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Schön, dass es zu den berüchtigten Deutschen Blogcharts eine kleine Alternative gibt: Twingly. Scheinbar soll eher die Kombination aus Qualität der Blogs und weiteren Faktoren zusammen mit den urtypischen Verlinkungsgraden einen Blogrank auf einer Skala von 0 bis 10 darstellen. Derzeit hat mein Blog trotz mangelhafter Pflege und nahezu nicht spürbarer Aktualisierung einen Rank von 6 und belegt Platz 99 der Charts bei Twingly.

Alles in allem ist dies wesentlich besser, als dass sich auf sterbende Verlinkungen in einer schier endlosen Blogosphäre ausgeruht wird. Die Unterschiede sind dramatisch, so dass sich Nico sich ein Loch in den Ast freut, wesentlich höher als bei den DBCs gerankt zu sein. Robert sieht darin eine feine Entdeckungsreise für anderssprachige Blogs, zumal das Blogranking von Twingly in insgesamt zwölf Sprachen zur Verfügung steht. Ich sehe es ähnlich – und hoffe auf ein baldiges Sterben der Bewertung von Blogs in Marketing-, PR- oder Textlink-Kreisen, sobald es um die Wertigkeit der Blogs geht. Die Schreibe zählt, der Autor zählt, der Verlinkungsgrad geht.

Kommen wir kurz zu dem Verlinkungsgrad über Technorati in einer wertvollen Minute des Ausschweifens. Ich muss für mich selbst behaupten, dass Technorati mittlerweile nur noch eine Altlast, ja vielmehr ein Ballast des Web 2.0 symbolisiert. Eher selten hat mich der Verlinkungsgrad eines Blogs interessiert, da es schließlich um die Inhalte selbst ging. Auch nach der großen Bereinigung von Spamblogs bleibt Technorati ein unsinniger, unnutzbarer Koloss. Da Twingly noch frisch ist, kann es bei guter Führung und zumindest laut eigener Aussage („Twingly is a social blog search engine providing spam-free results.“) wirklich die Perlen der Blogkultur auf internationaler und nationaler Ebene ans Tageslicht fördern. Ich bin gespannt, ob Twingly die neue Messlatte für Blogs wird! :)

Blog dies, blog das, blog jenes. Diese Woche ist der MikeSchnoor.com ein Wiedereinsteiger in den Deutschen Blogcharts. Dank für die Info gebührt Herrn Gassner. Nach dem Einstieg vor fast einem Jahr, einem fulminanten Höhenflug bis in die Top 50, dem darauf folgenden Untergang und dem erneuten Geflacker als Irrlicht bin ich wieder zurück.

So viel der guten Egoschmiere auf einmal kann den Sonntagabend doch nur versüßen. Aber keine Angst. In den DBCs wieder angelangt muss ich feststellen: Es macht sich ein Gefühl breit wie „Der König ist tot. Es lebe der König.“ Kurzum, wen interessiert es, wenn man sich selbst im Rampenlicht sieht? Eigentlich niemanden. Einzig und allein profitiert man auf ganz banaler Ebene von der Präsenz in den DBCs. Schließlich bekomme ich dank dieser Liste wichtige Pressemeldungen von einigen spannenden Newcomern in der deutschen Web 2.0 Szene. Das hat immerhin etwas – kostenlose Informationen. Why not? :)

Wer nicht zählt, der hat ein schöneres Leben. Doch wir Menschen in der digitalen Welt neigen zur Selbstkastration in Bezug auf jegliches Zahlenwirrwarr. Gibt es keines, machen wir eines.

Genau da setzen schon die urtümlichen Statistiken für Besucherströme, Traffic, Pageimpressions und Visits an. Es gab viele, es wird viele geben – und ein neuer Stern am Himmel will ins Licht des Blog-Rankings gerückt werden: blogoscoop kündigt sich an und möchte das ehemalige blogscout beerben.

