Ausgebloggt? Abgeklemmt? Hacked? Hat der Hoster meines Vertrauens etwas aus dem Netz verbannt? Stefan, was ist denn los bei euch?

Zwar wird das nicht das Ende der Welt sein, wie Thomas via Twitter erfragt, aber dennoch lässt so ein Fall von „Downtime“ natürlich sehr viel Spielraum für Spekulationen…

Wer sich bewerben möchte, macht sich desöfteren Gedanken darüber mit welchen Mitteln man bei potentiellen Arbeitgebern auftrumpfen kann. Deckblatt, (Motivations-)Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, Urkunden – entweder als schöner Ausdruck per Post oder als PDF auf dem digitalen Weg. Wenn ich mir mein eigenes Profil auf XING betrachte, frage ich mich manchmal, warum manche Menschen einen wirklich klassischen CV für „zwonullige Jobs“ einreichen sollen… komisch, oder? :)

Ich persönlich durchforste das Web rein aus Interesse nach allerlei Informationen zu allen möglichen Leuten, die man während der Arbeitszeit oder Freizeit trifft – Kollegen, Freunde, Bekannte, ehemalige Mitarbeiter, ehemalige Arbeitskollegen, die ganze Bande. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie ein Personaler oder Headhunter in dem Fall loslegt. Naja, nicht ohne Grund habe ich mich für ein offenes Leben im Netz entschieden. Nur wer wirklich Angst vor sich selbst hat, hat mit Google und Archive.org ein Problem!

Manchmal denkt man über sein Leben nach. Was habe ich nicht alles getan. Zum einen haben wir eine Familie ins Leben gerufen mit Vater, Mutter und Kind. Das ist ein Beispiel für schöne Momente und Gedanken im Leben. Andererseits gibt es dann auch die Zeiten, in denen man irgendwie in der Kluft zwischen Realität und digitaler Welt daherwabert. Für viele Menschen stellt diese Kluft ein gewaltiges Problem der Moderne dar.

Einen sehr interessanten Artikel, der über solche Probleme mit dem digitalen Leitmedium Internet und den verschiedenen Anwendungen – und unsere menschlich-gesellschaftliche Abhängigkeit von diesem Medium darstellt, liest sich zufällig bei Ibo im Blog: Der Fixierungs-Code über Sucht und Suchtgefahr bietet einige Hintergründe für interessierte Leser – eine etwas längere Blog-Lektüre für den Abend.

Wir lieben Twitter. Die halbe deutsche Blogosphäre hat Twitter für sich entdeckt. International gesehen twittert fast ganz Japan und die USA sind trotz ihres üblichen Innovationsboosts mit allen anderen englischsprachigen Usern in einen großen Topf geschmissen. Auch entdecken immer mehr Unternehmen, dass sie ja eigentlich Twittern müssen – mal mehr, mal weniger interessant und konsequent. Auch wird über Twitter-User gebloggt. Und jeder findet ein Thema zu Twitter, wie auch ich es in diesem Blogeintrag gefunden habe.

Was mir mittlerweile als recht aktiver Twitter-User auffällt, erregt für mich als Blogger etwas Sorge. Nach einer langen Denkpause kommt man irgendwann in unserer von Informationen durchfluteten Medienwelt zu dem Schluss: Twitter hat Suchtpotential – bei den einen etwas mehr, bei den anderen etwas weniger. Twitter macht süchtig. Man klebt förmlich an dem Bookmark oder macht es zur Startseite im Browser. Der schöne Nebeneffekt bei der selbstherrlichen Darstellung der einzelnen Twitter-User ist durch den immer direkteren Einblick in das Privatleben möglich. Schließlich möchte man wissen, was der einzelne so verköstigt… und man philosophiert über das Leben mit Twitter in verschiedensten Interviews.

Ja, der Social Chat hält einen mit Leichtigkeit in seinem Bann. Wer nach wenigen Tweets das öffentliche Chatsystem mit seinen 140 Zeichen zu schätzen gelernt hat, vergisst manchmal, dass es vielleicht auch noch irgendwo ein Blog gibt. Man vernachlässigt das eigene Blog mit der Zeit und konzentriert sich mit seinen durchaus wichtigen Informationen in einzelnen Tweets, die zu ganzen Blogeinträgen wachsen könnten. Aber anstatt einen längeren Blogartikel (wie diesen hier) aufzusetzen, ist der Mensch ein bequemes Wesen und freut sich auf kurze Inhalte. Zwar kann man ein Blog mit Twitter über die Pingback-Schnittstelle verknüpfen, aber letztendlich werden dem Social Chat nur weitere Informationen zugeschustert, die wiederum zu dem vernachlässigten Blog gehören.

