​BarCamp Bonn 2017: Warum locken Unkonferenzen die Besucher an?

„Schreibt über das BarCamp Bonn in euren Blogs!“ Vollmundig habe ich das Mikrofon auf dem 3. BarCamp Bonn alias #bcbn17 ergriffen und den anwesenden Teilnehmern während der Abschlusssession ins Gewissen geredet. Ja, und jetzt?

Viel zu selten wird heutzutage noch das Erlebnis der Teilnehmer zu einem BarCamp im Netz festgehalten. Die lieben Leute bloggen recht wenig, weil ihre Präsenz in anderen Social Networks vermutlich das verfügbare Zeitkontingent aufsaugt. Während vor Ort, also an den aktiven Tagen eines jeden BarCamps, die Informationen und das Wissen aus den Teilnehmern hervorsprudeln, folgt in den Tagen danach meist die Tristesse. Nach zwei Tagen voller intensiven Gezwitschers rund um das Geschehen verstummen die digitalen Kanäle, die sonst nur voller Tweets und Postings zum Hashtag der Veranstaltung die Trending-Charts erklimmen. Vor einigen Jahren war es jedoch vollkommen normal, im eigenen Äther über den Besuch eines BarCamps zu schreiben. Was fand man gut? Welche Sessions gefielen einem? Mit wem konnte man das Gespräch vertiefen?

BarCamp Bonn 2017: Volles Haus zur Eröffnung. Foto: Hakan Cengiz

BarCamp Bonn 2017: Volles Haus zur Eröffnung. Foto: Hakan Cengiz

Doch sobald das BarCamp beendet ist, gehen die meisten Teilnehmer einfach nach Hause. Wenn aber niemand im Nachgang über die Veranstaltung berichtet, bleibt das Lob für die Veranstaltung aus. Nicht nur die Organisatoren, sondern vor allem den vortragenden Sessiongebern sollte gedankt werden. Schließlich gehört es sich so, im Sinne des Feedbacks, welches zu jedem BarCamp dazugehört, auch Lob und Tadel auszusprechen. Offenbar hat mein Appel gefruchtet, denn der „Konferenzband“ füllt sich deutlich besser als bei manch anderen BarCamps. Natürlich muss ich selbst den Finger auf mich zeigen, wenn ich die Nachberichte bei den Teilnehmern einfordere – und so wollte mit gutem Beispiel voran abliefern. Mein Nachbericht nahm mehrere Tage in Anspruch, um hier und dort die Impressionen zusammenzufassen – neben allen anderen Dingen, die einem täglich in Form von Arbeit beschäftigen.

Bonn, ich mag deine Szene

Wenn man im Nachgang auf das 3. BarCamp Bonn blickt, darf man eines nicht außer Acht lassen: Die Teilnahme hat sich in jedem Fall gelohnt. Sowohl als Sessiongeber, Sessionbesucher und BarCamp-Wiederkehrer muss diesem Event Respekt gezollt werden. Die Besucher waren offen für die Themen der Sessions, die Organisation funktionierte hervorragend und die Räumlichkeiten im Konferenzcenter der DHL Group ließen nichts zu wünschen übrig.

BarCamp Bonn 2017: Sessionplanung mit Guts & Glory. Foto: Hakan Cengiz

BarCamp Bonn 2017: Sessionplanung mit Guts & Glory. Foto: Hakan Cengiz

Inhaltliche Höhepunkte gab es genügend, wobei ich persönlich nur wenigen Sessions beiwohnen konnte, zumal ich drei eigene Themen dem Programm beisteuern konnte: einen Vortrag über die Einkaufsmobilität der vernetzten Konsumenten, eine Diskussionsrunde zu den Trends und Anforderungen an die Logistikbranche im Jahr 2025 und einen Workshop zu Public Relations. Dennoch empfand ich die Diskussion zu Chatbots, das Schreiben von Twitterwitzen oder das Identifizieren der eigenen Erziehungsschwerpunkte erfrischend. Wohl geschuldet der Tatsache, dass kein Bühnenkasper sich zur Schau stellte, sondern weil die Teilnehmer eigene Kompetenzen und entsprechendes Wissen vermitteln wollten. Als Veteranen der Branche war das für mich eine Gratwanderung zwischen kinderleichtem Bühnenprogramm und Herausforderung, doch am Ende brachte es mir sehr viel Spaß, den Teilnehmern einige Impulse und Denkanstöße zu vermitteln.

BarCamp Bonn 2017: Der Sessionplan mit inspirierenden Vorträgen. Foto: Hakan Cengiz

BarCamp Bonn 2017: Der Sessionplan mit inspirierenden Vorträgen. Foto: Hakan Cengiz

BarCamp Bonn kommt 2018!

Was häufig außer Acht gelassen wird: BarCamps dienen der Weiterbildung und sollten gerade deswegen durch Arbeitgeber wertgeschätzt werden. Hinzu kommt, dass die Anerkennung des Veranstaltungsformats leider viel zu selten auf Unternehmensseite stattfindet, obwohl BarCamps seit über 10 Jahren eine feste Größe in Deutschland geworden sind. Ja, da kann man sich nicht oft genug wiederholen. Man darf sich umso mehr freuen, wenn das BarCamp Bonn erneut im Jahr 2018 stattfinden wird. Hoffen wir auf gute Bekanntschaften, intensive Gespräche und so manchen Lead, den man auf BarCamps tatsächlich einsammeln kann.

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Mike Schnoor ist Senior Partner von Guts & Glory, der Manufaktur für die Digitalisierung von Marken, Unternehmen und Institutionen. Als Berater sorgt er dafür, dass Unternehmen sich im digitalen Wettbewerb hinsichtlich Kommunikation, Prozesse, Kreation und Social Media richtig positionieren können. Seine beruflichen Schwerpunkte liegen in der Digitalen Transformation, Kommunikation, Digital Strategy, Marketing, Public Relations und Social Media. Auf seinem persönlichen Blog mikeschnoor.com und im Magazin #DigiBuzz veröffentlicht er verschiedene Fachartikel zu seinem Themenportfolio. Folge @MikeSchnoor bei Twitter!

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  1. Pingback: Wie ein Konferenzband zum Barcamp Bonn entsteht... | BarCamp Bonn

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