Unter dem vielsagenden Internetauftritt meineSPD.net schlägt eine deutsche Partei den Weg des Web 2.0 für sich ein. Das Portal dient als neue SPD-Plattform im Internet, auf der die Vernetzung untereinander unkompliziert und schnell vollzogen werden soll um auf entsprechende Informationen der Partei zugreifen und gemeinsame Aktionen vorbereiten und durchführen zu können.
Das Angebot besteht aus Diskussionsforen, Fotos, politische Missionen und einem internen Bereich, der nur für angemeldete Mitglieder nutzbar ist – sowie Gruppen, Blogs und eine mysteriöse Werkstatt sollen in Kürze folgen. Optisch trabt das neue Parteischlachtross 2.0 absolut frisch daher. Doch nach einer erstmaligen Registrierung merkt man, dass dieses Portal eher nicht für typische Web 2.0 Interessierte, sondern wirklich als Hilfsmittel zur digitalen Parteiarbeit zu verstehen ist:
„Wir bieten unseren Mitgliedern und allen Interessierten einen neuen Zusatznutzen und eine vollständig neue Möglichkeit der Vernetzung und der Kommunikation. Wir stellen damit die technologische Basis für eine vollständig neue internetbasierte Form der Mitgliederkommunikation bereit„, erklärte SPD-Generalsekretär Hubertus Heil bereits vor zwei Wochen in einer Mitteilung.
Wohl wahr – der technologische Fortschritt ist sehr wichtig für politische Organe. Man kennt den Wahlkampf auf YouTube bereits aus den USA, dem typischen Vorreiter in Sachen integrativer Wahlkampftechnologie. Ob meineSPD.net die mühseelige Arbeit des kleinen Ortsvereins einfacher machen oder doch nur ergänzend funktioniert, bleibt dabei nur aus der individuellen Erfahrung der Mitglieder über den Umgang mit der Plattform zu entnehmen.
Immerhin sind die Ziele hoch gesteckt und für einen Neuling der Arbeit mit dem Internet und ihren schnell vorbeirauschenden Phänomenen kann eine zentrale auf Usability getrimmte Plattform sicherlich punkten. Worüber ich mich hierbei wundere ist die fehlende Kommunikation per Postfach, das insgesamt geschlossene System, das nur nach Anmeldung zugänglich wird, und die Ankündigungen über die Zusatzfunktionen, die seit dem Launch am 24. Oktober bestimmt schon versprochen waren…
Der iPhone Kaufrausch
BlogkulturReden wir mal Tacheles. Wer treibt sich auf den konsumlastigen Shopping-Parties in der dunklen Nacht rum? Wer lungert jetzt vor dem Telekom Geschäft und hofft auf mitternächtliche Verkaufsorgien? Steht ihr in Schlangen? Seid ihr geil!? Wollt ihr das iPhone euer eigenes nennen?
Ich finde das irgendwie charmant, jedoch für dieses Gadget einfach übertrieben. Richtig, das iPhone ist ein Gadget. Man braucht es nicht, denn man hat mehr als genügend Geräte in seinem Besitz, die die gleichen Funktionen erfüllen. Multimedialer Organizer ala Nokia oder Blackberry sowie der iPod Touch, der weitaus cooler als das olle iPhone ist, sprechen doch für sich. Vom Prinzip her ist das jetzt ganz einfach: Geht nach Hause und legt euch auf’s Ohr.
Ihr braucht das iPhone nicht. Seht doch der Wahrheit endlich ins Gesicht. Es ist nur eine Spielerei und wird irgendwann langweilig. Denn es macht noch nicht einmal neidisch… :)
Relaunchfieber bei der HORIZONT
Marketing, MedienNach dem Blogfieber und der Öffnung der Inhalte kommt der Paukenschlag. Zwar wurde es bereits seit Wochen angekündigt, der Printausgabe lagen entsprechende Eigenwerbemittel bei, aber die Medienlandschaft beflügelt sich selbst: Die HORIZONT ist im Wandel. Das neue Credo der HORIZONT-Erweiterung lautet:
Dabei werden auf der Onlineplattform und in der Printausgabe mehr Inhalte zum Thema Marketing, Werbung und Medien verknüpft, auch Olaf Kolbrück kündigte bereits an, dass die hauseigenen Blog-Kommentare im Printtitel erscheinen würden. Chefredakteur Volker Schütz sieht für die neue Zeitung klare Standpunkte, mehr Hintergrund und die hohe Relevanz der Themen als maßgebliche Kompetenzen an.
