Mike Schnoor
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Im Quotenkeller gibt es nur das Aus

Medien

Eine neue Sendung im deutschen Fernsehprogramm zu platzieren kann sich mitunter als schwierige Geburt entwickeln. Die eine Möglichkeit: Man produziert einen aufwendigen Pilotfilm und hofft auf den ungeahnten Erfolg, so dass man eine eigenständige Serie produzieren kann. Die Alternative bedeutet Vorproduktion in der Hoffnung auf selbigen Erfolg. Die aller letzte Option ist das oft bewiesene, jedoch sehr oft falsch angegangene Kopieren einer erfolgreichen Produktion aus dem Ausland, doch selbst die ausländischen Originale müssen nicht immer ein Zeichen für Erfolg sein. Desperate Housewives, Grey’s Anatomie, CSI und die diversen Serien, die man sich in der spärlichen Freizeit am Abend noch gönnt, sind wenige Überlebenskünstler im Programmschema der Fernsehsender.

Der Deutsche Markt ist hart umkämpft! Die schlechte Kopie erntet üble Kritiken, der schlechte Pilot bleibt eine einmalige Nummer, der Import eines erfolgreichen US-Formates entpuppt sich als Pleite im Abendprogramm der Sender. Was mich am meisten amüsiert sind die Vorproduktionen, die sich mitunter an den Erfolg eines ausländischen Formates orientieren. Das beste Beispiel ist das „iTeam – Die Jungs an der Maus“, welche sich als niedrige Kopie von „The IT-Crowd“ entpuppte. Der Erfolg bleib aus, die Kritiken waren erbärmlich und das Format wurde nach zwei erbärmlichen Folgen abgesetzt. Noch ist auf der Sat.1 Webseite das iTeam zu finden, aber ich befürchte, dass die Gesichter in wenigen Tagen ins digitale Nirvana verschwinden werden.

Spaß muss sein, und daher braucht die Welt ihre Anwälte. Nicht zum Abmahnen, sondern zum illustren Begutachten auf dem Fernsehschirm. Doch nach nur einer Folge ist Schluss. Mit einer Quote von nur 10,9% Marktanteil an der werberelevanten Zielgruppe konnten die Anwälte überhaupt gar nichts verbuchen – nur ein wenig Aufmerksamkeit der Medienwächter und unsereins – den mediengeilen Nachrichtenfuzzis wie ich es ja bin.

Eine sehr traurige Entwicklung, aber vielleicht bietet ja in Zukunft die Video-on-Demand Technologie den durchaus 2,59 Millionen Zuschauern die Möglichkeit, sich die Anwälte oder sogar das iTeam in voller Staffellänge anzutun… es bleibt abzuwarten, ob das gesamte Material natürlich jemals ins Internet gesetzt wird.

23. Januar 2008/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp Mike Schnoor2008-01-23 20:38:382013-11-20 07:54:53Im Quotenkeller gibt es nur das Aus

Last.fm mit Music On-Demand

Medien

Das Musikportal Last.fm bietet seit heute einen öffentlich zugänglichen und dabei kostenlosen On-Demand-Service an. Laut Aussage von Georg Scholl, dem Country-Manager von Last.fm für Deutschland, soll jeder Nutzer seine Lieblingslieder auf Wunsch in voller Länge legal und gratis anhören können. Das On-Demand Feature von Last.fm wurde heute der breiten Masse in Deutschland, USA und Großbritannien zugänglich gemacht. Alle Songs können bis zu drei Mal kostenlos angehört werden.

Nach dem Beheben von etwaigen Bugs und Fehlern soll auch ein Abonnement für den On-Demand Dienst angeboten werden. Last.fm verspricht sich davon viel, dass die Künstler direkt für jeden angehörten Song über ein Revenue-Share Modell, das Last.fm mit den jeweiligen Labels abgeschlossen hat, bezahlt werden.

Das Mitverdienen als Form der Partizipation auf Nutzerebene ist für mich mittlerweile entscheidend, wenn ich einer Plattform selbstkreierte Inhalte zu Verfügung stelle. Oder man betreibt das eigene Blog mit Selbstvermarktung über Werbebanner.

23. Januar 2008/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp Mike Schnoor2008-01-23 20:06:532008-01-23 20:07:11Last.fm mit Music On-Demand

Rich Media bloggen mit WordPress

Blogkultur

Frohlocket und freut euch über einen neuen Schachzug des WordPress.com Teams von Automattic. Ab sofort kann jeder Nutzer des freien Bloghosters WordPress.com sich auf sagenhafte 3 GigaByte (3.000 MegaByte) an nutzbarem Speicherplatz ergötzen.

