Mike Schnoor
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Schlagwortarchiv für: Medien

Medienunternehmen und ihre neuen Videohoster

Medien

„Nach RTL hat jetzt auch ProSiebenSat.1 eigenen „YouTube“-Klon“ – so titelte gestern das Medienmagazin DWDL. Zwar ist es mittlerweile nichts neues, dass Unternehmen sich miteinander und untereinander aneinander beteiligen. Doch gerade die Tatsache, dass ein Medienunternehmen des Fernsehmarktes sich ein Internetunternehmen einverleibt, um damit mehr Medieninhalte zu generieren, eine Community aufzubauen, und so sein etabliertes Marktsegment zu festigen und gleichzeitig in einen neuen Markt einzutreten – das ist relativ frisch und noch nicht sehr oft in der deutschen Medienlandschaft passiert.

Die Samwer Brüder haben somit bewiesen, dass nur allein ihr Name das Geld auf den Tisch gebracht hat. Dieser Deal, welcher bestimmt die eine oder andere Million auf ihr Konto gebracht hat, ist einerseits beneidendswert, aber andererseits nur eine Farce in der Entwicklung des Internets.

In der Blogosphäre kursieren ebenfalls schon seit gestern entsprechende Meldungen, und wie beispielsweise eine recht interessante Diskussion bei Gugelproductions bestätigt, ist dies wieder nur ein weiteres Zeichen dafür, dass die „Jamba“ Brüder Samwer einen erneuten Deal mit MyVideo eingefädelt hatten. Mehr auch nicht! Doch auch diese Diskussion zeigt, dass eine Übernahme dieser „jungen“ Internetunternehmen gewisse Tücken aufweisen. Sobald die eine oder andere Senderfamilie das kleine Internetunternehmen mit seinen Videos geschluckt hat, wird sich der Inhalt dieser Internet-Video Plattformen gewaltig verändern:

[…]dass sich daraus eine große Chance für Sevenload ergibt, die als verbleibender unabhägiger Anbieter dynamischer und entschlossener auf die Wünsche der Internetgemeinde eingehen können, während Clipfish und MyVideo an einer Integration der Dienste in die Mutterkonzerne arbeiten[…]

Sehen wir es also so, dass die einverleibte Struktur des Dienstleisters für Internet-Videos dem Medienunternehmen RTL oder ProSiebenSat.1 einen Vorteil bringen wird, oder vielleicht doch eher sich nachteilig auswirkt? Vorteile ergeben sich definitiv durch den Content, durch die Knüpfung von Synergien mit der Internet-Technologie und dem TV-Medium. Doch Nachteile gibt es, so wie ich es erwarte, speziell in dem Bereich Community. Können die beiden Senderfamilie wirklich eine Mehrnutzen für sich und gleichzeitig die Nutzer der Internetplattformen generieren?

Wenn dieser Mehrnutzen aus einem kompletten Archiv von GZSZ oder den gesammelten Folgen von GALILEO ausschaut, dann wird gewiss der Nutzer im Internet davon profitieren. Selbst wenn es kleine Ausschnitte aus den Sendungen, einzelne Beiträge, oder die Stefan Raab Maschinerie geben wird, kann ein Nutzer damit befriedigt werden. Der Mehrnutzen ist somit existent, und ebenfalls kann das Medienunternehmen auch einen neuen (kleinen) Werbeplatz anbieten. Doch der Medieninhalt allein garantiert nicht, dass der Rezipient sich diesem auch annimmt. Für den eingefleischten Fan eines jeden Formates ist dies schlichtweg der Traum – endlich kann man ungestört zu jeder Tageszeit die Folge ansehen, wo Petra noch mit Tim fröhlich gekuschelt hat, bevor Andrea ihn ihr ausgespannt hat. Gut, wer es braucht, wird womöglich auch dafür noch einen kleinen Endbetrag pro Episode hinblättern. Doch wer es nicht braucht ist die immer wieder existierende und damit übernommene Community.

Eine Community ist meiner Erfahrung nach ganz bestimmt nicht darauf erpicht, alte abgefrühstückte Inhalte von anno dazumal in einem Internet-TV-Sender als Wiederaufbereitung (quasi als „olle kamelle“) zu finden. Vielmehr ist eine Community daran interessiert, eigene Inhalte zu erstellen, zu bewerten, zu sondieren, zu nutzen. Und gerade dabei sehe ich es auch als eine Bestätigung, dass beispielsweise sevenload im Gegensatz zu Myvideo oder Clipfish gänzlich andere nutzerbasierte Inhalte präsentiert. Wie hieß es so schön in den Kommentaren des Eintrages?

