In den Zeiten der Informations- und Wissensgesellschaft ist es unabdingbar, sich schnell und effizient mit Informationen zu versorgen. Ebenfalls möchte man gelegentlich auf einer Welle mitreiten – beispielsweise durch Mundpropaganda. Ich sehe etwas und empfehle es meinen Freunden, weil ich als Person von dem Thema begeistert bin. Niemand wird jemals dieses Empfehlungsmarketing mit seinem gekoppelten Netzwerkeffekt in eine bestimmte Richtung lenken können, zumal sich die Empfehlungen in sowohl positiven als auch negativen Äußerungen darstellen können.

Word of Mouth
Die klassische Mundpropaganda gelingt immer im Freundes- und Bekanntenkreis. Speziell für das Web 2.0 gelten jedoch andere Grundlagen und Regeln, die sich durchaus drastischer auswirken können. Mundpropaganda funktioniert bei beispielsweise Weblogs auch nur dadurch, wenn man sich konstruktiv an Diskussionen beteiligt oder durch ein Thema aus der Masse hervorsticht. Wer nichts zu sagen hat, braucht nicht um den heißen Brei reden. Wer nicht zumindest einen (etwas) fundierten Background für seine Thesen hat, wird sie nicht schreiben. Anklagen kann man immer, die Behauptungen müssen jedoch belegbar sein.

Doch wie bei der klassischen Mundpropaganda muss ich im Web 2.0 von etwas begeistert sein, damit ich mit anderen mich über das Thema austausche – oder entsprechend schockiert von etwas sein und schnellstmöglich vielen Menschen vor dem Thema warne. Innerhalb von Kommentaren und Trackbacks ist so etwas auch möglich. Über das Thema Monrose habe ich entsprechenden Spam erhalten und versuche trotz entsprechender Abschreckungsmaßnahmen immer noch ein offener Mensch zu sein und mit den betroffenen Personen in einen Dialog zu gehen. Viele Menschen sehen es durchaus zu Recht anders. Mein Blog, mein Web 2.0, meins. Das Feingefühl und Taktgefühl gelten aber jederzeit, wenn man sich zu einem Thema über die Kommunikationsmittel des Web 2.0 äußern möchte – das Schreiben, Aufnehmen und Veröffentlichen von Informationen ist sehr einfach geworden. Die nachwirkenden Effekte sind sofort spürbar und beeinflussen eine Person oder ein Unternehmen in jedem Moment nach entsprechender Veröffentlichung.

Unkontrollierbare Ergebnisse
Was in dem Fall passiert, wenn jemand von der Blogosphäre unhaltbar und unnahbar zerrissen wird, haben wir schon mit dem StudiVZ in den vergangenen Wochen, ja in den letzten zwei Monaten erlebt. Keine Reaktion auf anfängliche offensichtliche Probleme, gefolgt von Kommunikationshemmnissen und letztendlich den Zustand des freien Falls (oder Kollerns) wird erstklassig durch einen sich aufbauenden Moloch von Bloggern verursacht. Menschen machen Themen, zu denen auch ich in einem gewissen Teil beigesteuert habe. Ich finde es beachtlich, in wieweit man dabei die Grenzen zwischen Unternehmen und einzelnen Menschen ineinander verwischen lässt. Wie sehen meine Leser dieses spannende Thema?

Es ist kein Einzelfall mehr, dass man sich der Öffentlichkeit so direkt und intensiv mit jedwedem Thema auseinander setzt. Und nur bei Nicht-Handeln sind die Ergebnisse für den Betroffenen ernüchternd oder vernichtend. Amüsant daran ist, dass sich letztendlich alles in einem positiven Effekt aus zahlt: Der jeweilige Pagerank und Traffic einer Webseite (bei sowohl positiven als auch negativen Berichterstattungen) wird gesteigert. Das ist immerhin etwas, was mit dem Web 2.0 funktioniert. Doch Kontrolle über diese neue Kommunikation wird es hier keine geben – und wenn, wird man sich gegen diese wie ein wildes Tier aufbäumen.

5 Kommentare
  1. Mike Schnoor sagte:

    Ich verstehe diesen Kommentar jetzt nicht auf Anhieb, aber ich versuche mal mein bestes zu dieser späten Stunde…

    Thema A Monrose-Spamming: Kommentarspam sollte laut des Verursachers heute (zu dem aktuellen Thema Popstars) wie Mundpropaganda aufgefasst werden. Die Idee der Empfehlung schlug fehl, weil „Hier klicken, geile Seite mit dem Mädels von Monrose“ ein Spam und keine Mundpropaganda ist.

    Thema B Kollerkommunikation von StudiVZ: Mangel an Kommunikation seitens der Verantwortlichen bringt das Unternehmen und die Personen dahinter in die Zwickmühle… und StudiVZ sollte mittlerweile ein Begriff für jeden sein.

    Ergo – Kommunikation 2.0 wird nicht kontrollierbar sein sondern völlig unberechenbar – ganz genau wie unsere Kommentare jetzt.

  2. Paul Buchhorn sagte:

    von StudiVZ habe ich erst vor kurzem etwas mitbekommen. So wirklich bin ich nicht von denen begeistern. Die Kommunikation ist zu jeder Zeit zu kontrollieren. Man sollte nur wissen, wie und wann über was und wo…

  3. Mike Schnoor sagte:

    Seitens des Unternehmens sollte dies stattfinden, doch wie genau stellst Du dir es mit der Kontrolle der Kommunikation vor, wenn jetzt ein Blogger über etwas schreibt und sich daraus ein mehr oder minder großer Skandal entwickelt? Die bisherigen Berichte waren ja nicht gerade rosig für das StudiVZ.

  4. Paul Buchhorn sagte:

    wie viele leute haben schon die „macht“ etwas anzuzutteln? das sollte man sich vor augen halten. der fluss im netz ist dem fluss der gesellschaft fast identisch. alle denken das gleiche aber keiner will sich zu einer stimmer verbünden

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