Das Community-Fieber ist ausgebrochen. Zwei der größten Versandhaus-Handelsketten starten ihre neuen Shopping-Portale mit einer ordentlichen Portion an Einkaufsmöglichkeiten. Einerseits ist dabei das Gemeinschaftsunternehmen „MyBy“ zu nennen, das von KarstadtQuelle (74,9 %) und der Axel Springer AG (25,1 %) entwickelt wurde. Die Kunden können sich an typischen Elektronik-Artikel wie Computern, TV, Hi-Fi, Foto, Handy, Navigation, Entertainment und Haushaltsgeräten satt kaufen, zumal in der Startphase keine Versandkosten anfallen sollen. Die ersten Vermutungen über die Strategie, ein Amazon-Killer zu werden, lesen sich übrigens auch bei Alexander Hüsing. Meiner Meinung nach hat jedoch ein solches Portal weniger Chancen, da die zentralen Mechanismen seit Jahren im Netz Gang und Gäbe sind. Ein bisschen mehr Innovation hätte ich da schon erwartet – Social Networking wird hier nicht mal ausgeschrieben.

'myby - Online Shopping Community' von Sichelputzer

Ganz anders kommt Smatch.com rüber: Die in Kürze startende webzwonullige Betaphase lädt herzlich ein, dass die Kunden Artikel aus den drei Bereichen Mode, Lifestyle und Wohnen von verschiedenen Händlern finden können. Kein reiner Preisvergleich, sondern eine echte Community mit Bewertungen, Kommentaren und Empfehlungsmanagement soll den anderen Nutzern von Smatch den essentiellen Mehrwert bieten, den der affine Internetnutzer von vielen Portalen im Web gewöhnt ist. Der Vernetzunggrad in der Community soll jedoch nicht im Mittelpunkt stehen – bei diesem Shopping-Portal geht es letztendlich auch um die Produkte selbst. Smatch selbst wird von Otto initiiert und ist in der Hinsicht kein echtes Startup, wie es der Anschein vermuten lässt. Wenn die frühe Berichtslage auch einen idealen Rückschluss auf das uns zu erwartende Shopping-Portal geben lässt, könnte dies eher ein MyBy-Killer werden…

'Smatch - Online Shopping Community' von Sichelputzer

Alles in allem gibt es nun so viele verschiedene Player am Markt des – nennen wir es aufpolierten Shoppings, dass man sich als Kunde (die obigen zwei) oder Webseitenbetreiber (Shoppero, Edelight, Dealjäger) gehörig überlegen muss, auf welches System man sich konzentrieren möchte. Partizipation am Shop gefällig? Widgets? Doch nur Kunde sein? Wo hört die Grenze eigentlich auf… denn mittlerweile ist alles so schön schwammig geworden.

3 Kommentare
  1. Marcus sagte:

    Dein letzter Satz sagt doch alles: “… denn mittlerweile ist alles so schön schwamming geworden” und ich ergänze: “… und alles total medial überzogen” Und warum? Weil die meißten “Entscheider” das Internet doch überhaupt nicht kennen, wissen gar nicht was es für “social” Projekte schon seit Jahren, quasi seit den Anfängen des “modernen” Internets gibt. Social Shopping… Was für ein BUZZ WORD… Ja, richtig Mike = “Doch nur Kunde sein” … darauf läuft es doch hinaus. Und wirklich “social”, ja das sind z.B. Plattformen wie http://www.dooyoo.de und dessen Mitbewerber, die es geschafft haben über Jahre eine echte, nicht nur kurzweilige heterogene Community aufzubauen, halt ein echtes Empfehlungsnetzwerk. Check mal bei diesen Plattformen die Community-Funktionalität und die größe der Freundeskreise. Da kann sich so manche “gehypte” Plattform des Web 2.0 mal ganz warm anziehen. Hier ist Substanz. Letztendlich geht es um Geld verdienen und das haben diese Plattformen geschafft. Fehlt derzeit AJAX Spielzeug und Widget Unterhaltung, nicht Web 2 nullig genug? Nur eine Frage der Zeit, denn diese Plattformen brauchen nicht zu hypen, was der gemeine Durchschnittsuser derzeit noch überhaupt nicht nutzt / verlangt. Kommt Zeit, kommt Funktion. Das ist doch heute keine Hürde mehr. Einfach eine Plattform ins Netz stellen, meinen es sei der neue Amazon-Killer uuiiihh, wie oft haben wir das in den letzten Jahren gehört und gesehen, wie ein Schiff nach dem anderen “unterging”. Der Internet-Boden ist voll von Wracks. Gerade Shopping muss man als Unternehmen “Leben”, denn Verkaufen bedeutet eine große Portion “Vertrauen” zu kommunizieren. Es braucht hinter einem jeden Shop ein Team, das jahrelang miteinander bis zur Meisterschaft gegangen ist und genau das vermisse ich bei den “großen” Versand.- und Kaufhäusern & Verlagen in Deutschland. Sie launchen einfach ein Projekt nach dem anderen, hypen rum, leben es nicht und lassen es wieder fallen. Das merkt der Konsument, das macht einfach keinen Spass. Trotzdem viel Glück!

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  1. […] mal einer an – wie ich gerade auf mikeschnoor.com gelesen habe, gibt es einen neuen Shop der sich myby.com […]

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