Sobald ich mich mit Menschen unterhalte, die eher wenig mit Social Media zu tun haben, vielleicht noch ihr XING oder Facebook-Profil pflegen, kommt immer mal ein Batzen an Fragen auf: Warum bloggst Du? Warum nutzt Du Twitter? Was soll jetzt Foursquare? Reicht es nicht langsam? Meine Antwort ist dazu ziemlich einfach: Ich nutze Social Media und mache das alles, weil es mir Spaß macht. Und wenn es mir keinen Spaß macht, nutze ich diese Tools aus der kunterbunten Welt von Social Media einfach nicht. Da kann auch mal gut ein wenig Zeit ins Land ziehen, wie auch hier beim Blog. Ganze zwei Monate sogar. Doch dann packt einen die Lust und man legt los.

Doch Manche Menschen machen sich jedoch ernsthafte Gedanken, wie man zum Beispiel Foursquare besser für seine Freunde machen sollte. Die liebe PR-Kollegin Sabrina theoretisiert in ihrem aktuellen Blogeintrag, dass man durch ein paar Guidelines die Nutzung von Foursquare wesentlich besser für seine Freunde in den Griff bekommen kann. Man braucht sie nicht in die Flucht zu schlagen und würde so einen höheren Unterhaltungswert für andere bieten. Gut, jedem das seine, doch manches Mal frage ich mich, wozu man sich damit beschäftigen muss, Regeln für andere zu erstellen, wenn man einfach jemandem per „unfollow“ oder „cancel friendship“ zeigen kann, dass man keinen Bock mehr auf das Gesülze hat. In den Kommentaren habe ich mich schon geäußert: Ich sehe das Treiben bei Foursquare nicht so kritisch, wundere mich zwar manchmal über nächtliche Location-Parties, aber schließlich dienen die ganzen Social Media Tools und Apps für mobile Endgeräte auch meist nur zu einem Zweck: Man stellt sich selbst öffentlich dar – so wie man möchte und nicht anders.

Wer also sehen möchte, wo man sich herumtreibt und was man für Informationen verbreitet, der macht das zum Selbstzweck. Wer vor allem meine oder die Updates von anderen Leuten betrachten will, der entscheidet sich aktiv dafür und möchte explizit diese Infos beziehen. Von echter Freundschaft bekundet ein „Friend-Request“ und der dazugehörige „Approval“ eigentlich nicht. Es ist vielmehr unsere Informationsgier, die Geilheit der Besserwisser, um die es sich dreht. Vielleicht möchte man informativ befriedigt werden. Wir sind selbst so scharf drauf, unsere digitalen Abbilder mit persönlichen Randnotizen bei Twitter und sogar mit „geolocationbased“ Spuren im Netz zu verbreiten, dann sei es uns gestattet, dies auch so zu tun, wie wir es wollen. Keine Regeln! Wer partizipieren möchte, darf das gerne freiwillig tun. Niemand wird gezwungen, aber man braucht auch niemanden in Schranken weisen. Das versucht schließlich der Staat durch genügend Regulierungsbestrebungen zu Genüge. Wir machen, was wir wollen – und ja, brav wie wir sind, so halten wir uns an bestehende Gesetze.

So kommen mir Nico Lumma’s süffisant geschriebene 10 Goldene Regeln für Twitter ganz recht. Ich würde mich nicht wundern, wenn wirklich irgend ein windiger Marketingfuzzi oder PRler sich daran versucht, für Dienste, die er/sie nicht versteht, auch schöne Regeln aufzusetzen – nur um dann in irgendeiner Fachpublikation mit Bildchen abgelichtet zu werden. Auch das kann eine Form des puren Egos sein. Kurzum, ich sehe es ähnlich, vielleicht auch genauso wie Sebastian Keil, der ein wunderbares Video zu den „Benimmdich“-Thesen gedreht hat, mit dem ich diesen Blogeintrag auch abschließe.

5 Kommentare
  1. Frank sagte:

    1. Ich find den hier angeschlagenen Ton schon ein bisschen belehrend und irgendwie auch nicht social.
    2. Was, Mike… was gibt ausgerechnet dir das Recht zu bestimmen was dir Spass macht?
    3. Du hast uns bei Twitter entfollowed. Das ist wirklich beleidigend, weil wir gerade mit dir immer fest gerechnet haben.
    4. W.t.F ist Foursquare? Und wie kannst du es dir herausnehmen uns, hier so ganz schleichend, aufzufordern, dir da zu folgen?
    5. Ich finde es unsäglich, dass im Blog eines Sevenload-Urgesteins ein vimeo-Video eingebunden wird.
    6. A propos Video: Wie ist der Keil denn drauf? Was macht den denn so wichtig, dass er zu vodcasten hätte, was ihm durch den Kopf geht. Der hat es ja nichtmal zum A-Blogger gebracht.
    7. Wir haben schon vor geraumer Zeit „Die 10 größten Fehler, die Sie beim Bloggen machen können“ publiziert. Die lassen sich übrigens 1:1 auf Twitter übertragen und haben natürlich den Anspruch auf absolute Wahrheit.
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    8. Wehe, du folgst uns nicht bald wieder auf Twitter.
    9. Ihr Gutmenschen von den Social Media Networks habt uns diesen ganzen Social Media Quatsch doch erst eingebrockt, jetzt löffelt die Suppe gefälligst auch wieder aus und beschwert euch nicht.
    10. Schönen Gruß.

  2. Sven sagte:

    Also egal, wen ich in meinem Freundeskreis frage: außer Facebook und StudiVZ nutzt keiner irgendwelche Social Media Produkte. Vielleicht sind wir auch nur zu altmodisch, dass uns Kontakte im realen Leben wichtiger sind als hunderte Pseudo-Freunde in irgendwelchen Online-Portalen. Von daher finde ich kritische Berichterstattung zu diesem Thema immer gut.

  3. Martina sagte:

    Also ich bin auch eine von denen die gerade mal ihr Profil bei StudiVZ pflegen. Bei mir hat es aber auch einen Grund, ich bin im Studium und muss nebenbei noch das Geld heranschaffen, um mir dieses zu finanzieren. Wenn ich das alles erst mal erledigt habe, kann es dann sein das Ich auch mehr aus Social Media für mich entdecke. Also kann man sagen der Wille ist da, aber an der Zeit fehlt es. :-)

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