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Germany’s next… whatever!

Marketing, Medien, Social Media

Ein Teil der Deutschen fieberte wochenlang um die wohl unwichtigste Entscheidung in der Modewelt hin. Deutschland wählt ein neues Topmodel. Aber von der Missy-Wahl kann keine Rede sein, denn das TV-Publikum stimmt auch nicht wirklich darüber ab, wer das deutsche Schönheitsideal auf den Laufstegen, in diversen Umkleidekabinen und an den Innenwänden mancher Bauwagen repräsentieren darf.

Das neue Gesicht, die deutsche Stilikone des Jahres wird nur von einer Jury bestimmt, deren Ideale dem Anschein nach fern ab von der Erwartung des Publikums bleibt. Während am gestrigen Abend bei der Live-Übertragung aus der gewaltigen Arena laute Buhrufe und Schmährufe zu hören waren, als zuerst die dritte Finalistin im letzten Vorentscheid des Abends gehen musste, steigerte sich dieser Lautstärkepegel bei der Bekanntgabe der Siegerin von „Germany’s next Topmodel“ ins scheinbar Unermessliche. Als Gastgeberin und designiertes Altmodel musste Heidi Klum ersichtlich gegen die Proteste mit ihrer herrisch piepsigen Stimme ankämpfen.

War diese Reaktion nicht abzusehen, wenn das gesamte Auditorium mit einer Entscheidung konfrontiert wird, die immer und immer wieder auf’s Neue wie ein abgekatertes Spiel wirkt? Das Ergebnis der Model-Wahl spricht schon optisch für sich – das soll das neue deutsche Gesicht für die weltweite Modeszene sein?

Aber den Zuschauer fragt niemand. Nicht ohne Grund soll der Zuschauer dauerhaft bei Laune gehalten werden, damit die Werbungtreibenden fleissig nach Quote den Showrummel zur Topmodel-Prozessur refinanzieren. Ein Höhepunkt am Ende der Casting-Show mit Live-Acts und richtig viel modischem Tamtam forciert die Spannungskurve. Aber wirkt ein solcher Glitzer-Event in der heutigen Zeit der mündigen Bürger noch so wie geplant? Die Reaktion vieler TV-Zuschauer konnte eindrucksvoll bei Twitter unter dem Stichwort #gntm nachvollzogen werden. Die Nutzer machten ihrem Unmut und der Enttäuschung Luft – und dabei mit sehr eindeutigen Formulierungen.

Im Vergleich mit ProSieben scheint Konkurrent RTL bei seinen Casting-Shows alles richtig zu machen: Der Zuschauer trägt die Entscheidung – so lautet das Credo von DSDS oder bei der Suche nach dem Supertalent. Auch dem Modelcontest täte nach mittlerweile sechs Staffeln eine solche Wendung mit einem eindeutigen Abstimmungsprozedere der Zuschauer gut. Werden die Produzenten jedoch jemals auf die Wünsche der Zuschauer eingehen? Germany… no points. Germany’s next… whatever!

10. Juni 2011/von Mike Schnoor
Schlagworte: Casting, Casting-Show, DSDS, Fernsehen, Germanys Next Topmodel, GNTM, Heidi Klum, Medien, ProSieben, RTL, Topmodel, TV
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp Mike Schnoor2011-06-10 08:13:212013-11-20 07:44:04Germany’s next… whatever!
5 Kommentare
  1. Stephan sagte:
    10. Juni 2011 um 08:45

    Da schaut man sich seiner Freundin zuliebe das Finale mit an und ich muss sagen … ich hab noch nie so eine langeweilige und konzeptlose Show gesehen.
    Und was hat die Jury eigentlich die ganze Zeit für einen Mist erzählt, insbesondere die „Chefjurorin“?
    Das einzig interessante an dieser Sendung waren die Publikumsreaktionen.
    Rebecca haben Sie direkt nach der „Verkündung“ gar nicht mehr gezeigt und überhaupt war alles so vollgestopft mit Werbung, dass bei der nächsten Staffel bitte „Dauerwerbesendung“ eingeblendet werden sollte.

    Und wann rallen die Fernsehsender endlich mal, dass niemand die „Entscheidungen“ am Ende spannend findet und das minutenlange herauszögern dieser absolut nicht dazu beiträgt, dass es spannender wird sondern einfach nur nervt!

  2. James sagte:
    1. August 2011 um 19:34

    Ich bin davon überzeugt, das solch eine Sendung überhaupt nur von Frauen angeschaut wird. Absolut uninteressant und stinklangweilig. Als Zuschauer müsste man für das Ansehen solch einer Sendung bezahlt werden !

  3. Mathias sagte:
    8. August 2011 um 13:54

    Im Rahmen der allgemeinen schlechten Shows, sind die Castingshow ein Höhepunkt. Auf Kosten der Kandidaten wird suggeriert, dass es leicht möglcih ist, eine Karriere „vom Tellerwäscher zum Millionär“ zu starten.
    Dass das fesselt ist klar und dass dies anschließend vermarket wird, ist ebenso klar. Wem diese Formate nicht gefallen, muss entweder auf die öffentlich-rechtlichen zurück greifen oder sich eine andere Abendbeschäftigung suchen.
    Es wird nur das gesendet, was sich durchsetzt und womit kurzfristig Geld verdient werden kann.

  4. Caroline sagte:
    11. August 2011 um 12:36

    Naja…das letzte Model war nicht grade ein Griff in die Goldgrube…Das einzig interessante sind die Fotomotive und Ideen….

  5. vronerl sagte:
    23. August 2011 um 09:14

    Leute,
    ich frage mich sowieso schon die ganze Zeit, ob ich an einer Geschmacksverirrung leide oder all die anderen…. Für mich ist das sowieso alles eine gemachte und vorherbestimmt Show. Aber leider keine gute… Schade eigentlich, denn es geht auch anders.

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