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Im Titel nennt sich fast jeder Manager. Irgendwie kommt man bei Online kaum an Social Media vorbei. Im Prinzip gibt es unzählige Social Media Manager auf diesem Planeten. Sie sprießen aus dem Boden, gieren nach Sonne und verbreiten sich weiter. Am besten sollten die Social Media Manager jung sein, aus dem Kreis „Digital Native“ gezüchtet, mit Facebook und Twitter als Muttermilchersatz groß gezogen und das Wissen in nächtelangen YouTube-Sessions oder im Google+ Hangout aufgesaugt. Sollten Unternehmen wirklich auf Social Media Manager setzen, die nicht älter als 25 Jahre alt sind, weil sie es einfach drauf haben?
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Viele Unternehmen erkennen das Potenzial von Social Media und dessen Relevanz als Wirtschaftsfaktor. Sie schicken mittlerweile einzelne Mitarbeiter auf spezielle Fortbildungskurse, um sich durch das vermittelte Wissen die notwendigen Fachkenntnisse einzuverleiben. Fast im gleichen Atemzug mobilisiert entweder jemand aus dem Marketing- oder PR-Bereich die persönlichen Kräfte und legt einen Firmenaccount bei Twitter oder Facebook an. Die erste Euphorie über die neuen Präsenzen legt sich jedoch genau dann, wenn sich absolute Ernüchterung breit macht. Damit dies nicht vorkommt, möchte ich aus meiner Erfahrung und auch aufgrund meiner spontanen Lehrtätigkeit für Social Media und Public Relations einen Denkanstoß für (angehende) Social Media Manager anhand dieser zehn Schritte vorstellen, die ich persönlich als Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Start von Social Media in einem Unternehmen erachte.
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Social Media ist in aller Munde, doch für viele Unternehmen sind Twitter, Facebook und Konsorten noch in weiter Ferne. Die Gründe dafür liegen meist im Trivialen, nämlich den Schutz des Unternehmens selbst. Was die Mitarbeiter aus PR oder Marketing so treiben, ist ja ganz schön und nett. Sobald aber Mitarbeiter ihre Arbeitszeit in den sozialen Netzwerken verbringen, verlieren wir doch Millionen! Beispiele gefällig?

So manche Unternehmer denken wirklich in den altbackenen Hierarchie-Ebenen und wollen aus ihnen nicht herauskommen. Da soll nur ein Mitarbeiter behaupten, er würde geschäftliche Kontakte bei Facebook pflegen, wenn er während der Arbeitszeit doch wirklich nur mit seinen Freunden herumchattet. Schließlich gibt es bei Facebook ja nur Freunde. Auch schön ist die Ausrede, man würde Twitter als Informationsmedium und nicht als Chat ansehen. Die Chatten doch alle! Ganz zu schweigen von denjenigen Typen, die wirklich daran glauben, sich selbst mit ihrer Online-Reputation und sogar ihren Arbeitgeber durch irgendwelche Blogeinträge und ähnliche Aktivitäten in Social Media zu fördern. Pustekuchen! Geheimnisse werden einfach ausgeplaudert!

Wenn schon Facebook, dann doch bitte mit dem Hinweis, dass diese Webadresse gesperrt ist. Das macht schon die hauseigene IT-Abteilung. Schließlich machen die das Internet. Twitter steht sowieso ganz schnell auf der Banliste, zur Abwechslung ist der eigene Account bei Twitter immerhin freigeschaltet. Die Oberfläche von Twitter kann damit zwar niemand bedienen, aber die unternehmerische Logik erfordert auch so manche drastische Maßnahmen. Und die anderen sozialen Netzwerke, Communities und Portale sind ebenso böse. Wer Social Media einfach dicht macht, hält aus der Firma den Ärger fern?

Zweifelsohne schotten sehr viele deutsche Unternehmen sich gerne von der Außenwelt ab und leben noch in der Steinzeit des digitalen Zeitalters. Eine eigene Webseite wird gepflegt, der Kundenkontakt per Mail wird nur mühsam aufrecht erhalten und Werbung wird immer noch ausschließlich in TV und Radio geschaltet. Internet? Das ist doch voll von Kriminellen, die der Musikindustrie schaden wollen, aber gleichzeitig unseren Star für Oslo ganz nach vorne in die Charts mit ihren bezahlten und legalen Downloads bringen. Die extreme Ahnungslosigkeit von vielen Unternehmen, die eben nicht mit ihren Mitarbeitern und auch den Geschäftsführern in den sozialen Netzwerken bestmöglich vertreten sind, muss mit der einen oder anderen Stellschraube optimiert werden.