Ich liebe Statistiken, ich traue dabei den wenigsten, aber ich kann mich an den individuellen Schwanzlängenvergleichen immer wieder ergötzen. Aber ich weiß noch nicht, ob ich mich dort anmelde bzw. dieses Blog registriere. Irgendwie wird doch Bloggen zum individuellen Nischenlebenszyklus, wenn man überhaupt zwischen Beruf und Familie noch ein wenig Zeit finden kann. Ach wie schön war doch die Zeit, als man fünf oder sechs Blogpostings am Tag veröffentlichen konnte und dafür zur Recherche und zum Schreiben einfach die Zeit im Überfluss hatte. Nun ist dem nicht mehr so und der Blogtraffic bricht ein. Aber man kann dem ja gegensteuern – vielleicht kommt auch hier bald die Energie zurück, wenn das Töchterchen sie nicht endlos auffuttert… :)

Aber die Idee ist schön, der partizipativen Blogosphäre ein neues Tool an die Hand zu geben. Zum aktuellen Überblick des bloggischen Tagesgeschehens gibt es eh nur Rivva und nichts anderes. Wenn blogoscoop als Statistiksystem quasi wie eine Ergänzung zum Nachrichtenaggregator aufgepäppelt wird, kann das schon eine Bereicherung für alle sein.

Die ganze Wahrheit zur deutschen Blogosphäre liest sich im ersten aktuellen Blogcensus Report 01/2007. Das Ergebnis soll ab sofort einmal im Monat veröffentlicht werden. Die Zahlen selbst sprechen für sich:

  • Deutschsprachige Blogs, die innerhalb der vergangenen 2 Monate aktualisiert wurden: 133.300.
  • Deutschsprachige Blogs, die innerhalb der vergangenen 4 Monate aktualisiert wurden: 179.700.
  • Deutschsprachige Blogs, die innerhalb der vergangenen 6 Monate aktualisiert wurden: 210.600.

Ein mageres Zeugnis für alle Studienergebnisse, die von Millionen Weblogs in Deutschland sprechen. Analysten und Statistiker werden aufgrund der folgenden Tatsache einfach nur ausgehebelt:

Wir sind zudem der Meinung, dass unsere Blogcensus-Zahlen die genauesten sind, die es derzeit gibt. Alle Umfragen, bei denen je nach Institut oder Agentur herauskommt, das 600.000 oder mehr als 1 Million deutsche Blogs existieren, können unserer Messung nicht standhalten, da wir nicht 1.000 Leute fragen, ob sie bloggen, sondern das gesamte Internet durchforsten. Dank unserer selbstentwickelten Suchmechanismen sind wir fest davon überzeugt, dass uns keine gigantischen Mengen an Blogs durch die Lappen gehen. Die Sicherheit, alle Blogs in der Datenbank zu haben, gibt es natürlich nicht, aber unsere Zahlen dürften der Wahrheit recht nahe kommen.

Das Ergebnis zergeht mit der folgenden Frage auf der Zunge wie Butter: Wohin mit der Blogkultur? Ja – wohin nur?

Nachtrag: Es stellt sich mir ebenfalls die Frage auf, warum es nur so wenige im Vergleich zu den anderen Studien sind? Einst sollten 2,64 Prozent der Deutschen als Blogger gelten, ein anderes Mal waren es 1,1 Millionen Deutsche, die ein Weblog betreiben. Fakt ist, dass Blogger in Deutschland durch die Medien nicht wie in den USA hochgepusht werden, sondern hierzulande wird der Ball schön flach gehalten. Die üblichen Verdächtigen wie Stefan Niggemeier, Johnny Haeusler oder Robert Basic werden zwar desöfteren in den Medien zitiert – doch mal ganz ehrlich: Werden Blogger ernst genommen?

