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Das neue Jahr naht unaufhaltsam und man kann sich in diversen Artikeln und Sendungen in verschiedensten Jahresrückblicken verlieren – oder sich durch egomanische Erfolgsmeldungen einzelner Personen und ihrer Arbeit die deutsche Blogkultur im einzelnen veranschaulichen. Jeder hat etwas zu sagen, jeder will etwas sagen, doch nicht jeder kann etwas sagen. Sagen wir es so: Ich mache das jetzt mal auch und blicke zurück…

Dieses Blog
Es hat sich viel verändert in den vier Jahren, in denen ich mich mehr denn je mit dem Bloggen beschäftigt habe. Nach diversen Versuchen mit verschiedensten thematische uneindeutigen Webseiten konnte ich es endlich 2003 zu einem mehr oder minder stabilen HTML-CMS bringen, ein bis zwei Bloghoster später ersetzte ich alles irgendwann durch ein einmalig installiertes WordPress – das Bloggen startete durch. Für dieses Jahr 2007 hatte ich mir wahrhaft Großes vorgenommen und wollte eigentlich dieses Blog gänzlich aufpeppen, doch ich kam einfach nicht in die Gänge um mehrere Tage durchgehend mich mit einem neuen Layout, dem passenden Theme und der Restrukturierung von allem zu beschäftigen. Auch sollte mehr Inhalt geboten werden, aber zum Herbst kam alles ins Stocken in der Lustflaute des Bloggerdaseins.

Gleichzeitig erklomm dieses Blog in einem kleinen Höhenflug die deutschen Topcharts bis hin zu den Top 50, bevor ein großer Fall das Blog ins bodenlose Nirvana der medialen Fivolitäten stürzte. Egal, das kommt vor, das passiert – mir solls recht sein. Ich wußte eh nicht woher für die Technorati-Authority-Rankings diese ganzen Verlinkungen zu meinem Blog überhaupt her führten. Ein Grund für den Absturz mag in einem individualisierten Leseverhalten liegen, ein anderer liegt meiner Meinung nach definitiv in dem sich durchaus anders aufgesetzten Schreibstil, der sich hier wie ein Faden durch das Blog zog. Mehr Nachrichten, mehr von meinem eigenen Senf zu diesen Nachrichten – vielleicht war das nicht der Bringer zur Superverlinkung in anderen Blogs oder bei Rivva und Konsorten.

Persönliches
Doch dem zum Trotz gab es für unsere kleine Familie mehr schöne Momente denn je. Wir haben geheiratet und unsere Tochter wird in wenigen Tagen das Licht der Welt erblicken. Was will man denn bitte mehr? Wen interessiert dann noch ob man ein Topblogger ist, oder ob man in irgendwelchen Listen vertreten sein darf? Wir bloggen doch in erster Linie alle für uns selbst – und nur zweitrangig für andere Menschen, geschweige denn für Ruhm und Ehre. Bloggen will eine Herausforderung an einen Autoren sein. Wir lieben Herausforderungen, die es in sich haben und nicht immer nur lapidare Illusionen einer Selbstbeweihräucherung darstellen. Ein guter Vorsatz für 2008 lautet daher für mich: Mehr Leben und Intensität in die Blogbeiträge bringen, damit jedes Thema den Lesern und auch mir selbst gefällt.

Letztendlich tat die kleine Auszeit über Weihnachten wirklich gut. Das Internet nahezu abgestellt und bis auf die minimalen Anforderungen reduziert. Als baldige Eltern wird das Internet wohl eine noch geringere Rolle im Leben spielen als je zuvor – vielen Dank an dieser Stelle für die Glückwünsche für unsere Zukunft. Wir werden wohl erst in einigen Tagen wieder richtig in den Alltagstrott kommen, denn am 03. Januar 2008 soll Stichtag sein… und das sind noch knappe fünf Tage Bangen, Hoffen und Warten für unsere kleine größerwerdende Familie. So schön kann man halt auf alles zurückblicken, wenn man nur will. Mich interessieren keine Zahlen über die meistkommentierten Blogeinträge, die besten Rankings bei Google oder in den besagten Blogcharts mehr. Macht doch euer Ding wie ihr es wollt – ich freue mich mittlerweile für jeden, der ohne auf Kosten anderer einen Erfolg vermelden kann.

Soziales
Deutschland sollte daher endlich Gas geben und mehr dem Web 2.0, den Social Communities und Social Networks, den Bloggern und Medienmenschen vertrauen. In einer Gesellschaft ist das Vertrauen ein wichtiges Gut – was man von Politik und den Medien in Punkto Internet und Web 2.0 hört, liest und sieht begeistert jedoch nicht die Massen, sondern es wird mit Kanonen geschossen in der Hoffnung, sich einen Namen mit Gesetzen, Idealen oder Machtdemonstration zu machen. Leider wird die Politik von alten Menschen gemacht, die dem Neuen selten offen gegenüberstehen. Das mehrheitliche Wählerklientel ist nur deren einzige Zielgruppe, die es zu beschäftigen und zu besänftigen gilt. Ich bin auf die aktuelle Rechtsprechung und Gesetzeslage nicht wirklich gut zu sprechen, aber wer ist das schon in Zeiten von aufkeimender Überwachung, pauschaler Kriminalisierung und übermächtiger Bestrafung von unschuldigen Bürgern? Verdächtig sind nur diejenigen, die sich auf alles einlassen ohne mit der Wimper zu zucken.