Wie bewegen sich mein Unternehmen und meine Mitarbeiter geschäftlich korrekt in Social Media? Auch wenn Mitarbeiter verschiedene soziale Netzwerke nur in ihrer Freizeit nutzen, verschwimmen private und berufliche Inhalte immer mehr im Social Web. Durch das steigende Interesse an sozialen Netzwerken, Online-Communities, Kommunikations-Tools und Dienstleistern rund um Social Media sehen Unternehmen einen Handlungsbedarf, ihre Mitarbeiter aktiv zu lenken und gleichzeitig ihre Marken, Produkte und Dienstleistungen zu schützen.

Der Schutz für alle Beteiligten stellt demnach einen sehr wertvollen Bestandteil einer Unternehmensrichtlinie dar. Gleichzeitig ist aber auch die Förderung der Aktivität in Social Media ein relevanter Aspekt. Eine Abschottung oder Abkehr von den sozialen Netzwerken durch technische Barrieren oder juristische Schritte gegenüber den Mitarbeitern ist meiner Meinung nach ein gravierender Fehler.

Social Media Richtlinien sind ein angemessenes Mittel zur Bildung eines aktiven Bewusstseins für den richtigen Umgang mit den neuen Kommunikationsmechanismen im Internet. Die Fachgruppe Social Media im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. veröffentlicht heute einen neuen Leitfaden mit zehn Tipps für den geschäftlichen Umgang im Social Web. Insgesamt stellen wir sowohl Handlungsempfehlungen als auch eine Absicherung der Mitarbeiter und des Unternehmens vor potenziellen Risiken dar. Der Leitfaden zeigt somit die grundlegenden Inhalte zur Erstellung unternehmenseigener Social Media Richtlinien auf. Unternehmen sollten die für sie zutreffenden Inhalte des Leitfadens für ihre eigenen Social Media Richtlinien aufgreifen und ausführliche Informationen in Form von FAQ oder Tipps zu konkreten Anwendungsfällen mit Handlungsempfehlungen für Aktivitäten in Social Media bereitstellen.

Der Inhalt des BVDW Leitfadens „Social Media Richtlinien – 10 Tipps für Unternehmen und ihre Mitarbeiter“ behandelt die folgenden Punkte, die mir als einer der Autoren des Leitfadens sehr wichtig sind:

  • Definieren Sie Ziele
  • Geheimnisse sind geheim und Interna bleiben intern
  • Mitarbeiter müssen authentisch sein
  • Wer veröffentlicht, übernimmt Verantwortung
  • Interne Kritik ist erlaubt, bleibt aber intern
  • Gehen Sie mit Fehlern offen um
  • Schonen Sie Ihre Geschäftsbeziehungen
  • Beachten Sie das geltende Recht
  • Schränken Sie private Nutzung von Social Media während der Arbeitszeit ein
  • Social Media erfordert kontinuierliches Engagement

Die Handlungsempfehlungen der Fachgruppe Social Media im BVDW, die ich seit ihren Anfängen im Herbst 2008 auch persönlich als Unitleiter und Aktivist begleite, sprechen Unternehmen sowie beschäftigte Mitarbeiter an und dienen als Grundlage für individuelle Unternehmensrichtlinien. Es freut mich daher sehr, meinen Lesern hier im Blog auch den Lesebefehl zum PDF-Dokument zu geben. Einige Medien wie Meedia, t3n, IWB oder Golem haben bereits darüber berichtet.

