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Aus über 1000 Vorschlägen wurde der Begriff „Herdprämie“ zum Unwort des Jahres 2007 gewählt. Die Herdprämie steht als Synonym für das durch aktuelle politische Bestrebungen geforderte „Betreuungsgeld“ für Hausfrauen und Hausmänner. Diejenigen Eltern, die ihre Kinder zu Hause erziehen und keinen Krippenplatz in Anspruch nehmen wollen, werden mit diesem Ausdruck auf sozialer Ebene beleidigt. Und wer kam darauf, das Betreuungsgeld umzubenennen? Na klar: Die Gegner der CSU verfielen in den einstigen Debatten zu diesen lokalmatadorischen Sprücheklopfereien auf den Wies’n!

Der Begriff „Entlassungsproduktivität“ steht oftmals als Synonym für „Smartsourcing“, „Qualitätsoffensive“, „Unternehmerische Hygiene“, jedoch trifft laut SpOn folgendes zu:

Gemeint ist eine gleichbleibende, wenn nicht gar gesteigerte Arbeits- und Produktionsleistung, nachdem zuvor zahlreiche, für „überflüssig“ gehaltene Mitarbeiter entlassen wurden. Der Begriff verschleiere die Mehrbelastung derjenigen, die ihren Arbeitsplatz behalten hätten […]

Seit heute kann sich Deutschland über ein neues Unwort des Jahres freuen. Nachdem Begriffe wie „Tätervolk“ (2003), “Gotteskrieger” (2001) oder Humankapital (2004) die Jury in der Vergangenheit anheizten, freuen wir uns also für 2005 mit der die Wirtschaft beflügelnden“Entlassungsproduktivität„!