So sollen laut Matt Mullenweg die Nutzer viel bessere Möglichkeiten haben um Blogeinträge im Stil von „rich media“ zu verfassen. Bilder, Videos und Podcasts sind die bestbekanntesten Formen dieser multimedialen Unterhaltung. Ein weiteres Ziel dieses Upgrades ist es, die Konkurrenten am Markt auszustechen. Ähnlich wie Google mit GMail und dem stetig wachsenden Volumina an Speicherplatz soll auch WordPress.com seine ärgstene Konkurrenten auf dem US-amerikanischen Markt angehen. Bei Typepad zahlt man fast $300 dafür, Blogger gibt einem nur 1 GigaByte frei – da will WordPress.com nicht kleckern sondern klotzen.

Wer sich dennoch nicht auf einen dieser Accounts einschießen möchte, darf sich am kostenlosen WordPress.org bedienen, auf dem auch dieses und viele weitere Blogs auf eigenen Domains laufen.

22. Januar 2008/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp Mike Schnoor2008-01-22 08:49:332008-01-22 08:49:33Rich Media bloggen mit WordPress

Old-School Zeitungskonsum

Medien

Die Gesellschaft ist im Wandel! Wirklich! Keine abgedroschenen Sprüche, daher glaubt mir, wir repräsentieren mit unserem Lebensstil die vergleichsweise mutige Generation, die sich vom klassischen Informationsmedium Zeitung abkehrt. Wenn ich noch an die Zeit zurück denke, in der ich sogar ein regelmäßiger Leser des Lokaltitels „Flensburger Tageblatt“ über fast eine Dekade war – aus dem Elternhaus gewöhnt und mit in meine erste eigene Wohnung genommen- so wird mir noch ganz warm ums Herz.

Ich habe es genossen die kleinen Anekdoten der Lokalreporter zu lesen. Auch die regelmäßige Kolumne, mit der unter einem Pseudonym tagtäglich der Schwank aus dem Stadt- und Landleben erzählt wurde, war ein Genuß für die Augen. Vor allem der Sportteil und der regionale Politikteil im Mantel brachten das Herz eines Schleswig-Holsteiner Jung‘ in Wallungen. Doch dann war’s einfach vorbei. Zugegeben empfand ich es als störend während der Studienzeit einen stolzen Beitrag von monatlich an die 35 Euro für eine Tageszeitung zu bezahlen, aber das Internet brachte es letztendlich auf den Punkt: Die Schnelligkeit der Informationen bringt einen von den klassischen Medien weiter weg als jemals zuvor. Gerade in Bezug auf Tageszeitungen frage ich mich auch deswegen, ob wir wirklich frei von Vorurteilen sind? Alles was ich im Prinzip benötige, entnehme ich den großartigen Nachrichtenseiten im Netz oder spätestens am Abend helfen die politischen Magazine und Nachrichtensendungen im Fernsehen ein wenig Information zu transportieren. Einzig und alleine Fachzeitungen und -zeitschriften kommen regelmäßig auf den Tisch und werden intensiv konsumiert.

Doch ein Phänomen, was natürlich den Medienhasen bekannt ist, konnte ich diese Tage bestens beobachten. Jeden Morgen flatterte ein Exemplar der „Ostsee Zeitung“ ins Haus. Meine geschätzte Schwiegermutter hatte ihr Abonnement für die eine Woche, in der sie uns besuchte, als Nachsendung zu uns geschickt. Man fühlt sich in dem Moment wieder in der Annahme bestätigt, dass das Klientel der Lokalblätter sehr stark an die Altersstruktur gekoppelt ist. Ich würde nie im Traum darüber nachdenken, ein Abonnement für den Kölner Stadtanzeiger abzuschließen oder gar die BILD oder den Express mehr als zwei Mal im Monat zu kaufen. Doch die ältere Generation schätzt ihre Zeitungen mehr als unsereins – doch der Old-School Zeitungskonsum und die Bindung an solche Lokalblätter ist nicht mein Ding. Ich habe das vage Gefühl trotz irgendwelcher Studien und ihren entsprechenden Ergebnissen, dass es noch maximal zwanzig Jahre dauern wird, bis die lokalen Tageszeitungen radikal aussterben – wenn nicht sogar viel früher und schneller durch die Konvergenz der Medien und insbesondere Anpassungen in der Werbebranche an die neuen Medien.

