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Die Postfächer überfluten heutzutage durch automatische Benachrichtigungen von diversen Social Networks. Im Epizentrum des Mailbombardements finden sich die prominenten Vertreter Facebook oder Twitter wider, die regelmäßig über neue Kontaktanfragen, private Nachrichten oder Follower informieren. Auch Businessnetzwerke wie LinkedIn oder XING tun ihr übriges und halten ihre Mitglieder selbst im perfiden Fall der „Nicht-Nutzung“ auf dem aktuellen Stand.

Das ist nicht neu, das ist nichts besonderes. Schließlich kennt man sich in der Regel über ein und zwei Ecken oder von verschiedenen Treffen, Messen, Konferenzen, Sitzungen oder Seminaren. Üblicherweise bequatscht man sich und kontaktiert sich danach auf dem digitalen Weg. Dieses folgende Beispiel, das ich absichtlich unkenntlich gemacht habe, zeigt leider das bedauernswerte Ausmaß dieser Kontaktkatastrophe.

Sehr geehrter Herr Schnoor,

wir waren beide Teilnehmer des [Name der Veranstaltung] im [Monat] in [Ort]. Würde mich gern auch weiterhin mit Ihnen zum Thema Social Media austauschen.

Mit freundlichen Grüßen
[Name des Teilnehmers]

Im Prinzip ein echter Klassiker. Der betreffende Teilnehmer hat auch fast alles richtig gemacht. Nur eines hat dieser Kandidat wohl nicht bedacht, als er oder sie die Teilnehmerliste in Xing abfrühstückte: Wir kennen uns wirklich nicht, denn ich war doch gar nicht beim Termin gewesen!

Manchmal sollte man das „Netzwerken“ nicht zu stark übertreiben, sonst wird’s irgendwann wirklich peinlich. Würde ich nicht ein besonnener Geist sein, der diese Anfrage schon mit unkenntlichen Angaben im Netz veröffentlicht, könnte obiger Teilnehmer sich über ein ungewolltes Google-Suchergebnis ärgern. Wer weiß, ob ein potenzieller Kunde dieses Teilnehmers nicht doch irgendwann nach dem Namen im Netz sucht? Schließlich zahlt auch Schludrigkeit bei aller Kontaktfreudigkeit auch auf die Online-Reputation ein. Leider nicht positiv, sondern manchmal auch mit fatalen Folgen. Noch Fragen?

Nahezu tagtäglich trudeln zahlreiche Einladungen zu diversen Events und Veranstaltungen ein. Fällt dabei eine solche (hier gekürzt dargestellte) Einladung unter das Thema „Sorgfaltspflicht“? Für welches Datum bzw. welchen Termin gilt demnach die Einladung? Gab es eine Vier-Augen-Kontrolle?

Übrigens siedelt sich das Thema der Einladung um ein Marketing-Seminar an, was sich mit den Etats und Budgets für 2008 befassen will. Aber im November ist das irgendwie auch zu spät. Im Februar ist auch nicht mehr viel zu holen. 2008 ist ja diesbezüglich fast vorbei. Hätte man ja noch im November 2007 planen sollen, damit man noch eines der Budgets zur Not abgreifen kann.

Und so begab es sich an einem milden regnerischen Novembermorgen, dass man sich Gedanken zum Seminar Psychologie der Gruppe machte. Womit sollten wir anfangen? Mit einer Gliederung? Ja, ein guter Start. Und darin sollten wir die definitorischen Termini mitaufnehmen. Katharina und ich werden ein Referat und die entsprechende Seminarsarbeit zum Thema Grundlagen der interpersonellen Kommunikation ausarbeiten. Wir sind schon mächtig gespannt auf das, was sich aus unserer Literaturempfehlung bieten wird.

So saßen wir auch vor unseren Laptops und brüteten darüber, wie lange wir noch auf unseren heutigen Kurs zu Sozialwissenschaftliche Methoden warten müssten… bald beginnt es. Wir freuen uns schon tierisch darauf. Ab dafür und raus mit ihnen…

… denn es ist ja schon 12 Uhr durch. Ein jähes Schallern kommt aus dem vorderen Bereich des Raumes – das Dozentofon klingelt mit dem Skypesound (Aha!). Ob der Referent schon da sei – nein, ist er nicht. Wir wissen nicht wo er ist, und da er aus Hamburg ganz hier her kommt, dann kann er sich schon mal 5 Minuten verspäten. Wollen die Seminarteilnehmer schon wieder eine Pause? Natürlich, nach 2 Kapiteln von Kotler brennt es einem unter den Fingern.

