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Was muss man tun, wenn die Gedanken nicht frei sind? Wenn Worte nicht geflügelt daher kommen? Wenn die Finger nicht über die Tastatur huschen wollen? Wenn man den geistigen Erguss nicht in einen Text formulieren kann? Diese Situation bezeichnen viele Autoren als Schreibblockade, unter der selbst ich zeitweilig leide. Jedoch gibt es dazu verschiedene Auswege, um eine Schreibhemmung zu besiegen. Wie das geht, möchte ich heute in einem Beitrag zur Blogparade von Kerstin Hoffmann über Schreibblockaden aufzeigen.
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Seit dem Ende von Google Reader wurde das Thema RSS sehr umfangreich und kontrovers diskutiert. Brauchen wir überhaupt noch klassische RSS-Reader? Lohnt sich ein RSS-Feed mit vollständigen Artikeln oder die Variante mit reduzierten Auszügen? Werden mehr Leser durch die reduzierte Variante auf das Blog gelockt? Kommt ein Blog heutzutage ohne RSS aus? Diese Fragen habe ich mir in den letzten Wochen oft genug gestellt – und ich habe eine passende Lösung anzubieten, damit RSS auch in Zukunft zu den digitalen Essenzen der Medienwelt zählt.
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Getreu nach dem bekannten Sprichwort „Alles neu macht der Mai“ dachte ich mir: Mein Blog benötigt nach zwei Jahren dringend einen Frühjahrsputz! Der Aufwand, ein eigenes Layout zu gestalten, zu programmieren und zu pflegen, ist mir mit der Zeit einfach zu groß geworden. Im Gegensatz zu früheren Zeiten vertraue ich mittlerweile auf ein fertiges WordPress-Theme.
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Seit einiger Zeit geistert ein neudeutsches Unwort durch den digitalen Zeitgeist: Wir tweeten! Bitte was? So ein Unsinn! Das weiß doch jedes Kind, dass wir twittern! Weil es das Blog heißt und nicht der Blog. Weil wir facebooken und nicht facebuchen! Wer hat Schuld für diese Misere? Die Werbung! Eine unselige Momentaufnahme über die Unkultur der deutschen Werbeversprecher und ein Appell an die deutsche Sprache…
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Klout versucht sich als Ranking- und Bewertungsdienstleister am digitalen Nutzer. Deutsche Medien, Bloggern und Karriereexperten kritisieren das Angebot scharf. Es mangelt an Aussagekraft des Klout-Scores, der im Prinzip nur die (rege) Aktivität der Nutzer bemisst. Zugleich sei dieser Indexwert nur zu leicht beeinflussbar. Wie das funktionieren kann, habe ich selbst ausprobiert…
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Neben aller Digitalität, die uns im Alltag zwischen Apps, Clients, Downloads und sonstigen Aspekten unserer modernen Internet-Gesellschaft beschäftigt, besitzen gedruckte Werke für viele Menschen immer noch einen unnachgiebigen Anreiz. Freimutig darf ich voller Stolz behaupten: Ja, auch ich lese gerne Gedrucktes. Zeitungen, Zeitschriften, Bücher. Daher erlaube ich mir trotz meiner sehr offensichtlichen Affinität zu digitalen Themen hier einen kleinen persönlichen Einblick in eine Faszination Papier – ja, eine Faszination non-digital zu geben. Zugleich bitte ich die freudigen Leser, sich den Text zu Herzen zu führen und in sich zu kehren. Für diesen Artikel rufe ich zu einer kleinen Blogparade auf und würde mich freuen, weitere interessante Beiträge über Zeitungen, Zeitschriften und Bücher lesen zu dürfen.
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Ein Gedanke, ein Blog, ein wenig Zeit und schon kann man loslegen: Einen Text schreiben, etwas veröffentlichen, ein Meinungsbildner werden und ein Teil der Medienlandschaft sein. Seit 2003 betreibe ich dieses Weblog und gehöre vermutlich zu den Ur-Gesteinen der deutschsprachigen Bloggerszene. Früher lag ich in den Top-100 der deutschen Blogcharts im guten Mittelfeld, doch das Berufsleben und die familiäre Freizeit stellten das private Bloggen schnell in den Schatten. Im Vergleich zu manchen Höchstzeiten, in denen ich bis zu 90 Blogartikel pro Monat veröffentlichte, blieb unter dem Strich viel weniger Zeit zur Verfügung.
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Zeit für eine neue Serie. Keine Sorge, es geht hier nicht um schnöde TV-Highlights. Vielmehr möchte ich hier im Blog ein paar kreative Köpfe vorstellen, deren Werke mir gefallen. Seit Jahren konsumiere ich unzählige Blogs und mein Feedreader platzt mittlerweile vor so vielen interessanten Autoren, dass ich dieses Wissen und so manche Schätze und Perlen teilen möchte. Die Themen dieser Blogs stammen aus den flinken Händen fähiger Geister, die in digitaler Askese das Gedankengut notieren. Ich möchte künftig in regelmäßigen Abständen einige dieser Schreiberlinge für mich persönlich in meinem eigenen Blog festhalten und zugleich meinen Lesern vorstellen. Viele davon sind Euch bestimmt bekannt, doch selbst in diesem Fall versuche ich jede meiner Vorstellungen näher zu erläutern und zu begründen. Viel Spaß am heutigen Abend mit…