Wir leben in einer Gesellschaft im Wandel – so waren die eingangs formulierten Worte. Vielmehr sind wir im Wandel mit uns selbst, denn der Bezug zu einer lokalen oder regionalen Zeitung ist aufgrund unser aller Mobilität durch Ausbildung, Studium, Arbeit und die dazu nötige Flexibilität auf ein geringes Maß gesunken, dass nur die überregionalen oder fachspezifischen Titel den Wandel der Gesellschaft auch stand halten werden. Klar – kein wirklich neues Thema, über das man schreiben muss, doch es gibt einem schon zu denken, wenn man es am eigene Leib spürt.

18. Januar 2008/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp Mike Schnoor2008-01-18 20:56:132008-01-18 20:56:13Old-School Zeitungskonsum

Sperrfrist von der ARD

Medien, Public Relations

Welch Spaß und Freude erregt doch immer wieder die berüchtigte Sperrfrist aus analogen Tagen – auch diesmal mit einer Pressemitteilung der ARD:

ARD-Vorwahlumfrage Niedersachsen: CDU verliert in Niedersachsen leicht – Linke in Niedersachsen bei 5 Prozent

Köln (ots) – Sperrfrist für alle Ergebnisse: – für elektronische Medien heute, 18.00 Uhr – für Printmedien: Freitagsausgaben Verwendung nur mit Quellenangabe „ARD-Tagesthemen/Infratest dimap“

Bisher sah ich es ähnlich wie auch Thomas Gigold. Schon seit fast zwei Jahren existieren für Journalisten die Sperrfristen nur als amüsantes Nebenprodukt der historischen Entwicklung. Auf persönlicher Ebene kann man immer darum bitten, dass man eine Meldung erst zu einem gegebenen Zeitpunkt veröffentlicht, doch wir leben im digitalen Zeitalter und man kann eine digitalisierte Veröffentlichung schon allein durch die Gegebenheiten von ots nicht verhindern…

17. Januar 2008/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp Mike Schnoor2008-01-17 15:30:012013-11-20 07:53:34Sperrfrist von der ARD

Vorratsdatenspeicherung bleibt vorerst bestehen

Recht

Deutschland war in extatischer Manie: Die Vorratsdatenspeicherung sollte per Eilantrag verhindert werden. Doch daraus wird vorerst nichts. Wie das Lawblog laut einem Artikel der TAZ berichtet, hängt das gesamte Verfahren an den Zuständigkeiten der jeweiligen Senate des Bundesverfassungsgerichts fest. Soviel zu Demokratie und der damit verknüpften Demokratieverhinderung… und wer noch Informationen insgeheim schreibt, Gespräche aufzeichnet oder elegant mithört wird mit einer Blogstrafe nicht unter zwei Einträgen bestraft.

16. Januar 2008/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp Mike Schnoor2008-01-16 17:27:052013-11-20 07:55:59Vorratsdatenspeicherung bleibt vorerst bestehen

Unwort des Jahres: Herdprämie

Medien, Politik

Aus über 1000 Vorschlägen wurde der Begriff „Herdprämie“ zum Unwort des Jahres 2007 gewählt. Die Herdprämie steht als Synonym für das durch aktuelle politische Bestrebungen geforderte „Betreuungsgeld“ für Hausfrauen und Hausmänner. Diejenigen Eltern, die ihre Kinder zu Hause erziehen und keinen Krippenplatz in Anspruch nehmen wollen, werden mit diesem Ausdruck auf sozialer Ebene beleidigt. Und wer kam darauf, das Betreuungsgeld umzubenennen? Na klar: Die Gegner der CSU verfielen in den einstigen Debatten zu diesen lokalmatadorischen Sprücheklopfereien auf den Wies’n!

16. Januar 2008/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp Mike Schnoor2008-01-16 15:52:432008-01-16 16:36:20Unwort des Jahres: Herdprämie

Die Samwers und Facebook

Social Media

Unser liebes Kleinbloggersdorf zerreist sich derzeit ein wenig das Maul über die bekanntgewordene Einkaufsmethode der Samwer Brüder. Nun haben sie sich nach zahlreichen Geschichten und Gerüchten doch bei Facebook für eine nicht näher genannte Summe eingekauft. Das ist doch schön für sie und bringt letztendlich ein wenig mehr Spaß für Europa.

