Mobile Apps sorgen für ein zweistelliges Umsatzwachstum in Deutschland.

Deutsche Entwicklerstudios und Shopanbieter dürften sich über diese Nachricht freuen. Nach einer Umfrage des BITKOM soll die Nachfrage nach Apps in diesem Jahr erneut kräftig anziehen. Voraussichtlich werden hierzulande rund 1,3 Milliarden Euro mit mobilen Anwendungen für Smartphones oder Tablets umgesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr mit nur 910 Millionen Euro verzeichnet die Branche somit ein Umsatzplus von 41 Prozent in 2015.

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Russische Online-Nutzer schätzen grenzüberschreitendes Online-Shopping. Quelle: Kaboompics. (Symbolfoto)

Deutsche Internetnutzer kaufen immer häufiger in Online-Shops von EU-Händlern und im internationalen Ausland ein. Sowohl die Umsätze als auch das Interesse der Konsumenten am internationalen Online-Handel steigen stetig. Das gleiche Prinzip funktioniert auch umgekehrt, indem ausländische Nutzer über Webshops der deutschen Händler bestellen und damit die Exporte ankurbeln.

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Schnäppchenjäger bestellen in internationalen Online-Shops: Günstige Preise und internationale Verfügbarkeit von Produkten geben den Ausschlag. (Symbolbild)
Daniela Zimmer, Programmleiterin der Internet World. Quelle: Unternehmen

Daniela Zimmer, Programmleiterin der Internet World. Quelle: Unternehmen

Digital Commerce im Aufwind: 58 Prozent der deutschen Schnäppchenjäger bestellen Produkte und Marken bei Händlern im Ausland. Günstigere Preise und die Nicht-Erhältlichkeit hierzulande spielen eine gewichtige Rolle. Dieses Ergebnis geht aus einer Studie unter über 5.000 deutschen Internetnutzern hervor, die das Marktforschungsinstitut Fittkau & Maaß Consulting im Auftrag der Internet World Messe durchgeführt hat.

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Das neue BVDW-Präsidium: Thomas Duhr, Marco Zingler, Melina Ex, Matthias Wahl, Thorben Fasching, Achim Himmelreich (v.l.n.r.)

Die Mitglieder des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. haben auf ihrer 25. Mitgliederversammlung ein neues Präsidium gewählt. Das Amt des Präsidenten tritt Matthias Wahl (OMS) an und folgt damit auf Matthias Ehrlich, dessen Mandat für die oberste Verbandsposition nur eine Wahlperiode andauerte. Neben Ehrlich kandidierten die bisherigen Vizepräsidenten Harald R. Fortmann, Ulrich Kramer, Burkhard Leimbrock und Christoph von Dellingshausen nicht mehr. Die BVDW-Mitglieder entschieden sich daher für ein fast vollständig neues Präsidium mit den erstmals als Vizepräsidenten gewählten Thomas Duhr (IP Deutschland), Melina Ex (Fetch), Thorben Fasching (hmmh) und Marco Zingler (denkwerk). Weiter im Amt bestätigt wurde Vizepräsident Achim Himmelreich (Mücke, Sturm & Company).

Neuwahl als Rückbesinnung auf die Kernthemen des BVDW

Das Ergebnis dieser Präsidiumswahl klingt zwar überraschend, aber wurde in einigen Branchenkreisen herbei gesehnt. Zu lange hatte sich der BVDW von seinem Auftrag die Interessen aller Mitglieder zu vertreten abgewendet. Bereits das Personalkarussell in der Geschäftsführung innerhalb der letzten eineinhalb Jahre zwischen Tanja Feller, Harald Kratel, Christoph von Dellingshausen und am Ende Marco Junk sorgte für branchenweiten Verwunderung. Die forcierte Neuorientierung zu Startup-Themen, Internet der Dinge und die netzpolitische Lobbyarbeit wirkte zwar insgesamt vorteilhaft für den Verband, aber die Bedeutung der zahlungskräftigen Mitgliedsunternehmen rückte dabei immer deutlicher in den Hintergrund. Zu wenig mediales Echo förderte und forderte die Unternehmen aus den Reihen der Digitalagenturen, der Vermarktern und der Mediaagenturen sowie der verschiedenen Spezialanbieter aus den Bereichen Mobile, Search, Social Media, Performance und Ad-Technology. Die neue Zusammenstellung des BVDW-Präsidiums zeigt deutlich, dass der Verband sich stärker auf seinen Ursprung konzentrieren könnte und mit Sicherheit seine Kernthemen spielen wird.