Meeta Khurana Wolff
Wer hungrig ist, sollte definitiv einmal bei What’s for lunch, Honey? das eine oder andere Rezept nachlesen und sich eine Abwechslung von „Pommes Schranke“ gönnen. Besonders in der Mittagspause liefert diese Bloglektüre einen gänzlich anderen Blick auf so manche kulinarische Köstlichkeiten. Wirklich abwechslungsreich ist die Tatsache, dass das Blog einen internationalen Fokus besitzt, wie bereits beim ersten Einblick durch die englischen Texte vermittelt wird. Auch die Rezepte zeugen nicht von Langeweile, was Kulinariern gewiss die Tür öffnen mag.

Meeta, die Autorin dieses Food-Blogs, lebt in Weimar und scheint zumindest laut ihren eigenen Angaben auf ein abwechslungsreiches Leben im Hotelgewerbe zurückblicken zu dürfen. Die gebürtige Indierin folgte den Fußstapfen ihres Vaters und studierte Hotel Management. Dort erlernte und erlebte sie Essen, was sich als ihre individuelle Leidenschaft entpuppte. Gleichzeitig ist sie nicht nur eine kreative Schreiberin, sondern fotografiert ihre Genuss-Kreationen. Die äußerst guten Aufnahmen haben ihr zudem einen gewissen Namen in Szenekreisen verschaffen können, so dass sie eigene Workshops zur Fotografie von Essens- und Genusswaren anbieten kann. Persönlich habe ich Meeta noch nie kennenlernen dürfen, aber vielleicht findet man ja auch den Kontakt direkt auf dem einen oder anderen Event rund um Blogs, Social Media oder Gastronomie. Viel Spaß beim Lesen von What’s for lunch, Honey? :)

Wer einen Artikel für das eigene Blog schreibt, greift oft zu diversen Tools, um den fertigen Blogeintrag im Netz zu promoten. Waren es früher Social Bookmarking Dienstleister wie del.icio.us oder Stumbleupon, nehmen heute die Echtzeitmedien Twitter, Facebook und XING die Rolle der Linkdistribution ein. Zurzeit distanziert sich Ed Wohlfahrt in seinem aktuellen Artikel von diesem Gebahren der Promotion in Social Media und fragt noch einmal nach: Ist dieses Vorgehen verwerflich oder gelebte Praxis?

Eine durchaus relevante Frage hinsichtlich der „digitalen Selbstbeweihräucherung“, die im Sinne der eigenen Online-Reputation nicht zu verachten ist. Für meinen Teil (er)lebe ich Social Media und damit das Internet in seiner frischesten Form nach folgender Maxime: Egal ob Twitter, Facebook, oder Xing – wer mir folgt oder mein Kontakt sein möchte, macht dies aus Interesse an meiner Person. Nicht aus Zahlenhascherei um die höchsten Werte an Verfolgern und Gefolgten. Diese zahlengeilen Menschen entfolgen mir üblicherweise auch nach kurzer Zeit, oder ich rate ihnen an, mir schleunigst mit nur einem Klick zu entfolgen, wenn meine veröffentlichten Informationen von keinem persönlichen Interesse für sie sind.

