In einem nur den Premium-Mitgliedern einsehbaren Artikel bei iBusiness schreibt Susanne Rönisch folgendes:

Deutsche Blogger haben sich bis auf ein paar wenige Ausnahmen bislang nur sehr oberflächlich mit dem Thema Second Life zur Homepage dieses Unternehmnes Relation Browser auseinandergesetzt.

Sind wir doch mal alle ehrlich zu uns selbst: Auch mit hochwertigen Computern und schneller Bandbreite sind die deutschen Internetnutzer in der Lage, komplexe 3D-Software mit Multiplayer-Unterstützung laufen zu lassen. Die jugendlichen spielen bevorzugt World of Warcraft, da letztendlich der Suchtfaktor des Spiels so groß ist. Die Erwachsenenwelt ist gewiss nicht minder an den Spielen interessiert, jedoch zählt im Second Life von Lindenlab einiges mehr als das Abschnetzeln von Gegenspielern oder Monstern.

Haben viele von uns nicht ein wichtiges First Life? Arbeiten, Freizeitgestaltung, Urlaub, Entspannung, Abstinenz vom Rechner – na wunderbar, dann brauchen wir auch nicht die intensive Zeitbeschäftigung des Second Life um uns selbstzuverwirklichen. Ich glaube einfach, dass die deutschen Blogger einfach wichtigeres zu tun haben als sich mit Second Life zu beschäftigen.

10 Kommentare
  1. Matias sagte:

    Ich kann dir nur zustimmen Mike. Wer braucht Second Life? Es hat keinerlei Suchtfaktor, weil es kein gut gemachtes Spiel ist. Es hat hohe (für viele zu hohe) Eintrittshürden, es ist gruselig langweilig. Und ja – auch für mich ist das first live tausendmal spannender und wichtiger.
    SecondLife ist für mich der Inbegriff einer Bubble 2.0, wenn man denn drauf besteht, das es eine gibt.

  2. Martin Hiegl sagte:

    Haben viele von uns nicht ein wichtiges First Life?

    Mike, du unterstellst dabei, dass es ein ausschließendes Oder gibt. Ganz abgesehen davon, dass ich gar kein First Life habe, sondern nur mein Leben, ganz ohne Zähler. Ok, Katzen, mit ihren sieben Leben, zählen vielleicht durch.

    Ich glaube eher, dass vielen Second Life eine zu schlechte Umsetzung einer virtuellen Welt ist um sich weiter damit zu beschäftigen. Viele dieser Äußerungen wurden übrigens früher beim Aufkommen des WWW ebenso getätigt – nun ist es ganz normaler Teil unserer Kommunikationsinfrastruktur.

  3. OliverG sagte:

    *gähn* Sorry, aber das sind vollkommen öde Argumente.
    //flame on//
    Ich kann auch Zeitung lesen statt Blogs. So etwa ist das Argument. Oder: ich brauch kein Internet, ich hab TV und Telefon und Briefpost.

    Ich hab auch lang gesagt dass ich keinen PDA mit Handy drin und Farbdisplay brauch. Bla bla. Ich kam auch mal ohne grafische Benutzerooberfläche oder gar Multitaskking aus. Und ohne UMTs und ohne Computer. Braucht man alles nicht zum Leben.

    Der Name von Second Life verführt gerade zu dieser doofreaktion ‚ich hab ein erstes Leben‘. wie gesagt: Gähn. denn es geht NICHT darum ein ‚2. leben‘ zu leben. es geht um Phatasie, Kreativität, um die erforschung von dem,w as in 3D sinnvoll und möglich ist.

    Und es gibt durchaus vuele Blogger, die ber 3D bloggen. es sind halt nicht die üblichen verdächtigen aus den Top 100 (mit ein, zwei Ausnahmen)

    Um über SL was sinnvolles zu sagen reicht es halt nicht, mal in den Spiegel zu gucken und das nachzuplappern. Da müsste sich mal ernsthaft damit beschäftigen. Was manche tun, andere nicht. Insofern liegen deutsche Blogger und deutsche Journalisten auf der selben Schiene.
    //flame ende//

    Fakt ist: SL ist spannender als andere 3D-Geschichten (und es ist KEIN spiel, man kann AUCH Spiele dort simulieren aber es ist eben ne Simaulation) weil es auf UGC basiert (was Blogger an sich in der Lage sein sollten zu kapieren). Es ist sicher noch nicht letzte ort, es sind einige Fragen offen, wie das des Urheberrechts, der sicherung der ‚Werke‘, der Öffnung der Standards, gegebenenfalls. Verknüpfung von/mit anderen welten (Avatarübergang), der distribuierung des Systems nach dem Modell Webserver, das Marketing und der Suppoert von Linden Labs, Open Source Alternativen, Jugendschutz (im Web auch ungelöst, en passant), etc. Generell wird man sehen ob LL nicht nur den Vorreiter gespielt hat und andere mit überzeugenderemn 3D-KOnzepten kommen (sowas wie Stagespace: 3D als Plugn in beliebige SNs…) oder mit besserer weil Legacyfreier Technik (-> das chinesische Hipihi auf englisch/deutsch? ;) )

    Das sind alles Dinge über die man reden und an denen man kompetent rumkritteln könnte.