Das neue BVDW-Präsidium: Thomas Duhr, Marco Zingler, Melina Ex, Matthias Wahl, Thorben Fasching, Achim Himmelreich (v.l.n.r.). Quelle: BVDW / Hektik Productions

Das neue BVDW-Präsidium: Thomas Duhr, Marco Zingler, Melina Ex, Matthias Wahl, Thorben Fasching, Achim Himmelreich (v.l.n.r.). Quelle: BVDW / Hektik Productions

Vermarkter und Agenturen teilen sich das BVDW-Präsidum auf

An der Spitze steht nunmehr mit Matthias Wahl ein Urgestein aus dem Online-Vermarkterkreis, dessen Unterstützung durch Thomas Duhr als Vertreter des RTL-Vermarkters IP Deutschland mehr als sicher zu sein scheint. Der neue Präsident zählt seit langer Zeit zu den bekannten Gremienvertretern des BVDW als stellvertretender Vorsitzender im Online-Vermarkterkreises (OVK) und als Sprecher des vom BVDW mit gegründeten Deutschen Datenschutzrat Online-Werbung (DDOW). Nur wenige Wochen zuvor trat Matthias Wahl als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (AGOF) zurück, um sich mehr den Aufgaben im OVK und BVDW zu widmen. Thomas Duhr spielte auf ähnlichem Terrain für die Vermarkter und war die letzten Jahre Vorstandsvorsitzender der AGOF und Vorstand Online in der Arbeitsgemeinschaft Media-Anayse (AGMA). Beim Online-Vermarkterkreis im BVDW (OVK) war er bis zur letzten Neuwahl als stellvertretender Vorsitzender aktiv.

Als erstes weibliches Mitglied im Präsidium wird Melina Ex, Geschäftsführerin der Agentur Fetch, zugehörig zum Dentsu Aegis Network, gemeinsam mit Marco Zingler, Geschäftsführer der inhabergeführten Digitalagentur denkwerk, und mit Thorben Fasching, Geschäftsleiter der Agentur hmmh, zugehörig zur Plan.net-Gruppe, die Interessen der Agenturen vorantreiben.

Gerade auf dieser Ebene spielt die Erfahrung als Gremienleiter und Interessensvertreter eine entscheidende Rolle für die Wahrnehmung des BVDW. Marco Zingler zählt bekanntlich zu den Verfechtern für die Relevanz der Digitalagenturen im gesamten digitalen Wirtschaftskreislauf, was er als langjähriger Vorsitzender des Fachkreises Full-Service-Digitalagenturen unter Beweis stellte. Thorben Fasching wird seine Erfahrung aus Agentursicht und als Vorsitzender der Fokusgruppe Digital Commerce mit einbringen. Zusammen mit Achim Himmelreich vom Beratungsunternehmen Mücke, Sturm & Company könnte die Re-Fokussierung der Kernthemen weiter an Fahrt gewinnen. Himmelreich trug bereits in den vergangenen Jahren als Faschings Vorgänger für den Erfolg der Fokusgruppe Digital Commerce maßgeblich bei und wirkte bereits vor zwei Jahren als erste Frischzellenkur für das scheidende Präsidium.

Zukunft des Verbands in einem wachsenden Digitalumfeld

Die Neuwahl zeigt, dass der BVDW sich das Präsidium auf die zwei stärksten Lager im Verband aufteilt. Als klare Gewinner gelten die Vermarkter und die Agenturen. Die Rolle des BVDW als Interessenvertretung der Digitalindustrie ist also definitiv noch ausbaufähig, wenn der Blick auf die Zusammenstellung des Präsidiums schweift. Ob der Verband als zentrale Schnittstelle zu den politisch Verantwortlichen wie in der bisherigen Ausrichtung agieren kann, wird sich zwar erst in den kommenden Wochen und Monaten zeigen. Dennoch sollte der Verband sich bemühen, seinen Kurs nicht direkt fortzusetzen, sondern sich selbst zu transformieren.