Als viel interessanter entpuppen sich die Follower und Kontakte, die ziemlich genau das sehen möchten, was ich der Welt mitteile. Dazu zählen nicht nur Weisheiten und Sinnfreiheiten mit 140 Zeichen, sondern auch Linktipps zu Themen, die mich interessieren und von denen ich glaube, sie interessieren diejenigen Leute, die mir folgen. Manche Themen werden bereits von anderen Autoren gut abgedeckt, so dass ich freudig ihre Links verbreite oder andere Tweets mit Linktipps retweete bzw. die Informationen mit meinen Kontakten über die üblichen Funktionen teile. Dieses Prinzip des Teilens passt perfekt zu den Gedanken, die ich selbst nicht mit nur 140 Zeichen oder einem kurzen Statusupdate ausdrücken kann, sondern für die ich einen längeren Artikel im eigenen Blog herleiten muss.

Genau diese Artikel, die ich eigenhändig mit verhältnismäßig viel Zeit und so manches Mal auch mit Mühe verfasse, möchte ich gelesen wissen. Der Grund für diesen Wunsch liegt vielleicht nicht jedem Leser, Kontakt oder Follower auf der Hand. Hier stehen keine Abrufzahlen in Millionenhöhe für den Egopush im Vordergrund. Nein, es sind eher Eure Reaktionen und Kommentare auf meine Artikel, die mir wertvoll sind. Ich verbreite die Links auch, weil es mich erfreut, wenn ich anderen Menschen etwas mitteilen kann, was vielleicht für ihren persönliche Situation in Arbeits- und Privatleben von Vorteil sein kann.

Gewiss ist es ein zeitraubender Faktor, jeden Blogeintrag zu promoten. Je einfacher, desto besser. Nicht ohne Grund habe ich nach ersten Gehversuchen den „Tweet-this“-Automatismus eines Plugins für WordPress vor fast zwei Jahren wieder deaktiviert. Daraus folgte, dass ich nur händisch die Tweets mit den Links verfasste. Mein Ziel dahinter ist auch leicht ersichtlich: Ein wenig persönliche Note hilft immer, wenn ein Link ankommen soll. Twitter wird per Hand, Facebook wiederum automatisch von Twitter gefüllt. Die Fanpage meiner Webseite fülle ich wiederum per Hand und Xing bekommt auch ein Statusupdate. Der Rest ist reiner Luxus und Überfluss. Schließlich gehen die Nutzer nicht mehr auf die Suche nach Informationen. Die Nutzer werden von den Informationen gefunden – und lassen sich vielleicht sogar auch überraschen.

Abschließend freut es mich, durch den ursprünglichen Gedankengang im Artikel von Ed Wohlfahrt auf dieses Thema zu kommen. Dies erfolgte kurzerhand über meine abonnierten RSS-Feeds via Google Reader und nicht über Twitter. So konnte ich anstatt eines einfachen Kommentares in seinem Blog gleich einen ganzen Artikel verfassen, was wesentlich mehr Relevanz besitzt als schnöde 140 Zeichen. Während so manche Stimmen vom Ende von RSS flüstern, glaube ich auch stark daran, dass RSS noch lange weiterleben wird. Dies ist jedoch eine andere Baustelle. :)

In Zeiten eines globalen Internets, das die Hürden der Kommunikation auf ein Minimum senkt, zeichnen sich die Politiker in Deutschland mit bisher ungeahnter Dreistigkeit aus. Der neue Jugendmediendienstestaatsvertrag soll ab kommendem Jahr die jüngeren Mitbürger noch besser als bisher vor manch einschlägigen Online-Angeboten schützen.

Ich bin kein Rechtsexperte, doch die Medien berichten ziemlich haargenau: Ab 1. Januar 2011 muss also jeder Anbieter seine Webseiten auf eben diese jugendgefährdenden Inhalte überprüfen. Zudem müssen die Inhalte klassifiziert und zum Schutz der Jugend vor diesen Inhalten geeignete Maßnahmen getroffen werden. Wer die Verunstaltung von DVD-Covern bereits nicht schön findet, sollte sich schon heute an die ähnlich lautenden Klassifizierungsstufen in den Altersfreigaben ab 0, 6, 12, 16 und 18 Jahren gewöhnen – auch für Blogs?

