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WM-Sponsoren und Werbepartner haben zur Fußball Weltmeisterschaft mit ihren Marken kaum zusätzliche Aufmerksamkeit im Social Web generieren können. Zwar wurden einzelne Hashtags, die im Rahmen der Bandenwerbung oder auf Plakaten zu lesen waren, sehr deutlich von den Nutzern in ihren Tweets und Postings aufgegriffen. Jedoch verhalf das gesamte werbliche Engagement der Unternehmen keinesfalls zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den Marken selbst.
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Wer will noch einmal, wer hat noch nicht? Ein Popup bringt es ans Tageslicht. In diesem Fall gab es die Aussicht auf ein Macbook Pro, das unter allen Teilnehmern eines kleinen Gewinnspiels verlost wurde.

  • Ja, ich will gewinnen und gebe dem Veranstalter und den Sponsoren mein E-Mail, Post und telefonisches Werbe-
    einverständnis. Dies kann ich jederzeit widerrufen.*
  • Ja, ich möchte an der Verlosung teilnehmen, bin mind. 18 Jahre alt und stimme den Teilnahmebedingungen zu.

Immer gerne doch! Her damit! Schnell ein Formular ausgefüllt, ein Häkchen gesetzt und der einen oder anderen Sache zugestimmt… schon wissen diverse Personenkreise über einen schnell bescheid. Name, Vorname, Anrede, E-Mail Adresse, Geburtsdatum – das hat für die Teilnahme gereicht. Doch was nun? Das Kleingedruckte bei gewissen Internet-Gewinnspielen verbirgt oftmals sehr spannende Informationen, die sich nur hinter einem geschickt versteckten Asterisk verbergen.

* Meine Angaben dürfen vom Veranstalter, den Sponsoren und deren Partnerunternehmen verarbeitet und genutzt werden (auch von externen Datenverarbeitern wie zB Datenerfassern, Internetdienst-Anbietern, Lotteriegesellschaften sowie Energieberatern). Die personenbezogene Nutzung wird ausschließlich auf die Organisationen und Unternehmen aus den verschiedensten Branchen beschränkt, die meinen erkennbaren Interessen und Wünschen entgegenkommen. Für diese Organisationen und Unternehmen dürfen mir Informationen, Angebote, Muster und Werbung (per Post, per E-Mail und/oder per Telefon) übermittelt werden. Ich kann mein Einverständnis jederzeit widerrufen. Zudem habe ich die Möglichkeit auch ohne Zustimmung der Teilnahmebedingungen in schriftlicher Form beim Gewinnspiel teilzunehmen.

Neben dem einen oder anderen kleinen Fehler war mir bisher nicht bewusst, dass Datenerfasser auch Datenverarbeiter sind, und mit Internetdienst-Anbietern, Lotteriegesellschaften und Energieberatern gleichzustellen sind. Man lernt also nie aus im wilden Dschungel der Internet-Gewinnspiele. Soviel zum Thema „Datenschutz“ mit, wie sich in diesem Fall zu bestätigen scheint, einem gewissen Hang zur explorativen Zur-Schaustellung der Teilnehmerdaten. Veranstalter des impressumspflichtigen Gewinnspiels war E-Mail-Dienstleister, der auf einen Namen wie Ad-R** hört. Insgesamt hätten fast zehn größere „Sponsoren“ die Daten erhalten. Und deren Partnerunternehmen, was wiederum alles mögliche sein kann. Pfui.

Bereits vor geraumer Zeit ist mir LinkArena aufgefallen. Ein deutschsprachiger Social Bookmarking Dienstleister, der sich mit gewiss schlampig recherchierter Machart auf die Blogosphäre stürzte und dann alles beteuerte, treibt wieder sein – ich nenne es formal – Unwesen wie der folgende Screenshot darstellt.

'LinkArena mit dreistem Sponsoring' von Sichelputzer

Paid content bedeutet Sponsoring. Die beispiellose Suche nach „Porno“ ergab ein Sponsored By Banner, in welchen die offenkundige Wahrheit ans Tageslicht geführt wurde. Porno bringt Sponsorengeld – und das finde ich ziemlich übelst. Sollte so das Social Bookmarking Prinzip ablaufen, dass man sich durch ab-18-Inhalten wie „Ficken“, „Sex“ oder sonstigen Schweinereien finanziert? Na danke, auf solche Sponsoren kann ich zumindest pauschal verzichten, wenn es um solche Deklarierungen geht. Sex sells – Titte auf Homepage! Das macht halt die harte Gerechtigkeit in der Form von monetarisierten Gelüste aus. Auch die Tags zu „Porno„sprechen für sich…

'Linkarena mit der Pornobeliebtheitsskala' von Sichelputzer

Und nein, ich betreibe hier nur die Dokumentation der beliebtesten Suchabfragen laut deren offizieller Ausgabe unter linkarena.com/recentsearches.

Nachtrag Gestern Abend war es spät und die zitierten Porno-Tags habe ich heute doch lieber entfernt. Im Kommentar wurde ja schon gemeckert, dass ich mich in Google damit klassifizieren wolle… blabla.

In den letzten Stunden gab es zahlreiche Artikel zu dem Thema „BarCamp“ mit dem Unterton des „Für und Wider“. Sehr interessante und lesenswerte Artikel dieser Kontroverse gibt es bei Robert, Franz und Patrick dazu.

Für mich persönlich war das BarCamp Hamburg eine Bereicherung. Neben dem überaus positiven Meet&Greet der Szene 2.0 und der äußerst erschlaffenden erdrückenden Hitzewelle im Tor des Nordens konnte ich nichts Negatives dem BarCamp abgewinnen. Natürlich gibt es subobtimale Verbesserungsideen, die vor allem auf überlastete Klimaanlagen, das ein-Beamer-pro-Raum-Prinzip oder die selbstkommandierende Zettelwandanarchie zielen.

Doch gerade das, was in einigen Stimmen zu hören war – das BarCamp verkäme geradezu zu einer Kommerzveranstaltung und Investorenparty – kann ich nicht bestätigen. Vielleicht ist das auch mein subjektives Gefühl. Der Zusammenschluss mit den jungen Start Ups und denjenigen, die schon nicht mehr Start Ups sondern Unternehmen sind, kann man in anderen Branchen außerhalb des Web 2.0 kaum beobachten. Wo würde sich ein Unternehmen mit jungen Gründern und gleichzeitig mit den Konsumenten ihrer (digitalen) Produkte und Dienstleistungen zusammentreffen, sich ausgiebig dutzen und auf jegliche Förmlichkeiten von Anzug, Krawatte und der elitären Begegnung der dritten Art verzichten?

Mein Vorschlag für das kommende BarCamp in Köln ist es daher: Bleibt so wie beim letzten Mal und auch auf den bisherigen BarCamps, nur vielleicht verzichtet man ein wenig auf die „pre-Party“ aus Sponsorengeldern und fördert von den bereitgestellten Mitteln lieber die Anreise von Studenten oder Schülern, die sich mit dem Thema Web 2.0 beschäftigen. Ein paar Kästen Bier sind auch im August ganz fein um den Abend ausklingen zu lassen, besonders dann, wenn man auch draußen Zelten kann. Ach Franz, wenn Du magst, sollten wir uns mal in Ruhe am Telefon austauschen…