Was fehlt sind Gehör und Sprachkompetenz der Fachkreise, Fokusgruppen und einzelnen Gremien im Verband, die in der Vergangenheit eher zurückgedrängt wurden, anstatt sie mit Wertschätzung und medialer Aufmerksamkeit zu beglücken. Hier muss der BVDW seine breit ausgebaute Themenvielfalt in die Welt tragen und sich ausschließlich nicht hinter seinem Präsidium verstecken. Gemeinsam mit den Mitgliedern und dem neuen Präsidium kann ein Neuanfang für den BVDW sehr erfolgsversprechend sein.

Freuen wir uns auf eine Zukunft, in der ein sich stetig verändernder Markt im Umfeld von AdBlocker-Technologie, wachsenden Agenturnetzwerken und einem spürbaren Preisverfall für die Leistungserbringung definitiv neue Impulse vertragen kann. Die Neuwahl des BVDW-Präsidiums wirkt wie ein Befreiungsschlag, von dem die gesamte Branche profitieren kann.

Luxusgüter haben ihren Platz im Digital Commerce gefunden. Der globale Online-Markt für Luxusmode soll bis 2018 jährlich um durchschnittlich 20 Prozent wachsen und auf ein Umsatzvolumen von 12 Milliarden US-Dollar ansteigen. In Deutschland entwickelt sich dieses Marktsegment mit 12 Prozent Umsatzwachstum pro Jahr deutlich langsamer als im internationalen Vergleich und gegenüber dem gesamten Online-Handel. Hingegen beträgt das Wachstum in Frankreich 21 Prozent und in Großbritannien 18 Prozent. Eine Untersuchung verschiedener Online-Shops in Kombination mit einer Befragung von McKinsey & Company konstatierte den Shopbetreibern ein schlechtes Image. Zwei Drittel der Befragten sind mit dem Service ihres meistgenutzten Online-Shops unzufrieden. Immerhin hat jeder Dritte der befragten Käufer in Deutschland angegeben, in Zukunft mehr für Luxusgüter ausgeben zu wollen.

Als ausschlaggebende Kriterien für die Wahl eines Internetshops gelten bequeme Rückgabebedingungen und kostenfreie Lieferung. Weitaus weniger wichtig bleibt Same-Day-Delivery, also die Lieferung noch am Tag der Bestellung, und ein persönlicher Einkaufsberater, auf den nur jeder Zehnte der Befragten Wert legt. Als entscheidendes Kriterium gibt die Hälfte der Befragten an, ein Kleidungsstück gleich in zwei Größen zu bestellen, um das nicht passende Produkt direkt zurückschicken zu können. Im Vergleich dazu legen nur 27 Prozent der amerikanischen und 34 Prozent der britischen Konsumenten Wert auf die Zwei-Größen-Bestellmöglichkeit.

mckinsey

Die Hälfte der Kunden hierzulande wählt entweder direkt einen ihnen bekannten Online-Shop oder nutzt für Luxusmode eine Suchmaschine zur Produktfindung. Für Markteinsteiger und Pure-Player bietet gerade diese Angewohnheit vieler deutschen Konsumenten ein großes Potenzial. Jedoch müssten zuerst die Hausaufgaben gemacht werden, denn um hohe Marketingausgaben kommt niemand im Online-Geschäft herum. Zudem muss die Marketingeffizienz einer jeden Kampagne immer wieder auf den Prüfstand gebracht werden.

Jeder Vierte in Deutschland vertraut auf redaktionelle Artikel auf den Webseiten der Online-Händler oder in Newslettern. Hier kommt die Zusatzfunktion als Informationsmedium zu tragen, weil Online-Händler durch die vertiefenden Produktbeschreibungen und Zusatzinhalte über ein starkes Differenzierungsmerkmal zum stationären Handel verfügen.

Insgesamt würden die Deutschen sogar deutlich mehr Luxusartikel im Internet einkaufen, wenn ihnen bessere Preise und exklusive Produktlinien angeboten werden. Eine speziell zugeschnittene Digitalstrategie mit Online-Preismodellen, reinen Online-Produkten sowie reine Online-Marken können sich für einige Anbieter auszahlen.

Trotz Wachstumsdämpfer bleibt Digital Commerce ein Umsatzgarant, meinen Hendrik Seifert (Kupona), Uwe Sinn (rabbit eMarketing) und Olaf Brandt (etracker) (v.l.n.r.). Quelle: Unternehmen.