Spannend sind jetzt die Meinungen der Leser – schließlich sind Social Media Richtlinien immer ein individuell zu bewältigendes Thema für jedes Unternehmen. Wir wollten erste Tipps geben und hoffen, dazu auch eine aktive Diskussion in der Community anzuregen. Schließlich entspricht Social Media in seinem Kern genau einer lebendigen Entwicklung. Wie sehen eure Erfahrungen mit Social Media Richtlinien aus? :)

Blutig, saftig, fleischig, lecker – und umweltbewusst? Niemand geringeres als die Fastfood-Kette „McDonalds“ kündigt heute die Veränderung seiner Farbgebung an. Die so genannten „Golden Archers“ bleiben erhalten. Doch zukünftig verabschiedet man sich von dem prägnanten Rot, dafür soll Grün eine dominante Farbe für die Fastfood-Restaurants werden. Diese Meldung machte heute schon sehr früh die Runde, als die Financial Times einen Artikel dazu veröffentlichte.

Schnell kam das Lauffeuer bei Twitter auf. Der Burgerriese McDonalds wird grün. Das Logo wird verändert? Ein solcher Sprungwechsel, ein Bekenntnis für die Umwelt und ein wenig mehr Nachhaltigkeit, irritiert die Massen und beflügelt sie zugleich. Doch es ist nicht das eigentliche Logo, das im Zuge der Neupositionierung der Marke verändert wird, sondern das äußere Erscheinungsbild der Fastfood-Restaurants. Einzig und allein deutet die Überschrift des FTD-Artikels auf ein neues Logo, inhaltlich dreht sich aber im Text alles um die Gebäudefassade. Anstatt das Logo auf einem quietschgrünen Hintergrund einzusetzen, wie Michael Friedrichs es für seinen Artikel Green Fastfood eigenhändisch entworfen hat, wird die Restaurantkette McDonalds also nur den Anstrich anpassen – und ein wenig mehr grüne Farbe und vielleicht noch ein paar Pflanzen im Innenraum platzieren. Oder vielleicht doch eine grundlegende Veränderung? Der Fotobeweis kommt von @heiko – was für ein Spiel mit den Nerven, der Burgerriese wirkt so grün!

mcd green

Wer also hofft, dass sich das Traditionsunternehmen aus USA gänzlich vom Rot verabschieden wird, muss vielleicht doch nicht enttäuscht werden. Aber das McDonalds-Logo selbst ist seit geraumer Zeit freigestellt und nicht mehr an einen roten Hintergrund gebunden. Ob sich die grüne Optik der Restaurants auf die Markentreue der Kunden auswirkt, bleibt wirklich abzuwarten. Immerhin hat die alte Weisheit hier noch bestand: Wenn eine Marke sich von einem Logo verabschiedet oder gravierende Änderungen an seinem Markenauftritt vornimmt, kommt über kurz oder lang in die Presse. Bei globalen Marken ist dieser Weg der PR immer ein sicheres Mittel, um genügend öffentlichkeitswirksame Aufmerksamkeit zu generieren.

Wichtig zu guter Letzt ist aber immer noch der gesunde Menschenverstand. Trotz aller Völlerei, auch vor der Weihnachtszeit, sollte der Konsum von Fastfood nur eingeschränkt stattfinden und nicht den Hauptbestandteil der täglichen Ernährung bilden. Darauf einen Burger!? :)

FriendFeed accepts Facebook friend request – so kann man einen Verkauf auch bezeichnen. Facebook hat den beliebten Lifestreaming-Anbieter FriendFeed für eine nicht von offizieller Seite bestätigte Summe von 50 Millionen Dollar übernommen. Die Angestellten sollen jetzt zu Facebook wechseln, was sogar die Vermutung aufkommen lässt, dass der Deal als gewaltige Personalakquise zu werten sei.

In der Webszene konnte sich FriendFeed gegenüber manchen kleineren Anbietern im Bereich „Social Media Aggregation“ durchsetzen. Ansonsten nutzt wohl eher niemand bis auf besagte Social Media Profis die Möglichkeit des Lifestreamings seiner eigenen Inhalte. Hinsichtlich der langfristigen Erwartung an FriendFeed könnte hierdurch für viele Nutzer der Dienst unattraktiv werden.