Es ist wie bei Apple und Microsoft, nur das „Apple“ also Sevenload, bisher nicht die Fehler von Apple macht (Anfang der 90er den Kunden aus den Augen zu verlieren und von 30% auf 3% Marktanteil zu schrumpfen).

Sollte in Zukunft sich alles so entwickeln, würden Myvideo und Clipfish (und ihre Medienkonzerne) zu einer Plattform für grobe, unpersönliche und maximal die Allgemeinheit ansprechende Inhalte werden, während sich sevenload zu einer Plattform für individualisierte, persönliche, am User orientierte Inhalte mausert. Die Entwicklung wird absehbar sein – nicht heute, aber bestimmt in der nahen Zukunft. Der Medieninhalt von morgen ist auf mich als Rezipienten zugeschnitten, von mir als Produzenten konzeptioniert und ganz bestimmt nicht von einem Medienunternehmen „von oben herab“ doktriniert, wie es ja die übliche Praxis der Programmkonzeption ist.

5. September 2006/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp Mike Schnoor2006-09-05 14:47:192026-06-06 11:24:25Medienunternehmen und ihre neuen Videohoster

Zukunftsmusik: Deutschland ist Online

Medien, Politik

Nach dem Prinzip „Masse statt Klasse!“ vollzieht sich ein Wandel in Deutschland: Die Bürger sind im Netz. Oder mit anderen Worten gesagt – laut der aktuellen ARD/ZDF-Online-Studie 2006 ist die Mehrheit der deutschen Bundesbürger mit insgesamt 60% der Gesamtbevölkerung der Erwachsenen um weitere 1,1 Millionen Menschen online. Interessant an dieser Entwicklung ist zumindest, dass nahezu jeder vierte Internetnutzer zumindest gelegentlich Videos im Netz anschaut oder eine Liveübertragung über dieses Medium mitverfolgt. Der Anteil der Abonnenten von Online-Radioprogrammen oder Nutzer von Audiodienstleistungen (z.B. MP3 Downloads) ist mit 40% relativ hoch.

Erschreckend jedoch ist, dass Podcasting nur von 6% der Internetnutzer aktiv genutzt wird. Bedenkt man jedoch, dass in den vergangenen Jahren diese Form der Medienkommunikation gänzlich nicht in den Studien vertreten war, ist es jedoch ein kleiner Erfolg.

Thematisiert man die Entwicklung unter der Betrachtung von weniger strengen Gesetzmäßigkeiten, wie es eine statistische Untersuchung bzw. Studie erfodert, lässt sich folgende Entwicklung vorhersagen.

  • Der Internetnutzer wird weniger Fernsehen, die Reichweite des Internets wird somit steigen.
  • Das Fernsehen wird Marktanteile verlieren, die Werbeeinnahmen werden durch die sinkende Reichweite ebenfalls sinken.
  • Die Internetunternehmen werden neue Geschäftsmodelle realisieren, welche zu einer weiteren Festigung des Marktes dient.
  • Die TV-Sender und die dazugehörigen Medienunternehmen werden versuchen, ihre Bestreben nach einer (neuen) Regulierung des Internets zu verstärken, um diese wachsende Konkurrenz zu reglementieren.
  • Eine Medienlobby wird stillschweigend gegründet, um die Interessen der privaten Medienunternehmen auf politischer Ebene zu vertreten und um diese Regulierung zu fördern.
  • Chancen und Potentiale werden in der nahen Zukunft für Internetunternehmen vermehrt aufkommen, die Internetunternehmen werden noch stärker in die alten (Zuschauer-)Märkte eindringen und trotz des Lobbyismus die Medienunternehmen in einen Verdrängungswettbewerb drängen.
  • Das neue Medienunternehmen ist ein Internetunternehmen, welches sich der technischen Möglichkeiten des Internets und des TV-Programms annehmen wird.