Digital Commerce gilt als junge Disziplin des in die Jahre gekommenen E-Commerce. Vor rund 20 Jahren wurde der Versandhandel interaktiv, doch jetzt droht den Online-Händlern die Puste auszugehen. Die jüngst veröffentlichte Umsatzbilanz des BEVH zeigte erstmals ein weniger dynamisches Wachstum für 2015 als im Vorjahresvergleich.

Zwar rechnen einige Branchenexperten des Versandhandels bereits seit geraumer Zeit mit einer Abkühlung und Marktbereinigung im E-Commerce, so dass fast 80 Prozent aller Shops in den kommenden 10 Jahren ihr Angebot einstellen könnten. Hingegen prognostizieren die Vertreter der digitalen Wirtschaft für Digital Commerce eine rosige Zukunft und sprechen von der erlangten Marktreife des Online-Handels. #DigiBuzz – Das Magazin für das Digital Business stellt dazu fünf Einschätzungen zum Digital Commerce vor und zeigt auf, wie Kunden in Zukunft richtig vom Online-Handel angesprochen werden möchten.

Nach Ansicht von Olaf Brandt, Director Product Management bei etracker, liefert die aktuelle Marktentwicklung keinen Grund zur Sorge: „Die geringeren Wachstumsraten sind ein Zeichen für die Reife des E-Commerce. Aber es gibt noch enormes Entwicklungspotenzial. Shopbetreiber stehen in einem ständigen Wettbewerb und müssen dem Kunden immer ein bestmögliches Einkaufserlebnis online bescheren. Sonst laufen sie Gefahr, in der Phase der Marktsättigung und sich weiter intensivierendem Wettbewerb von innovativeren Playern verdrängt zu werden. Die nächste große Herausforderung für Shops nach ‚Multi-Device‘ ist das Thema ‚Personalisierung‘.“

Uwe Sinn, Geschäftsführer rabbit eMarketing, formuliert es ähnlich: „In zehn Jahren werden wir noch viel mehr online einkaufen und dabei die großen Websites nutzen, deren Größe und Perfektion in der gesamten Leistungserbringung unerreichbar ist. Kleine, mit Liebe gemachte Shops werden ebenfalls ihre Kunden finden. Das wichtigste Bindeglied zwischen Onlinehändler und Kunde wird der „quasi-persönliche“ Kontakt sein. Das bedeutet konsequente individuelle Kommunikation über alle Kanäle.“

Trotz Wachstumsdämpfer bleibt Digital Commerce ein Umsatzgarant, meinen Hendrik Seifert (Kupona), Uwe Sinn (rabbit eMarketing) und Olaf Brandt (etracker) (v.l.n.r.). Quelle: Unternehmen.

Trotz Wachstumsdämpfer bleibt Digital Commerce ein Umsatzgarant, meinen Hendrik Seifert (Kupona), Uwe Sinn (rabbit eMarketing) und Olaf Brandt (etracker) (v.l.n.r.). Quelle: Unternehmen.

Wie verändert sich das Einkaufsverhalten bis zum Jahr 2025?

Henner Heistermann, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Shopstrategen ECC, erwartet, dass sich die Überlebenden im Verdrängungswettbewerb auf große Veränderungen einstellen müssen. Seiner Vision zufolge geht er von einer Zweiteilung der Branche aus: „Inspirierende Onlineshops bilden das Offline-Einkaufserlebnis nach. Sie arbeiten 2025 mit Holografien und sensorischen Endgeräten. Convenience-Shops dagegen, welche jederzeit das passende Produkt bieten, prognostizieren unseren Bedarf und liefern schon, während wir noch über die Bestellung nachdenken.“

Die Verbraucher profitieren deutlich vom härteren Wettbewerb, prophezeit Max Weiland, CEO der beaconsmind AG: „2025 erhalte ich im Supermarkt automatisch Kochtipps passend zum Gesundheitszustand und der Herrenausstatter kennt meine aktuelle Größe. Ich zahle, ohne mich auszuweisen, und bekomme eine Nachricht, wenn meine Tochter das neue Justin Bieber-Album kauft – auf dem üblichen Weg: online!“ Beaconsmind entwirft Beacon-Konzepte für Einzelhändler wie Hackett London und hilft damit bei der Verzahnung von Laden und E-Shop.