Ja, denn dies soll verpflichtend für die Inhalte von jeder Webseite gelten. Alternativ können Inhalte zeitbeschränkt werden und nur zu bestimmten Zeiten, also in der Abendzeit, online sichtbar sein.
In einem globalen Internet ist dies jedoch sehr lächerlich, da eine Zugangsbeschränkung schon davon abhängig ist, in welcher Zeitzone man sich befindet. Auch der Sitz des Anbieters spielt eine wichtige Rolle, schließlich gilt der JMStV nur für Deutschland. Das globale Internet von Deutschland zu reglementieren ist ein Widerspruch an sich.

Auch für den gemeinen Blogger vom Typus eines kommunikationsfreudigen, öffentlichkeitssuchenden Meinungsmachers bedeutet die Novellierung des JMStV eine neue Anpassungsgabe, der wohl kaum jeder gerecht werden kann. Schließlich muss fast jedes Online-Angebot sich den neuen Herausforderungen des #JMStV beugen, weil der JMStV Bußgelder für Verstöße vorsieht. Ich habe keine große Lust dazu, mein privates Blog vom Netz zu nehmen.

Da ich auch keine Zeit und Mühe investieren möchte, jeden Inhalt auf die verschiedenen Altersklassen zu prüfen, pauschalisiere ich alles. Deswegen prangert vorsorglich ab heute ein plakatives Zeichen oben im Blog – „Blog ab 18“. Die Inhalte kann ich nicht überprüfen. Insgesamt stünden 2.564 Artikel, 7.932 Kommentare und 3.452 Tags allein in diesem Blog zur Prüfung an.

Die Zeit fehlt mir, und das notwendige Expertenwissen für die jeweilige Unterteilung in Altersklassen fehlt mir. Ich möchte mit meinem Angebot auch keine Kinder erreichen, schließlich schreibe ich auch Dinge, die für unter 6-jährige wirklich nicht geeignet sind. Was interessieren die sich für PR, Social Media oder Marketing? Von diesen Dingen verstehen sie meistens auch nichts. Als Vater weiß ich das sehr wohl. Da zählen Stofftiere, Spielzeug, Bausteine oder Fahrradfahren für die Kleinsten. Daher gilt ab sofort: Das Mitlesen in diesem Blog ist ab sofort für Euch verboten, wenn Ihr zu jung dafür seid.

Mal ganz ehrlich: Deutschland verbaut sich jegliche Chancen, auf dem internationalen Markt im Internet aktiv und agil mitzumischen. Der JMStV torpediert mit seiner Unlogik auch manches Geschäftsmodell, das auf Inhalte setzt und natürlich entsprechende Werbung dazu ausliefert. Alterskennzeichen sind womöglich systematisch störend und in weiterem Sinne sogar geschäftsschädigend. Wer würde denn gerne ein Angebot lesen, das jedes Mal nach dem Alter für einen Artikel fragt oder mit einem so proaktiven Signal wie „Blog ab 18“ den Augen schadet?

Zukünftig überlege ich mir, ob ich nicht doch einen Auslandssitz für mein Blog suchen sollte. Die ganze Situation tut mir leid – auch die Konsequenzen für die deutschen Hosting-Anbieter. Wenn die Politiker euren Kunden nur Stress machen, überlegt man sich als Kunde einfach auf internationaler Ebene die Konkurrenz zu nutzen. Vielleicht sollten wir alle auch lieber auf Englisch schreiben und den Sitz im Ausland anmelden, danach Deutschland vom Internet kappen. Dann brauchen die Politiker sich auch nicht darüber wundern, warum ein „Browser“ nicht in einer Duschkabine installiert wird.

Hinweis: Das satirische Potenzial dieses Artikels sollte jedem Leser vollkommen bewusst sein. Diese Erwartungshaltung darf man von über 18-jährigen Lesern auch erwarten. Für die Leserratten unter uns auch noch hier die Bildquelle für das schöne Logo, das ich in abgewandelter Form einsetzte.