„Wer ist hier der Chef? Ich!“ – egomanisch berieselte Antworten in solcher Form sind durchaus gängig in diversen Unternehmen. Was sich laut turi2 ein gewisser Marc Zuckerberg in einem aktuellen FAZ-Interview mit der Aussage „Ich“ auf die Frage nach dem Chef des Social Networks leistet, sehe ich weitaus kritischer an, als wenn sich ein Kleinunternehmer in der Form über seinen Fünf-Mann-Betrieb äußert.

Wie jedes Unternehmen braucht Facebook einen Chef, der als Lichtgestalt das Unternehmen nach außen hin symbolisiert und seine Interessen vertritt. Doch solche plakativen Aussagen sind doch eher peinlich für eine Company, die in erster Linie auf dem reinen User-Generated-Content sein Geschäft aufbaut. Zwar ist Zuckerberg der Gründer und letztendlich Unternehmenschef, aber wenn er mit seinem Cowboy-Getue (Achtung! Imageprobleme der USA verleiten zu dieser Bezeichnung!) solche formidablen Aussagen trifft, tut es mir um die anderen Mitarbeiter leid. Schließlich braucht ein Chef seine Wasserträger, die das gesamte System, auf dem Facebook basiert, auch tragen und in jedem Detail kennen. Der Erfolg hat wirklich seinen Preis – das Ego wird intensiv gebürstet. Oder sehe ich das ein wenig zu kritisch?

5 Kommentare
  1. ring2 sagte:

    das ist umso entlarvender, als die antesprochene Dame von Google kommt und immer mehr es nach außen erscheint, dass mz die kontrolle nach innen verliert. Die Frage war eine gute. Wieviel die Antwort wert ist?

  2. dfusion sagte:

    Das siehst Du keineswegs zu kritisch, denn seine Aussage bestätigt nur die hochmütigen Auftritte an diversen Universitäten.
    Der Facebook Vorstand – Herr Zuckerberg – schwebt momentan wohl auf Wolke 42 gen Medienhimmel und sieht den Boden vor lauter Wolken nicht mehr. Sich in der Fragestellung als Chef und nicht als Vorstand zu betiteln ist sehr hochmütig :o/

    Was mir auch sehr sauer aufstößt ist, wie du schon angemerkt hast, die Egomanie dieses Herren in Hinblick auf das Unternehmen. Bisher konnte man nicht ein Lobeswort über die Leute hinter Facebook vernehmen.

    Ich denke es dauert nicht mehr lange, bis die Entwicklerspitzen wieder zu anderen Unternehmen wechseln, oder gar eigene gründen. War bei solchen Plattformen doch bisher immer so.

  3. Matias sagte:

    Du siehst es zu kritisch. Bzw. aus der falschen Perspektive.
    Die gleiche Frage wurde auch in Berlin bei seinem (langweiligen) Live-Auftritt vor Studenten (und Bloggern) gestellt.
    Und es ging dabei weniger darum zu fragen „Wer ist hier der Boss“, sondern wer entscheidet in der Firma? Wem gehört sie eigentlich?
    Und er antwortet halt immer klar und deutlich „Its me!“
    Will sagen: Facebook ist nicht fremdgesteuert durch die Investoren, sondern Mark Zuckerberg und sein Team halten die Fäden in den Händen.
    Das die PR-Botschaft dabei nach draußen. Aber das kommt so gekünstelt herüber, das ich es zumindest nicht geglaubt habe. Null Glaubwürdigkeit wurde transportiert.

  4. Mike Schnoor sagte:

    @Matias – Ich befürchte, dass eventuell diese gekünzelte „Ich-PR“ hier in Deutschland kein positives Signal ist. In den USA vielleicht. Hier aber nicht. :)

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