Sämtliche Artikel können kommentiert und bewertet werden, so dass die Leser integrativ den Inhalt gestalten – wo sind die Trackbacks? Der Weg ins Web 2.0 für einen von mir sehr geachteten Printtitel zeigt die Zukunft der Verlagsbranche: Die Wurzeln haben bestand, die jungen Äste soll man austreiben lassen. Für meinen persönlichen Geschmack ist das wieder ein Zeichen für Erfolg – weiter so!
Kommentieren sinnlos?
BlogkulturEs gibt einige Menschen, an denen sich die Geister scheiden. Irreführende Benutzernamen, die keinesfalls ein Zeichen von Authorität und Authentizität sind, versuchen in Diskussionsforen und natürlich auch in Weblogs das Geschehen, was sich dort abspielt, zu kommentieren. Dann passiert folgendes – der Kommentar wird als individuelles Geschreibse abgeschickt und man sieht ihn natürlich und erfreut sich, dass der eigene Senf dem Internet am liebsten anonym beigesteuert wurde.
Doch halt – was vergessen gewisse Leutchen wieder? Richtig – Kommentare oder Diskussionsbeiträge werden vielerorts durch zwei Sachen an der Veröffentlichung gehindert. Einerseits gibt es die Moderationskontrolle durch einen Administrator, andererseits gibt es Spamfilter, die das System vor unerwünschter Werbung schützen. Meiner Erfahrung nach sind es bis zu 90% aller nicht-veröffentlichten Kommentare, die vielmehr dem Spamfilter zum Opfer fallen. Mein persönlicher Favorit darunter ist wiederum Akismet – und ich nutze es schamlos aus, dass man alle Spamkommentare auf einmal löschen kann. Es ist mir dabei recht egal, ob jemand auf Seite 7 der gefundenen Spams doch einen echten Kommentar hinterlassen haben mag, aber einen Vorwurf zu bringen, dass ich manuell zensieren würde, finde ich absolut lächerlich. Wer von Technik nichts versteht, hat die Welt noch nicht kapeistert. Was für eine schöne Welt, in der wir mit dem Web 2.0 leben… nicht wahr? :)
Townster vom Netz genommen?
Social MediaTäusche ich mich oder ist das Angebot von Townster derzeit offline? Hat das mit dem Pressewirrwarr von gestern Abend zu tun? Ich bekomme zumindest von deren Blog sowie von der eigentlichen Social Community nur noch im Firefox:
Nachtrag: Es scheint ein lokales Problem mit der Anbindung hier in Köln zu sein… :)
guggr – Hast du das gesehen?
MedienDie primär für publikumslastige Formate ausgelegte Plattform für TV-Kritiker stammt aus dem Hause der DWDL-Redaktion. Die neue Diskussionsplattform soll laut Eigenaussage für TV-Fans und -Kritiker, für Zuschauer und Macher den Feedbackkanal bieten, den sie beim klassischen lean-back während des Fernsehkonsums vermissen:
In der ersten Open Beta-Phase finden sich einige Baustellen auf der Plattform, auch ist die Community mit recht wenigen Möglichkeiten ausgestattet, sich neben den Diskussionen zu den TV-Highlights bzw. Flops untereinander auszutauschen – einige der bekannten Web 2.0 Funktionen fehlen zum derzeitigen Stand, jedoch bleibt nicht auszuschließen, dass sie in Kürze ergänzt werden. Dennoch spiegelt die Plattform bereits in der Open Beta-Phase den Grundgedanken von dem partizipativen Internet wider – die Frage ist jedoch, ob auch die großen Sendergruppen in Deutschland respektive die Produzenten der Serien in die dort öffentliche und sehr zentralisierte Diskussionen einsteigen werden. Ratsam wäre es für alle Beteiligten sich an der Diskussion zumindest lesend zu beteiligen – falls eine neue Sendung so desaströs abfällt wie jüngst das Promi-Pilgern auf ProSieben…