„Facebook wird in kurzer Zeit viele internationale Seiten freischalten“, sagte Samwer. In Deutschland soll Facebook noch im ersten Halbjahr mit einer eigenen Version starten und damit vor allem dem Studentennetzwerk StudiVZ Konkurrenz machen, das pikanterweise ebenfalls von den Samwer-Brüdern finanziert und vor einem Jahr für rund 85 Millionen Euro an den Holtzbrinck-Verlag verkauft wurde.

Die unglaubliche Größe und das fulminante Wachstum des Social Networks wird gewiss durch die Beteiligungen nach Europa verlagert werden und wird einen Aufschwung für den Web 2.0 Markt bewirken. Vor allem werte ich es als eine Art der Lizensierung bzw. die Berechtigung für den Aufbau eines Vertriebsnetzes rund um das einstige Studentennetzwerk Facebook, das ja bekanntlich als Vorbild für das deutsche StudiVZ gilt. Facebook selbst muss auf dem europäischen Markt viel präsenter werden als bisher. Es ist daher logisch, dass die lokalisierte Variante von Facebook von erfolgreichen Unternehmern aus Deutschland mitgestaltet und bekannt gemacht wird. Man gönnt sich ja sonst nichts, und warum sollte man mühsam ein eigenes Managementteam in Deutschland aufbauen, wenn man sich nicht auf gut funktionierende Strukturen verlassen kann?

Was mich jedoch wundert: Wer bleibt eigentlich übrig? Das durch die Presse und den Kakao gezogene StudiVZ erfreut sich trotz aller Widrigkeiten enormer Beliebtheit in Deutschland, jedoch hört man wenig konkretes von den internationalisierten Versionen. Auch ist XING weitaus professionellerer Natur, bietet kontaktfreudigen Menschen einen direkten Mehrwert und stellt eine persönliche Visitenkarte von uns allen ins Internet, was bei dem Fratzenbuch eher wie die Visitenkarte von Clowns ausschaut.

Doch im Grunde genommen werden alle am Markt mit von der Partie sein und Facebook wird es sehr schwer haben, außerhalb der internetaffinen Szene in Deutschland sich gegen die allgegenwärtige Business-Kontaktbörse XING sowie das Studentennetzwerk StudiVZ durchzusetzen. Deren Zielgruppen sind in der Regel treue Nutzer, auch wenn man wie jüngst geschehen die Premiumnutzer mit Werbung bzw. die gesamte Community mit irreführenden AGBs vergrätzt. Als lizensierte Sprachversion wird Facebook für Deutschland für bisherige Nutzer genausoviel respektive genausowenig Potential wie die Eindeutschung von YouTube oder Flickr bieten. Der vermeintliche Mehrwert, dass man nun endlich seine „Vampire“ und „Beer“ Spielchen oder die „Superwall“ und irgendwelche sonstigen Applikationen nun auch auf Deutsch nutzen kann, ist doch nicht wirklich das Zeichen für eine eierlegende Wollmilchsau…

15. Januar 2008/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp Mike Schnoor2008-01-15 22:35:302026-06-06 12:46:04Die Samwers und Facebook

Dauerwerbeblog

Marketing

Eine spannende Idee: Anstatt sich mit dem Grad zwischen journalistischer Kompetenz, der Blogkultur und der Ehre als Autor abzugeben, setzen Stefan und Oliver auf ein alternatives Konzept um am Publizieren mitzuverdienen.

Das Dauerwerbeblog verzichtet seit dem heutigen Launch darauf, dass man eine strikte Trennung zwischen werblichen und redaktionellen Inhalten der Blogbeiträge einführt. Jeder Artikel kann durch eine entsprechende Vergütung der Autoren erkauft werden – die Entlohnung kann durch monetäre Gründe, die anzupreisenden Produkte und Dienstleistungen selbst oder gar durch ein Geschenk erkauft werden. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die Autoren nicht zu viel „Spam“ verkaufen und ob die Artikel auch lesenswert bleiben.

14. Januar 2008/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp Mike Schnoor2008-01-14 09:48:302008-01-14 10:26:35Dauerwerbeblog

Erfolg als des Bloggers wahre Freude

Blogkultur

Einige sehen ihre monetären Vorteile als Erfolgsgarant des regelmäßigen Bloggens an. Natürlich habe ich auch Banner in diesem Blog geschaltet, jedoch hält sich der Erfolg dahingehend so gering, dass die Selbstkosten des Blogs wie das Hosting auf lange Sicht hin zwar getragen sind, aber meine Familie kann ich bei weitem nicht davon ernähren. Was über ein Weblog, dass sogar bis in die Top 50 der Deutschen Blogcharts aufstieg und wieder nach unten gefallen ist, an barer Münze herum kommt, ist zwar ein erfreuliches Maß der Dinge, jedoch wird niemand davon satt.