Facebook verleibt sich also das Entwicklerteam ein, aber die Entwicklung der Plattform wird vermutlich auf „on hold“ gesetzt. Könnte hierdurch das Interesse an FriendFeed insgesamt abflauen, wenn über die Zeit hinweig kleine technische Probleme sich zu größeren Downtimes entwickeln? Oder wenn die Innovationskraft von FriendFeed durch die Übernahme des Personals leidet? Für mich wäre es bei dieser Entwicklung jedoch als Nutzer sehr charmant, wenn das Konzept von Friendfeed, einen öffentlichen Livestream anzubieten, gänzlich in Facebook integriert wird. Ohne diese unübersichtliche Anzahl an Applikationen für den einen oder anderen Dienst (wie Twitter, RSS-Feeds diverser Blogs, Bookmarks, Fotoservices und Videospielereien), die wiederum einzeln im Profil aktiviert werden müssen, ist das Leben im Netz doch schon viel einfacher…

Die Pressekonferenz von Vodafone zu der neuen Markenausrichtung des Mobilfunkanbieters konnte in dieser Woche mit etwas Neuartigem auftrumpfen. Nicht nur per direkter Livestream-Speisung und obligatorischer Pressemeldung, sondern über Social Media versuchte der Konzern seine Botschaften zu verbreiten. Klassische und moderne Kommunikationskanäle wurden hier sehr gelungen kombiniert, doch in der Fachwelt wird das Thema daraufhin heiß diskutiert. Der Kunde soll in den Mittelpunkt rücken, sich mit dem Unternehmen und ihren Produkten identifizieren. Genauso wie es das Unternehmen seine Kunden aufwertet und sie laut eigener Aussage „zu Helden des Alltags“ werden lässt. Ein Held wird man als einzelner Mensch zumindest nicht, selbst wenn man sich über Social Media mit einem Konzern austauschen kann oder etwas bewegen kann. Helden des Alltags sind Menschen, die Leben retten, die Courage zeigen, die gegen das allgegenwärtige Böse, die Korruption und Machtmissbrauch kämpfen. Durch ein Telefon, das mit dem Internet auf Social Media zugreift, wird man noch lange nicht zum Helden.

Der (potentielle) Kunde wird mit einer neuen Kampagne konfrontiert, in der mehr oder weniger bekannte Netzpersönlichkeiten der Marke ihr Gesicht verleihen. Sascha Lobo, Robert Basic und Ute Hammelmann, Ragnar Sôlberg, Sven Gurrath oder Jürgen Mühling – wer sich etwas Mühe macht, findet diese Menschen im Internet ganz schnell wieder. Doch wie wirken sie auf jemanden, der sie wirklich nicht kennt? Eigentlich doch wie normale Werbeschauspieler, die zumindest bei Sascha Lobo mit einem sehr markanten Haarschnitt über den Bildschirm flimmern. Selbst mir als bisher jahrelangen Vodafone-Kunde kann die Kampagne nicht einheizen, zumal ich auch ganz persönlich meinen Kundenvertrag bereits aufgelöst habe. Wird der typische Fernsehzuschauer, der sich jetzt in einem Umfeld von Social Media und deren Protagonisten wiederfinden muss, sich mit diesem neuen Vodafone identifizieren können? Möchte eine karriereorientierte Mutter von drei Kindern sich mit dem Heldentum für jedermann auch noch beschäftigen, wird der Schlipsträger dadurch mehr Kundenkontakte abwickeln können, kann ich dadurch besser und günstiger mit den Menschen telefonieren?

Immerhin macht sich Vodafone als eines der wenigen Unternehmen in Deutschland darüber Gedanken, sich mit ihrer Klientel und dem neuen Bewusstsein für die digitale Welt auseinander zu setzen. Als Leadagentur kann man Scholz & Friends zu der Kampagnenidee beglückwünschen, wenn ab dem 11. Juli bis in den Oktober hinein die Werbekampagne über die Bildschirme zuckt. Die grundlegende Idee, sich über Blogs und Twitter mit den Kunden auszutauschen, sowie mehr Transparenz in die klassischen Unternehmensleitbilder zu integrieren, sich selbst auf einer sehr flachen hierarchischen Ebene mit den Kunden bei BarCamps zu unterhalten – das sind wundervolle Ansätze, wie man mit Social Media eine Erlebniswelt für den Kunden aufbaut. Bei der Pressekonferenz jedoch fehlte dieser transparente Ansatz. Vielleicht lässt sich dies auch auf einen Mangel an Erfahrung für eine dermaßen öffentliche Pressekonferenz zurückführen, denn üblicherweise schauen nicht so viele Blogger und Journalisten, sondern nur das eingeladene Publikum zu. Aber ist es „unsere Zeit“?

