Mike Schnoor
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Image-Schaden durch die Pfotentatze im Netz

Public Relations, Social Media

Die scheinbar einzige, offizielle Stellungnahme (PDF) des Bekleidungsherstellers Jack Wolfskin wirkt befremdlich. Ich verstehe gewiss, dass ein Unternehmen auf seiner Position beharren darf und sollte, wenn sein Markenrecht so intensiv verletzt wird, dass ein gravierender Schaden zu befürchten ist. Doch ist der aktuelle Image-Schaden von Jack Wolfskin, der sich durch die aufklärende und öffentlichkeitswirksame Berichterstattung in einschlägigen Fachblogs, so genannten Mainstream-Blogs, Fachmedien und mittlerweile Mainstream-Medien niederschlägt, nicht auf Dauer hin viel nachhaltiger?

Wäre ich als Markenhersteller auf dem Pfad der Tugend und kämpfe gegen echte Produktpiraten, die meine Markenrechte durch Imitate und Fälschungen verletzen, ist dies als richtiger Schritt zu bewerten. Man bleibt hart bis zum letzten Gefecht vor Gericht. Doch hilft nicht manchmal der Griff zum Telefon, um im Stil der guten alten Kommunikation auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen? Hätte der Bekleidungshersteller offener und transparenter den Versuch unternommen, mit den betroffenen Kleinunternehmern im Dialog zu kommunizieren, wäre der Image-Schaden weitaus geringer und wohl kaum ausufernd in seinem Ergebnis. Die öffentliche Abmahnfalle will man doch üblicherweise vermeiden.

Leider war Jack Wolfskin mir gegenüber zu keiner Stellungnahme bereit. Auf meine Kontaktformular-Mail vom vergangenen Sonntag reagierte man scheinbar mit Stillschweigen. Die Fragen möchte ich jedoch den Lesern hier im Blog nicht vorenthalten:

  • 1. Warum mahnen Sie einzelne Community-Mitglieder ab?
  • 2. Ist es bei Jack Wolfskin gängige Praxis, Anwaltsgebühren in Höhe von z.B. 991 Euro den einzelnen abgemahnten Personen in Rechnung zu stellen?
  • 3. Wie viele Community-Mitglieder von dawanda.de haben Sie abgemahnt?
  • 4. Warum entschließt sich Jack Wolfskin dazu, einzelne Community-Mitglieder abzumahnen, anstatt auf den „Dialog auf Augenhöhe“ mit den Community-Mitgliedern zu setzen, z.B. direkte Kontaktaufnahme und eine freundliche Bitte um Entfernung eines Katzen-Logos aus den Produkten?
  • 5. Welche Aktivitäten im Bereich Social Media setzt Jack Wolfskin derzeit zwecks Dialog mit den Kunden aktiv um?
  • 6. Auf welche verschiedenen Tiere und/oder deren Abdrücke von Pfoten, Klauen und/oder Tatzen besitzt Jack Wolfskin eine eingetrage (Wortbild-)Marke?
  • 7. In wiefern kann ein angedeuteter Tatzenabdruck in selbst hergestellten Produkten, z.B. Strickwaren, eine Markenrechtsverletzung bedeuten, wenn dieses Produkt einmalig hergestellt ist und im Internet zum Selbstkostenpreis ohne direkten Bezug zu Jack Wolfskin vertrieben wird?
  • 8. Wie eng arbeitet die PR-Abteilung von Jack Wolfskin mit der hauseigenen Legal-Abteilung zusammen? Bestehen unter Annahme einer Zusammenarbeit entsprechend aktive Absprachen bzw. Rücksprachen zum öffentlichen Vorgehen des Unternehmens?

Als Konsequenz daraus werde ich freischaffend ein kostenloses Freiexemplar des Social Media Kompass an Jack Wolfskin senden. Wer selbst ein Exemplar dieser 110 Seiten zu Social Media für Markenkommunikation, Public Relations und selbstverständlich den aktiven Einsatz in Händen halten möchte, darf mich gerne auf dem üblichen Weg kontaktieren.

20. Oktober 2009/von Mike Schnoor
Schlagworte: Marken, Markenrecht, PR Gau, Public Relations, Social Media
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo-1.webp Mike Schnoor2009-10-20 11:07:292013-11-20 07:52:45Image-Schaden durch die Pfotentatze im Netz
5 Kommentare
  1. Vanni sagte:
    27. Oktober 2009 um 10:03

    Es scheint ja immer mehr Mode zu werden, einzelne Blogs und Social Media Dienste abzumahnen. Und auch in diesem Fall hat man eher das Gefühl, dass irgend ein Praktikant, wahllos nach möglichen Rechtsverletzungen sucht, um dann sofort eine Standardprozedur in Gang zu setzen, ohne sich mit dem Kontext zu beschäftigen. Das zieht sich dann wie ein roter Faden durch die fehlenden Presseantworten etc., da keiner einen wirklichen Überblick hat. Erinnert mich so ein bischen an den Harry Potter Blogfail vor einiger Zeit.

  2. Marketing Berater's Meinung sagte:
    27. Oktober 2009 um 12:41

    Leider haben Sie (die kleinen und großen Unternehmen auf dieser Welt) es immer noch nicht begriffen. Der Kunden / Konsument ist mündig und ist nicht beschränkt auf: Kaufen und Klappe halten. Denn wie sagte schon das Cluetrain Manifest? Märkte sind Gespräche! In diesem Sinne hoffen wir mal auf Besserung.

  3. Chris sagte:
    2. November 2009 um 19:16

    Dank Social Media bekommen auch kleine Unternehmen eine Stimme und können selber aktiv werden! Das wird auch ein Konzern wie Jack Wolskin lernen müssen.

Trackbacks & Pingbacks

  1. Hit the road, Jack! « kadekmedien’s Blog sagt:
    21. Oktober 2009 um 15:44 Uhr

    […] Markenwolfs nicht tolerieren mag und entfacht mit einem Sturm der Entrüstung gelinde gesagt einen PR-Gau für die […]

  2. Jack Wolfskin, Dawanda und das Recht | MikeSchnoor.com sagt:
    20. Oktober 2009 um 17:04 Uhr

    […] « Technisches ZipperleinImage-Schaden durch die Pfotentatze im Netz […]

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Mike Schnoor ist Head of Marketing bei kernpunkt und arbeitet seit über 25 Jahren in der Digitalbranche. Dieses Blogarchiv bündelt ältere Beiträge zu Digitalisierung, Marketing, Kommunikation und Digitalwirtschaft. Aktuelle Inhalte erscheinen vor allem auf LinkedIn und im kernpunkt Magazin.

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