In diesem Blog schrieb ich damals ohne Twitter im April 2007 noch insgesamt 65 Einträge, während es ein Jahr später nur ganze 23 Einträge waren. Von zwei Einträgen pro Tag auf gerade mal einen pro Wochentag. Seitdem ich Twitter nutze, ging es rapide mit den Blogeinträgen herunter. Ein lausiges Ergebnis für mich als Autor, dessen Kompetenzen ja im Schreiben liegen – und ganz bestimmt nicht im lustigen Tralalala bei Twitter.

Ich rufe daher alle Twitter-User und Blogger auf: Entscheidet euch vorher, ob ihr lieber in Kürze etwas mit Twitter raushauen wollt, oder ob ihr zumindest einen Fünfzeiler für das Thema widmet. Wer zumindest ganz neu bei Twitter ist, sollte das eigene Blog wirklich pflegen. Ich lese nämlich gerne Blogs – und versuche auch mein eigenes jetzt etwas stärker zu füllen. Hoffentlich wird zumindest der Gedanke an das Blog die Blogkultur retten, bevor wir im Rausch der Informationen bei Twitter allesamt untergehen. :)

Ich glaube mittlerweile fest daran, dass Twitter ein unglaublich effektives Kommunikationstool für verschiedene Kanäle ist. Zur Selbstdarstellung, zur Informationssammlung, zum Aufleben eines persönlichen Zeitgeist-Phänomens und auch zur PR-Arbeit. Doch in einer Hinsicht hat es Loic Le Meur getoppt – soviel wie er mit Twitter auf kommunikativer Ebene gleichzeitig anstellt, schafft wohl kaum jemand anders. Loic Le Meur ist ein Twitterholic – der Screenshot zeigt es. :)

Das Rätsel ist gelöst. Hinter den berüchtigten Päckchen aus der vergangenen Woche, die mit einem Rasierer, einer Zahnbürste und einem Mobiltelefon ausgestattet waren, steckt www.tchibo-ideas.de!

„Tchibo ideas ist eine offene Plattform für Menschen, die neue Ideen entwickeln und diese gemeinsam mit anderen Menschen vorantreiben wollen. Auch versteht sich Tchibo ideas als geeignete Dialog-Plattform für den regen Austausch zwischen Designern, Erfindern und Entwicklern mit Kunden und Konsumenten. Alle zusammen bilden die Tchibo ideas Community. Innerhalb dieser Gemeinschaft soll jeder Einzelne vom Wissen und von der Erfahrung des Anderen profitieren und dadurch die Möglichkeit erhalten, seine Idee zu optimieren. Schließlich lassen sich auch die besten Ideen nur gemeinsam perfekt in die Tat umsetzen.“

Der Ansatz der Plattform ist irgendwie interessant, die Aktion zur Bewerbung in der Blogosphäre war mysteriös genug und hatte für genügend Aufsehen erregt. Die ganze Welt konnte stolz oder empört über den Empfang der Päckchen berichten – scheinbar ein marketingtechnischer Erfolg. Meine Befürchtungen, dass es sich um einen Aufruf gegen den Überwachungsstaat richten könnte, haben sich also nicht bewahrheitet. :)

Auch andere haben den Brief zur Auflösung erhalten und geöffnet… kurzum, das war ein helles Feuer, das jetzt wohl an dem typischen Leidensweg der Blogosphäre an Sauerstoffmangel ersticken wird.

Wir leben in der medialen Hölle und genießen den Information-Overflow. Täglich rauschen unzählige Nachrichten über die Ticker, die RSS-Feeds quillen über voller Informationen zu jedwedem Thema. Und immer öfter stelle ich fest: Wo andere sich bereits intensiv mit einem Thema beschäftigt haben, lasse ich bewusst die Finger von. Das resultiert in einer einfachen Frage, mit der man sich in dem Fall immer öfter konfrontiert sieht: Warum bloggst Du das nicht?

Es mag viele Gründe geben, aber warum haben wir eigentlich so viel Spaß an Weblogs? Mir fielen dazu drei spontane Ideen mit verschiedenen Ansätzen ein:

  • Weblogs sind öffentlichkeitswirksame Informationsportale zur Meinungsbildung.
    Unternehmen, Kommunikatoren, Multiplikatoren, Journalisten – für Pressearbeit ist ein Weblog das ultimative Spokesman-Medium.
  • Weblogs sind schamlose Übertreibung und Selbstbeweihräucherung der Szene.
    Egomanisch getriebene Texteflüsse von medial hochgelobten Autoren, die eigentlich nur wie Du und ich im Leben stehen, sonst aber nichts vorweisen können.
  • Weblogs sind emotionsgeladene Textsammlungen von Freigeistern.
    Wir schreiben uns als einzelne Wesen die Finger wund und teilen unsere privaten Momentaufnahmen des Lebens als Seelenstriptease im Internet mit.

