Wir sitzen zur Zeit im dritten und wohl meistbesuchtesten Panel auf der re:publica 2007. Johnny Haeuslerleitet die Diskussionsrunde „Brauchen wir eine Blog-Etikette?Wieviel Verantwortung braucht die Freiheit?“ ein. Zu Gast sind Stefan Niggemeier, Prof. Dr. Rainer Kuhlen und Don Dahlmann.

16:53 Uhr
Oliver Gassner steigt ein und fragt offen, wer hier im Saal die Verantwortung für die Kommentare in den jeweiligen Weblogs übernehmen möchte — und keiner meldet sich oder steht auf. Strike!

16:52 Uhr
Wichtig ist laut Podiumsteilnehmer, dass O’Reilly das Thema angesprochen hat – und kein Deutscher, sonst würden ja wieder auf internationaler Blogosphären-Ebene die bösen Stimmen laut.

16:50 Uhr
Die Diskussion erreicht das Publikum… nun wird es spannend, aber ob das nun blogbar ist?

16:48 Uhr
Niggemeier möchte über Don Alphonso sprechen… wobei in jenem Blog manchmal die allgemeinen Regeln durch den Blogautor zu gewissen Zeiten ausgeblendet werden. Ich persönlich gestehe, dass ich immer noch das Hausrecht hier habe – mein Blog, mein Königreich. Warum auch nicht! Don Alphonso hat den Weg gefunden, mit einem Bein aus dem üblichen Tamtam herauszutreten. Und ganz nebenbei wird es im allgemeinen für schade empfunden, dass er nicht auf der re:publica anwesend ist.

16:45 Uhr
Niggemeier antwortet, dass die Gesetze der Gesellschaft auch im Internet gelten. Man hat zwar manchmal Schwierigkeiten damit, die Regeln zu verfolgen, aber sie existiern. Dahlman fügt bei, dass man auch in keinem rechtsfreien Raum lebt. Die Blogregeln haben sich seit den Beginnen in 2001 auch eigenständig aufgebaut – beispielsweise gibt man heute Quellen an, was früher nicht geschah.

16:44 Uhr
Johnny betont, dass er persönlich an die Zusammenstellung eines Regelwerkes nicht glaubt. Tatsache ist jedoch, dass in Gemeinschaften immer gewisse Regelwerke aufgestellt wurden. Warum fällt es uns so schwer?

16:41 Uhr
Dahlmann gibt bekannt, dass nach der Opel-Story im vergangenen Jahr eines geholfen hat: Man muss ein dickes Fell bekommen. Wenn man das Internet hat, das alles darf, dann darf das Internet auch alles bei Dir machen. Stimmt.

16:30 Uhr
Haeusler meint, dass man sich hier am Panel-Tisch darauf einigen kann, dass es ein Regelwerk gibt, dass hier alle unterschreiben sollten. Niggemeier hält dagegen, dass es Netzwerke von Blogs gibt, die gewisse Standards erreichen wollen um die Partizipation im Netzwerk aufrecht zu erhalten – jedoch nicht als Etikette aber als zweckgebundene Gruppenbindung.

'Panel zur Blogger-Etikette' von Sichelputzer

16:27 Uhr
Niggemeier erklärt, dass Regeln existieren, aber man sich nicht direkt daran halten muss. Beispiel: Man durchwühlt bei jemandem zu Hause nicht einfach die Schränke, weil man es nicht tut. Es ist kein wirksames Gesetz, aber es ist ein ungeschriebenes Gesetz, welches zwar sofort bei einem innerlich greift, jedoch nicht bindend gültig ist.

16:24 Uhr
Kuhlen erklärt, dass Bloggertexte in der Regel oder vielleicht immer pragmatische Texte sind. Das soll ein riesen Problem sein – woher man bei einer unbekannten anonymen Leserschaft die Interpretation und Rezeption verstehen und steuern kann. Das Problem sei die Anonymität des Rezipienten und nicht des Produzenten eines Blogbeitrages zu sein.

