Mike Schnoor
  • Start
  • LinkedIn
  • Blog (Archiv)
  • Über mich
    • Publikationen
    • Standpunkte
  • Menü Menü

Lachnummer oder PR-Schrott: Die Pressemitteilung zum Chevrolet Cruze (General Motors)

Marketing, Public Relations
Die "Pressemitteilung" von Chevrolet - zum Vergrößern klicken.

Die Automarke Chevrolet des General Motors Konzerns möchte offenbar den Olymp der Aufmerksamkeit besteigen und hat dazu eine „Pressemitteilung“ veröffentlicht, die nur aus einer Anreihung von Emojis besteht. Die über die kleinen Bildchen kodierte Nachricht sollte wenige Stunden nach der Veröffentlichung entschlüsselt werden, damit die Journalisten reichlich Zeit haben, um über dieses sinnfreie Kunststück der Marketing-PR nachzudenken.

Die "Pressemitteilung" von Chevrolet - zum Vergrößern klicken.

Die „Pressemitteilung“ von Chevrolet – zum Vergrößern klicken.

Einige der Journalisten sind definitiv empfänglich dafür und ließen sich auf das Spielchen ein. In Zeiten der informativen Reizüberflutung kommt die klassische Pressemitteilung in vielen Fällen bei den Medien gar nicht mehr so gut an. Content gilt in der PR-Branche als der heiße Scheiß, mit dem man an den Gatekeepern manchmal viel leichter vorbei kommt und die Nutzer im Zweifelsfall direkt erreicht.

Ja, man muss über seinen Schatten springen und mehr anbieten als nur schnöden Text. Das entpuppt sich aber für viele PR-Leute als kleine Herausforderung, denn ihr gelerntes Handwerk wird tagtäglich von Infografiken, Bildern und Videos und den ganzen kleinen Textfetzen in sozialen Netzwerken überschattet. Pressemitteilung ist out, die Kombination mit vielen zusätzlichen Inhalten macht einen langweiligen Produkttext zu einer teilbaren Klickgranate. Wenn es um die jungen Nutzerschaft geht, muss es ein Artikel ein wenig dem Zeitgeist entsprechen. Emojis kommen dafür gerade recht, wenn sich eine bekannte Marke damit inszenieren möchte.

Offenbar hat dies der Autohersteller Chevrolet erkannt. Anstatt auf die bekannte Kommunikation zu setzen, wird nun ein „Bilderrätsel“ aus Emojis ins Netz gestellt. Dabei gibt sich Chevrolet fest davon überzeugt, dass seine Marke es wirklich notwendig hat, mit Meinungsmachern und Journalisten ein wenig zu spielen.

Ein spontaner Übersetzungsversuch…

Nein, auf den ersten Blick versteht wohl niemand, was wirklich hinter dem Text steckt. Eine Übersetzung davon kann nur die Intentionen eines Textes erahnen lassen.


Wir lieben über Autos zu lachen! (Oder: „Freude am Fahren“ von BMW?)
chevy-1

In der Stadt fahren Autos mit viel Musik, aber sie müssen anhalten. Am Tag, in der Nacht, wieder am Tag, wieder in der Nacht. Selbst um 11 Uhr. Da drehen die Emotionen durch. Ein neues Auto, das schlüpft wie ein Küken aus dem Ei, macht Liebe.

chevy-2

Spurwechsel für das Smartphone, Bowling und Geometrie, hinzu kommen Tanksäulen und die rechte Fahrbahn, im Gepäck finden wir Basketball, Football, Fußball, Baseball, Tennisball und ein Fahrrad.
chevy-3

Super, es gibt Brot, Kleider, Schuhe Lippenstift und tanzende Zwillinge auf dem Smartphone – das sagen auch die männlichen und weiblichen Kunden.

chevy-4

Ein Typ vom Autohersteller mit Krawatte und Schnurrbart sagt: „Die Idee für das neue Auto waren weiße Dreiecke in der ganzen Welt.“
chevy-5

An dieser Stelle reicht es mit dem spontanen, Übersetzungsversuch, denn den Rest der Meldung kann man sich schenken. Schließlich wurde die offizielle Übersetzung schon veröffentlicht. Dabei wirkt sie genauso wie zu erwarten war: Langweilige Produkt-PR.

Was bleibt von dieser Kampagne?

Die gesamte Art und Weise, wie hier kommuniziert wird, wirkt extrem befremdlich. Aber Chevrolet möchte eben nicht die kaufkräftigen Zielgruppen ansprechen, sondern vor allem junge Leute, die ein kleineres Fahrzeug erstehen wollen. Whatsapp, Facebook und Co. sei also geschuldet, dass die potenziellen Jungkäufer mit dieser Lachnummer angelockt werden sollen.

Wer sich ein paar Minuten mit dem Machwerk beschäftigt, erkennt aber schnell, dass Chevrolet offenbar nicht mit dieser jungen Zielgruppe kommunizieren kann. Schließlich kommunizieren die jungen Leute äußerst gerne über ihre Smartphones mit Emojis, aber sie lesen eher weniger irgendwelche Pressemitteilungen, die mit Emojis kodiert wurden. So versucht der Autohersteller Chevrolet jämmerlich eine erhoffte Zielgruppe mit dieser Werbemaßnahme anzulocken, die im Grunde genommen die berichtenden Medien nur selten beachtet.

Übrigens lebt die Zielgruppe dieser Kampagne nicht in Deutschland. Denn voraussichtlich wird es das zu bewerbende Auto „Cruze“ hierzulande nicht im Handel geben. Chevrolet hat bekanntlich seine Aktivitäten in Europa eingestellt und bietet nur noch Service über Opel-Werkstätten an, die zum General Motors konzern gehören. Was am Ende von dieser Kampagne bleibt ist also eine schräge Lachnummer mit ganz viel PR-Schrott. Eine ungesunde Mischung, die für ein kurzes Aufflackern reicht. Für mehr aber auch nicht.