Interaktion, Interaktivität, Interkonnektivität – was will man denn als aufgeklärter Internetnutzer noch mehr? „Gemeinsam bilden wir alle auf Guggr die erste interaktive Datenbank für TV-Neustarts, -Highlights und außergewöhnliche Fernsehereignisse“, freut sich guggr-Initiator Thomas Lückerath, Geschäftsführer von DWDL, und hat damit eine entscheidende Idee auf eine optisch ansprechende und für Benutzer einfach zu bedienende Weise verwirklicht. Die Couch Potatoe wird zur unabhängigen Interaktion aufgefordert und kommt in die Puschen in Richtung Schreibtisch. Zumindest der Weg nach einem einschlägigen TV-Erlebnis in Richtung Schreibtisch kann bei regelmäßigem Betrieb sogar förderlich für eine Couch Potatoe werden. :)
Pressewirrwarr um Townster
Social MediaDer Hintergrund scheint die Unstimmigkeit über die nahezu abgeschlossenen Verträge mit Business Angles zu sein, die Details liegen trotz der sehr ausführlichen Pressemeldung im düsteren Dunstkreis der Finanzierungsrunden von Web 2.0 Startups… ich hätte zumindest dazu geraten, den Fall anders zu kommunizieren, als diese Meldung so negativ zu positionieren. Ob die Finanzierungsgespräche überhaupt fortgesetzt werden, ist dabei eine weitaus schwierigere Frage für das Team von Townster. That’s some tough luck!
iliketotallyloveit.com mit Seedfinanzierung
Social MediaDie Social Shopping Plattform iliketotallyloveit bekommt eine Seedfinanzierung von der Argiv GmbH und den Investoren Stefan Friese und Stephan Schambach. Seit Dezember 2006 haben die vier Bremer Studenten Silke Jahn, Martin Albrecht, Till Backhaus und Malte Gösche auf ihrem Portal den Usern die Möglichkeit gegeben ihre coolen, innovativen oder besonders schönen Produkte mit der Öffentlichkeit zu teilen.
Ähnlich wie Shoppero oder Dealjäger ist bei iliketotallyloveit jeder Artikel mit einem entsprechenden Link zu einem Onlineshop verknüpft, so dass man das Produkt selbst erwerben kann. Bewertungen, Kommentare und die bekannten Web 2.0 Funktionalitäten runden das Angebot ab. Auch ein Popularitätswettbewerb innerhalb der Community soll aufzeigen, ob das Produkt „loved“ ist oder eher nicht. Apropos Ranking – das gibt es auch bei Wooby nur ohne Shop-Idee dahinter.
Parteischlachtross 2.0
PolitikUnter dem vielsagenden Internetauftritt meineSPD.net schlägt eine deutsche Partei den Weg des Web 2.0 für sich ein. Das Portal dient als neue SPD-Plattform im Internet, auf der die Vernetzung untereinander unkompliziert und schnell vollzogen werden soll um auf entsprechende Informationen der Partei zugreifen und gemeinsame Aktionen vorbereiten und durchführen zu können.
Das Angebot besteht aus Diskussionsforen, Fotos, politische Missionen und einem internen Bereich, der nur für angemeldete Mitglieder nutzbar ist – sowie Gruppen, Blogs und eine mysteriöse Werkstatt sollen in Kürze folgen. Optisch trabt das neue Parteischlachtross 2.0 absolut frisch daher. Doch nach einer erstmaligen Registrierung merkt man, dass dieses Portal eher nicht für typische Web 2.0 Interessierte, sondern wirklich als Hilfsmittel zur digitalen Parteiarbeit zu verstehen ist:
„Wir bieten unseren Mitgliedern und allen Interessierten einen neuen Zusatznutzen und eine vollständig neue Möglichkeit der Vernetzung und der Kommunikation. Wir stellen damit die technologische Basis für eine vollständig neue internetbasierte Form der Mitgliederkommunikation bereit„, erklärte SPD-Generalsekretär Hubertus Heil bereits vor zwei Wochen in einer Mitteilung.
