Die gruppendynamische Plattform Newsride.org hat sich nach wenigen Monaten wie von selbst verabschiedet. Wurde etwas aufgekauft, verkauft, überkauft, übernommen oder eingeheimst? Dazu schrieb ich, dass Nachrichten, Informationen und Wissen ein unverzichtbares Allgemeingut in unserer heutigen Gesellschaft sind. Mit der Gesellschaft gilt es ein Bedürfnis zu befriedigen – den Diskussionsbedarf. Ursprünglich sollte dieser bei Newsride gefördert und gefordert werden. Ergründen wir doch in diesen nächsten zwei Absätzen ein wenig, was sich theoretisch in einem Seitenarm des Web 2.0 Flusses so zu sich getragen haben könnte.

Newsride – nein, daraus wird wohl nichts mehr! Der damals per Impressum ausgewiesene Gründer, Arash Yalpani, ist laut seinem XING Profil ein Mitarbeiter beim StudiVZ. StudiVZ? Richtig, dieses Studiverzeichnis, was ja in der Vergangenheit von mir selbst und vielen anderen „Krawallbloggern“, aber auch mittlerweile von den traditionellen Medien sehr beherzt empfangen wurde. StudiVZ gehört über eine hier nicht näher zu erläuternde Verschwägerung zu einem kleinen Imperium, zu dem auch irgendwie (hier nicht näher erläuterbar und erwähnenswert) der Digg-Clone von Webnews.de gehört. Wer hat es schon gern, wenn Mitarbeiter kreativ werden, wenn man doch selbst das große Geld machen möchte? Ich hoffe doch nicht, dass es da irgendwelche Missverständnisse zwischen Investoren und dem Jung-Gründer von Newsride gab?

Also werden die Server von Newsride auf ewig ruhen, denn sie sind ja bestimmt schon seit ein paar Tagen (wenn nicht sogar Wochen) nicht mehr erreichbar – es gibt ja jetzt Webnews.de aus gleichem Hause. So stirbt ein Web 2.0 Startup von Mitarbeitern und Angestellten ganz schnell, wenn der Brötchengeber eine eigene Tochterfirma aufbaut – und die Konkurrenz im eigenen Hause dann doch lieber mit dem Schalldämpfer ausschaltet… fast so gut wie in einem Agentenfilm, aber nur fast. Eine E-Mail Benachrichtigung mit „Sorry, der Dienst wird eingestampft!“ bekam ich übrigens nie, was vielleicht diesen Blogeintrag erspart hätte, da sich das Thema Newsride ja von selbst ad acta gelegt hätte… ;)

Nachtrag: In Rauch und Wohlgefallen aufgelöst. Belassen wir es mit der Verschwörungstheorie dabei, denn wie Arash selbst im Kommentar unten schreibt, ist das Projekt einfach so versandet. Kann in den besten Familien mal passieren… :(

4 Kommentare
  1. Arash Yalpani sagte:

    Hallo Mike,

    Newsride ist schon kurz nach Start der Plattform „tot“ gewesen, wenn man’s so ausdrücken will. Die banale Begründung: absolute Erfolglosigkeit des Projektes, woraufhin ich nach etwa 4 Wochen Beobachtung keine Zeit mehr investieren wollte. Die Site steht seitdem trotzdem online. Da Newsride von niemandem (regelmäßig) genutzt wird, praktisch unbetreut. Ich schätze mal, aufgrund der etwas gewöhnungsbedürftigen Benutzerführung haben sich nur wenige dafür interessiert. Schade zwar, aber ich hatte immerhin einen Heidenspaß an der Entwicklung der Plattform!

    Das die Server *zur Zeit* nicht erreichbar sind, ist schnell erklärt: ich habe eine zum Monatsende terminierte, automatische DNS-Umschaltung verschlafen, ist mir vorgestern dann aufgefallen. Wenn ich am Wochenende mal Zeit und Lust haben sollte, schalte ich die Site auch wieder online. Dein Blogbeitrag hier treibt mir ja nun endlich die langersehnten Besucherströme zu ;)

    Beste Grüße nach Köln,
    Arash

    P.S.: übrigens eine nette Verschwörungstheorie, das mit Newsride und dem studiVZ
    P.P.S.: darf ich Dein mit Stop-Zeichen versehenes Newsride-Logo für eine Newsride-Pause-Seite verwenden?

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  1. […] Feb 3, 2007 in Media, Asides Mike Schnoor vom MikeSchnoor.com hatte gestern eine Verschwörungstheorie zum Verbleib des Web 2.0-Angebots Newsride angeboten. Keine zwei Stunden später wurde der illuminatische Impetus vom Macher von Newsride “Arash” (StudiVZ) Yalpani bereits dementiert. Einfach nur im Sande verlaufen hätte sich Newsride, weil die Benutzerführung den Ansprüchen der Nutzer wohl nicht entsprochen hätte. […]

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