Seit gestern erhalte zumindest ich sämtliche per E-Mail abonnnierten Pressemeldungen von ots/newsaktuell nur noch als verkürzte Variante. Volltext adé, Anreißer olé! Ist etwas mehr Traffic für das newsaktuell-Portal von Nöten, oder weshalb wird hier die „Pressemeldung light“ verschickt? Damit kann doch kein Journalist etwas anfangen, wenn nur rudimentäre Anreißertexte im E-Mail-Postfach umherwabern. Jetzt interessiere ich mich doch erst recht nicht mehr für eine Meldung, wenn ich einen zusätzlichen Klickaufwand betreiben muss, um an die relevanten oder weiterführenden Passagen der Pressemitteilung zu kommen.

Auf telefonische Rückfrage teilte man mir mit, dass die Umstellung bereits in der vergangenen Woche per E-Mail an alle Abonnenten des Dienstleisters kommuniziert wurde. Entweder ist die E-Mail bei mir dem Spamfilter zum Opfer gefallen, oder ich habe sie versehentlich gelöscht. Von den Anreißern könne jedoch nicht mehr auf Volltext umgestellt werden. Warum denn nicht? Ich kann mit solchen Ergebnissen in Form von halbgegorenen Pressemitteilungen nichts mehr anfangen. Nachrichtenwertigkeit aus Überschriften und ersten Absätzen sind sicherlich noch zu ermitteln, doch die Zeit für ein Durchklicken einer Mail, um auf den vollständigen Pressetext zu gelangen, empfinde ich als höchst fragwürdig.

Ich wundere mich sehr, dass ich dazu von Journalisten und PR-Verantwortlichen noch keine großartige Berichterstattung in der Blogosphäre gelesen habe. Für Journalisten bedeutet es einen nicht zu leugnenden Mehraufwand, dass die E-Mails von ots/newsaktuell nur einen Teil der Informationen herausgeben. Für PR-Verantwortliche lässt sich leicht erkennen, dass verkürzte (und dabei teuer bezahlte) Pressetexte einen Informationsverlust bedeuten.

6 Kommentare
  1. Uwe sagte:

    Wir haben uns auch sowohl in der letzten Woche als auch am Montag nochmal beschwert. Hoffen wir mal, dass es noch einige mehr tun. So ist ots jedenfalls ziemliche Grütze.

  2. Niels sagte:

    „Für Journalisten bedeutet es einen nicht zu leugnenden Mehraufwand, dass die E-Mails von ots/newsaktuell nur einen Teil der Informationen herausgeben. „

    Ich kenne ehrlich gesagt keinen Journalisten, der sich überhaupt in nennenswertem Umfang für ots-Meldungen interessiert. Und die PR-Nasen bezahlen das große Geld ja auch eher nicht für den Email-Verteiler von newsaktuell, sondern dafür, dass die Dinger über die Verbreitungskanäle von Mutti dpa direkt in den Redaktionssystemen landen. :-D

  3. Mike Schnoor sagte:

    @Niels – Klar, die Redaktionssysteme sind ein primärer Nutzen. Auf Nachfrage am späten Nachmittag werden die Redaktionssysteme wie bisher mit „ganzen“ Meldungen beliefert. Das E-Mail Abonnement wurde jedoch radikal reduziert. Trotzdem werden diverse freie Journalisten bestimmt nicht den Zugriff auf diese Redaktionssysteme haben. Was macht bloß die WAZ, wenn auf dpa verzichtet wird – fällt dann auch ots flach? Ich weiß es nicht. :)

    In einem Handout von ots steht sogar: „Täglich beliefern wir
    mehr als 32.000 E-Mail-Abonnenten…“ – klar, man kann alle davon nicht mit jeder verdammte Pressemitteilung erreichen, aber diese Journalisten sind natürlich in individuellen Verteilerlisten hinterlegt bzw. sie wählten irgendwann ihre bevorzugten Kategorien über das Webfrontend aus. Wenn eine Mitteilung laut ots-Statusreport im Schnitt an ca. 8000-12000 Abonnenten per E-Mail verschickt wird, wenn es z.B. im Verteiler „Medien“, „Internet“ oder „TV“ gleichzeitig über ots rausgeht, dann sind das natürlich geschmälerte Reichweiten.

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  2. […] schrieb eben, dass der Originaltextservice (ots) der dpa-Tochter newsaktuell seit Kurzem die per E-Mail […]

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