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Der Markt für digitale Werbung hat im vergangenen Jahr ein Umsatzplus um 6,5 Prozent verbuchen können. Das Nettovolumen beläuft sich für 2016 auf insgesamt 1,785 Milliarden Euro. Der Online-Vermarkterkreis (OVK) im BVDW prognostiziert für 2017 ein weiteres Wachstum um sieben Prozent auf 1,910 Milliarden Euro. Ist das aber tatsächlich alles? Weiterlesen

Die Adblocker-Rate sorgt endlich für ein wenig Freude bei den Online-Vermarktern im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW): Erstmals ist der Anteil der auf dem Desktop geblockten Online-Display-Werbung im ersten Quartal 2016 leicht zurückgegangen. Im Durchschnitt verhindern Browserplugins wie Adblock-Plus bei rund 20,09 Prozent der Page Impressions die Auslieferung von Online-Werbung. Vor einem Jahr lag die Adblocker-Rate noch bei 21,52 Prozent.

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Für das Jahr 2015 hat der Online-Vermarkterkreis (OVK) im BVDW ein Nettowachstum von rund sechs Prozent bei Display-Werbung ermittelt. Damit kommt das klassische Bannergeschäft auf gut 1,676 Milliarden Euro. Die Wachstumsprognose in 2016 spricht sogar von 6,3 Prozent und soll 1,782 Milliarden Euro für den digitalen Display-Bereich ausmachen. Nach langem Hin und Her sollen die Marktzahlen künftig nur noch ganzheitlich und nicht mehr nach Online und Mobile differenziert ausgewiesen werden.

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Paul Mudter, Vorsitzender des OVK. Foto: BVDW

Der Online-Vermarkterkreis (OVK) freut sich über ein stabilies Wachstum der Werbeumsätze für Online- und Mobile-Display-Ads in Deutschland. Nach der ersten Prognose zur dmexco mit rund 1,4 Milliarden Euro konnte das Vermarktergremium im BVDW seine Zahlen auf 1,581 Milliarden Euro für das Gesamtjahr 2014 anpassen. Der digitale Werbemarkt legt insgesamt um 6,6 Prozent zu. Mobile-Display-Werbung profitiert von einem Umsatzwachstum in Höhe von 52 Prozent und kommt auf knapp 134 Millionen Euro netto. Für das laufende Jahr 2015 geht der OVK mit einem Umsatzwachstum von 6,5 Prozent für den gesamten digitalen Display-Bereich aus.

Paul Mudter, Vorsitzender des OVK. Foto: BVDW

Paul Mudter, Vorsitzender des OVK. Foto: BVDW

„Der digitale Display-Werbemarkt weist für 2014 eine stabile Entwicklung aus. Digital ist unverändert das am stärksten wachsende Werbemedium, aber wir haben inzwischen eine Größenordnung erreicht, in der sich ein zweistelliges prozentuales Wachstum vorerst kaum mehr erzielen lässt. In Anbetracht des verhaltenen Gesamtwerbemarktes und der vielfältigen Herausforderungen und noch zu klärenden Themen in unserem relativ jungen Medium und Markt können wir mit dem Ergebnis des vergangenen Jahres daher sicher sehr zufrieden sein“, erklärt Paul Mudter, Vorsitzender des OVK.

Mit 6,6 Prozent Netto-Wachstum im Vergleich zum Vorjahr ist das Internet erneut im intermedialen Vergleich mit TV, Radio und Print das am stärksten wachsende Werbemedium. Als Wachstumstreiber gelten das Segment Mobile und der Sektor Bewegtbild. Klassische Display-Werbung, die mehr auf Bannern, Layern und Popups basiert, sehen viele Werbetreibende nicht mehr als erfolgsversprechend. Um diesem Trend entgegen zu wirken, hat der OVK ein umfangreiches Maßnahmenpaket aufgelegt, mit dem digitale Display-Werbung in ihrer Leistungskraft weiter gestärkt werden soll.

OVK-Werbestatistik für digitale Display-Werbung (Online und Mobile) 2013 bis 2014 mit Prognose für 2015. Quelle: OVK/BVDW.

OVK-Werbestatistik für digitale Display-Werbung (Online und Mobile) 2013 bis 2014 mit Prognose für 2015. Quelle: OVK/BVDW.

„2014 war für das Segment Mobile ein gutes Jahr. Die Budgetumverteilung von Online bzw. Desktop zu Mobile hat unverändert angehalten und erstmalig ist erkennbar, dass sich die Schere zwischen Reichweitenzuwachs und Umsatzwachstum zu schließen beginnt. Ungeachtet dessen, dass Mobile inzwischen bei allen Marktteilnehmern systematisch erschlossen und Bestandteil jeder Mediaplanung und Kampagne ist, bleibt aber noch einiges zu tun: Noch nicht alle Unternehmen haben eine Mobile-Strategie, Werbeformen müssen standardisiert werden und wir brauchen viel mehr Cross-Channel-Kampagnenkonzepte“, ergänzt Oliver von Wersch, stv. Vorsitzender im OVK.

Der Markt befindet sich folgerichtig im Umbruch. Als zentrale Handlungsfelder zur Stärkung der Leistungskraft von digitaler Display-Werbung hat der OVK die Fokusthemen Werbeakzeptanz und Adblocker, Leistungs- und Wirkungsnachweise sowie die weitere Standardisierung von Werbeformen, der Werbemittelauslieferung sowie von Buchungsprozessen auf seine Agenda gesetzt. Das Vermarktergremien plant über weitere Initiativen und Maßnahmen eine nachhaltige Entwicklung von digitaler Display-Werbung unterstützen und sicherstellen zu können.