Nach nur wenigen Stunden entwickelte sich zu dieser neuen Markenausrichtung auch eine eigene Stimme – genau aus dem Umfeld der angesprochenen Zielgruppe heraus. Wer Social Media einsetzt, wird auch darüber Feedback erhalten. Direkt, offen, ehrlich und meist auch unverblümt. Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus. Die Blogosphäre antwortete ebenso wie die bekannten Publikationen aus Fachpresse und Branchenmedien. Ein schöner Überblick hierzu findet sich bei Tapio Liller. Konstruktiv kritisch wirkt der Artikel von Mirko Lange, während Thilo Specht sich motivierend äußert. Michael Friedrichs und Peter Hogenkamp vermissen meiner Meinung nach zurecht die geeigneten Mobilfunk-Tarifmodelle für die „Generation Upload„, denn sind nicht gerade wir, die sich mit Social Media den ganzen lieben langen Tag beschäftigen können, nicht die Kernzielgruppe einer solchen Kampagne?

Speedy go fix – so kann man bezeichnen, was sich vor wenigen Sekunden bei Twitter ergab: Stephan Uhrenbacher tritt von seinem Posten als Geschäftsführer von Qype zurück und wechselt in den Aufsichtsrat. Als Nachfolger wird Stephen Taylor ernannt, der zuvor Regional Vice President & Managing Director Yahoo! sowie Managing Director von Overture Europa war. Nach Lars Hinrichs von XING ist Stephan damit die zweite Persönlichkeit aus dem deutschsprachigen Web 2.0 Markt, die die Ämter niederlegt und sich anderen Aufgaben widmet, dabei dem Unternehmen jedoch als größter Anteilseigener jeweils treu bleibt.

Die webzwonullige Nachricht verbreitet sich sehr schnell – mit den Blogeinträgen waren besonders Cem und Alexander zuerst dran. Bei Stephan selbst steht in seinem persönlichen Blog noch kein Wort davon. Was die Pressearbeit seitens Qype betrifft, wundert es mich, dass ich sowohl über ots, freie Presseversand-Dienstleister oder als direkte E-Mail keine Meldung bis auf den offiziellen Blogeintrag sehen konnte.

Ich wollte schon heute früh über das Thema schreiben, aber es kam einfach so vieles dazwischen. Lycos, ein nachtschwarzer Labrador, steht in Deutschland vor dem Aus. Das einstige Vorzeigeunternehmen der New Economy hat es jetzt erwischt. Wie in der offiziellen Verlautbarung zu lesen ist, ergab eine strategische Prüfung, dass das Unternehmen einfach nicht mehr zu retten ist. Schade, dass es die Mitarbeiter in dieser Hinsicht so direkt trifft, aber die Aktionäre noch ein Stückchen vom Kuchen in Form einer Barausschüttung erhalten. Viel von Lycos wird der internetaffinen Bevölkerung in Deutschland wohl kaum in Erinnerung bleiben. Mal sehen, was sich aus den übrigen Teilen neu Schmieden lässt. Zumindest ich assoziiere bei Lycos immer nur den „agenturblogger“ Oliver Wagner, wobei bis dato bei ihm im Blog persönlich nichts dazu zu lesen ist. Nico sieht es ähnlich, Martin grübelt auch.

Es ist faszinierend, wie schnell sich eine Nachricht im Internet verbreitet. Ein prominentes Beispiel sieht man bei der Gerüchteküche um den Rücktritt von Lars Hinrichs als CEO und Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. Bereits am Donnerstag berichtete die Horizont sowie weitere Branchennewsdienste über die Personalie. Wann XING kommentieren würde, wie Lars Hinrichs die Meldungen kommentieren würde und was letztendlich daraus wurde, liest sich in seinem aktuellen Blogeintrag:

„Neue Ideen zu entwickeln und sie mit unternehmerischem Engagement umzusetzen. XING werde ich in der Zukunft als Mitglied des Aufsichtsrates weiter aktiv beratend zur Seite zu stehen. Zudem bin ich größter Einzelaktionär und beachsichtige es auch weiterhin zu bleiben.“