Unten fährt ein Volvo mit HH Kennzeichen vor, und der liebe Herr Mensing (Erkennungsmerkmal mit kurzen Haaren) soll also da sein. Er ist gesichtet, er ruft an, jemand ist unterwegs, und der holt ihn unten ab! Bis gleich! Das sind wirklich eindrucksvolle Impressionen aus einem Seminar ;)

So lautet das Credo unseres Dozenten nach einem kleinen Exkurs auf die Servicementalität am Beispiel von Deutschen und US-Amerikanern. Ob mit Angie alles besser wird, möchte ich jedenfalls nicht beurteilen, jedoch gibt es einige Denkansätze für den Dienstleistungssektor, die in Deutschland wirklich noch der USA hinterher hinken.

Sei es das selbstverständliche Einpacken von frisch gekauften Waren im bloggenden Sparmarkt, oder das gebräuchliche Babysitting in den USA was nicht per Schwarzarbeit vergütet wird, oder die Abschaffung der traditionalistischen Denkweise von „Hersteller und Konsument – Verkäufer und Kunde“, in Deutschland fehlt es immernoch an Dienstleistungen, die für uns noch nicht selbstverständlich sind. So lautet das Credo unseres Professors, und für mich ist das nichts neues.

Beispiel: Ich war lange Zeit ein begeisterter Einkäufer in der Filiale des Flensburger CITTI-Marktes nur wegen der dort frei verfügbaren Altpapier-Einkaufstüten, für die ich keine 20 Eurocent hinterlegen musste. Ich hätte in jedem anderen Geschäft die schnöden Plastikbeutel kaufen müssen und pro Woche auch Summasummarum ca. 50 Eurocent dafür ausgegeben. Ich habe immer selbst darauf geachtet, die Waren so in die Tüten zu stecken, so dass platzsparend und gewichtssparend alles zusammen passte. Es war und ist heute auch immer eine Kleinigkeit – kein großer Akt des Bewusstseins. Die Idee eines Einpackservices für meinen Einkauf würde noch mindestens 10-20 Einpackhelfer („1-Euro-Jobs“?) pro Filiale ermöglichen und mir das Gefühl geben, alles sei gut, wenn ich mit einem Grinsen aus dem Laden laufe. „Mut zur Lücke“, sage ich nur. Angie hilft da wenig, aber es kann eine gute Möglichkeit sein, um diese Einpackservices als zusätzliche Dienstleistung zu testen – vielleicht sogar durch den Shopblogger selbst?

Den Begriff von Planlosigkeit verbindet man ja oftmals mit „Ich weiß nicht, was…“. Heute aber habe ich eine neue Form von Planlosigkeit entdeckt, die mich in jenen frühen Morgenstunden erreicht – oder welches Niveau der Planlosigkeit haben wir heute erreicht?

Im Sinne der Planlosigkeit gibt es spezielle Präkonditionen, dabei zu aller erst die „Grundlagenforschung“ in der Form eines zum Seminar verbindlichen Buches, welches der Student von heute natürlich in zweierlei Maß gelesen hat (= ganz oder gar nicht). Zweitens ist das „Verständnis“ zur Thematik unabdingbar, denn je weniger man vom Inhalt eines solchen Seminars kennt oder selbiges nicht versteht, umso weniger darf man mit ruhigem Gewissen von sich sagen, man hätte etwas von der ganzen Zeit davon gelernt. Nun kombiniert man diese beiden Präkonditionen, sieht man den Mangel beiderlei in der Planlosigkeit des Vortragenden! Nicht durch die Teilnehmer, sondern im Vortragenden kanalisiert sich soetwas. Nimmt soetwas nicht einfach die Freude und Lust?

Bis jetzt habe ich nichts neues in meinen Wissens(be)reich aufgenommen, denn der Inhalt der Präsentationen beschränkt sich auf die Kotler’schen Inhalte des Buches, was zu meiner geheimen Lektüre gehört. Aber so entsteht wohl auch das belustigte Glucksen der Teilnehmer, wenn etwas gefragt oder gesagt wird, das sonnenklar – allgemein verstanden – sein muss… wie schade. Ob soetwas an dem Mangel an Verständnis gegenüber des Referenten liegt, oder einfach nur an einer leichten Unverbindlichkeit der eigenen Zukunft als Marketing-Mensch? ;)

Weiter geht es bei uns mit „Product and Price“, dann kommt eine Stunde Pause, und der erste Referent „Herr Mensing“ besucht uns. Herr Mensing ist ein Spezialist auf dem Gebiet des Supply Chain Managements und der Logistik, was sicherlich durch den Vortrag eine willkommene Abwechslung für das Mittagessen ist.