Hendrik Seifert, Geschäftsführer KUPONA, sieht keine Talfahrt, sondern eher den Aufstieg des Digital Commerce: „Der internetbasierte Handel steht unmittelbar vor dem Schritt in die nächste Ära. Wir werden in Zukunft überwiegend digital kaufen, über mobile Endgeräte und mit einem hohen Maß individueller Konfiguration und Customizing. Viele Dinge des täglichen Bedarfs besorgen wir nicht mehr individuell und geplant. Stattdessen identifizieren Sensoren den Mangel eines Konsumguts und lösen automatisch Bestellungen aus.“

Gero Furchheim, Präsident vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. Quelle: BEVH / Nic Hay

Die deutschen Konsumenten bestellten im vergangenen Jahr Waren im Wert von rund 41,9 Milliarden Euro über das Internet. Damit macht Digital Commerce mit gut 85 Prozent den Löwenanteil vom gesamten Warenumsatz über Online und den klassischen Versandhandel aus. Bekleidung zählt nach wie vor zu den mit Abstand beliebtesten Produkten. Kleine Warengruppen wie Möbel und Dekoration werden zunehmend wichtiger in der Online-Konsumlandschaft. Zu den Gewinnern zählt das Mobile Einkaufen über das Smartphone, das zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Nach Berechnungen durch den Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (BEVH) wurden 49,1 Milliarden Euro im Versandhandel in umgesetzt. Davon entfallen alleine 41,9 Milliarden Euro auf den E-Commerce mit einem Anteil von rund 85 Prozent am Gesamtumsatz. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil um vier Prozentpunkte und gemessen am Warenumsatz um sieben Prozent. Für digitale Güter und Dienstleistungen, darunter Downloads, Reise- und Ticketbuchungen, gaben die Konsumenten knapp 11 Milliarden Euro aus.

Gero Furchheim, Präsident vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. Quelle: BEVH / Nic Hay

Gero Furchheim, Präsident vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. Quelle: BEVH / Nic Hay

„Die Entwicklung des letzten Jahres zeigt vor allem zwei Dinge: Der Interaktive Handel hat sich als wesentlicher Teil des Einzelhandels etabliert und ist damit auch für konjunkturelle Schwankungen anfällig. Dass trotz des schwierigen Umfelds im vergangenen Jahr der Onlinehandel weiter wachsen konnte, ist aber gleichzeitig ein deutliches Zeichen für das Potential der Branche“, sagt Gero Furchheim, Präsident des BEVH.

Warengruppen: Bestseller und Newcomer

Zur mit Abstand beliebtesten Warengruppe beim Einkauf zählt Bekleidung mit 11,9 Milliarden Euro Umsatz, gefolgt von Unterhaltungselektronik (5 Miliarden Euro) und Bücher (4,1 Milliarden Euro). Die bislang wenig für den Versandhandel affinen Branche Möbel & Dekorationsartikel konnte mit 2,5 Milliarden Euro deutliche Umsatzsteigerungen verzeichnen und somit eine breitere Konsumentenschicht überzeugen.

Nach wie vor im Trend: Mobile und Multichannel

Die Entwicklung des interaktiven Handels zeigt Verschiebungen zugunsten von Multichannelhandel und Mobile Commerce. Vornehmlich jüngere Käufergruppen setzen zunehmend das Smartphone für ihren Einkauf ein. Zudem etabliert sich der Verkauf von Verbrauchsgütern wie Lebensmitteln über das Internet bei den 14- bis 39-Jährigen. Diese Entwicklung sei nach Ansicht des BEVH noch lange nicht abgeschlossen, so dass die Versandhändler von einem weiteren Wachstumspotenzial ausgehen dürfen. Die Kundenansprache auf mehreren Kanälen macht Multichannelhändler zu klaren Gewinnern des Digital Commerce, während reine Onlinemarktplätze einen Umsatzrückgang verbuchen mussten.

Prognose: Optimistischer Blick auf 2015

Trotz des leicht geringeren Wachstums im Vergleich zu den Vorjahren rechnet der BEVH für 2015 mit einer weiteren Steigerung der Umsätze. Für den gesamten Interaktiven Handel prognostiziert der Verband ein Plus von fünf Prozent auf 51,6 Milliarden Euro. Alleine für den E-Commerce geht der BVEH von einem Wachstum in Höhe von 12 Prozent auf 46,9 Milliarden Euro aus.

