsvorteil sein“, erklärte Bundesverbraucherschutzminister Heiko Maas im Rahmen der gemeinsamen Konferenz von BMJV und BITKOM zum Thema „Wohin geht die Fahrt? – Datenschutz und Datensicherheit im vernetzten Auto“.

Verbraucher zeigen Interesse an vernetzten Autos

Über den Bedarf von Connected Cars, selbstfahrenden Autos und intelligenten Zusatzssysteme in Kraftfahrtzeugen sind sich die Deutschen zumindest schon bewusst. Dies zeigen zwei aktuelle Untersuchungen von BITKOM und von YouGov auf.

Laut BITKOM können sich 35 Prozent der Autofahrer in Deutschland grundsätzlich vorstellen, Fahrzeugdaten an Dritte zu übermitteln – bei den 14- bis 29-Jährigen sogar 54 Prozent. Als Voraussetzung gilt für die Befragten, dass sie dafür Gegenwerte in Form von Rabatten bei ihrer Kfz-Versicherung (25 Prozent) oder in Form nützlicher Informationen wie Routenvorschläge oder Stauinfos (21 Prozent) erhalten. Nur 9 Prozent würden ihre Daten auch ganz ohne Gegenleistung zur Verfügung stellen.

Nach der Untersuchung von YouGov können sich sogar zwei Drittel der Deutschen die Anschaffung eines selbstfahrenden Autos vorstellen. Allerdings sollte sich vor allem die Technik als sicher erweisen (41 Prozent) und die Anschaffungskosten dürfen nicht zu hoch sein (35 Prozent). 34 Prozent schließen den Kauf eines selbstfahrenden Autos grundsätzlich aus, denn hierbei überwiegen das mangelnde Vertrauen in die Technik (54 Prozent), kein Fahrspaß (50 Prozent) und zu hohe Kosten (31 Prozent).

Das vernetzte Auto – Datenempfänger und Services. Quelle: BITKOM

Das vernetzte Auto – Datenempfänger und Services. Quelle: BITKOM

In puncto Digitalisierung sei das technische Wettrüsten nicht mehr nur allein Sache von traditionellen Automobilherstellern. Viele Startups und bekannte Technologieunternehmen wie Google fassen Fuß in der Automobilbranche. Dabei erlebt die Gesellschaft die Effekte der Digitalisierung auf immer stärker zusammenwachsenden Märkten. Immerhin debattiert die Europäische Union über einheitliche Richtlinien zum Datenschutz und diverse Regularien für die Akteure der digitalen und analogen Wirtschaft. Konkrete Lösungen hingegen, die den aktuellen Gegebenheiten der Märkte entsprechen, werden sehr oft durch Gedanken aus der analogen Steinzeit geformt. Wenn selbstfahrende Autos in Zukunft zum Straßenbild gehören sollen, muss an vielen einzelnen Punkten angepackt werden, um die Weichen schnell und richtig zu stellen.

Relevanz von Informationskanälen im internationalen Vergleich. Quelle: TNS Infratest

Seriösität, Sicherheit und Glaubwürdigkeit zählen bei Finanzthemen zu den Grundgedanken der Kommunikation. Die Berichterstattung in TV, Radio und Print hilft Banken bei der Reputationssteigerung, so dass die klassische Pressearbeit für die Finanzhäuser die wichtigste Rolle im Kommunikationsmix übernimmt. Die Kommunikation in sozialen Netzwerken hingegen wirkt sich deutlich weniger auf die Reputation von Banken und Finanzinstituten aus. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung von TNS Infratest unter 1.006 finanzaffinen Personen in Deutschland, Schweiz, Großbritannien, USA und Singapur.

Diese Entwicklung dürfte den Social Media Managern in der Finanzwelt weit weniger gefallen als den Entscheidern in der Unternehmenskommunikation. Gerade auf dem deutschen Finanzmarkt haben nach wie vor die Medien als wichtigste Informationsquelle um Reputation von Banken die Oberhand, gefolgt von persönlichen Empfehlungen von Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern. Vertrauen in Empfehlungen und die Erfahrung mit Bankgeschäften und Finanzthemen spielen dabei zusätzliche Pluspunkte aus, so dass vor allem die jüngere Zielgruppe der 18- bis 25-Jährigen vornehmlich auf diese beiden Informationsquellen vertraut.

Die Kommunikation in den sozialen Medien bleibt hingegen für die Verbraucher weit weniger relevant. Erst mit deutlichem Abstand folgen soziale Medien, obwohl die Nutzung von Blogs, Online-Foren und sozialen Netzwerken die Gespräche über Banken und Finanzprodukte intensivieren. Auf dem hinteren Platz findet sich die reine Werbung wieder, die zumindest für deutsche Verbraucher kaum eine Relevanz mehr besitzt. Das veränderte Medienkonsumverhalten, das Desinteresse an Werbeinseln im laufenden Programm, das Sondieren von Nachrichtenmedien sowie die Sensibilisierung für Online-Werbung und der Einsatz von AdBlocker-Software tun ihr übriges.

Im internationalen Vergleich haben persönliche Empfehlungen einen höheren Stellenwert als die Berichterstattung in klassischen Medien, während sich die Online-Präsenzen der Banken in Social Media wiederum vor allgemeinen Werbemaßnahmen einfinden. Insgesamt betrachtet zeigt die Untersuchung, dass das Engagement von Banken und Finanzinstituten im digitalen Bereich noch sehr viel Arbeit für die Reputation leisten muss, bevor Social Media Manager auf Augenhöhe mit der PR-Abteilung ankommen.

Relevanz von Informationskanälen im internationalen Vergleich. Quelle: TNS Infratest

Relevanz von Informationskanälen im internationalen Vergleich. Quelle: TNS Infratest