Mike Schnoor
  • Start
  • LinkedIn
  • Blog (Archiv)
  • Über mich
  • Menü Menü

RSS – Naht jetzt das Ende der wirklich einfachen Syndizierung?

Blogkultur, Social Media, Web

Wird RSS sterben, weil’s keiner mehr nutzt? Wird RSS in den künftigen Browsern keine Rolle mehr spielen? In der Blogosphäre macht der typische Jahresanfangs-Unkenruf seine Runde, der seinen Anfang in einem sehr ausführlichen Artikel nahm. Kritisiert wurde eine aktuelle Usability-Analyse zu Firefox 4.0 Beta, der künftig ohne das typische RSS-Icon in der Adresszeile auskommen soll. Selbst Google Chrome besitzt kein ergänzendes RSS-Icon mehr. Wer darauf besteht, muss sich erst eine kostenfreie App aus dem Webstore installieren.

Bricht jetzt eine Weltordnung zusammen? Seit Jahren dominiert RSS das geekige Leben. So lauschet und horchet auf: Wo bleibt nur RSS – etwa auf der Strecke?

Nein, RSS wird keinesfalls seine Relevanz verlieren. Aber die Wirkung und Wahrnehmung von RSS im alltäglichen Gebrauch wird sich definitiv verändern, schließlich war damals doch alles anders. Die meisten Nutzer verstehen heutzutage scheinbar nicht die Funktion hinter dem kleinen Button im Browser. Nur wer als „Newbie“ nachforscht oder sich konkret damit auseinandersetzt, wird das Prinzip von RSS in den abonnierbaren und selektierbaren Informationen erkennen. Zudem ist der Begriff im deutschen Sprachgebrauch hinsichtlich „abonnieren“ auch leicht irreführend, schließlich bekommt der Nutzer kein „Zeitungsabo von der Webseite“ per Post zugestellt. Die Tatsache, dass RSS schlichtweg ein recht universelles Informationsverbreitungspaket über XML bereitstellt, wird in dieser Diskussion um Usability auch generell unterschlagen. Mittlerweile sucht der Mensch weniger nach Informationen, wie es bei RSS durch die Selektion der Nachrichten erfolgt.

Wir werden von den Informationen gefunden – das weiß doch jedes Kind. Wir selbst bedienen uns dabei anhand von Facebook oder Twitter. Man bedenke nur die allgemeinen Probleme des Zeitmanagements beim Konsum von RSS Feeds. Und man sollte auch bei den aktuellen und künftigen Nutzern davon ausgehen, dass sie akute Usability-Probleme mit RSS in den nächsten Jahren haben werden. Älteren Nutzern ist dieses RSS-Abonnement absolut nicht ohne eine erklärende Einführung beizubringen. Sie repräsentieren nicht unbedingt die Technikfreaks mittleren Alters. Auch die jüngeren Nutzer greifen zu oft zum „iToy“, um Informationen aus dem digitalen Orbit zu konsumieren. Alles wird anders und wir spüren diese Entwicklung jetzt bei der Diskussion über die Integration von RSS als visuelles Objekt in den modernen Browsern – und durch neue Methoden für die von Lesegeräten und/oder Clients unabhängige Publizierung von Inhalten.

6. Januar 2011/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp Mike Schnoor2011-01-06 12:16:052026-06-06 12:32:52RSS – Naht jetzt das Ende der wirklich einfachen Syndizierung?

Bringt die Arbeitslosenquote jetzt den Aufschwung für den Flimmerkasten?

Medien, Social Media

Eine alte Freundschaft verbindet unglaublich viele Menschen mit einem typischen Alltagsgerät. Der Fernseher begeistert seit etlichen Jahren jede Zielgruppe. Von der Retrospektive aus gesehen wird die Mediennutzung schon ab drei Jahren bei den Zuschauern gemessen und bis ins hohe Alter verfolgt. In der Kindheit wurden früher vermutlich viele Sprösslinge vor die viereckige Kiste gesetzt, damit sie beschäftigt waren, während die Eltern anderen Beschäftigungen nachgingen. Oder es gab kein Fernsehen, so dass die Kinder sich danach zu sehnen begannen. Heute versuchen wir hochoffiziell als aufgeklärte Eltern diesem Treiben ein Ende zu setzen und so spät wie möglich den TV-Konsum den Kindern zu gestatten. Doch in der Jugend vieler Mitbürger lief der Flimmerkasten durchgängig. Vornehmlich in den 80ern und 90ern des letzten Jahrtausends wurde MTV groß, etwas später gab auch Viva den halben Tag in den Kinderzimmern den Ton an.