Anstelle nur auf das Geld zu schielen, sehe ich Bloggen für die Mehrheit der Blogger als selbstdarstellerisches Mittel zum Zweck an. Wer etwas zu sagen hat, der schreibt heute sein Weblog im Internet und nicht mehr insgeheim sein Tagebuch auf Papier. Mit Ausnahme der „Retro-Blogger“, die ihre geschriebenen Tagebuchseiten einscannen und digitalisiert ins Blog stellen, leben wir alle von der zumindest schnellen Schreibe. Doch was zählt für einen Blogger als Erfolg? Das Geld schließe ich für den Großteil aus. Ich spreche auch nicht von dem unerreichbaren Vorzeigeblogger Robert Basic oder den erfolgreichen „Konglomeratsblogs“ Bildblog oder Spreeblick, auch in keiner Weise von irgendwelchen widrigen Spammern, die nur aus Anzeigen ihr Blog gestalten. Vielmehr geht es um diejenigen Blogger, die schon länger dabei sind, jedoch immer wieder und wieder an den Hürden der besagten „Szene“ scheitern oder deren Inhalte nicht das widerspiegeln, was die Medienwelt fasziniert und auf Trab hält.

Ich denke gerade deswegen, weil die Blogosphäre aus vielen kleinen Bloggern und nicht nur 50 großen Namen dominiert wird, dass eines den einzelnen Blogger wirklich erfreut und dass daran sein Erfolg gemessen wird: Die Leserschaft der Blogger ist Gold wert! Um es mit klaren Worten zu fassen: Insbesondere für mich war es scheiß egal, wie viel Geld im Blog zustande kommt, wenn ich die bis dato über 40 Kommentare mit Glückwünschen zur Geburt unserer Tochter lesen darf. Geld ist doch einfach nur ein unterirdisches Gelüst im Mangel der sozialen Harmonie von unserer Gesellschaft.

Ich akzeptiere natürlich jeden, der mit guten Mitteln und geschicktem Schreibstil über sein Blog zu Geld kommt, doch für Neuanfänger oder diejenigen, die wirklich nur aus Spaß das Bloggen anfangen, sollte die Leserschaft der Anfang und das Ende sein. Das damit einhergehende Marketing der eigenen Person bzw. des eigenen Blogs auf absolut persönlich natürlicher Ebene versprüht dabei mehr Potential, als wenn sich einer nach Draußen stellt und sein Blog mit allen Mitteln befeuert, nur um die heißesten, coolsten und bestverlinkten Blogeinträge zu schreiben. Hab‘ ich auch mal gemacht, und weil ich das über mehrere Monate nicht getan habe, fiel ich von über 400 tollen Technorati Backlinks auf magere 200-schießmichtot Links. Fazit: Braucht man nicht, denn das Bloggen bringt genug Spaß, wenn man es mit Herz und Seele macht. Vielleicht ist das der Weg in die Blogkultur, die viele von uns Autoren ja ersehenen, jedoch immer wieder verdrängen… denn diese Themen kommen wirklich alle paar Monate wieder auf, man schreibt darüber, entlässt seinen persönlichen Ausdruck in Form eines Blogeintrages dazu und kommentiert hier oder dort – und belässt es irgendwann wieder. Blogkultur ist ein schönes Wort, auch vom Ton her besser als das allgemeine Geschwubbere vom Wort der Blogosphäre. Bloggt der Blogkultur wegen!

12. Januar 2008/von Mike Schnoor
https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp 0 0 Mike Schnoor https://mikeschnoor.com/upload/2026/06/mikeschnoor-logo.webp Mike Schnoor2008-01-12 08:43:112008-01-12 08:43:11Erfolg als des Bloggers wahre Freude
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Über mich

Mike Schnoor ist Head of Marketing bei kernpunkt und arbeitet seit über 25 Jahren in der Digitalbranche. Dieses Blogarchiv bündelt ältere Beiträge zu Digitalisierung, Marketing, Kommunikation und Digitalwirtschaft. Aktuelle Inhalte erscheinen vor allem auf LinkedIn und im kernpunkt Magazin.

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