24. Juni 2015/von Mike Schnoor
Schlagworte: Autohersteller, Branding, Chevrolet, Cruze, General Motors, Marke, PR, Public Relations
https://mikeschnoor.com/upload/2015/06/chevy-cruze-emojis-cover.jpg 472 1200 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp Mike Schnoor2015-06-24 15:48:482015-06-24 15:48:48Lachnummer oder PR-Schrott: Die Pressemitteilung zum Chevrolet Cruze (General Motors)
8 Kommentare
  1. Jan Drechsler sagte:
    24. Juni 2015 um 16:21

    Komische Analyse einer US-PM. Natürlich ist Sie nicht für eine deutsche Zielgruppe, deshalb ist Sie ja auch in den USA veröffentlicht. Und warum muss Sie junge Zielgruppen ansprechen? Sie erregt Aufmerksamkeit in der Medienlandschaft – also kostenlose PR. Also eine klassische bekanntheitssteigernde Kommunikationsmaßnahme für wenig Budget. Und das ist insofern gelungen. Muss es immer noch mehr sein?

  2. marketing-blog.biz (@besserwerber) sagte:
    24. Juni 2015 um 16:30

    Lachnummer oder PR-Schrott: Die Pressemitteilung zum Chevrolet Cruze (General Motors) http://t.co/524kyaUEhx über @MikeSchnoor

  3. #DigiBuzz (@DigiBuzz_de) sagte:
    24. Juni 2015 um 17:20

    Lachnummer oder PR-Schrott: Die Pressemitteilung zum Chevrolet Cruze (General Motors) http://t.co/MdunK7T13q (via @mikeschnoor)

  4. Verena sagte:
    24. Juni 2015 um 18:13

    Danke für den interessanten Artikel.!
    Manche PR-Ideen gehen einfach komplett an den Personen vorbei an die sie sich eigentlich richten sollten und werden eigentlich „für die Tonne“ entwickelt … Und dann hat ein Unternehmen für eine solche Idee wahrscheinlich auch noch viel Geld ausgegeben…
    Schade.
    Liebe Grüße
    Verena

  5. Valerie Kraemer (@kraemerlein) sagte:
    25. Juni 2015 um 09:21

    Sehr amüsant! Wie @MikeSchnoor versucht die Emoji-Pressemitteilung von @chevrolet zu entschlüsseln… http://t.co/xddMg9tekc #emoji #PR

  6. @Graefemedia sagte:
    26. Juni 2015 um 23:50

    PM in #Emoijs zum Chevrolet Cruze – seziert von @MikeSchnoor … http://t.co/uMlZyJ9R6d

  7. @dimpertro sagte:
    11. Dezember 2015 um 16:01

    Mal aus dem engen Rahmen einer Pressemitteilung ausbrechen? Chevrolet hat es gewagt. Und ist gescheitert. https://t.co/CUXK8P2Z1t

  8. @MadMenNa sagte:
    11. Dezember 2015 um 17:24

    RT @dimpertro: Mal aus dem engen Rahmen einer Pressemitteilung ausbrechen? Chevrolet hat es gewagt. Und ist gescheitert. https://t.co/CUXK8…

Kommentare sind deaktiviert.

Suche

Search Search

Über mich

Mike Schnoor Profilfoto

Mike Schnoor ist Head of Marketing bei kernpunkt und arbeitet seit über 25 Jahren in der Digitalbranche. Dieses Blogarchiv bündelt ältere Beiträge zu Digitalisierung, Marketing, Kommunikation und Digitalwirtschaft. Aktuelle Inhalte erscheinen vor allem auf LinkedIn und im kernpunkt Magazin.

© Copyright 1997-2026 Mike Schnoor. Alle Rechte vorbehalten.
  • Link zu Instagram
  • Link zu LinkedIn
  • Link zu Rss dieser Seite
  • Impressum
  • Datenschutz
Link to: Stefan Raab hört auf. Das müssen Werbetreibende jetzt wissen! Link to: Stefan Raab hört auf. Das müssen Werbetreibende jetzt wissen! Stefan Raab hört auf. Das müssen Werbetreibende jetzt wissen! Link to: Online-Shopping: Deutsche kaufen immer öfter über die Landesgrenze hinweg Link to: Online-Shopping: Deutsche kaufen immer öfter über die Landesgrenze hinweg Schnäppchenjäger bestellen in internationalen Online-Shops: Günstige Preise und internationale Verfügbarkeit von Produkten geben den Ausschlag. (Symbolbild)Online-Shopping: Deutsche kaufen immer öfter über die Landesgrenze hinweg
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen

Einwilligung zur Datenerhebung und zur Nutzung von Cookies: Diese Internetseite verwendet Cookies. Cookies sind kleine Textinformationen, die über Browser im Endgerät als Datei gespeichert werden. Cookies stellen keine schadhaften Dateien dar, sondern erlauben User Interaktionen. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserem Datenschutzhinweis. Impressum

Einwilligung nicht geben.Einwilligung jetzt ändern.Alle Cookies akzeptieren.

Einwilligung zur Datenerhebung und zur Nutzung von Cookies



Wie wir mit Cookies umgehen

Diese Internetseite verwendet Cookies. Cookies sind kleine Textinformationen, die über Browser im Endgerät als Datei gespeichert werden. Cookies stellen keine schadhaften Dateien dar, sondern erlauben User Interaktionen.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserem Datenschutzhinweis.

Einstellungen übernehmenNur Benachrichtigung ausblenden