Klar, das war und ist überspitzt. Aber kurz auf den Punkt gebracht: Was man liest, das lädt immer seltener zum Lesen ein. Es bringt keinen Spaß zu einer ausgelutschten Nummer noch den eigenen Senf zu verbreiten. Bloggen soll ein kommunikatives Mittel sein und natürlich auch dem Autor selbst ein wenig Freude bringen. Aber wenn schon bei Rivva in verschiedenen Blogs fünf und teilweise mehr Diskussionen mit Backlinks auf ein bestimmtes Thema aufkommen, ist man irgendwann wenig davon begeistert, eigenen und dabei bitte auch neuen Input beizusteuern. Vielleicht ist dies auch nur wieder eine der regelmäßigen Hilferufe in die Blogosphäre, doch ein paar spannendere Themen als die Artikel von den großen Nachrichtenportalen (Spon, SZ, heise) als Ideal-Standard-Thema zu verstehen. Als reger Leser von unzähligen Blogs komme ich mir manchmal vor wie der Hirsch im Walde. Röhrt man hinein, so röhrt es heraus – und Unkenrufe kommen gleichsam mit. Auch ich reihe mich manchmal in diesen Ritus mit ein, aber bei absolutem Bedarf.

Vielleicht fordere ich einfach zu viel Kreativität als möglich. Das wäre sehr schade. Vielleicht bin ich im Moment auch weniger kreativ als vorher, denn Arbeit und Familie reduzieren das persönliche Blog-Erlebnis auf ein Minimum der Gefühle. Vielleicht tut der Urlaub über den Brückentag einfach nur gut und bringt mich zur Raison.

Bestimmt ist die Wanze nicht im Handy, sondern in der Zahnbürste… oder anders gesagt: Bisher nix neues, bis auf die mysteriöse Webseite und das Buch zum Carepaket für Blogger… :)

Update: Wie meine Frau zu berichten weiß, hat heute jemand das Telefon 1x mit Rufnummerunterdrückung klingeln lassen. Geheim! Psst. Stalker?

Update: Wie Frank zu berichten weiß, kann man meinen Namen in den mysteriösen Faxen nicht richtig schreiben. Aber ich bin „Code N“. :(

Deutschland ist um eine Liste reicher – laut Benedikt Köhler zeigt die folgende Blog-Cloud die 25 dynamischten Medienblogs Deutschlands – auch mit diesem Blog hier!

Großes Tag = viel Wachstum, kleines Tag = wenig Wachstum. Das freut mich persönlich sehr, wenn ich mich noch an den Absturz vom MikeSchnoor.com aus den Top50 der Deutschen Blogcharts gegen Herbst 2007 erinnere… gut für’s Ego! Wir sind ja auch „Ich“-bezogene Autoren!

Der Unterschied von Weblogs und journalistischen Kommentaren in Zeitungen und Zeitschriften beschäftigte 17 Studierende der International School of Management (ISM) in einer aktuellen Studie. Für die Forschung wurden 1.000 Texte aus 500 Blogs und 500 journalistischen Kommentaren ausgewertet. Das Ergebnis entspricht genau dem, was ich bereits seit langem an mir selbst erkenne: Blogger sind „Ich“-bezogen, während der Journalist gemäß der gelernten und/oder einstudierten Schreibweise auf diese Begrifflichkeit der Sprache verzichtet und sich nicht mit seinen Texten in den Mittelpunkt bringt. Der Journalist ist kein Repräsentant für die eigene Meinung, sondern für die Meinungsbildung zuständig – während Blogger meiner Meinung nach (!) beides zur Schau stellen.

Meine Kritik an der Studie liegt darin begründet, dass die ausgewerteten Texte über das Ranking der „Deutschen Blogcharts“ von Oktober 2007 ermittelt wurden und damit auch nur die „Spitzenplätze“ der Rangliste erfasst wurde. Die Masse schreibt eindeutig anders als die in den DBC’s vertretenen professionelle Autoren, Journalisten mit Weblogs, , Kommunikatoren und Multiplikatoren aus gängigen Marketing- und PR-Szenen sowie wichtige Fachkundige, einige Fachsimpler und manche Fachidioten. Die Deutschen Blogcharts spiegeln dementsprechend nicht die Masse der Blogger wider, sondern nur die „Creme de la Creme“ der deutschen Blogosphäre.