Wenn man nun bedenkt, dass diese Nutzer immer mehr zu den „freien Anbietern“ im Netz wechseln, also zu den Dienstleistern von Bild- und Videoübertragung, bleibt also nur noch abzuwarten, ab wann ein (erneuter) Aufschrei durch die Medienunternehmen unserer Zeit hallt: Meiner Meinung nach wird das Internet dem Radio und Fernsehen zahlreiche Zuschauer und damit Sendeanteile abknöpfen. Das Web 2.0, fast sogar das damit verbundene Theoretikum „Web 3.0“ mit seinen hochgradig interaktiven und personalisierten Nutzern, wird seinen Beitrag dazu leisten, um eine solche Entwicklung zwar nicht heute, aber dennoch vielleicht morgen oder in den kommenden Monaten einzuleiten. [via Golem]

5. September 2006/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp Mike Schnoor2006-09-05 11:28:552026-06-06 11:24:36Zukunftsmusik: Deutschland ist Online

Die Qual der Leserblogs

Blogkultur, Medien

Wie schön das Leben doch sein kann. Man sitzt an seinem Rechner, hat den Laptop auf dem Schoß, macht mit der Digitalkamera oder dem Handy Mobiltelefon einen schönen Schnappschuss – und man ist in der Zeitung! Entweder bei der 1414-Bild oder bei wie bereits erwähnten anderen Leserblog-Verlagen, heute ist es für jeden von uns möglich, den privaten Seelenstriptease nicht nur von sich selbst, sondern auch von anderen uns total fremden Personen in Text und Bild und Ton zu bannen. Doch hat diese Masche überhaupt in der Zukunft noch einen Sinn? Der Schein trügt nicht, wenn man festhalten muss, dass immer mehr Verlage versuchen, eine Community rund um die hauseigene Tageszeitung oder ein anderes Käseblatt zu binden:

Und deshalb laden sie ihre Leser zum Schreiben. Viele wollen das sogar erstmal ausprobieren. Das Blöde ist nur: Nur wenige wollen das, was andere Leser schreiben, wiederum lesen. [via Thomas Knüwer]

Danke für die entsprechenden Anmerkungen, Herr Knüwer. Es erscheint in diesem Moment genau richtig, soetwas zu behaupten. Wenn ich eine Zeitung lese, konsumiere ich das Produkt aufgrund der journalistischen Qualität, sofern diese überhaupt bei einigen Blättern vorhanden ist. Mich interessiert es herzlich wenig, dass eine Gruppe von teilweise anonymen Lesern des Blattes sich herrlich zu diesem gebunden fühlt. Bin ich ein Verlagsmanager XYZ, der seine ABC-Zeitung mit neuen Inhalten füllen möchte, und sich dabei an der neuen semi-digitalen Leser-Blatt-Bindung ergötzt? Falsch! Soetwas bin ich (momentan) natürlich nicht. Der Medieninhalt aus dem Hause eines Citizen-Media Journalisten kommt mir auch nur in dem Fall interessant vor, wenn ich die Gesamtheit der von demjenigen Autoren geschaffenen Werke betrachte, der Autor mir aufgrund seines Schreibstiles gefällt, oder aus sonstigen Gründen – aber nicht, weil der Autor die ABC-Zeitung jeden Tag lesen mag und andere Leser mit seinem persönlichen Gefilde aus halbdurchwachsenen, pseudo-journalistischem Gedöns vollschreibt…

25. August 2006/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp Mike Schnoor2006-08-25 16:40:332013-11-20 07:14:52Die Qual der Leserblogs

Kongresszeit in Deutschland

Blogkultur, Events, Marketing, Medien

Der Sommer neigt sich dem Ende, der Herbst kommt bestätig näher. Die Menschen finden sich wieder in ihren Häusern ein, um zusammen ein wenig Gemeinschaftlichkeit erleben zu können. Was bietet sich da näher an, als sich zu großen Gruppen zusammenzuschließen, um daraus einen medialen Event zu zaubern? Die Kandidaten für die Events der nächsten Wochen sind folgende drei Kongresse:

  • Media In Transition am 07. bis 08. September 2006 in München:
    Die Informationsrevolution in unserem medialen Zeitalter wird hier beleuchtet. Media Content Management, Web 2.0 Trends, Distribution und Marketing & Strategy sind die Schwerpunkte. Die Preise sind mit 460 Euro bis 850 Euro für diesen Kongress am günstigsten, auch für Studenten scheint es eine gesonderte Ermäßigung zu geben.
  • Chance Web 2.0 am 25. September 2006 in Köln:
    Neue Wege im Internet beschreiten – man möchte als thematischen Schwerpunkt die Veränderung der Kundenbeziehung durch neue Möglichkeiten der Kommunikation aufgreifen (z.B. durch Unternehmens-Weblogs), wobei festzuhalten ist, dass man sich noch nicht auf das endgültige Thema festgelegt hat – total Web 2.0 eben. Schön daran ist, dass hier 15 Wildcards an Blogger vergeben werden. Zu schade, dass ich im Urlaub davon nix mitbekommen habe. Preislich liegt dieser Kongress recht günstig mit 890 Euro für einen Tag mit Vollprogramm, zumal es für Frühbucher entsprechende Rabattaktionen gibt.
  • Web 2.0 Kongress am 09. bis 12. Oktober 2006 in Offenbach bei Frankfurt:
    Themenschwerpunkt sind Neue Kommunikations- und Business-Modelle mit WEB 2.0 und RIA, wobei der Kongress mit Workshops und teilweise parallelen Vortragsreihen und Keynotes gespickt ist. Irgendwie ist das sehr zeitaufwendig, der Preis für die Veranstaltung liegt auch mit 1.795 Euro für den reinen Kongress bis 2.795 Euro für den Kongress und die Workshops recht hoch.

Wo würde ich am liebsten hingehen? Natürlich zu ALLEN drei Kongressen. Doch leider halten mich die Preise für die Anfahrt und die Kongressteilnahme selbst derzeit vom Besuch ab. Aber vielleicht entwickelt sich ja etwas schönes wie bei meinen super Erfahrungen beim Next10Years Kongress bei SinnerSchrader… ;)

22. August 2006/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp Mike Schnoor2006-08-22 11:33:382007-12-30 13:49:49Kongresszeit in Deutschland

Internet und Geschwindigkeit

Medien

Die Macht des Internets ist ein unglaublicher Sog, der einen doch ziemlich tief in den digitalisierten Wahnsinn treiben kann. Zu Hause nutzen wir eine schöne A-DSL Leitung und unser WLAN Netz. Hier im Urlaub schaut es ja anders aus. Man braucht Geduld, Hingabe, ja ein wenig Inspiration.

Aber seit ungefähr 30 Minuten (plus minus 5) aktualisiert sich schleppend meine komplette RSS Feed Liste – und es nimmt kein Ende. Die E-Mails über den Webmail-Client bauen sich derweil nur im Minutentakt auf. Jedwede Internetseite braucht mindestens zwei Minuten, falls man nicht vorher frustriert auf JavaScript per manueller Deaktivierung verzichtet. Selbst einen Blogeintrag an den Server zu schicken fraß auch fast eine Minute der kostbaren Zeit. Die Bestellung eines neuen Buches über Amazon dauerte durchweg 10 Minuten vom ersten Klick bis zur endgültigen Auftragsbestätigung.

Wie schön es doch ist, immerhin über eine Verbindung mit dem Modem zu verfügen. Man ist dann nicht ganz abgekapselt im Urlaub! Und ich gestehe: Ich bin ein Mensch mit ausgebrochener Mediensucht! ;)

17. August 2006/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp Mike Schnoor2006-08-17 18:14:272006-08-17 18:14:27Internet und Geschwindigkeit

Goodbye GEZ? Willkommen Web 2.0!

Medien

Es war schön mit Dir, wir haben dich alle gemocht. Du wunderschöne Gebühr, die keine Gebühr, sondern nur ein Beitrag war. Ein Beitrag, der als Gebühr für viele Menschen wahr wurde, und andere zum Alptraum. Die GEZ Gebühr kommt in die Jahre und wird nicht mehr so sehr geschätzt, wie früher einmal. Die BBC möchte den Rundfunk in Citizen-Media Journalismus umwandeln – mit den technischen Grundlagen des Web 2.0. Und in Deutschland sprechen sich immer mehr Politiker gegen den Dinosaurier GEZ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aus. Was für ein Vormittag! So viel Web 2.0, so viel Citizen-Media Journalismus vs. traditionelle Medien, dass man förmlich in geekisch-orgasmiatische Stimmungen versetzt wird. ;)

11. August 2006/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp Mike Schnoor2006-08-11 12:49:502006-08-11 12:49:50Goodbye GEZ? Willkommen Web 2.0!

Der Spiegel: Geselliger Journalistischer Medien-Mist

Medien

Ein Artikel im SpOn-Blog hat doch wirklich meine Aufmerksamkeit erregt. Im Zuge dessen, dass sich die RTL-Gruppe und auch Viacom’s MTV überlegen, in Zukunft das digitale Satelliten-TV über Astra zu verschlüsseln und nicht mehr kostenlos anzubieten, wagt Holger Dambeck als Autor des Spiegel Artikels eine wilde Behauptung:

Das Ende der GEZ?
Bislang gilt: Wer einen Fernseher hat, oder ab 2007 einen PC mit Internetanschluss oder ein TV- fähiges Handy, muss GEZ-Gebühren zahlen. Ob tatsächlich ein öffentlich-rechtliches Programm geschaut wird, ist dabei egal.