Ich freue mich für Lars und seine Familie zu dieser Entscheidung. XING entwickelte sich von einem Start-Up zu einem Unternehmen. Als Gründer wünscht sich Lars mehr unternehmerische Freiräume, die er gewiss mit einigen spannenden Ideen umsetzen wird. :)

trnd… da war doch was. Irgendeine Bewerbung, die ich wohl für das allererste Mal seit meiner Mitgliedschaft vor über zwei Jahren dort eingereicht habe. Engagement war gefragt. Ein umweltschonendes Reinigungsmittelchen sollte ausgetestet werden. Henkel geht mit Terra Active einen aktiven Produkttest an. Der menschliche Versuch! Wie würde man es dann passend sagen: „Adé ihr lieben Laborratten, auf zum Menschen!

Fluchs bewarb ich mich voller Freude und Erwartung. Als Familienvater hat man sehr wenig Zeit und gibt halt nur eine kurze Bewerbung mit typisch süffigem Bloggerlatein ab, warum man wohl meint, dass sich unsere kleine Familie für das aktive Ausprobieren von diesem lustigen, ökomäßigen Reinigungszeugs interessiert. Klar, ich hatte auch Lust darauf, ein gutes Probepaket von Terra Active zu erhalten – der Eigennutz sei ja nie verkehrt.

Doch scheinbar bin ich nicht gut genug für die Zielgruppenbindung des aktuellen trnd/Terra Activ-Projektes. Prompt kommt nach wenigen Tagen der Anmeldung, genauer gesagt am gestrigen Abend nach Dienstschluss, die Absage per E-Mail:

vielen Dank für Deine Bewerbung für die Terra Activ Meisterschaft! Da wir unglaublich viele tolle Bewerbungen bekommen haben, ist uns die Entscheidung nicht leicht gefallen. Leider hat es für Dich dieses Mal mit einer Projektteilnahme nicht geklappt. Aber schon sehr bald gibt es wieder neue und spannende Projekte bei uns! :-)

Demotivierende trnd-Erstteilnahme. Erfolgsmechanismus der Melancholie. Abgestempelt als langweilige Standardabsage vom E-Mail-Massenversand. Und nein, die anderen Projekte sind irgendwie nicht so pralle. Selbst wenn es neue spannende Projekte gäbe, die interessieren doch kaum. Das Ego verlangt nach Terra Active! Oder einem Ausgleich. Wann kann ich einen Audi Q7 fahren, den ich von trnd vor die Haustür geliefert bekomme und für ein halbes Jahr lang inklusive Benzin und Steuern testen kann? Ich will die Kiste brausen. Warum kleckern und nicht klotzen? Aber halt, Zielgruppe dabei sind natürlich im Grunde genommen nur Edelpedels oder Familien… doch ob da was von bei in der angesprochenen Community zu finden ist, kann man wohl nie so richtig beantworten.

Also, dann halt ohne uns beim neuen trnd-Projekt. Scheinbar sind Familien für den Küche-vs-Bad-Contest nicht öko-cool genug. Dafür gibt’s jetzt Nils Hemmerle, in seiner Form Produktmanager, in voller Bandbreite im Terra Activ-Projektblog zu bestaunen. Ober er selber schreibt? Immerhin rauschen fast über 1000 Kommentare von den Teilnehmern ein, bei denen man sich manchmal fragen muss, ob der liebe Gott vielleicht doch noch etwas Hirn vom Himmel herunter wirft. Viel Spaß mit der leicht irreparabel beschädigt wirkenden Zielgruppe in dem Projekt, die emotional die Kommentare mit purer Euphorie über einen Produkttest durchrauschen. Es hätte noch der Kommentar „Erster!“ gefehlt. Aber genug davon.

Ich finde trnd gut. Ich finde Henkel gut. Ich kenne Terra Active noch nicht. Vielleicht schickt man uns ja trotzdem eine schöne Produktprobe zu, die Kontaktadresse sollte ja nicht allzuschwer aufzufindene sein. Aber ich bin hochgradig vom Bewerbungsprozess enttäuscht. Und als Ergebnis schreibt man einen Blogeintrag. Ausgerechnet noch am Samstag. Doch was ist letztendlich mehr wert für die Beteiligten… ein langweiliger Testbericht oder (Achtung!) ein ganzer Blogeintrag? :)