Für meinen Geschmack ist das einfach zu viel. Dann lieber gleich die Grenzen mit Zäunen hochziehen, alte Mauern aufbauen und den Stacheldraht nicht vergessen und den Schalter für das Internet ausstellen. Der Bürger braucht sich eh nicht selbst zu informieren, zu recherchieren und zu selektieren.

Webzwonulliges
Meiner Meinung nach sind Social Communities nur bedingt Social Networks – und natürlich ist ein Social Network nur bedingt eine Social Community. Ich wünsche mir das vollkommen personalisierbare, individualisierbare, globale und mediale Social Community Network. Das Überding von Facebook mit seinen Applikationen und von Google’s Open Social. Alles neu. Alles besser. Alte Sachen ablegen, einfach neu machen.

Außerdem wünsche ich mir losgelöste webzwonullige Services, die ähnlich der vielgerühmten Müsliproduktion einfach für mich als User alles zu kostengünstigen Preisen und Konditionen erstellen und liefern bzw. als Dienstleistung anbieten. Wie das funktioniert, möchte ich aber nicht ausführen – die Idee alleine wäre ja cool genug.

Der ultimative Ausblick
Wir werden in 2008 bald angekommen sein. Auch dieses Blog wird in 2008 weiter mitspielen – vielleicht nur etwas anders als vorher. Veränderungen sind halt gut und bedingt durch alle oben angeführten Punkte und einige weitere Sachen, die ich hier lieber nicht aufschreiben möchte… Vielen Dank für die tolle Zeit – let’s rock in 2008!

Gestern Abend konnten bis über 100 Zuschauer die Live-Übertragung von Thomas Knüwer, Franziska Bluhm und Daniel Fiene mitverfolgen und durch die Höhen und Tiefen der Sendungen mitfiebern. Neben den üblichen Pannen wie „kein Ton“, „Bildstörung“ und „Rückkopplungseffekte“ zeichnete sich ab, dass eine Abstimmung im Zeitalter des Web 2.0 durch die direkte Auszählung der stimmberechtigten Chatteilnehmer ein wunderschönes Prozedere darstellt. Ach was solls – das hat Spaß gemacht, besonders bei Äußerungen über [deleted] Inhalte. Den „Goldenen Blogger 2007“ haben gewonnen:

  • Lebenswerk: Johnny Haeusler
  • Newcomer: Matthias Matussek
  • Bloggerliebling: Kaffee
  • Hassthema: sueddeutsche.de
  • Blogspielzeug: twitter
  • Bloggermusik: Nelly Furtado
  • Inhaltelieferant: Wolfgang Schäuble
  • Eintrag des Jahres: Normanemailer über den Welt-Newsroom
  • Live-Internetsendung des Jahres: Blogger 2007
  • Ehrenblogger für den besten Krakau-Korrespondent einer Live-Internetsendung: Sascha Lobo
  • Blogger des Jahres: Stefan Niggemeier

Einige Male konnte ich mich auf die Ergebnisse nicht einigen, aber im Groben und Ganzen freue ich mich auf mehr davon. Ja, ich freue mich schon jetzt auf das nächste Mal im kommenden Jahr! :)

Es ist eiskalt in der Außenwelt. Im muckelig warmen Zuhause und im gut beheiztem Büro kann Mensch sich wohl fühlen. Doch draußen kann nur der lange Mantel, Handschuhe, Mütze und ein langer Schal dabei helfen die klirrende Kälte zu ertragen. Es wird Winter – doch wo ist der Schnee? Zumindest hier im beschaulichen Köln findet sich eher wenig davon. Auch die Medienwelt ist dabei sich zu überschlagen.

Ein Jahresrückblick folgt dem anderen. In Kreisen der bunten Prominenten, der weltpolitischen Nachrichten und auch in Kleinbloggersdorf wird auf die Vergangenheit geblickt. Schön und gut. Man merkt dabei, dass zum Jahreswechsel den Menschen recht wenig Neues einfällt. Kreativität und Innovation ist selten ein Bestandteil der wintermüden Gemüter, die sich in der analogen und in der digitalisierten Umgebung aufhalten. Weihnachststress statt Weihnachtsfeiern wechselt sich mit einer Endzeitstimmung zum Anbeginn des neuen Jahres oder einer von Kopfschmerz geprägten Phase zu Neujahr beschaulich ab.

In dieser Zeit kehre auch ich vermehrt dem Internet den Rücken zu, zumal unsere kleine Familie in wenigen Wochen zum Stichtag des 03. Januar 2008 den Nachwuchs erwartet. Falls man hier nichts von uns hört – wir könnten im Urlaub, in den Feiertagen oder einfach im Krankenhaus zur Geburt verweilen! :)

Bewaffnet mit Sekt, Chips, Becherchen, Feuerzeugen, Taschentüchern und einer großen Tüte mit Knallerei machen wir uns in wenigen Minuten auf den Weg zu den Rheinbrücken. Wer mag, darf gerne zu uns stoßen – die bekannten gruppendynamischen Mobilnummern sind wohl noch bis kurz vor Mitternacht erreichbar. ;) ALLES GUTE UND EIN FROHES NEUES JAHR 2007 – auch mit Link!

Wir wünschen allen unseren Freunden und Bekannten sowie unseren treuen Lesern und Leserinnen ein glückliche Neues Jahr 2007! Prost! Möge es für uns alle ein friedvolles Jahr werden! Guten Rutsch!

Und was man so alles beim rumsurfen so findet – hier einige Silvestergrüße per Video!