Mit einer Smartcard für ARD und ZDF wäre die Situation anders. Ohne die Karte könnte man die Programme nicht schauen – müsste also folgerichtig auch keine GEZ-Gebühren zahlen.

Lieber Herr Dambeck,

dazu muss ich anmerken, dass ihr Artikel eine gewisse Meinungsbildung vertritt, die keinesfalls legitimiert ist. Nach der aktuellen Gesetzeslage und der allgemeinen staatlichen Regulierungsbemühungen in unserer Gesellschaft gilt folgendes als unmissverständlich und faktisch unantastbar: Die ARD und das ZDF nebst ihren „Dritten Programmen“ sind öffentlich-rechtliche Unternehmen. Diese haben den Grundversorgungsauftrag als ihren Programmauftrag per Gesetz (siehe Rundfunkstaatsverträge, Landesrundfunkgesetze, Grundgesetz) zu befolgen, welcher durch die publizistische Grundversorgung von Information, Bildung und Unterhaltung bedingt ist.

Ferner gilt für deren Medienprodukt zu beachten, dass dieses den Charakter eines öffentlichen Gutes hat. Das Medienprodukt der öffentlich-rechtlichen TV-Sender ist daher daran gebunden, folgende zwei Kernaussagen zu befolgen: Der sogenannte „Nicht-Ausschluss im Konsum“ bedeutet dabei, dass ein Konsument nicht von der Nutzung dieses Gutes ausgeschlossen werden kann, und gleichzeitig herrscht eine „Nicht-Rivalität im Konsum“, indem kein Konsument den anderen Konsumenten durch selbige Nutzung des Gutes von der eigenen Nutzung des Gutes wiederum ausschließt.

Richtig, das ist haarscharfes Wischwasch der Medienwissenschaften. Sobald die ARD und das ZDF jemals ihr Angebot über den Kabel- und Satelliten-Empfang hin verschlüsseln, ist der Charakter des öffentlichen Gutes aufgehoben, und ebenfalls kämen die Sender in ihrer Aufgabe der Grundversorgung nicht mehr nach, indem schon der einzelne Zuschauer, der keine Smartcard zur Entschlüssellung besitzt, schon vom Konsum her ausgeschlossen ist.

Hatten Sie überhaupt jemals beim Zusammenskribbeln ihres Artikels darüber nachgedacht, was eine Verschüssellung für die Gesellschaft zur Folge hätte? Ich hege meine berechtigten Zweifel, denn ansonsten hätten sie sicherlich ein wenig mehr in die hochgepriesene journalistische Arbeit in Bezug auf die Recherche von Medienwissenschaften und Medienökonomie investiert. Herzlichen Dank dafür, dass „Der Spiegel“ sich dadurch in seiner Online-Ausgabe wie ein Boulevardmagazin liest. Ich hoffe nur, dass dieser Medieninhalt nicht integraler Bestandteil der Print-Ausgabe ist. Ihre abschließende Bemerkung („So wird uns die GEZ wohl auch weiterhin erhalten bleiben.„) jedenfalls erinnert mich an das, was ich bei der BILD Zeitung lese – lapidarische Meinungskundgebung ohne jedwede erdenkliche Begründung.

Worin besteht also der Unterschied zwischen einem privatwirtschaftlichen Medienunternehmen und den Unternehmen des ÖR? Ganz genau darin, dass die privatwirtschaftlichen Medienunternehmen jederzeit sich verschlüsseln können, um von der Gesellschaft ihr mittlerweile unerträgliches Programm abzuwenden. Den Ausschluss vom Konsum der öffentlich-rechtlichen Sender kann man auf gesellschaftlicher Ebene nicht akzeptieren, geschweige denn nur verantworten.

Eine abschließende Frage, die ein wenig zur Erheiterung dienen darf: Wie sollen die ÖR ohne Einnahmen aus der GEZ-Gebühr eine Finanzierung von Smartcards vornehmen, wo sie sich schon nicht aus Werbung finanzieren dürfen? Und wäre es überhaupt legitim, das Geld dafür auszugeben, wenn es schon Diskussionen darüber gibt, ob diese Sender eine Website besitzen dürfen oder nicht?