Wohl wahr – der technologische Fortschritt ist sehr wichtig für politische Organe. Man kennt den Wahlkampf auf YouTube bereits aus den USA, dem typischen Vorreiter in Sachen integrativer Wahlkampftechnologie. Ob meineSPD.net die mühseelige Arbeit des kleinen Ortsvereins einfacher machen oder doch nur ergänzend funktioniert, bleibt dabei nur aus der individuellen Erfahrung der Mitglieder über den Umgang mit der Plattform zu entnehmen.
Immerhin sind die Ziele hoch gesteckt und für einen Neuling der Arbeit mit dem Internet und ihren schnell vorbeirauschenden Phänomenen kann eine zentrale auf Usability getrimmte Plattform sicherlich punkten. Worüber ich mich hierbei wundere ist die fehlende Kommunikation per Postfach, das insgesamt geschlossene System, das nur nach Anmeldung zugänglich wird, und die Ankündigungen über die Zusatzfunktionen, die seit dem Launch am 24. Oktober bestimmt schon versprochen waren…
Investorenmaulkorb
Social MediaAm kommenden Wochenende findet das BarCamp Berlin 2 statt! In der Teilnehmerliste finden sich dabei knapp 400 Menschen, die es sicherlich kaum erwarten können mitmachen zu dürfen. Doch zwei davon – man möge es mir verzeihen – outeten sich durch ihr Nichterscheinen in der Absageliste.
Investorenmaulkorb?! Ja hört mal… wenn sich Investoren so aufführen, dass man noch nicht einmal zum BarCamp hingehen darf, sollte man sich vielleicht überlegen, mit welchen Investoren man sich gut stellt, die es einem erlauben werden. Dabei ist jedoch eines wichtig: Klar, wer noch nicht am Start mit dem Start Up ist, sollte auch nicht viel herausposaunen. Doch zumindest zum BarCamp zu gehen ohne über das Start Up zu sprechen – das sollte doch erlaubt sein… :)
Web 2.0 bei Stiftung Warentest
Social MediaDie Mehrheit der Deutschen kennt sie – die Stiftung Warentest als unabhängiger Dienstleister für den Bürger. Produkte und Dienstleistungen werden nach wissenschaftlichen Methoden in unabhängigen Instituten getestet. Die Ergebnisse werden in den Publikationen der Stiftung Warentest veröffentlicht.
Doch auch der Zahn der Zeit nagt an dem seit 1964 bestehenden System. Manches Mal hörte ich selbst die Unkenrufe, dass das als Leitbild funktionierende Testsystem veraltet sei. Aber man ist immer wieder darum bemüht, zum Wohle des Verbrauchers auf einem aktuellen Stand zu bleiben.
Auch die Internetseite sieht mehr als aktuell aus. Im subjektiven Vergleich zu vielen anderen Anbietern von öffentlichen Institutionen oder Stiftungen sticht die Webseite www.test.de mehr als nur augenscheinlich hervor. Große Flächen mit lesbarer Schrift, aufgeräumte Elemente in der Seitenstruktur, klare Führung der Benutzer in der Navigation, eine prägnante Farbwahl für die jeweiligen Inhalte und sogar die Nutzung von Web 2.0 Tools wie RSS-Feeds machen beim Surfen auf der Seite sogar Spaß!
Was zwar fehlt sind die Kommentare und Diskussionen, jedoch sind die Themen der Stiftung Warentest für viele User so kontrovers, dass es sich nicht lohnen würde, dort die Kommentare zu moderieren und auf gewisse rechtliche Aspekte hin prüfen – sei’s drum, Web 2.0 heißt ja nicht nur kommentieren.
Wie kommt das zustande, dass eine traditionsreiche Stiftung sich so revolutionär gegen andere Stiftungen bzw. Institute absetzen kann? Wurde damit das Web 2.0 für „sehr gut“ befunden? Per Zufall berichtete ich über einen der Tests und musste mir die Seite genauer anschauen – viele andere Anbieter können sich hier ein Scheibchen abschneiden um ihre Webseiten benutzerfreundlicher zu gestalten! Auch wäre ein hauseigenes Weblog natürlich sehr schön, wobei ich aufgrund der angebotenen PDFs bereits Genugtuung erhalten habe… :)