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Der neu eingeführte Programmblock „Neun TV“ sollte ab dem 02. Januar an Wochentagen von 17.45 bis 19.45 Uhr für ein wenig Normalität auf der Sendefrequenz des Quizshow- und Ratesenders „9Live“ bringen. Doch daraus wird vielleicht nichts, wenn man sich die aktuellen Quoten vor Augen hält. Von einem Schwächeln kann man schon gar nicht mehr reden, denn Neun TV wollte wohl kaum jemand wirklich einschalten. Nur durchschnittlich magere 30.000 – 40.000 Zuschauer gönnten sich den „Frauen-Content“ der Telenovelas auf Neun TV sowie das einleitende Magazin. Ich wage zu glauben, dass man in der Sendezeit durchaus höhere Erlöse mit Quizshows fahren kann, als es hier eine Werberefinanzierung ermöglichen wird.

Anstatt sich auf reines Call-In-TV zu spezialisieren, besinnt man sich innerhalb der ProSiebenSat.1-Familie wieder auf die Wurzeln des Privatfernsehens: Echte Werbung auf 9Live. Am morgigen Mittwoch startet der damit sehr ehrgeizige Strukturwandel für den bekannten Ratesender 9Live. In der Eigenwerbung der Senderfamilie machte sich der Name „Neun TV“ schnell als eigener Sender bekannt, der sich auf der Frequenz von 9Live breit machen würde. Doch dem ist nicht so, der neue Sender entpuppt sich als kleiner Programmblock.

Mit „Neun TV“ sollen in der Zeit von 17.45 bis 19.45 Uhr an Wochentagen klassische Werbeerlöse mit zum Teil sehr bekannten Inhalten erzielt werden. Der neue Programmblock beinhaltet ein eigenes Magazin „Neun TV extra“, als Wiederholung die Sat.1-Telenovela „Verliebt in Berlin“ sowie die Ausstrahlung der argentinischen Telenovela „Juanita ist Single“. Damit wird die Zielgruppe der Frauen erneut erschlossen, wie in der Zeit von tm3 als Vorgänger von 9Live angestrebt wurde. Doch altbewährte Formate bringen nicht unbedingt immer den Erfolg, den man bekanntlich erzielen möchte.

Die Webseite von 9Live kündigt scheinbar den neuen Sendeblock mit keinem Wort an. Ob der Start von „Neun TV“ über die Feiertage an die Webmaster gebracht wurde oder ob die Nachricht vielleicht noch nicht in die Live-Studios durchgerungen ist, lässt sich nur spekulieren… man darf also gespannt sein, ob sich „Neun TV“ zu einer Quotensau entwickelt oder doch nur auf Kanal 34 des heimischen Ferhsehers tummeln wird… :)

Mit Wirkung zum 01. April 2008 tritt Christiane zu Salm in die neu geschaffene Position „Cross Media“ im Vorstand der Hubert Burda Media ein.

Insbesondere die Bereiche Internet-TV, Handy-TV und crossmediale Formate stehen unter ihrer Verantwortung. In der Zeit von 1998 bis 2001 war die 41-jährige Medienunternehmerin und -managerin als Geschäftsführerin von MTV Central Europe tätig sowie von 2001 bis 2005 Geschäftsführerin und Anteilseignerin des Privatsenders tm3, den sie in 9Live umgründete.

Vor allem die langjährige Erfahrung im Fernsehgeschäft wird meiner Meinung nach das Münchner Verlagshaus auf dem bisherigen Kurs in dem traditionellen Mediengeschäft sowie in den multimedialen Geschäftsfeldern mehr als nur unterstützen. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Handy-TV als eines der Aufgabenfelder von Frau zu Salm entwickeln wird. In der Vergangenheit konnte der Grundstein für einen möglichen Erfolg bereits durch die Schaffung des Mobile-TV-Unternehmens „Mobile 3.0“ als Joint-Venture mit der Verlagsgruppe Holtzbrinck gelegt werden.

Eine sehr gut gemachte Reportage über die uns allen bekannte „Abzocke im Fernsehen“. Auch über den Aktivismus von Stefan Niggemeier wird entsprechend berichtet. Für das Wochenende ohne den Glotzenkonsum finde ich diese Ausgabe von blogmedienTV daher absolut sehenswert!


Link: sevenload.com

Die weiteren Themen dieser Ausgabe sind neben den Tricks der Hütchenspieler bei 9Live und Co.: Wie Werbebotschaften in Radiobeiträge gelangen und die ungewöhnlichen Recherchen eines Dortmunder Radioreporters… na bitte!

Sehr schade finde ich jedoch, dass blogmedienTV in Zukunft nur noch ein monatliches Magazin sein soll. Gerade die Aktualität einer über das Internet gestreuten Sendung wie blogmedienTV überzeugte mich von den Themen. Ein monatliches Magazin gerät mitunter in die Vergessenheit in unserer schnellebigen von RSS geprägten Zeit. Die für mich maximal akzeptierende Zeit zur Überbrückung einer Wartepause stellt sich meist auf eine Woche ein – andere Sendungen gewinnen dann an Relevanz… ich hoffe, dass blogmedienTV dennoch einmal in der Woche ausgestrahlt wird. Macht was draus!