Linktipps zu diesem Thema im Netz:

  • Bezahlen für Werbung
  • Das Ende der GEZ?
  • Byebye RTL & Co
  • RTL bestätigt: Satelliten-Empfang wird 2007 verschlüsselt
  • Ihr seid Lügner! – Ab 2007 wird SAT verschlüsselt
3. August 2006/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp Mike Schnoor2006-08-03 19:57:252013-11-20 07:43:18Der Spiegel: Geselliger Journalistischer Medien-Mist

Sex als Programmvielfalt

Medien

Das da drüben bei den Briten von Channel 4 in ist selbst ohne eine Wertung abgeben zu wollen einfach nur ekelig: Masturbate-a-thon 2006 ist eine Fernsehsendung, bei der haufenweise gehirnamputierte Leutchen sich vor der Kamera selbst entblössen und Hand anlegen. Nachdem es also ein großer Erfolg in den USA war, wo man sicherlich gerne zuschaut aber niemals zugibt, es selbst zu tun, ist nun Europa dran. Besser gesagt – die alte Kolonialmacht Großbritanien.

„This year it’s time to bring the event across the pond to see if the great British public can embrace mass public masturbation. It’s time to find out if the only things allowed to be stiff in Britain are upper lips.“

Na wundervoll. Man mag mich vielleicht als prüde oder einfältig bezeichnen, aber sowas muss nicht im Fernsehen gesendet werden. Dafür gibt es doch spezielle Abonnements, bei denen man sich mit Pornos nur so eindecken kann. Wozu also dann das noch mit einem Special verbraten… yuck! Man soll ja Programmvielfalt schätzen, aber gewisse Sachen brauche ich mir nicht antun, auch wenn es nach 11 Uhr abends ist. Auch Kinder können sich soetwas ansehen, und dann wird es nicht mehr schön. Es ist also nicht mehr Sex, was im TV zählt, sondern schon der Voyeurismus bringt die Quote. Wie lange es wohl dauert, bis RTL2 sich dem Thema annimmt? [via LostFocus]

18. Juli 2006/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp Mike Schnoor2006-07-18 12:07:452006-07-18 12:07:45Sex als Programmvielfalt

Neues beim Medienmagazin DWDL

Medien

Nach eigenen Angaben ist das Medienmagazin DWDL, was zu unserer täglichen Lektüre im Web gehört, an der Spitze unter allen Informationsdiensten zur deutschen Fernseh- und Medienbranche. Neben der Selbstprofilierung nach vier Jahren Laufzeit wird es auch ein paar kleine Veränderungen geben: Die neuen Rubriken „Panorama“ und „Persönlich“ beinhalten nebst Kritiken und Hintergründen auch Interviews und VorOrt-Reportagen. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich diese Branchenberichterstattung in Zukunft auswirkt.

17. Juli 2006/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp Mike Schnoor2006-07-17 12:24:362006-07-17 12:25:23Neues beim Medienmagazin DWDL

Heute: Exkursion ins Funkhaus Wittland

Marketing

In etwas mehr als einer Stunde werde ich mich nach Kiel begeben, um bei dem Radiovermarkter MACH 3 ein paar Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln. Die Exkursion findet im Rahmen der Veranstaltung von Medienmanagement und Marketing an unserem Institut für Internationales Management statt – unser Programm sieht wie folgt aus:

12:30 Uhr
Come Together und Begrüßung durch MACH 3-Geschäftsführer Dirk van Loh

13:00 Uhr
Funkhausführung (inkl. Studio- und Produktionsbesichtigung) mit R.SH-Chefkorrespondent Carsten Kock

13:40 Uhr
„Medien im Wandel“, Oliver Dannenberg, Assistent der GF MACH 3

14:20 Uhr
kleiner Snack & lockere Gesprächsrunde (Ende ca. 15 Uhr)

28. Juni 2006/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp Mike Schnoor2006-06-28 09:52:152006-06-28 09:52:15Heute: Exkursion ins Funkhaus Wittland
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Mike Schnoor ist Head of Marketing bei kernpunkt und arbeitet seit über 25 Jahren in der Digitalbranche. Dieses Blogarchiv bündelt ältere Beiträge zu Digitalisierung, Marketing, Kommunikation und Digitalwirtschaft. Aktuelle Inhalte erscheinen vor allem auf LinkedIn und im kernpunkt Magazin.

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