Folglich vollzieht die Stellung des Fernsehers mit dem Reifeprozess der Menschen auch einen Wandel. Bereits in der Ausbildung oder im Studium, aber spätestens im Berufsleben findet sich weniger Freizeit, um die Bewegtbildinhalte im vollen Umfang aufzusaugen. Aufgrund des Zeitmangels entwickelt sich der TV-Konsum von reiner Berieselung zur berieselnden Entspannung am Abend nach dem Motto „Füße hoch und zurücklehnen“. Das typische Leanback-Prinzip wird von unzähligen Zuschauern zelebriert. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Glotze im späten Alter mit optional intensiver Lautstärke erneut den lieben langen Tag im Dauersendebetrieb läuft. Manchmal sogar über den Tod der Zuschauer hinaus. Doch in der Jugend und im Berufsleben erfreuen wir uns an der werberelevanten Zielgruppe, einer der womöglich wunderbarsten Erfindungen, wenn gleich auch Lügengeschichte aus der Feder des Privatfernsehens. Schließlich ist ein kaufkräftiger 14-Jähriger üblicherweise eine absolute Ausnahme, weil einen Sportwagen zu kaufen erst in einem gewissen Alter dank monetärer Mittel möglich wird. Ungeschoren betrachtet beeinflussen die Kinder das Kaufverhalten ihrer Eltern und die Werberelevanz beinhaltet auch die langjährige Markenbindung, ja förmlich eine Prägung auf bestimmte Marken, die in unserem täglichen Leben über den Bildschirm in 30-60 Sekunden abgefeiert werden. Werbung für Zielgruppen in einem linearen Medium.

Die Maschinerie der TV-Industrie läuft scheinbar unaufhaltsam. Laut einer aktuellen Analyse von media control schalteten die Fernsehzuschauer hierzulande im Schnitt 223 Minuten täglich ein. Täglich bis zu 3:45 Stunden hängen die Deutschen vor dem Flimmerkasten, was eine Steigerung um ca. elf Minuten im Vergleich zum Vorjahr und die höchste Sehdauer seit 1992 bedeutet, dem offiziellen Start des analytischen Messverfahrens für die aktuelle Auswertung in der Einschaltquotenvermarktung. Im direkten Vergleich zwischen den einzelnen Bundesländern kamen die Einwohner aus Sachsen-Anhalt auf stolze 276 Minuten täglich, dicht gefolgt von Thüringen (274 Minuten) und Sachsen (269 Minuten).

So mag man sich nach den Gründen für diesen Anstieg der Sehdauer fragen, der sich vor allem in den Bundesländern aus Ostdeutschland niederschlägt. Heute veröffentlichte die Bundesagentur für Arbeit die aktuellen Zahlen der Arbeitslosenquote für 2010. Zwar zeigt sich insgesamt eine Besserung am Arbeitsmarkt, was auf eine starke Konjunktur zurückgeführt wird. Doch im Vergleich mit der durchschnittlichen Sehdauer lässt sich behaupten: Die Sehdauer fällt in der Regel in den Bundesländern höher aus, wo eine verhältnismäßig hohe Arbeitslosenquote auftritt. Die nebenstehende Grafik verdeutlicht diese altbewährte Theorie anhand der offiziellen Zahlen. Die „TV-Muffel“ sitzen in Bayern und Hessen, generell wird in Westdeutschland weitaus weniger Fernsehen geschaut als im Osten, gleichzeitig sind bis auf wenige Ausnahmen die Arbeitslosenquoten der Bundesländer unter 10 Prozent, teilweise unter 5 Prozent.

Das klischeehafte Potenzial solcher Herleitungen in Form einer Kombination von der täglichen TV-Sehdauer mit Arbeitslosenquoten ist definitiv gefährlich und soll als Beispiel dienen, um die Wertigkeit solcher Analysen zu hinterfragen. Brauchen wir in der heutigen Zeit nicht mehr als nur den reinen TV-Konsum, um auf einen Aufschwung zu deuten? Der TV-Markt hat bereits aufgrund der hohen Nachfrage nach LCD-Fernsehern im vergangenen Jahr stark zugelegt. Dies könnte schon als ein erstes Indiz gedeutet werden, dass der generelle Anstieg der Sehdauer durch die Faszination für die neuen Endgeräte in vielen Fällen begründet ist. Zudem findet die Vermischung von Internet und klassischen TV-Inhalten auf Hybrid-Fernsehern immer stärker statt. Betrachten wir Sony Bravia Internet TV oder Philips Net TV sowie Google TV oder Boxee, finden die TV-Zuschauer gänzlich neue Anreize, um den Flimmerkasten einzuschalten.

