Wer verdient heute so richtig viel an dem Echo? Natürlich der prominente zielgruppenspezifische Werbeträger „Musicload“ von dem magentafarbenen Telekommunikationsriesen. Und ebenfalls der Sender RTL, der diese Preisverleihung überträgt. Aber auch andere Menschen haben viel von dem Echo 2006, und damit sollen sie hier ihre Würdigung zur aktuellen Stunde erhalten. Was also bringt uns der Echo und wer verdient was und in welchen Maßen?

Männer Content
Natürlich stehen wir Männer, für die ich voerst einmal stellvertretend schreiben möchte, im Vordergrund. Durch Michelle Hunziker in ihrem glitzernden Kleidchen, aber auch Christina Stürmer mit ihrem baggy Outfit überzeugen durch reine Optik. Ebenfalls ist die Judith von Wir sind Helden ein Hingucker, aber da wir Männer nicht alle gleich denken, gibt es Regina Hallmich für diejenigen, die gerne einmal mit der Faust auf’s Auge hin flach gelegt werden.

Dumme Kinder
Die sind natürlich immer da. Gröhlend, kreischend, die Laudatoren ablenkend. Für diese Zielgruppe ist die meines Erachtens hässlichste Mangafresse von Tokio Hotel das einzige, was zählt, wozu gegröhlt wird, und wozu sich scharenweise die kleinen Kinder ins Koma fallen lassen. Wenn ihr mal älter werdet, kapiert ihr vielleicht, was Werte sind – die aber nicht durch eure Teeny-Idole vermittelt werden können.

Frauen Content
Ja schmusen tun sie gerne auf dem Bauch ihres Liebsten, doch bei Rosenstolz schmelzen sie dann dahin. Aber auch für das starke weibliche Geschlecht gibt es einen Sascha oder Tim Mälzer zum sabbern.

Komiker
Otto hatte bisher die dämlichste Laudatio gehalten mit seinem überalterten „English for Runaways“ Witz mit lustig anmutenden Worten aus der New Economy, des Internets und so’n hochtechnisches Zeug. Uwe Ochsenknecht sprach seiner Rolle als Künstler ab und zeigte, dass man in einem anscheinend halb-besoffenen Zustand auch auf die Kacke als erster Laudator hauen darf – besonders Tokio Hotel bashen fand er toll.

Nabelschau
Mmmmh… so ganz ehrlich finde ich die deutsche Echo 2006 Verleihung irgendwie peinlich. Warum wird da nicht mehr hineingesteckt? Nebenbei drücken die Brüste von Michelle Hunziker so quetschig aus dem Kleid, dass sich kleine „Tittenfalten“ an ihren Achseln bilden. Irgendwie süß, irgendwie niedlich. Wo soll man denn mit all dem Brustfleisch hin?! Und der Oliver Geissen sabbert dazu so schnuckelig, da soll er doch doch einfach eins von ihren Tic Tac’s in den Mund nehmen.

Meilensteine
Sehr gut finde ich, dass Campino zu Bob Geldof eine spezielle Laudatio hält, um den Ehren-Echo zu überreichen. Im heutigen Musik-Business sind solche Menschen, die seit zwei Jahrzehnten solche unglaubliche Events wie das weltweite Live 8 Konzert ins Leben rufen, wahre Raritäten.

Überraschung
Wie im Kommentar unten von franzmann geschrieben, stellt sich wirklich die Frage der Peinlichkeit: Warum überträgt RTL das als „Live“, während es eigentlich nur eine Aufzeichnung ist?

Gewinner 2006
Wer wirklich gewonnen hat, erfährt man passenderweise bei der Konkurrenz. Im ProSieben Teletext auf Seite 133 findet sich folgende Nachricht:

Die Magdeburger Teenieband Tokio Hotel, die internationalen Popstars Robbie Williams und Madonna sowie die deutschen Gruppen Wir sind Helden und Rammstein sind die großen Sieger beim Echo-Preis 2006.

Na wie schick! Das ist doch Schlamperei en massé – anscheinend hat jemand nicht die Sperrfrist der Nachrichten beachtet. ;) Darüberhinaus kursiert die obige Meldung schon in mehreren Online-Ausgaben von diversen Zeitungen und Magazinen…

Wer gewann noch?

  • Bob Geldoff erhielt einen Ehren-Echo
  • Xavier Naidoo und Fettes Brot erhielten jeweils den Echo für Künstler National/Rock/Pop bzw. Künstler/Gruppe National HipHop
  • Christina Stürmer bekam die Auszeichnung Künstlerin National/Rock/Pop
  • Semino Rossi war der Gewinner Künstler/Deutschsprachige Schlager
  • System of a Down gewannen Rock/Alternative International
  • Kastelruther Spatzen wurden mit dem Echo für Volkstümliche Musik ausgezeichnet
  • James Blunt ist der Newcomer International
  • Peter Kraus erhielt den Echo für sein Lebenswerk
  • AC/DC gewann den Echo für Musik-DVD-Produktion national/international

Gefühlschaos
Wie fühlt sich eigentlich ein am Markt etablierter Künstler bzw. eine Gruppe, die so unglaublich viel Arbeit in ihre Musik gesteckt hat – aber dennoch nicht gewinnt? Weil die kleinen Kiddies von Tokio Hotel noch „Welpenstatus“ haben und daher nicht mit großen Kullertränen nach hause geschickt werden dürfen? Ist das der Grund, warum Tokio Hotel gewonnen hat? Diese spekulativen Fragen werden wohl nie geklärt werden… aber die Trauer über soetwas sitzt tief. Immerhin hörten wir heute die anderen Jungs, also nicht „Bill“ von Tokio Hotel, wie sie ihre Kommentare als Gewinner des Preises in das Mikrofon hauchen durften. Bill ist eine Labertasche. Er gibt nicht auf. Der gehört mal mit einem Teppichklopfer versohlt. Dafür räumt Oliver Geissen brav die durchgenässten Schlüpfer und Kuscheltierchen nach dem Auftritt von Tokio Hotel auf. Immerhin gibt es jetzt wie versprochen das rockende optische Highlight von Christina Stürmer.

Soundprobleme
Tja liebe Soundmixer und Regieleute von RTL – lernt endlich, dass ihr ordentlichen Sound liefert, der sich nicht so anhört, als wäre er aus der Konserve. Wenn ihr den Studiosound über ein externes Mikrophon einspielt und nicht direkt einspeist, gehört ihr nur noch von Schmerzen gepeinigt! Immerhin gibt es jetzt eine lazessive Shakira als Ausgleich. Na bitte, aber der Sound ist immer noch schlecht!

4 Kommentare
  1. Katharina Schnitzer sagte:

    Letztendlich kann ich zum Thema Echo nur sagen, dass es mehr als langweilig und dahingezogen war. Einige interessante Bands war zwar dabei aber ansonsten gab es doch eh nur einen „Promiauflauf à la carte“. Dazu könnte ich mir auch sowas wie „Exclusiv“ reinziehen.

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  1. problematik.net » alles verhunzt sagt:

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