Mike Schnoor
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Hintergrund: Deutsche Web 2.0 Services im Ausland

Social Media

Die Reaktionen sind oft gediegen. Man keifert sogar von Klonen oder Copycats, sobald ein deutsches StartUp oder Unternehmen aus dem Web 2.0 Segment sich international positionieren möchte. Die Devise lautet meist platt: Es wäre ja alles bereits in den USA erfunden, obwohl natürlich jedes Kind dank der Werbung weiß, dass es eigentlich die Schweizer mit dem Ricola Bonbon waren.

Martin Weigert veröffentlicht eine lange, aber dazu recht bescheidene Liste über die Reaktionen zu deutschen StartUps in international anerkannten Weblogs. Lang daran ist die Liste, welche 23 webzwonullige Anbieter aufführt. Bescheiden ist die Ausbeute an Artikeln, die auf internationaler Ebene den deutschen Unternehmen zugeordnet werden. Doch liegt das einfach nur an der denkweise? Ich persönliche finde es wichtig, sich nahe am User zu positionieren, den Werbern den Hof zu machen und mit dem Markt d’accord zu sein.

Sind es hierzulande der Spiegel, W&V, Horizont, FAZ, Handelsblatt und zahlreiche reichweitenstarke Publikumszeitungen und -zeitschriften, hört man von Übersee immer nur Techcrunch oder Mashable. Nur von denen kann man etwas nennenswertes erzählen, dass ein Bericht veröffentlicht wurde oder dass man bei Artikeln zu Europa oder Germany genannt wird. Doch egal was diese beiden hochfrequentierten Blogs so schreiben – es kommentiert selten jemand etwas konstruktives zu (ich nenne es mal) Unternehmenspräsentationen, sondern es herrscht der eingangs referierte Schandmaul Charakter.

Daher wage ich zu schreiben: Für ein junges, frischgebackenes StartUp ist es eine große Ehre in den ersten Wochen bei diesen Web 2.0 Verzeichnisblogs zu erscheinen. Das kann man nicht bestreiten, die Freude ist berechtigt und man darf gespannt sein, ob sich internationale Besucher auf der damit beworbenen Plattform vermehrt einfinden werden.

Doch wirkt sich das ähnlich auf ein Unternehmen aus, dass beispielsweise fünf Jahre am Markt ist? Für diese etablierten Unternehmen, vielleicht die mittlerweile „alten Hasen“, hat man schnell gemerkt, dass die Pressearbeit und die Marketingaufwendungen sich letztendlich auf einem vorurteilsfreien Markt in Deutschland, Europa oder in den USA besser auswirken als wenn es um einen Artikel auf Techcrunch (womöglich sogar gegen Bezahlung wie man munkelt) handelt, den zwar die Techies und webzwonulligen Vorreiter konsumieren, doch letztendlich kein echter User aus Deutschland sich um das englische Geschreibse kümmert. Man kann sich damit brüsten, gewiss auch daran erfreuen, doch irgendwann kommt der Punkt, wo man sich auf den Businessplan, die Unternehmenskennzahlen, die entsprechenden Erwartungen, die Userzahlen, die Budgets – ja eigentlich alles relevante konzentriert, was den Unternehmensalltag und schließlich den Erfolg auf lange Sicht hin ausmacht. Ob da nun Techcrunch oder Mashable dabei eine große Rolle spielen – ich zumindest glaube, dass man sich freuen kann, aber für die gesteckten Ziele sich eine solche Erwähnung eher in der Kategorie „nice to have“ auszeichnet.

Die Frage, die ich mir stelle, ist dabei recht einfach: Sorgen Techcrunch oder Mashable für einen nennenswerten Unternehmenserfolg? Falls jemand dazu direkt berichten kann, der sich vielleicht sogar in der akuten StartUp- bzw. Gründungsphase befindet, wäre dieser Einblick sehr hilfreich um diese international großen Blogs vielleicht doch konkret einzuordnen…

11. September 2007/von Mike Schnoor
Schlagworte: Marketing, Pressearbeit, Social Media, Startup, Unternehmen, Web 2.0, Weblog
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp Mike Schnoor2007-09-11 08:08:322007-09-11 08:08:32Hintergrund: Deutsche Web 2.0 Services im Ausland
4 Kommentare
  1. Daniela (XING) sagte:
    11. September 2007 um 08:46

    Bei aller Ehre, die Martin für die Erstellung der Liste verdient, sie ist zumindest für XING nicht vollständig. Das sehe ich mit einem Blick.

  2. Mike Schnoor sagte:
    11. September 2007 um 08:59

    Ich denke auch, dass viele Nennungen und Berichte untergegangen sind. Doch letztendlich ist es eine Frage nach der Zeit, die für das Zusammenstellen dieser Liste wichtig ist… :)

  3. Martin sagte:
    11. September 2007 um 09:17

    @ Mike

    Ich denke, dass eine Meldung auf TC und Mashable nicht automatisch für einen Unternehmenserfolg sorgt. ComBOTS ist da ein gutes Beispiel (TC-Nennung 2006 aber null Erfolg).

    Allerdings kann ein Review bei einem der „großen“ Blogs gut für die Motivation des Startups und dessen Mitarbeiter sein. Es ist gut für das Image und macht sich nett im Pressebereich einer noch jungen Seite. Und auch wenn der Effekt einer TC-Nennung in letzter Zeit gesunken sein mag, so suggeriert es dennoch manch einem interessierten User und Blogger Relevanz und zieht somit ggf. weitere Blogpostings an anderer Stelle nach sich.

    @ Daniela

    Wie eingangs in meinem Posting angemerkt, erhebt die Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Trackbacks & Pingbacks

  1. Basic Thinking Blog | Startups: von US Blogs verlinkt, was bringts? 4 Mrd USD! sagt:
    13. September 2007 um 12:50 Uhr

    […] ZweiNull.cc hat eine ausführliche Liste von deutschen Webstartups erstellt, die auf US Blogs wie Techcrunch, GigaOM und Mashable genannt wurde. Mike Schnoor hat auf seinem Blog nun gefragt, was das wirklich bringt. […]

Kommentare sind deaktiviert.

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Mike Schnoor ist Head of Marketing bei kernpunkt und arbeitet seit über 25 Jahren in der Digitalbranche. Dieses Blogarchiv bündelt ältere Beiträge zu Digitalisierung, Marketing, Kommunikation und Digitalwirtschaft. Aktuelle Inhalte erscheinen vor allem auf LinkedIn und im kernpunkt Magazin.

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