Auch erweckt die Analyse von media control nicht den Eindruck, dass die Mediennutzung vieler Menschen mittlerweile parallel abläuft. Das typische Nutzungsverhalten kombiniert verschiedene Medientypen wie TV und Internet vor allem in den Abendstunden. Viel zu oft finden sich unzählige Nutzer bei Twitter oder Facebook und tauschen sich intensiv über aktuelle (Live-)Sendungen aus. Doch dieses Gezwitscher lässt sich bisher kaum in Verbindung mit der klassischen TV-Sehdauer bringen, um ein wirkliches Abbild der Mediennutzung darzustellen.

So verbrachten US-Amerikaner laut einem Bericht der New York Times (03/2009) bereits bis zu neun Stunden pro Tag vor einem Monitor. Ein Unterschied zwischen TV und PC wurde nicht mehr vollzogen. Zudem stieg laut einer Studie von goetzpartners (05/2010) die Nutzung von IPTV in Deutschland mit 157% im Vergleich von 2009 und 2008 deutlich.

Als trauriges Ergebnis lässt sich also feststellen: Analysen von klassisch ambitionierten Unternehmen müssen mittlerweile stark hinterfragt werden. Eine reine Lobhudelei auf das Fernsehen wäre vollkommen unangemessen. Dennoch wird das Fernsehen nicht einfach sterben, sondern sich gänzlich verändern und neu definieren. Die Linearität steht noch immer als absolutes K.O.-Kriterium einer gesamten Branche. Die Konvergenz von Medien und Inhalten über hybride Endgeräte wirkt sich von Vorteil aus. Die Gesellschaft spürt dies durch verschiedene Inhalteanbieter und Aggregatoren, wie YouTube, sevenload, Maxdome oder RTL Now. Deutschland holt jedoch auf, zudem nach dem BITKOM-Webmonitor (Juni 2010) bereits jeder zweite Internetnutzer WebTV schaut.

Wer spricht noch von der berüchtigten „Medienrevolution“? Die Revolution ist vorbei, wir befinden uns auf dem Weg in die Zukunft mit der „Evolution der Medien“, die im Wohnzimmer stattfindet. Diese Evolution fand dank Hybrid-TV im Weihnachtsgeschäft 2010 statt, als bereits mehr Fernseher mit Internetanschluss verkauft wurden. Wer heute einen Aufschwung für das lineare TV-Programm prognostiziert, sollte alle Faktoren und Trends berücksichtigen, die unserer Gesellschaft ein mediales Erlebnis in Zukunft beglücken werden.

Disclaimer: Als Autor dieses rein privaten Blogs möchte ich für alle Leser anmerken, dass ich als langjähriger Mitarbeiter von sevenload eine gewisse Einsicht und ein entsprechendes Verständnis für dieses Thema entwickelt habe. Eine Verwässerung des Themas ist demnach nicht angestrebt. Vielen Dank.

4. Januar 2011/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp Mike Schnoor2011-01-04 15:14:182026-06-06 11:39:57Bringt die Arbeitslosenquote jetzt den Aufschwung für den Flimmerkasten?

The Twitterverse

Microblogging, Social Media

Wer das Conversation Prism von Brian Solis bereits kennt, wird das neue „The Twitterverse“ lieben. Zwanzig Monate nach der ersten Ankündigung veröffentlichte Brian Solis mit Jesse Thomas das neue Machwerk für Social Media. Im Gegensatz zum Conversation Prism liegt der Fokus schon vom Namen her eindeutig auf Twitter und den diversen Apps und Services, die an Twitter über die API andocken. In insgesamt 19 verschiedenen Kategorien, die als Ringe im Sonnensystem von Twitter dargestellt werden, finden sich die entsprechenden Logos. Wer danach suchet, der findet die Dienste schnell via Google.

