Mike Schnoor
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Die E-Mail Adresse als Selbstverständlichkeit?

Spam, Unicum Akademie

Mich wundert es ein wenig, was so einige Zeitgenossen von sich und den Diensten, die sie mehr oder minder regelmäßig nutzen, alles erwarten. Es geht heute um die E-Mail Adresse einer bestimmten hier nicht genannten Domain, die ein Bekannter von mir verwaltet. Nehmen wir an, es sei die Adresse „v.nachname@beispielserver.de“. Und nehmen wir dann auch an, dass diese Adresse einer jungen Dame gehört, die früher für die Organisation hinter beispielserver.de tätig war.

Richtig, die junge Dame war tätig und ist es seit geraumer Zeit nicht mehr. Also knallen wir einmal die Fakten auf den Tisch und machen eine kleine Abrechnung. Da es ein freies Projekt war, worauf die Organisation begründet ist, wurde natürlich alles ohne Bezahlung, Honorar bzw. Entgelt von der jungen Dame in Kauf genommen und von der Organisation gebilligt.

Wir stellten nun aber fest, dass die E-Mail Adresse seit mindestens 1/2 Jahr nicht mehr in Benutzung war, und dass sich das Postfach allmählich mit dem einen oder anderen Spam füllte. Oder einigen Wohnungsangeboten/-gesuchen. Was auch immer, es war ein Müll-Account der nur Speicherplatz verschwendete, und zudem für die Organisation ein gewisses Restrisiko bedeutete, da sich die junge Dame mit der E-Mail Adresse entsprechend als „offizielles Mitglieder“ ausweisen konnte.

Daher nahm sich mein Bekannter die Zeit dafür, mit der jungen Dame zu telefonieren und sie darauf hinzuweisen, dass er den Account löschen würde – er war ja „out of date“. Nun passierte aber das, was sich zu einem ungewollten Amüsement gestaltete: Sie behauptete steif und fest, dass die E-Mail Adresse immer noch von vielen ihrer Kontakte genutzt wurde. Ganz klar! Nein wirklich! Was für ein Blödsinn! Kurzerhand wurde die Adresse dann auch gelöscht, die weiteren Details des Telefonates erspare ich mir an dieser Stelle. Letztendlich wundert es mich, dass doch viele Menschen es als eine Selbstverständlichkeit ansehen, von freiwilligen Mitgliedschaften oder gar vom Arbeitgeber die E-Mail Adresse auf Lebenszeit geschenkt zu bekommen. Was für ein unglaublicher Schwachsinn! Wo gibt’s denn sowas…

19. Juni 2006/von Mike Schnoor
Schlagworte: Account, Arbeit, E-Mail, E-Mail-Adresse, Organisation, Spam, Studium
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp Mike Schnoor2006-06-19 22:26:372006-06-19 22:26:37Die E-Mail Adresse als Selbstverständlichkeit?
2 Kommentare
  1. baex sagte:
    20. Juni 2006 um 20:33

    Ich vertraue gar nicht mehr auf solche E-Mailadressen. Die kommen und gehen, ein Leben lang. Ich hab meine @meinedomain.de, die kann ich garantiert ein Leben lang behalten, weil ich dafür Geld bezahle. Die kann ich dann nach Lust und Laune weiterleiten, benutzen oder vergessen.

  2. Denis sagte:
    20. Juni 2006 um 23:10

    „Wo gibt’s denn sowas…- SiemensVDO ;-)

    Aber ansonsten stimme ich dir vollständig zu,
    wobei es sogar meiner Ansicht nach noch besonders Lobenswert ist, dass vor dem Account-Deaktivieren noch deutlich hierauf hingewiesen wurde.

    Eine berufliche Mailadresse ist meiner Ansicht nach ab dem Zeitpunkt nicht mehr „unter dem Nutzungsrecht“ des Arbeitnehmers, sobald das Beschäftigungsverhältniss beendet ist…

    …schließlich kann ich auch meinen Büro-Tisch/-PC/-Stuhl nicht weiter nutzen…

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Mike Schnoor ist Head of Marketing bei kernpunkt und arbeitet seit über 25 Jahren in der Digitalbranche. Dieses Blogarchiv bündelt ältere Beiträge zu Digitalisierung, Marketing, Kommunikation und Digitalwirtschaft. Aktuelle Inhalte erscheinen vor allem auf LinkedIn und im kernpunkt Magazin.

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