Die METRO GROUP startet gemeinsam mit dem US-Unternehmen Techstars ein neues Accelerator-Programm für Startups. Das Förderprogramm „Techstars METRO Accelerator“ beginnt Ende April in Berlin und richtet sich an Gründer mit innovativen, technologischen Anwendungen, die sich für Gastronomie, Hotellerie und Catering eignen. Über drei Monate hinweg unterstützen Mentoren und Experten die ausgewählten Startups dabei, das eigene Geschäft erfolgreich weiterzuentwickeln.

METRO engagiert sich nicht ohne Grund im Zukunftsmarkt des Digital Commerce, denn gerade die Startupförderung von innovativen Geschäftsmodellen und disruptiven Technologien kann sich für die Hotellerie- und Gastronomiebranche entscheidend auswirken. Für das Accelerator-Programm werden Gründer mit technologiebasierten Services und Produkten gesucht, die Geschäftsabläufe oder Kundenbeziehungen von Restaurants, Cafés, Imbiss- und Cateringbetrieben oder Hotels vereinfachen, beschleunigen und in das digitale Zeitalter führen. Von den erfolgreichen Gründungsideen sollen die eigentlichen Kunden von Metro profitieren.

Denkbar sind vor allem multifunktionale Kassenprogramme, die stärker Verzahnung von Bestellvorgängen mit Tablets, Anwendungen zur Abrechnung über Kreditkarten, NFC-Technologie und Mobile-Wallets sowie Beacon-Einsatz in den Geschäftsräumen. Hinzu kommt der gesamte Digitale Commerce, der bislang für den einzelnen Gastronomen oder Hotelier mehr als eine Herausforderung darstellt.

„Mit Programmen wie dem Accelerator suchen wir gezielt nach Innovationen, die an unsere Stärken anknüpfen und die wir somit besser als andere weiterentwickeln können“, sagt Olaf Koch, Vorstandsvorsitzender der METRO AG und CEO von METRO Cash & Carry. „Gepaart mit unserer Marketing- und Vertriebspower sowie unserer Beschaffungskompetenz haben wir die Kraft, neuen stationären wie digitalen Ideen und Innovationen zum Durchbruch zu verhelfen.“

gastronomie

Für mehr Vernetzung und Austausch mit innovativen Technologie-Startups aus Handel und Gastronomie hat METRO mit den „Innovation in Retail Meetups“ eine zusätzliche Plattform geschaffen, die alle zwei Monate Branchenvertreter und Gründer auf dem Metro-Campus in Düsseldorf versammelt.

Speziell zugeschnittene Services von METRO sollen künftig die Kunden vor allem bei der fortschreitenden Digitalisierung der Branche unterstützen. Dafür strebt das Unternehmen an, die fünf Innovationsfelder Pop-up-Store-Konzepte, Multi- und Omnichannel-Lösungen, Logistik im Digital Commerce, Marketing-Services sowie neue Produkte und Services zu stärken. In Kombination mit einem Startup-Accelerator kann daraus ein attraktives Umfeld für junge Gründer und traditionelle Unternehmen entstehen, das sich anhand der potenziellen Investitionsgelder und Beteiligungsmodelle bald beweisen muss.

Marktübersicht der Vertriebskanäle für Online-Shops. Quelle: Feed Dynamix.

Digitale Kanäle bieten unzählige Möglichkeiten, die Produktsortimente von Online-Shops zu vermarkten. Preissuchmaschinen, Produktportale, Affiliate Netzwerke, Retargeting-Angebote, Marktplätze, Cashback, Shopping Clubs oder Mobile‐Angebote – diese Vielfalt ist Segen und Fluch zugleich.

Die Anzahl der Wege in den Online-Shop ist heute weitreichender denn je, so dass die Suche nach dem besten Vermarktungskanal für Online-Shops sich zur Fleißaufgabe entwickelt. Schließlich kommen fast täglich neue Portale und Werbeformate hinzu, während andere recht schnell in der Versenkung enden. Für den Kunden gehört es längst zur Gewohnheit, mehrere Informations- und Vertriebskanäle auszuprobieren, bevor die wichtige Kaufentscheidung getroffen wird.

Die Vielfalt macht es jedoch möglich, dass fast jede Produktkategorie mittels geeigneten Platzierungsmöglichkeiten beworben werden kann. Hingegen kann es selbst dem professionellen Shop-Marketer manchmal sehr schwer fallen, den Durchblick im „Kanal‐Dschungel“ zu behalten. Auf die Definition des richtigen Kanal-Mixes folgt also immer die Auswahl der geeigneten Vermarktungspartner. Das große und unüberschaubare Angebot an Vertriebsportalen erschwert diese Auswahl für den Händler.

