Puh war der Vormittag anstrengend. Seit 6.30 Uhr bin ich auf den Beinen und bin in guter Stimmung. Das Frühstück und die Vorstellungsrunde dauerten länger als gedacht, so dass am Vormittag nur eine Session jeweils in den Räumen abgehalten werden konnte.

Das Wetter ist mittelprächtig, so dass sich gewisse Herren wie „Pornoschorsch“ mit ihrer Session nach draußen verlagert haben. Auch andere Helden haben sich dazu entschlossen, unter freiem Himmel ihre Vorträge zu halten. Wir realisieren derzeit das Live-Streaming im Hauptsaal (nur wenn Sesions laufen gibt es etwas zu sehen) und nehmen an verschiedenen Stellen die Sessions ebenfalls auf – so dass eine mediale Vollbeschallung für alle nicht-anwesenden Zuhörer, Zuschauer und Fans der Web 2.0 Bewegung mit dabei sein können. Mehr dazu aber später… :)

Zum frühen Morgen ein Lesebefehl in Richtung Medien Mittweida, wo ein Interview mit Rainer Meyer alias Don Alphonso veröffentlicht wurde. Inhaltlich dreht es sich einerseits um die Kunstfigur und die verschiedenen Blogs von Don Alphonso selbst, die Vergangenheit beim dotcomtod und letztendlich die Einstellung gegenüber dem AAL-basierten Web 2.0.

„Ich glaube, dass das Web 2.0 eine ganz miserable Sache ist, weil es vor allem auf der Ausbeutung von Arbeitskräften – dem so genannten „AAL-Prinzip“ („Andere Arbeiten Lassen“) – basiert.“

Natürlich ist das Zitat ein wenig herausgegriffen, aber insbesondere hier fällt die offenkundige Kritik ins Auge, mit der sich Don Alphonso von den verschiedenen Dienstleistern am Markt bekanntermaßen distanziert. Was vom Journalismus bei Bloggern übrig ist (ober denn je da wäre?) und wie er den jüngsten Fall der Abmahnung gegen Stefan Niggemeier sieht, ist für informierte Kreise sicherlich keine bahnbrechende Neuigkeit. Dennoch ist solche Information immer gut zu lesen… :)

Ganz bewußt habe ich mich nicht an der Technorati-Blogkette beteiligt, bei der mehrere Blogautoren mitmachten um ihren eigenen Technorati Authority Rank zu steigern. Die Konsequenzen dieser Aktion sind nämlich recht einfach an zwei Fingern abzuzählen. Erstens werden die gesammelten Links bei den Deutschen Blogcharts nicht gewertet, und zweitens hat Technorati die Infopirat.com Adresse bis zum aktuellen Zeitpunkt mit insgesamt 0 Links ausgespuckt.

Wie auch Jens schreibt, kann ich jedem, der sich an diesen Linkbaiting Aktionen beteiligt, nur raten die Finger davon zu lassen. In der Hoffnung, dass man seinen Technorati Authority Rank erhöht um bei einigen Dienstleistern für Werbemittel zu punkten, kann das gut gewollte Austauschen der Links jedoch gehörig nach hinten los gehen. Hoffentlich wird dieses Ergebnis einigen der Fans von den Aktionen mal endlich eine bleibende Erinnerung sein, denn auch Technorati wacht über solche schwachsinnigen Aktionen, die noch nicht einmal einem höheren Ziel wie bei Blogkarnevals oder themenbasierten Schreibwettbewerben dienen. Ich hatte es doch geahnt, aber darauf hört ja eh keiner, wenn es um das große Linkaustauschen geht, was letztendlich nur eine Selbstbeweihräucherung ist. Aber jedem das seine. :)

Kommentieren in Weblogs oder sonstigen webzwonulligen Social Networks ist gar nicht so einfach. Verzweiflung plagt so manchen Blogger, wenn er durch die Kommentare geht und nicht mehr weiß, was die Kommentatoren dort überhaupt aussagen wollten. Die Herrschaften von Spreeblick haben dazu ein sehr geniales Video auf sevenload hochgeschossen: So kommentiert man richtig!

