Ach du scheiße! Ist es nicht ärgerlich, wenn ein Artikel oder eine größere Passage in einem rennomierten Blatt unter falschen Namen veröffentlicht wird? Profis reagieren darauf gelassen, weil man über jedes Thema reden und sich austauschen kann. In der Regel wird auf PR-technischer Ebene ein Barterdeal ausgehandelt, so dass man mit einem lobenswerten Artikel in einer der kommenden Ausgaben behandelt wird. Auf der direkten Ebene zwischen Journalisten geht es natürlich um das Prestige und den kollegialen Respekt untereinander, aber manchmal auch nur darum, dass der echte Autor mit Quellenangabe aufgezeigt wird.

Etwas zu diesem vielleicht fehlenden Respekt sieht man bei Peer Schrader, der meiner Meinung nach einen Vorgang des Artikelklaus amüsant, aber dazu auch wunderbar pointiert schildert. Ein Autor unter dem Pseudonym „Taipan“ veröffentlicht fremde Artikel, dabei „Werben im Netzwerk“ aus Peer’s Feder, in einem Online-PR-Portal:

Es gibt genug Beispiele, die belegen, dass Textklau eines der wesentlichen Prinzipien ist, auf denen seine Einträge bei Online-Artikel.de basieren (für “Werben im Netzwerk” muss er außerdem Zugriff aufs “Horizont”-Archiv für Abonnenten haben, weil der Text sonst nirgendwo erschien).

Den Text und viele weitere muss man definitiv kopiert haben. Traurig, aber wahrscheinlich wahr, ist die Tatsache, dass der Portalbetreiber mit der Autoren-ID „1“ eigenständig diese peinliche Nummer durchgezogen hat und vorerst versucht die Spuren im Netz zu verwischen. Genau aus solchen Gründen schätze ich die mannigfaltigen Möglichkeiten von Weblogs, dass sich insbesondere Journalisten außerhalb ihrer üblichen Medien vergleichsweise frei und detailiert zu einem Thema äußern können. Im Rahmen der Berichterstattung in einem Printtitel wäre das sicherlich nicht möglich gewesen. Das transparente Internet hilft hier wiederum bei der Recherche, denn heutzutage gibt es den gläsernen User – und wenn er etwas verbockt, sieht man das zum Glück sofort. Asche auf euer Haupt ihr Contentdiebe!

5 Kommentare
  1. oldman sagte:

    Das Viele über das ein und dasselbe Thema berichten/schreiben ist normal. Ist gibt ja auch verschiedene Sichten. So hat man relativ schnell diverse Aspekte beleuchtet – dies ist der Charme der Netzwelt.
    Wenn es schon jemand treffend gesagt hat, dann muß man zitieren – auch das ist üblich. Contentdiebe betrügen sich auf Dauer nur selbst.

  2. Peter sagte:

    Ich frag mich ja was der davon hat. Ist doch klar das es raus kommt. Und Google mag ja auch kein doppelten content. Hat der versucht damit Geld zu machen oder wollte der nur den Ruhm einheimsen?

  3. Sarah Koppel sagte:

    Auch nach zwei Jahren ist doppeleter Content ein aktuelles Thema. Leider werden Texte immer wieder kopiert und auf Webseiten online gesetllt. Wir haben einen erheblichen Kosteneinschlag zu verzeichen gehabt. Texe mussten teilweise neugeschrieben werden.

Trackbacks & Pingbacks

  1. Kartenlegen » Blog Archive » Böse Falle Art2Digital sagt:

    […] Business World”, “Horizont”, oder “Capital”. Mike nennt das dann: Transparentes Netz im Selbstfindungskurs, sehr treffend. Frei nach dem Motto, wenn wir schon das Urheberrecht verletzen dann richtig, nicht […]

  2. BloggingTom sagt:

    Das Internet und die Urheberrechte…

    Dass Urheberrechte im Internet nicht immer die nötige Beachtung finden, zeigte sich in den letzten Monaten immer wieder. Da gibt es kleinere Fische, die mit fremdem Beiträgen zum Beispiel ihre soeben gegründete Artikel-Plattform ins richtige Licht …

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