Der Produktdatenmarketing-Spezialist „Feed Dynamix“ möchte helfen und stellt mit dem Whitepaper „Multichannel Digital“ eigene Praxistipps zur Identifikation der richtigen Vermarktungskanäle vor. #DigiBuzz stellt die sieben Tipps aus dem Whitepaper vor, deren Zusammenspiel bei der individuellen Auswahl der Vertriebskanäle helfen können.

Marktübersicht der Vertriebskanäle für Online-Shops. Quelle: Feed Dynamix.

Marktübersicht der Vertriebskanäle für Online-Shops. Quelle: Feed Dynamix.

7 Tipps für die richtige Vermarktungsstrategie von Online-Shops

  1. Sortimentsaffinität: Neben den großen Portalen wie Amazon, Idealo oder Billiger.de finden sich viele Nischenportale, die ihr Angebot auf bestimmte Produktkategorien (Möbel, Elektronik oder Mode) konzentrieren. Ein Abgleich des eigenen Shop‐Sortiments mit dem Angebot des jeweiligen Portals kann Streuverluste reduzieren und die Qualität des Traffics steigern.
  2. Produktpräsentation: Vertrauensbildende Maßnahmen sind aus der Shop-Optimierung nicht mehr wegzudenken. Zusätzliche Verkaufsargumente (Gütesiegel, Gutschein‐Aktionen oder besondere Bezahlfunktionen) eines Online-Shops sollten in dem jeweils gewählten Portal als Kriterien abgebildet sein. Auf diese Weise können bessere Leistungswerte erzielt werden.
  3. Zielgruppe: Die Kunden und die anvisierte Zielgruppe im Fokus zu haben – das hilft bei der Portalauswahl. Während preissensible Kunden auf Preissuchmaschinen zu finden sind, nutzen qualitätsbewusste Käufer im Sinne eines Shopping-Erlebnisse eher Produktportale.
  4. Traffic: Das Spagat der Online-Händler muss meistens zwischen Reichweite und Rentabilität geschlagen werden, aber im Kern geht es um die klare Definition der Traffic-Ziele. Soll Reichweite aufgebaut werden, helfen Netzwerkpartner – bei einer rentabilitätsbasierten Zielerreichung empfiehlt sich eine Prüfung des individuellen Kosten-Umsatz-Verhältnisses der einzelnen Portale.
  5. Kostenfalle: Bei der Portalauswahl sollte nicht explizit ein maximaler Cost‐per‐Click festgelegt werden. Die isolierte Betrachtung von CPCs kann jedoch zu erfolgsverhindernden Schlussfolgerungen führen. Die Traffic‐Qualität der Portale spielt eine wichtige Rolle, so dass Online-Shops stets andere Leistungskennzahlen / KPIs wie Conversion Rate und wiederum die Rentabilität betrachten.
  6. Referenzen: Qualitätssiegel der Portale und die Erfahrungsberichte seitens der Kunden verdeutlichen die Seriosität der Partner – oder ihren Mangel. Der direkte Erfahrungsaustausch mit Branchenkollegen, Agenturen oder Dienstleistern sollte trotz aller guten Eigenbeschreibung der Portale zu Rate gezogen werden. Merke: Networking schadet nie.
  7. Konkurrenzanalyse: In jedem Fall spielt die Wettbewerbssituation in den Portalen eine gewichtige Rolle. Eine hohe Wettbewerbsdichte geht in der Regel mit höheren CPCs und weniger Traffic für den eigenen Shop einher. Bei kostengünstigen Kampagnen sollten Portale mit regem Wettbewerb für bestimmte Produkte oder Kategorien nicht angesteuert werden – und anders herum. Ein Preisanalyse-Tool kann Rankings für die eigenen Produkte, Angebotsvergleiche und Preisentwicklungen darstellen, um die Vermarktungskanäle dahingehend anzupassen.

Die Portallandschaft für Digital Commerce ist stark fragmentiert. Der Mangel an verfügbaren Daten, Statistiken zu Marktanteilen und Kanalperformances sowie fehlende Transparenz und fehlende Standards erschweren diese Entwicklung umso mehr. Marketers sind gefordert, ihre eigenen individuellen Bedürfnisse zu artikulieren und daraus den optimalen Vermarktungsmix abzuleiten. Den ausführlichen Leitfaden über die richtige Zusammenstellung der Vermarktungskanäle stellt Feed Dynamix in dem Whitepaper kostenlos zur Verfügung.