Monatliche Entwicklung der Nettowerbeinvestitionen in digitale Display-Werbung (Online und Mobile). Quelle: OVK/BVDW.

Monatliche Entwicklung der Nettowerbeinvestitionen in digitale Display-Werbung (Online und Mobile). Quelle: OVK/BVDW.

Die OVK-Zahlen basieren auf den jeweiligen Meldungen der Mitgliedsunternehmen, die als Basis für die gesamte Branche und damit die Nicht-OVK-Mitglieder hochgerechnet werden. Die Darstellung von Umsätzen aus Search- bzw. Suchmaschinenmarketing und die Werbemarktzahlen der Affiliate Netzwerke fehlen seit der Umstellung der OVK-Statistik und Prognose gänzlich. Jedoch hilft die reine Betrachtung der Nettozahlen, um die Verwässerung der OVK-Werbestatistik durch die hochgerechneten Bruttowerte zu vermeiden. Diese Trennung sorgte für mehr Marktverständnis über die Display-Umsätze bereits zur dmexco 2014. Jedoch fehlt eine gesamte Betrachtung des Digitalen Werbemarkts, zu dem nicht nur Search- und Affiliate-Advertising zählen, sondern Blog Marketing und Native Advertising als noch junge, aber wachstumsversprechende Formen von digitaler Werbung.

Paul Mudter, Vorsitzender des OVK. Foto: BVDW

Traditionell steht die dmexco für die Erneuerung der Marktzahlen und Prognose für den Online-Werbemarkt. Gewachsen aus der Online Marketing Düsseldorf und seit sechs Jahren unter neuem Branding in Köln ansässig, dokumentieren die deutschen Online-Vermarkter mit stolz geschwellter Brust ihre Marktrelevanz. Die Branche konnte sich an mehreren Milliarden Bruttowerbeumsätzen erfreuen, bis sich endlich in 2014 die Werbestatistik und Prognose veränderte.
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Werbung verteufeln wir. Aber Werbung brauchen wir. Schließlich wird nahezu jeder und alles, was nicht „Paid Content“ ist, durch Werbung refinanziert. Nun haben Vermarkter immer lustigere Ideen, die Werbebotschaften ihrer Werbekunden an die Rezipienten zu senden. Klassisches Sender-Empfänger-Modell lässt grüßen. Der alte Banner hat bekanntermaßen ausgedient, die Werbebranche muss die Schockstarre hinter sich lassen, die wir dank des starken Einflusses von Google AdWords, Google AdSense und Facebook Ads tagtäglich erleben. Ja, man muss immer am Ball bleiben, damit man die Werbung den Rezipienten vorsetzen kann. Dies ist gut, denn wir erhalten damit ja kostenlose durch Werbung refinanzierte Inhalte. Für lau, for free.

Doch wenn die Werbung den Content belastet, hinterfrage ich die Werbewirkung dieser Online-Werbung. In diesem Fall wundere ich mich über den Einfallsreichtum der Vermarkter und Werbeagenturen. Als urtypischer Rezipient von solchen marketinglastigen Kommunikationsformen empfinde ich jedoch Bauchschmerzen.

„Das Page Morph-Ad startet als Wallpaper. Wenige Sekunden später klappt sich die Website, wie zwei Schwingtüren, auf und ein seitenfüllendes Rich-Media-Format wird angezeigt.“

Zwar ist bald Weihnachten, aber ein gewaltiger Banner sollte nicht wie ein Adventskalender oder eine Theaterbühne vor dem Content funktionieren. Wenn mir solch eine animierte Display-Werbung auf Webseiten begegnet, versuche ich sie schnellstmöglich wegzuklicken oder verlasse die Seite. Selbst dies scheint nur mit ein wenig Geduld möglich, schließlich möchten diese Schwingtüren geöffnet und geschlossen werden. Da verschwindet nix sofort beim Klick auf „Schließen“, vielmehr wird die Werbeform noch bis zum Ende animiert. Soll bestimmt schön aussehen, oder?

Schon jetzt reichen mir die unsäglichen Banderolen, die sich vor den Content legen. Nun auch noch das Spiel mit den Türchen oder wahlweise mit einem Vorhang – je nach Betrachter. So kann man die Nutzer und vor allem ihre Geduld auch reizen. Damit gehen jedem Seitenbetreiber die Page Impressions (Ad Impressions) verloren, mein Visit hat eine kürzere Verweildauer und die gesamte Reichweite der zu vermarktenden Angebote schmälert sich. Schon doof für den Seitenbetreiber, und ziemlich doof für den jeweiligen Vermarkter. Aber manchmal machen wir alle ja ein wenig Werbung um jeden Preis. Wer sich fragt, wie diese überlappende, überklappende und überkandidelte Werbeform aussehen mag, kann sich selbst ein Bild davon machen. Natürlich muss ich nachträglich betonen, dass auch meine Brötchen im Prinzip durch Werbung und nicht durch „Goodwill“ finanziert werden. Doch es gibt meiner Meinung nach wesentlich effektivere Werbeformen als jene, die den Content vollständig überlagern.