Mike Schnoor
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Fernsehbelästigung zu Weihnachten

Medien

Grundsätzlich finde ich die Idee des Fernsehens gut. Das Medium schafft Arbeitsplätze, informiert und unterhält und sorgt auch schnell in so manchen Haushalten als Ersatz von Nannies.

Wenn ich jedoch die diesjährige Auswahl des Fernsehprogramms für den deutschsprachigen Zuschauer auf diversen Internet-TV-EPGs (Electronic Program Guides) betrachte, muss ich mit allem nötigen Respekt feststellen, dass zumindest für mich kein wirklich überzeugendes Format dabei ist. Es reihen sich zahlreiche Spielfilme aneinander, die schon seit etlichen Jahren als gerngesehene Wiederholung aus der Retorte geklont und dem Zuschauer präsentiert wurden. Falls man noch nicht die DVD oder den Film im Kinosaal betrachten konnte, bekommt man ihn jetzt zum Fest vor die Augen gedrückt.

Mal ganz abgesehen von den dabei wirklich miserablen Clipshows, die auf penetrante Art und Weise versuchen durch irgendwelche „Fun und Witzig Clips“ oder altbackene Videoaufzeichnungen der 90er Jahre die Herzen der Zuschauer zu begeistern, so erklimmt mich das Gefühl eines medialen Brechreizes.

Der finale geistige Todesstoß wird dann unvermittelt aufgesetzt, in dem sich betagte und beklagte Komödianten (oder Comedians) als Star-Ensemble der jeweiligen Fernsehsender mit aberwitzigen, und damit gleichzeitig traurigen versauten Perversionen der Geister dem Zuschauer in die Augenhöhlen brennen, falls es ihm nicht gelungen ist, rechtzeitig die Glotze auszuschalten oder einfach woanders hin zu zappen um diesem medialen Brechreiz entfliehen zu können. Weihnachten ist doch keine egozentrische Profilierung eines TV Senders. Doch leider frißt die Masse das, was ihnen vorgeworfen wird, oder sie stirbt sang- und klanglos in der Einsamkeit einer TV-Profilneurose angeregt durch die mannigfaltige Desillusionierung von so manchen Senderfamilien.

Wie schön es doch ist, dass man sich mittlerweile per Set-Top-Box oder Video on Demand so einiges selbst rauspicken kann und die Selektion vollständig und allein durchführen kann… oder halt lieber Kekse backen und essen! Es ist ja schließlich Weihnachten. ;)

25. Dezember 2006/von Mike Schnoor
Schlagworte: EPG, Fernsehen, Format, Medien, Senderfamilien, TV, TV, TV Sender, Video on Demand, Weihnachten, Weihnachtsfest, X Mas
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp Mike Schnoor2006-12-25 15:44:462006-12-25 15:44:46Fernsehbelästigung zu Weihnachten
6 Kommentare
  1. Johannes sagte:
    25. Dezember 2006 um 17:19

    Nun hat er seine Freundin über Weihnachten da, und macht sich Gedanken übers TV *zwinkernd den Kopf schüttelt*

  2. Mike Schnoor sagte:
    25. Dezember 2006 um 18:03

    Leider hat meine Freundin einige kleine Probleme über Weihnachten, so dass ich sie mit Tee und Gemüsebrühe pflegen muss… da macht man sich schon so den einen oder anderen Gedanken zu dem einen oder anderen Themenbereich! ;) Frohe Weihnachten!!!

  3. Nur mal so sagte:
    25. Dezember 2006 um 19:36

    Immerhin gibt’s „Die harder“, wenigstens ein Weihnachtsritual im TV…ansonsten mußte ich mit Schrecken feststellen, dass einige Klassiker nicht in diesem Jahr gesendet wurden, unglaublich !! Auch wenn ich kaum Zewit habe zum Gucken vor lauter Familien- und Freundetreffen…..Gute Besserung an Kat !

  4. Johannes sagte:
    25. Dezember 2006 um 19:40

    Von mir auch gute Besserung und besinnliche Restfeiertage

  5. Andreas sagte:
    25. Dezember 2006 um 21:02

    Das „Broadcast-Fernsehen“, bei dem der Zuschauer das konsumieren muss, was einem in dem Moment gerade vom Sender vorgesetzt wird, ist ein Auslaufmodell, dem besonders die jüngeren und besser gebildeten Zuschauerschichten immer mehr weglaufen.

    Anscheinend versuchen die Sender sich diesem Trend frühzeitig anzupassen, oder ihn sogar noch weiter zu beschleunigen, in dem sie sich jetzt schon mit ihrer Programmauswahl auf ihre zukünftige Zielgruppe fokussieren.

    Gute Besserung und fernsehfreie Restweihnachten.

  6. Boris sagte:
    26. Dezember 2006 um 09:59

    Immer daran denken:

    Fernsehsender senden genau das Programm, das SIE senden WOLLEN. Sie behaupten nur, DAS zu senden, was DIE ZUSCHAUER sehen wollen.

    Das, was die Zuschauer sehen wollen, steht bestenfalls zufällig im Einklang mit dem, was sie bevorzugt einschalten.

    Man schiebt die Schuld sonst allzu leicht auf die Zuschauer…

    Ansonsten legt man am besten die DVD mit dem Top-Film ein, der gerade in schlechter Qualität als Werbeblockunterbrechung gesendet wird. Da macht das Filmegucken gleicht mehr Spaß.

    Und noch einen weiteren schönen Feiertag…

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Mike Schnoor ist Head of Marketing bei kernpunkt und arbeitet seit über 25 Jahren in der Digitalbranche. Dieses Blogarchiv bündelt ältere Beiträge zu Digitalisierung, Marketing, Kommunikation und Digitalwirtschaft. Aktuelle Inhalte erscheinen vor allem auf LinkedIn und im kernpunkt Magazin.

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