Schon die persönliche Papaya-Meinung gehabt? Gute vier Minuten sind vollgepackt mit wertvollen Tipps, um sich als Kommentator von den Trolls zu distanzieren. Viele meiner Leser kennen die Spielregeln und sind perfekt diplomierte Kommentatoren – aber einige andere… na, Videoanschaubefehl! Und die Outtakes nicht vergessen!

Im Zuge der jüngsten Ereignisse um eine so genannte „Blogspam Software“ und die dazugehörige Entwicklung kann ich mich folgendem nur anschließen.

Hiermit stelle ich folgendes klar:
Ich habe zu keinem Zeitpunkt „Sebastian F.“ oder seiner Firma „E-Trinity“ die Erlaubnis gegeben, irgendwelche Daten von mir zu verwenden um diese in einer Software zu verwenden, wie es beim Programm Blog-Baster geschehen ist.

Selbige Erlaubnis haben wir auch nicht für unsere Schwesterblogs LoungeMix und Skykat sowie entsprechenden Corporate Blogs meines Arbeitgebers gegeben. Entsprechende Screenshots der Software wurden mir zugestellt und die Blogs sind dort ohne Einverständnis gelistet. Ich bitte daher umgehendst um Zusendung jeglicher schriftlicher Unterlagen, die Herr F. von mir haben müsste, damit die Blogs dort gelistet sind. Der Nachname von Herrn F. ist absichtlich abgekürzt.

Nachrichten braucht jeder Mensch. Wir wollen Informationen konsumieren. Zeitnah, aktuell, informativ. Wenn man Web 2.0 hört, fällt einem fast immer Technorati ein. Doch dieser Serviceanbieter erleidet einen Qualitätsverlust. Immer öfter fällt es mir auf, dass in den populärsten Suchanfragen beim beliebten Blogsuchdienstleister Technorati einfach nur Mist drin ist. Ich nenne es Mist, weil es keinen Informationsgehalt hat, sondern in erster Linie der Boulevard-Blogosphäre ähnelt. Hier die Beispiele an diesem Morgen:

  • Noelia scheint eine weitere Frau zu sein, die ein paar Nacktbilder von sich ins Netz geschleust hat um nur für Aufmerksamkeit und ein wenig Rummel um ihre Person zu sorgen. Das ganze als Video Porno über SMS und alle Welt geiert danach.
  • Johanna Cordona hat einen ähnlichen Fall, jedoch geht es hier eher um die Beziehungsdramatik und noch nicht so stark um pornographisches Material. Dennoch sind die Blogposts zu dem Thema einfach nur Sex-Spam!
  • Galilea Montijo ist ein Sex Skandal und spricht wiederum dafür, dass Technorati als Welt der Lustlosen gelten kann.

Der Rest dreht sich um Youtube, Myspace, Paris Hilton, einige US Politiker, Facebook… im Grunde genommen interessiert dieses Geblabber bei Technorati doch nicht wirklich, oder? Dazu kommt eventuell auch die Tatsache, dass Technorati sehr stark von Übersee genutzt wird und letztendlich sehr US-lastig wirkt, aber auch durch Lateinamerika beeinflusst wird. So langsam gewöhne ich mich an die derzeitige Struktur von Rivva um meine morgendlichen Blogosphären-News einzuholen. Ich lese lieber über die Chamäleon-Tastatur von Apple, Tanja-Anjas oder Spreadshirt, als dass ich dieses Schmuddelrati aufrufe. Geht es nur mir so oder leiden andere auch darunter?

In einem nur den Premium-Mitgliedern einsehbaren Artikel bei iBusiness schreibt Susanne Rönisch folgendes:

Deutsche Blogger haben sich bis auf ein paar wenige Ausnahmen bislang nur sehr oberflächlich mit dem Thema Second Life zur Homepage dieses Unternehmnes Relation Browser auseinandergesetzt.