In der SZ heißt es, die Blogger seien doch nicht das, wofür sie sich ausgeben. In anderen Titeln wird von Tagebüchern geredet, obwohl es Content-Management-Systeme mit chronologischen Archiven sind, die die modernen Weblogs ausmachen. Aber egal wie man es dreht und wendet – 133.300 deutschsprachige Weblogs sind ein Armutszeugnis für die fünfte Macht in Deutschland.

In den aktuellen Medienblogcharts ist das MikeSchnoor.com Blog noch in den Top 10, jedoch fällt sofort ins Auge, dass die vergangenen Wochen im Prinzip niemand neues auf dieses Blog verlinkt hat:

Es ist ein Schlachtfeld: Mit wenigen Ausnahmen – darunter medienlese.com – haben praktisch alle Medienblogs im September massive Einbussen an Verlinkungen von andern Blogs hinnehmen müssen. Der flaue Blogsommer hat sich nachträglich in den Technorati-Rängen bemerkbar gemacht, jetzt, wo die deutlich spärlicheren Verlinkungen sich in der Statistik niederschlagen. Die kollektive Bilanz aller Top-50 Medienblogs im deutschsprachigen Raum beträgt minus 177 Drittblog-Verlinkungen.

Woran liegt es? Schreibe ich zu unregelmäßig? Ist hier inhaltlich einfach tote Hose? Riecht es vielleicht nach altem Fisch? Wollen die Leser keinen Link abgeben? Das Thema beschäftigt einen ja irgendwie immer… :)

Dieses Blog hatte seinen Zenit. Bei Technorati mit 418 gezählten Backlinks innerhalb der letzten 180 Tage. Nun befindet sich der MikeSchnoor.com im Sinkflug. Keine Blogparaden, Backlinkaktionen oder ähnliches fanden hier statt – meiner Meinung nach hatten sich nur ehrliche Links für die Ranking-Auswertung bei Technorati gesammelt. Vielen Dank an alle, die mich bisher verlinkt hatten…

Sämtliche Gründe für die Schließung von Blogscout finden sich im Blog von Dirk Olbertz. Für mich ist die Bewertung eines Blogs immer eine Einzelfrage. Sicher gibt es diejenigen, die sich auf reine Rankings von Technorati oder eben Blogscout verlassen.

Andere ziehen wiederum den Pagerank von Google hinzu, wiederum treibt es den einen zum Automatismus mit Rivva. Letztendlich sind wir doch alle gleich – schreibgeile Wesen im moderen Internet. Danke für deinen Einsatz, Dirk! Wie es wohl mit dem Blogcensus ausgehen wird…

Anders als bei der auf den Backlinks in Technorati basierenden Liste der Deutschen Blog Charts wertet Dirk Olbertz’s Blogscoutzählung die Zugriffe und andere Daten vermehrt aus. Nun bin ich doch etwas überrascht, dass sich der MikeSchnoor.com an Platz 6 bei Blogscout befindet. Das alles hängt bestimmt mit den Verbesserungen zusammen – wer weiß was die Zukunft vor allem durch den Blogcensus bringt. :)

On the River? Check! Ich weiß wirklich nicht, ob man einen echten Unterschied mit der neuen Version von Rivva erkennen kann, aber Frank Westphal hat dazu einiges in dem Rivva Blog angekündigt.

Dass ich den Dienst sehr schätze, ist ja allgemein bekannt. Was ich aber umso spannender finde, ist die vertikale Ausrichtung mit dem ersten Beispiel zu Rails. Die Suche nach bestimmten Begriffen/Tags wäre dank Rivva eine optisch und technische Alternative zu Technorati – auch zwecks Blogmonitoring.

Nach mehreren Monaten in den Deutschen Blogcharts konnte heute das Medienblog „MikeSchnoor.com“ in die Top 50 Liste einziehen.

Strike! Top 50 geknackt! Ich danke euch, denn ohne meine Leser und die zahlreichen „Backlinks“ über den Technorati Authority Rank wäre dieser Einzug noch in weiter Ferne! Vielen Dank!Strike! Top 50 geknackt!