Warum wir Mails ins Netz stellen?

Angeregt durch den aktuellene Fall rund um das Problem mit seriösem Journalismus in Deutschland stelle ich mit Besorgnis fest, dass trotz der Relevanz des Blogeintrags von Peter Glaser eines irgendwie sauer aufstößt. Warum veröffentlicht Herr Glaser eigentlich die E-Mails ohne es zu anonymisieren? Klar, eine anonyme Veröffentlichung macht die Story nicht zum Scoop des Tages. Dennoch fühle ich mich unwohl bei dem Gedanken, dass man ohne nachzufragen die E-Mails einfach so veröffentlicht.

Generell spricht meiner Meinung nach nichts dagegen, dass man Spammails oder Newsletter oder sonstige Sachen im Sinne des Zitatsrechts veröffentlicht. Ich bin selbst so einer, der ganz oft den Spam veröffentlicht und kritisiert hat. Das in diesem Fall abgeleitete Bashing muss jedoch nicht sein und sollte selbst für Herrn Glaser einem Fauxpas gleichkommen. Pfui. Das gehört sich eigentlich nicht für Blogger, sondern ist irgendwie doch ein etwas arrogantes Auftreten als Reaktion auf die ursprünglich entgegengebrachte Arroganz. Aber was soll’s – let the battle begin. Fight ‚til the end and cause havoc and riots within the German Blogosfear. :)

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Mike Schnoor ist Senior Partner von Guts & Glory, der Manufaktur für die Digitalisierung von Marken, Unternehmen und Institutionen. Als Berater sorgt er dafür, dass Unternehmen sich im digitalen Wettbewerb hinsichtlich Kommunikation, Prozesse, Kreation und Social Media richtig positionieren können. Seine beruflichen Schwerpunkte liegen in der Digitalen Transformation, Kommunikation, Digital Strategy, Marketing, Public Relations und Social Media. Auf seinem persönlichen Blog mikeschnoor.com und im Magazin #DigiBuzz veröffentlicht er verschiedene Fachartikel zu seinem Themenportfolio. Folge @MikeSchnoor bei Twitter!

17 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich hab mir nur gedacht: Journalisten können sich ja fein gegenseitig zerfleischen. Die brauchen uns Blogger gar nicht. Gibt es so was auch unter normalen Menschen?

  2. Stimme absolut zu. Diese Pranger-Praxis von Herrn PG ist ekelerregend. Da hat wohl einer sein wahres Gesicht gezeigt.
    Ob die Mail des Journalisten arrogant ist oder nicht hat niemand zu beurteilen, da sie nicht für die Allgemeinheit zur Beurteilung bestimmt war.

  3. Pingback: Basic Thinking Blog | ungefragt eMails veröffentlichen

  4. Auch ich hatte den gleichen Gedanken beim lesen des Artikels, da ich gerade selbst im engsten Familienkreis einen Fall von Googlebashing und Verleumdung erfahre. Es ist so einfach im Internet einen Ruf zu gefährden und auch evtl. eine Karriere zu zerstören.
    Leider kann man sich kaum dagegen wehren…

  5. Schon in der Web 1.0 Zeit war es z.B. ja schon gang und gäbe, PNs in den Foren an das Licht der Öffentlichkeit zu zerren. Meine Erfahrung ist: der Reputationsschaden für den Zerrenden war dauerhafter, zwar blieben ihm einige Claqueure – aber auch nur die.

    Klar, wer meint, Email sei privat, der täuscht sich. Aber es gibt auch ungeschriebene Konventionen – und Niveau.

  6. Gab‘ doch gerade erst das Urteil des LG Köln, dass das Veröffentlichen einer fremden E-Mail das Persönlichkeitsrecht des Absenders verletzt und grundsätzlich abmahnfähig ist: „Eine Veröffentlichung ist ausnahmsweise nur dann erlaubt, wenn ein sachlicher Grund besteht. “ Ansonsten ist die E-Mail „vergleichbar mit einem verschlossenen Brief, der durch das Absenden ebenfalls nicht aus der Geheimsphäre entlassen wird.“

    http://www.computerbetrug.de/nachrichten/newsdetails/urteil-fremde-email-darf-nicht-einfach-so-veroeffentlicht-werden-080806/

    Bleibt die Frage, wann ein „sachlicher Grund“ gegeben ist.

  7. Es kann viele Gründe geben, eine E-Mail trotzdem zu veröffentlichen. Jedoch einzig aus dem Grund jemanden bloßzustellen, wie bei Glaser, ist eine bodenlose Unverschämtheit. Wenn dies in einem anderen Kontext passiert wäre, hätte er sicher eine Klage am Hals. Nur mit dem Gang zum Anwalt würde sich der FAZ-Journalist noch mehr schaden. Die Blogger sind auf Glasers Seite – ein schönes Beispiel, was mit öffentlichen Druck (um nicht „Mob“ zu sagen) möglich ist.

  8. Pingback: Web 2.0 & Recht

  9. Ja, sicherlich grenzwertig – mindestens!

    Aber andererseits: Dettweiler war bewußt, daß er einem Blogger schreibt. Dettweiler sind als „Onliner der FAZ-Wirtschaftsredaktion“ sicherlich auch die Gepflogenheiten der Blogwelt bekannt. Dettweiler hielt den Blogger für nicht seriös. Mit anderen Worten: Er hat es auch provoziert – sehr wahrscheinlich bewußt. Und ich vermute, ihm wird als „seriösem Journalisten“ mit Online-Affinität durchaus nicht aktuelle Disput zw. „seriösen Journalisten“ und dern Bloggern entgangen sein. Zumindest weist auch seine Wortwahl darauf hin.

    Daraus folgere ich, daß es keine Aktion ist a la: Die Frau hatte einen Minirock an, sie wollte vergewaltigt werden …

    … auch wenn es Dettweiler aufgrund des fehlenden Lendenschurzes und der Stolz zur Schau getragenen Erektion nun an die Eier geht. Ich denke, er hat einfach die Tragweite unterschätzt, sowie im nicht bewußt war, dass er da nicht mit einem x-beliebigen Blogger redet, sondern mit einem (im wortwörtlichsten Sinn) ausgezeichneten Autoren und Journalisten.

  10. wieso um alles in der welt sollte ich eine mail nicht veröffentlichen dürfen und den dazugehörenden absender selbstverständlich auch? erst recht mit so freundlichem inhalt wie in diesem fall.
    ich zb habe heute mittag eine dermaßen hahnebücherne mail eines qypers bekommen, die schreit geradezu nach publizität, ähnlich dieser, die glaser erhielt. pfuis und no-gos hinterherkommentieren? meine güte..

  11. @lokalreporter Ich glaube, dass es insbesondere hier detailiert steht, warum man nicht veröffentlichen darf, ohne vorher eine Genehmigung dafür zu haben. Generell als nicht-Jurist ist es natürlich von Interesse etwas zu veröffentlichen, wenn du die Namen der Schreiberlinge mit XYZ rauskürzt… aber hol dir lieber eine rechtliche Beratung für den Fall der Fälle. :)

  12. @Mike Schnoor – die juristische sicht zum thema ist mir bekannt, es war auch aus der perspektive des verhaltens gemeint [soll man dürfen oder nicht?]. mich verwundern moralisierenden reaktionen a la vertrauensbruch.
    jeder soll parteilich sein wofür er will, mir jedenfalls gehen erzieherisch gemeinte positionen in ihrer indirekten absicht aufn keks, du verstehst? :~]]

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