Wieviel ist ein Marketingplan eigentlich wert? Und wieviel ist der Plan unserer Gruppe jeweils wert? Diese Frage ist für mich schon ein Mysterium, denn nach dem Anschein her hat der entsprechend ausgearbeitete Plan dieses Wochenendes nur eine grobe funktionale Wertigkeit. Eine Bewertungsgrundlage für studentische Arbeit – na klar.

Einen Tag voller seminaristischer Vorträge und Präsentationen, einen Abend „voll“ mit den angekündigten Bier-Metern, einen sonnigen Sonntag voll gestopft mit gruppendynamischer Profanität der Teilnehmer, und einen Abend gefüllt mit Präsentationen. Aber sei’s drum, wir haben insgesamt elf Gruppen mit jeweils 4 bis 9 Teilnehmern, und daraus resultieren sich bei unseren 76 Teilnehmern 10-11 Gruppen. De facto ist dies das Optimum, was sich unser lieber Professor ausgedacht hat. Na bitte, also bietet das genug Lesestoff für ein schönes Wochenende am Strand zur Korrektur. Ich bin der spontane Gruppensprecher für meine Gruppe geworden, und besitze so einen „Sample Marketing Plan“ in Kopie, damit wir etwas handfestes für unser eigenes Machwerk haben.

PS: Blogge ich eigentlich für einen Samstagmorgen viel zu viel, oder viel zu schnell? Ich bin wach wie schon lange nicht mehr…

Nun ist es soweit! Ich sitze in der unsäglichen ersten Reihe im Seminarraum mit sage und schreibe weit mehr als 70 Teilnehmern. Uns wurde das grobe Schema der Veranstaltung vorgestellt, was ich hier auch einmal kurz hinuntertippen werde:

The Marketing Plan
1. Situation Analysis
– Internal and External Environment; SWOT Analysis
2. Marketing Objectives
3. Marketing Strategies
– Target Markets; Positioning the Product; Strategies for Products, Pricing, Promotion, Distribution
4. Implementation Strategies
– Action Plans, Budgets, Timing and Schedules
5. Monitoring and Control Strategies
Research, Trend Analysis, Marketing Audit

Wir werden uns in Arbeitsgruppen im laufe des Tages zusammenschließen und darauf hinaus einen Marketingplan innerhalb dieses Seminars zu entwickeln und zu präsentieren. Der Stoff des Seminars basiert auf Philipp Kotler’s „Principles of Marketing“, ein sehr schönes Buch, was sich innerhalb eines Semesters gut lesen lässt. Jedoch ist die Organisation der Arbeitsgruppen heute schon 10 Minuten lang andauernd… und unser Professor möchte wissen, wieviele Arbeitsgruppen existieren, damit er weiß, wieviel er später durchzulesen hat – na dann Prost Mahlzeit! ;)

Ich werde auf dem zweitägigen Marketing Seminar an der Universität Flensburg ein wenig Live-Bloggen, also heute am Samstag und morgen am Sonntag. Also nix mit Strand wie gestern Nachmittag, sondern schwüle Hitze auf engem Raum genießen. Warum? Wieso? Ganz einfach, den generell soll diese Aktion mal einem Sommerloch Wochenendsyndrom und Robert’s aktueller Blog-Abstinenz vorbeugen, andererseits sehe ich das als einfachen Test für meine Live-Blog Fähigkeiten.

Ich wußte noch nicht, ob ich es bei mir selbst im Sichelputzer-Blog (klicken zum mitlesen) mache oder direkt hier im MEX Blog, aber die Entscheidung ist mir jetzt recht einfach gefallen: Je nachdem, welche Sprache ich einschlage, werde ich die Einträge streuen. ;)

Jedoch hat meinen Laptop ein unsägliches Problem: Das Netzteil hat nach 1.5 Jahren (also außerhalb jeglicher Garantie- oder Kulanzzeit) seinen Geist aufgegeben. Zufällig weiß ich aber, dass einige Kommilitonen das baugleiche Modell meines Laptops besitzen – ich zähle auf sie und ihre Netzteile, denn der Akku hält gerade mal 4 Stunden durch.