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Für die PR Report Awards 2008 wurde die Shortlist veröffentlicht. Aus insgesamt 301 Einreichungen wählte die unabhängige Jury 66 Wettbewerbsbeiträge in 16 Kategorien auf die Shortlist.
Zusätzlich werden die Gold-Auszeichnungen für den PR-Professional des Jahres, das PR-Team des Jahres, die PR-Agentur des Jahres sowie die Studentin / den Studenten des Jahres noch bekannt gegeben.

Die Branche feiert und erfreut sich an ihren gelungenen Leistungen. Was mir einfach bei diesem Award fehlt ist neben der Konzentration auf klassische Pressearbeit insbesondere die Kommunikation 2.0 – wer hat sich bei Bloggern durchgesetzt, wer konnte in Social Networks erfolgreich PR-Arbeit leisten? Vielleicht wird das Thema ja nächstes Jahr an Brisanz und Relevanz gewinnen… wäre ja zumindest schön für die moderne Form der Kommunikation. Das Web 2.0 ist nicht nur ein Medium, sondern eine eigene Medienmacht, die zunehmend an Größe gewinnt. Auch PRler sollten sich dessen bewusst sein, wenn man sich selbst feiert und für klassische Werte in den Himmel lobt. :)

Erneut gibt es den Skandal zum Thema der Sperrfristen. Deutschland ist dabei keinesfalls schockiert. Ja selbst zum Schenkelklopfen reicht es nicht aus. Einem Journalisten fällt bestimmt nicht der Kiefer herunter. Dennoch fiel die Meldung von 19:40 Uhr ins Auge, weil die Überschrift so einprägsam gestaltet ist:

(Sperrfrist 22.45 Uhr) ARD-DeutschlandTrend: Deutsche wollen Demokraten im Weißen Haus

Erst ZDF.Reporter, dann sogar die ARD – und wurde damit zum zweiten Mal die Sperrfrist publikumswirksam aufgetischt. Die Medienlandschaft befindet sich zumindest bei Medienhäusern in Form von öffentlich-rechtlichen Großunternehmen keinesfalls in dem Wandel der digitalen Momentaufnahme, den die Presselandschaft eigentlich bis in ihre Grundfeste erschüttern sollte. Ich wette, dass einige andere solcher mit Sperrfristen versehenen Meldungen noch folgen werden. Diese Verantwortlichen für Public Relations werden wohl immer noch versuchen, der mittlerweile veralteten Sperrfrist erneutes Leben einzuhauchen. Pustet ruhig… das Internet hält davon eher nichts. Und weil es so schön ist, veröffentliche ich alles selbst noch kurz vor Erreichen der Sperrfrist. Gute Nacht.

Vertippt! Verschrieben! Kurzum – alles ist falsch, die Aussage ist nicht richtig. Schon doof, wenn sowas über ots verbreitet wird und dann wenige Minuten später nachgebessert werden muss.

Korrektur: vierter Absatz, statt Millionen Milliarden / Vodafone Deutschland gewinnt im Weihnachtsgeschäft 1,379 Millionen neue Kunden hinzu

Natürlich wurde in der zuerst versendeten Pressemitteilung der Fehler nachträglich ausgebessert. Ein einfaches Prozedere, doch über die Zustellung via E-Mail habe ich noch die Millionenzahl gesehen.

Typische Situation: Ein Thema entsteht und man muss/möchte es verbreiten. Text als Entwurf geschrieben, in einigen Versionen bis zur Abstimmung und Freigabe gebracht und anschließend an ausgewählte Journalisten (vorab sogar auch exklusiv) versandt, danach die Pressemeldung über die Ticker und Verteiler verschickt. Nacherfassung, Resonanzprüfung, Erfolg oder Misserfolg auswerten und analysieren und dem allgemeinen oder selektiven Informationsrefugium hinzugefügt. Das ist in wenigen Worten als Zusammenfassung im Prinzip wenig spannend, jedoch hat es Tiefe und bringt Spaß – wenn man nur will. Doch wir leben in einer Welt, die nicht typische klassische Situationen abdeckt, sondern neue Herausforderungen an alle Kommunikatoren stellt.

Manchmal fragt man sich auch, ob es im Zuge der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit überhaupt sinnvoll ist, die gängigen klassischen Mechanismen der Public Relations in die jungen Kommunikationsbedingungen zu integrieren oder doch voneinander lieber zu trennen? Im Web 2.0 bildet sich durch diverse Kommunikationskanäle eine eigene Form der Kommunikation heraus, in der ein Spielrhythmus von Journalist und PRler keinesfalls der gleiche Weg ist. In der insgesamt extrovertierten Meinungsbildung des Web 2.0 ist eine eigene Blogger-PR sinnvoll, aber auch ein Umdenken auf allen Ebenen -von Mitarbeiter bis zu Geschäftsführer- kann die Kommunikation eines jeden Unternehmens beflügeln. Ein höchst aussagekräftiges Interview, das mit einigen bekannten und damit aufschlussreichen Antworten auftrumpfen kann, wurde bei den Blogpiloten mit Thomas Pleil geführt. Das Ergebnis lässt sich mit wenigen Worten beschreiben: Einfach mal anders sein!