Die 19 Ringe umfassen die Themen Branding, Geographics, Interest Graph, Dashboard, Event Management, Live Streaming, Geo Location, Relationships, Marketing and Advertising, Rich Media, Communication Management, Research and Analysis, Stream Management, Mobile Applications, Trends, Social CRM, Influence and Resonance, Twitter Search sowie Causation. Wie lange werden wir warten müssen, bis jemand davon eine eingedeutschte Version erstellt oder sich als Social Media Experte in den neuesten Variante seiner Vortragsfolien als Innovator brüstet? :)

4. Januar 2011/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp Mike Schnoor2011-01-04 13:41:092011-01-04 13:41:09The Twitterverse

Die Twitter-Fails 2010 – Kritik aus der digitalen Motzecke

Microblogging, Politik, Social Media

Passend zum Jahresanfang verbreitet Ausschnitt, einer der bekannteren PR-Clipping- und Monitoring-Dienstleister, die Mecker-Charts 2010 aus der deutschsprachigen Twitter-Gemeinschaft. Politik und Technik dominieren diese kleine Rangliste aus der digitialen Motzecke. Man sollte sich bei aller Genugtuung während Lesekonsums dieser Top 10 jedoch fragen, ob bei den jeweils genannten Unternehmen überhaupt jemand diese „#fail“-Tweets ernst nimmt oder die kritischen Unkenrufe beachtet?

  • Platz 1: Stuttgart21
  • Platz 2: Deutsche Bahn
  • Platz 3: CDU
  • Platz 4: Apple
  • Platz 5: FDP
  • Platz 6: iPhone
  • Platz 7: Twitter
  • Platz 8: Fußball WM 2010
  • Platz 9: JMStV
  • Platz 10: Das Wetter

Das Grundrauschen bei Apple oder dem iPhone ist viel zu gewaltig, als dass hier von zielgerichteter Kritik die Rede sein kann. Twitter selbst ist regelmäßiges Opfer von Ausfällen oder Störungen, so dass ein #fail sehr schnell abgesetzt wird. Auch die Fußball-Tweets bezogen sich gewiss auf vergebene Torchancen und ähnliche spielerische Problemstellungen, und waren dabei eher weniger als ernsthafte Kritik an der D11B gemeint.

Kurzum – die Politik und die offenkundige Unfähigkeit, mit den digitalen Spielmachern mitzumischen, lässt sich als das wahre Opfer bei Twitter erkennen. Man darf bereits spekulieren, ob nicht in naher Zukunft eine Twitter-Zensur (#Zensurtweet) analog zu den gewünschten Netzsperren gefordert wird. Doch im Kern ist und bleibt diese Rangliste leider genauso aussagekräftig und gleichfalls spannend wie das Jugendwort des Jahres: „Niveaulimbo“. :)

3. Januar 2011/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp Mike Schnoor2011-01-03 15:46:582011-01-03 15:46:58Die Twitter-Fails 2010 – Kritik aus der digitalen Motzecke
Seite 2 von 212

Suche

Search Search

Über mich

Mike Schnoor ist Head of Marketing bei kernpunkt und arbeitet seit über 25 Jahren in der Digitalbranche. Dieses Blogarchiv bündelt ältere Beiträge zu Digitalisierung, Marketing, Kommunikation und Digitalwirtschaft. Aktuelle Inhalte erscheinen vor allem auf LinkedIn und im kernpunkt Magazin.

© Copyright 1997-2026 Mike Schnoor. Alle Rechte vorbehalten.
  • Link zu Instagram
  • Link zu LinkedIn
  • Link zu Rss dieser Seite
  • Impressum
  • Datenschutz
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen

Einwilligung zur Datenerhebung und zur Nutzung von Cookies: Diese Internetseite verwendet Cookies. Cookies sind kleine Textinformationen, die über Browser im Endgerät als Datei gespeichert werden. Cookies stellen keine schadhaften Dateien dar, sondern erlauben User Interaktionen. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserem Datenschutzhinweis. Impressum

Einwilligung nicht geben.Einwilligung jetzt ändern.Alle Cookies akzeptieren.

Einwilligung zur Datenerhebung und zur Nutzung von Cookies



Wie wir mit Cookies umgehen

Diese Internetseite verwendet Cookies. Cookies sind kleine Textinformationen, die über Browser im Endgerät als Datei gespeichert werden. Cookies stellen keine schadhaften Dateien dar, sondern erlauben User Interaktionen.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserem Datenschutzhinweis.

Einstellungen übernehmenNur Benachrichtigung ausblenden