Nicht wild drauf los testen. Beim A/B-Testing gilt immer die Reihenfolge "Problem, Hypothese, Testing". Quelle: etracker.

Wer seine Website nicht regelmäßig pflegt, verliert auf lange Sicht hin Kunden und Nutzer. Nach Einschätzung des Controlling- und Targeting-Anbieter etracker sollten Optimierungsmaßnahmen jedoch nie ohne vorheriges A/B-Testing durchgeführt werden. Trotz der simplen Idee, die Besucher mit verschiedenen Online-Präsenzen als Testkaninchen einzusetzen, können einige Fallstricke das Vorhaben schnell zum Scheitern verurteilen.

Nicht wild drauf los testen. Beim A/B-Testing gilt immer die Reihenfolge "Problem, Hypothese, Testing". Quelle: etracker.

Nicht wild drauf los testen. Beim A/B-Testing gilt immer die Reihenfolge „Problem, Hypothese, Testing“. Quelle: etracker.

  1. Wildes Testen ohne Strategie: Grundsätzlich sollten Marketingverantwortliche nicht ohne die richtige Strategie handeln. Nach der Identifizierung des Problems sollte besser eine Hypothese formuliert werden: „Wenn ein Problem durch Optimierungsvorschlag verändert wird, erreichen wir eine Verbesserung von erwartetes Ergebnis.“
  2. Achtung Fehlerteufel: Beim Start des A/B-Testings müssen Marketingverantwortliche explizit die Funktionalität sowie die Anzeige der Varianten in unterschiedlichen Browsern und auf diversen Endgeräten prüfen. Fehler an dieser stelle sind unverzeihlich, weil das Ergebnis durch eine fehlerhafte Testumgebung schnell verfälscht werden kann.
  3. Zu hohe Ziele: Sobald zu viele Faktoren wie „mehr Bestellungen“ oder „mehr Umsatz“ als Ziel eines A/B-Tests definiert werden, kann das Testergebnis verfälscht werden. Daher eignen sich Low-hanging-fruits, also kleinere Conversion-Ziele bzw. Mikro-Conversions. Der Klick auf einen neuen Call-to-Action-Button kann das effizientere Ziel sein, als direkt den Abverkauf aller Produkte anzukurbeln.
  4. Duplicate Content würgt SEO-Ranking: Vorsicht ist beim Suchmaschinenranking geboten, denn dieses kann durch A/B-Tests schnell verschlechtert werden. Der Seiteninhalt sollte sich dynamisch ändern, damit der Google-Crawler immer nur die Originalseite und nicht die zusätzlichen Testszenarien durchsucht.
  5. Zu schnell Ende im Gelände: Die Datenmenge muss groß genug sein, um die erfolgreiche Variante mit statistischer Signifikanz zu bestimmen. Bis zu 1000 Besucher pro Test sind empfehlenswert – je nachdem, wie stark sich die Conversion-Rate der Testversion vom Original unterscheidet.
  6. Aus den Augen aus dem Sinn: Je länger ein A/B-Test läuft, desto höher steigt die Wahrscheinlichkeit auf Umsatzeinbußen – besonders dann, wenn die neue Alternative nicht die definierten Conversion-Ziele erreicht. Hier steuern Automatismen dagegen, die eine eindeutige Gewinnervariante schneller erkennen und diese mehrheitlich den Nutzern ausspielen.
  7. Testing ohne Segmentierung: Zwar werden A/B-Tests über alle Kundengruppen durchgeführt, jedoch sollten Marketingverantwortliche die Ergebnisse immer nach Wiederkehrern oder Stammkunden segmentieren. Je nach Besuchergruppe und Verhalten können dann personalisierte Websiteinhalte automatisch ausgespielt werden.

Fakt ist, dass Optimierungen an Website oder Onlnie-Shop nicht als eine einmalige Nummer, sondern als eine kontinuierliche Aufgabe verstanden werden darf. Die richtigen Analysen respektive das entsprechende A/B-Testing helfen dabei, sich nur für die erfolgversprechenden Maßnahmen zu entscheiden.