Sind wir doch mal alle ehrlich zu uns selbst: Auch mit hochwertigen Computern und schneller Bandbreite sind die deutschen Internetnutzer in der Lage, komplexe 3D-Software mit Multiplayer-Unterstützung laufen zu lassen. Die jugendlichen spielen bevorzugt World of Warcraft, da letztendlich der Suchtfaktor des Spiels so groß ist. Die Erwachsenenwelt ist gewiss nicht minder an den Spielen interessiert, jedoch zählt im Second Life von Lindenlab einiges mehr als das Abschnetzeln von Gegenspielern oder Monstern.

Haben viele von uns nicht ein wichtiges First Life? Arbeiten, Freizeitgestaltung, Urlaub, Entspannung, Abstinenz vom Rechner – na wunderbar, dann brauchen wir auch nicht die intensive Zeitbeschäftigung des Second Life um uns selbstzuverwirklichen. Ich glaube einfach, dass die deutschen Blogger einfach wichtigeres zu tun haben als sich mit Second Life zu beschäftigen.

Wie in der NYTimes zu lesen ist, wurde die geheime Identität des berüchtigten „Fake Steve“ gelüftet: Daniel Lyons, ein führender Redakteur des Forbes Magazine, hatte die größtenteils englischsprachige Blogosphäre über Monate hinweg von seiner Schreibkunst überzeugen können.

Die Sache flog letztendlich nur deswegen auf, weil über das „Fake Steve“ Thema ein ganzes Buch veröffentlicht wird. Das Manuskript und die Information, der Autor sei ein bekannter Schreiber für eines der größeren Magazine, führte zur Enttarnung. Die Schreibstile vom Fake Steve Blog und dem öffentlichen Blog von Daniel Lyons waren dann doch zu offensichtlich. (via Turi2)

Auch wenn sich die halbe Blogosphäre heute Abend mit Um-die-Wette-Sektkorkenknallen beschäftigt hat, das ist mir doch alles egal! Keine Weltherrschaft, keine Nummer Eins oder mit dem Finger auf andere zeigen!

Und ja, darauf bin ich stolz, dass ich den Abend gemeinsam mit meiner Freundin verbringen durfte ohne mich um Technorati zu scheren. Ja, ich hatte es bemerkt, aber der Familiensegen sollte heute mal richtig hängen! Dafür verabscheue ich zur Zeit die halbe Nachbarschaft, die sich fröhlich einige Liter Bier und Wein hinter die Binde gekippt hat und gröhlend auf dem Hof klatscht und lacht… ach ja, es gibt so viele kleine Dinge im Leben… da spiele ich doch lieber die zweite Geige! Ob ein Eimer kaltes Wasser bei den Nachbarn hilft? :)

Einen fulminanten Start in die Woche legt sicherlich der Bookmark-Dienstleister Mister Wong hin, wenn man die Kommentare in der Blog-Bekanntgabe von der Vorwoche liest. Wegen den Vorwürfen des Rassismus durch Sprüche wie „ping pong, king kong, Mister Wong“ ist eine internationale Expansion gefährdet, da diese Sprüche dem zumindest in den USA sehr stark verbreiteten „Ching Chong“ Problem ähnelt und letztendlich nicht die geforderte political correctness wiedergibt.

Das ursprünglich als lustig und gleichzeitig als Hommage an einen der (ehemaligen) Zeichner genutzte Maskottchen „Mr. Wong“ hat damit ausgedient. Ich mutmaße, dass damit auch ganz genau die komplette Marke „Mister Wong“ betroffen ist. Wie transportiere ich die durch das Logo umgesetzte Botschaft des asiatischen Typen, der als Identifikation für den Dienstleister selbst dient? Ein absolut spannendes Thema!

Ich habe den in der webzwonulligen Szene bekannten Christian Clawien auf einigen Veranstaltungen persönlich kennengelernt und muss gestehen, dass ich sehr gespannt darauf bin, wie mit den Merchandise-Artikeln und der gesamten Brand des Dienstleisters jetzt verfahren werden soll… denn wo auch immer der Kopf von Mr. Wong auftaucht, hat dieser Artikel ausgedient. Ob sich ein Seltenheitswert damit generieren lässt?