    Man könnte auch mal hergehen und die umfassende SL-Bloggerszene und SL-Medienszene (Audio, Podcasts, Foren, Newsangenbote — alles ’normal im web zugänglich) auch in Deutschland sichten. Wenn man wollte.

  4. rene sagte:

    danke an OliverG!
    habe beim lesen der kommentare überlegt, ob ich was dazu schreiben soll, aber so langsam werde ich müde zu erklären,
    – das SL kein spiel ist
    – warum es spannend ist, aber denoch nicht für jeden spannend sein muss.
    – es trotz aller konkurrenzansagen immer noch die einzige virtuelle welt ist, auf der man sich mit einer großen freiheit entfalten kann
    – das thema „joy of use“ hier nicht an erster stelle steht (btw: ich finde die amazon-artikelseiten, was das angeht, auch fürchterlich – ergo: amazon = doof ;) )

    oder anders: ich persönlich finde das iPhone total langweilig, weil ich handys langweilig finde. deswegen würde ich aber nie behaupten, dass der mobil-markt eine blase ist.

    das zitat oben habe ich tatsächlich auch 3mal lesen müssen, bis ich verstanden habe, dass da ein copy-n-paste fehler drin ist. aber so setzt man sich intensiver mit gelesenen auseinander. :)

  5. Martin Hiegl sagte:

    das thema “joy of use” hier nicht an erster stelle steht

    Ich sprehe nicht von joy of use, sondern von usability und die ist für den Erfolg einer Technologie unabdingbar, zumindest dann, wenn man nicht mehr der Monopolist ist und sich die Erfahrungen etc. zu virtuellen Welten auch woanders sammeln lassen.

  6. Christian Scholz sagte:

    Also ich kann Oliver da auch nur zustimmen. Für mich ist das keine Alternative des „ersten“ Lebens, sondern Teil davon, eine weitere Kommunikationsform. Und eine, die funktioniert, denn nirgends habe ich so schnell so viele neue coole Leute kennengelernt (gestern noch war ich beim SL-Stammtisch in Köln). Bei mir sind diese Kontakte sogar vorwiegend international und mit vielen SL-Bekannten bin ich dann auch per Twitter, IRC oder deren Blogs verknüpft (u.a. z.B. auch mit Leuten von IBM, Amazaon, Cisco usw.). Und auch eine potentielle Möglichkeit, die nächste Plone Conference live streamen zu können, habe ich durch SL erhalten.

    Deutschland ist da irgendwie ein bisschen komisch.. Schau ich mir USA an, so sind Podcaster und Blogger in Scharen in Second Life eingefallen und für die ist es einfach ein anderer Weg, sich zu treffen (vielleicht sind dort die Wege zu Podcamps/Barcamps weiter, ich weiss es nicht). Hier scheint man immer erstmal gegen alles zu sein, was ich etwas schade finde. Seht es doch mal als Chance :-)

    (achja, mein aktuelles Blog ist auch aus SL entstanden und so richtig mit Bloggen begonnen habe ich auch dank SL, siehe http://taotakashi.wordpress.com. Also für mich gar nicht unwichtig, sondern ein wichtiges Kommunikationsmedium).

    Was Usability betrifft, ist das natürlich allen Beteiligten klar, dass da was geschehen muss und es wird ja auch daran gearbeitet. Aber da ich es trotzdem schaffe, damit umzugehen, würde ich erwarten, dass ihr das auch schafft ;-) Und wie ich auch meinen Kunden gerne sage: Lieber jetzt in VWs Erfahrungen sammeln, als dann später sich wundern.

    (Und ja, ich würde gerne mehr deutsche Blogger in SL sehen, ich würde sogar gerne regelmässige Meetings besuchen, wo aktuelle Themen aus der Szene diskutiert würden. Ich böte sogar den Platz dafür an :-)).

  7. Mike Schnoor sagte:

    Jeder wie es mag – ob jetzt aber nur 20 Blogger sich dem Thema intensiv annehmen oder 2000 im Monat darüber berichten ist schon ein anderer Schuh. Die eingeschworene Gemeinde, die hier auch diskutiert, ist sicherlich affiner als die Masse der Blogger, die gewiss nicht an Second Life interessiert sind, weil sie einfach nur Bloggen und nicht technik-, medien- oder marketinglastig an Second Life denken…

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