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Mehr Zuspruch für Digitalisierung in Deutschland

Digitalisierung, Mittelstand

Wie hat die Corona-Krise bei den Menschen ihr Verhältnis zur Digitalisierung geändert? Kam nach dem schnellen Wechsel ins Home-Office mit Webinaren und mobilem Arbeiten in der Cloud eine Ernüchterung auf? Und wie können Unternehmen sich digital verändern? Eine aktuelle Untersuchung des BITKOM e.V. im Auftrag der Initiative „Digital für alle“ zeigt auf, dass sich der Zuspruch für Digitalisierung in der Bevölkerung gesteigert hat. Besonders im Hinblick auf das steigende Interesse an der Digitalisierung durch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist diese Entwicklung relevant. 

Jeder Dritte aller befragten Bundesbürger (32 Prozent) steht der Digitalisierung seither offener gegenüber. Demnach bezeichnen rund drei von vier der Befragten (73 Prozent) die Digitalisierung als Chance. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) gibt an, dass sich ihre Einstellung zum Thema Digitalisierung nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie verändert hat – für die meisten zum Positiven.

Mitgestaltung der Digitalisierung im Unternehmen

In den Köpfen der Menschen hat sich die Digitalisierung fest etabliert. Aus diesen Studienergebnissen leitet sich die zentrale Entwicklung ab, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in ihren Unternehmen über kurz oder lang die Digitalisierung anstoßen werden. Die Mitgestaltung der Digitalisierung im Unternehmen zählt dabei zu den wichtigsten Elementen, auf die sie in ihrer Organisation Einfluss nehmen können.

„In den Städten, Landkreisen und Gemeinden können erhebliche Digitalisierungspotenziale gehoben werden, sowohl für die Wirtschaft als auch für die Verwaltung“, bestätigt Reinhard Sager, Präsident des Deutschen Landkreistages, die Entwicklung im Namen der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände. Durch die Veränderungen im Arbeitsalltag und durch gezielte Fördermaßnahmen für Digitalisierungsprojekte würden nicht nur Bürgerinnen und Bürger, sondern auch die Unternehmen und Handwerksbetriebe in entscheidendem Maße profitieren.

Digitalisierung bedeutet vordergründig, dass alle Bereiche in den Unternehmen immer deutlicher von Innovationen und Technologie durchdrungen werden. Wenn die Bevölkerung laut der BITKOM-Studie insgesamt positiv gegenüber diesen Tatsachen gestellt ist, sollten Unternehmen sich für ein Plus an digitaler Kompetenz öffnen.

Vor allem werden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von den digitalen Tools profitieren, indem sie eine immer flexiblere und mobilere Arbeitswelt erleben: Sobald Arbeit räumlich und zeitlich bei nahezu gleichwertigen Ergebnissen entkoppelt werden kann, stärkt dies die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dies bekräftigt die Untersuchung im „Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit“ durch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Jedes Zweite aller digitalisierten Unternehmen weist eine ausgeprägte familienfreundliche Unternehmenskultur auf. Die Vernetzung der verschiedenen Abteilungen unter- und miteinander sorgt dafür, dass sich Prozesse und die gesamte Organisation der Arbeit verändern. Naturgemäß können durch diese Veränderungsprozesse neue Geschäftsmodelle entstehen, weil Unternehmen die bestehenden Geschäftsmodelle im Zuge der Digitalisierung regelmäßig auf den Prüfstand stellen sollten.

Erste Schritte zur Veränderung

Gerade diejenigen Unternehmen, welche die Chancen der Digitalisierung begreifen und den Mut zur Veränderung zeigen, werden sich über kurz oder lang einen Wettbewerbsvorteil erarbeiten können. Neben einer höheren Flexibilität, Geschwindigkeit und Steigerung der Effizienz werden diese Organisationen auch kostengünstiger und ressourceneffizienter die individuellen Kundenwünsche bedienen können.

Unternehmen müssen für die Digitalisierung ihre Ziele festlegen und die entsprechenden Strukturen aufbauen. Gleichzeitig sollten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einbezogen werden, um Verantwortlichkeiten festzulegen. Die ausschließlich zentrale Bündelung aller Digitalisierungskompetenzen in der Geschäftsführung selbst gilt es zu vermeiden. Die Weiterbildung in Hinblick auf die Digitalisierung gilt es zu organisieren, wodurch die Firmenkultur näher betrachtet und ebenfalls angepasst werden sollte. Sowohl schnelle Erfolge, aber auch Geduld zu üben, zählen beiderseitig darauf ein, dass die Digitalisierung als kontinuierlicher strategischer Prozess verstanden wird.

18. Juni 2020/von Mike Schnoor
Schlagworte: Arbeit, Arbeitswelt, Bitkom, Digitalisierung, Innovation, Institut der deutschen Wirtschaft, Köln, Mitarbeiter, MItgestaltung, Reinhard Sager, Veränderung, Veränderungsprozesse
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Mike Schnoor ist Head of Marketing bei kernpunkt und arbeitet seit über 25 Jahren in der Digitalbranche. Dieses Blogarchiv bündelt ältere Beiträge zu Digitalisierung, Marketing, Kommunikation und Digitalwirtschaft. Aktuelle Inhalte erscheinen vor allem auf LinkedIn und im kernpunkt Magazin.

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