16:21 Uhr
Dahlman sagt, dass Blogs nicht groß geworden sind, weil jemand Regeln aufgestellt hat, sondern weil es keine Regeln gab, und stimmt mit O’Reilly nicht überein.

16:20 Uhr
Kuhlen spricht von Saktionsmaßnahmen mit Beispiel China. Irritierende Äußerungen.

16:15 Uhr
Nun ist mein Rechner zwei Mal aus dem WLAN rausgeschmissen und ein Teil dieses Blogposts wurde ab in das Nirvana gefressen. Auch Oliver Gassner hat Probleme mit seinem Organizer, so dass ich mir ernsthaft Gedanken um die Stabilität des Netzes mache.

16:10 Uhr
Die Diskussion beginnt, im Prinzip kann man nicht direkt das Bloggen, was hier gesagt wird – zu viele Meinungen und Theorie als dass es in eine einfache kurze Textform gefasst werden kann.

16:05 Uhr
Privatsphäre Dritter, Quellen und Urheber respektieren, den echten Namen verwenden, freundlich zu bleiben, Gäste wie Gäste behandeln und sich korrigieren zu lassen – das sind Haeusler’s Vorsätze von 2005. Grundlage dieses Panels ist ebenfalls die jüngste Äußerung von Tim O’Reilly über den Blogger Kodex.

7 Kommentare
  1. Thomas Gigold sagte:

    Natürlich will niemand die Verantwortung für die Kommentare in seinem Weblog übernehmen, aber er tut doch genau das, bis er evt. aufgefordert wird sie zu entfernen …

  2. Boris sagte:

    Wir sollten nicht zu laut und zu öffentlich über so etwas diskutieren, sonst kommen die Demonteure unseres demokratischen Gemeinwesen (wie z.B. BIM Schäuble) noch auf die Idee, dass in Blogs offen sichtbar eine Personalausweiskopie des Autors wie jedes Kommentators in Originalgröße abgebildet und zusätzlich jedes Blog beim BKA persönlich angemeldet werden muss.

    Ansonsten brauche ich auch keinen Kodex, zumal ich mindestens einem Punkt von O’Reillys Vorschlägen definitiv nicht zustimme (dem nicht erwünschten anonymen Kommentieren).

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Eine total überflüssige wiederholte Diskussionswelle schwappt mal wieder durch Bloggersdorf: Soll es Regeln oder gar eine Etikette für Blogs geben? Dabei diskutiert die klugscheissende Blogger-Elite über den Sinn von Höflichkeitsformen, Kommentaren und Freiheiten eines Bloggers. Siehe auch Mikes Beitrag… Da wird auch noch drüber gefachsimpelt, was Blogbetreiber von gewöhnlichen Websitebetreibern abgrenzt/unterscheidet… Gibt es gar bald ein 2-Klassen-Bloggersystem? (ich meine nicht die berüchtigte A, B, C-Abstufung) […]

  2. […] Wo ich gerade dabei bin, bei Mike habe ich etwas Interessantes gelesen: Oliver steigt ein und fragt offen, wer hier im Saal die Verantwortung für die Kommentare in den jeweiligen Weblogs übernehmen möchte.1 Ähm, ich möchte Euch da in Berlin ja nicht die Illusion nehmen, aber auch diese Verantwortung gehört – zumindest (rechtlich) in unserem Land – zum Bloggen dazu. Es muss mir beileibe nicht gefallen – doch wenn man schon immer schreit, auch und gerade auf dem belanglosesten A-Blog, wir sind ernst zu nehmen, dann muss man sich dieser Verantwortung als Publizist stellen, da gibt es gar kein vertun. Wer da Zensur schreit, hat dann eh die Welt nicht verstanden – wer sich in meinem Wohnzimmer danebenbenimmt, fliegt auch, ganz klare Sache. Ja, ich wäre aufgestanden. [↩] […]

  3. […] Gigold | Blogwelt |   Lesezeichen hinzufügen bei… del.icio.us Mr. Wong Yigg Webnews Digg   Kommentarverfassen […]

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