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Die Xefer Twitter Charts, welche ich in der Zwitscherliste reloaded von Jochen Mai fand, fördert einen interessanten Aspekt in der Nutzung von Twitter zu Tage: Man sieht ganz genau, zu welcher Zeit der persönliche Schwerpunkt beim Twittern ist.

Ich bin am Morgen bei Twitter sehr aktiv. Wie aus der folgenden Grafik hervorgeht, scheint meine „Kern-Tweet-Zeit“ im Zeitraum von Montag bis Freitag in der Zeit von 7 bis 12 Uhr zu liegen.

Twitter Chart

Die meisten Tweets setze ich am Mittwoch ab, dicht gefolgt vom Donnerstag. Dienstag und Montag sind die nächsten stärkeren Wochentage. An den restlichen Tagen schreibe ich verhältnismäßig wenig in den 140 Zeichen. Die vor allem recht stillen Nachmittage sind öfters dadurch geprägt, dass mir auch schlichtweg die Zeit im Büro fehlt, aktiv eigene Inhalte bei Twitter beizusteuern. Am Wochenende bin ich aus guten Gründen auch sehr schweigsam. Was diese Twitter Charts keinesfalls bezeugen können ist das eigentliche Leseverhalten, was durchaus von intensiverer Natur geprägt ist…

Schön wäre gewiss eine kombinierbare Analyse zu den Retweets von eigenen Tweets seitens der Follower. Falls jemand das passende Tool kennt, freue ich mich auf einen Kommentar. :)

„Bist Du schon eingecheckt?“, fragte ich dieses Wochenende ein paar Bekannte bei einem etwas längeren Aufenthalt im Bastians (Qype/4sq) mitten in der Kölner Innenstadt. „Nein, da sagst Du was!“ war daraufhin als direkte Antwort zu hören. Die Frage traf den Nerv unserer kleinen webaffinen Gemeinschaft, so dass mein kleiner „friendly reminder“ gleich zu vier zusätzlichen Checkins im Bastians verhalf. Mittlerweile twittert die Netzgemeinde nicht nur, sondern sie springt zur Vier im Quadrat – und wie man an mir sieht, geschieht alles voller Freude.

Seit fast zwei Monaten bin ich mit der Vier im Quadrat herumgesprungen. Viel davon war Selbstfindung. Aber weil ich ein begeisterter User bin, möchte ich einige Gedanken und Tipps zu Foursquare hier im Blog festhalten – also bitte zurücklehnen und entspannen. Natürlich gibt es schon diverse Anleitungen, Tipps und Tricks für Foursquare, aber dort versucht man meistens zu regeln, wie und was Nutzer bei Foursquare alles machen sollen oder dürfen. Bleiben wir auf dem Boden der Tatsachen und versuchen lieber zu verstehen, dass Foursquare zu aller erst ein Location Based Service und gleichzeitig ein einfaches mobiles Spiel war. Die Regeln stellt dafür wenn überhaupt nur der Betreiber selbst auf. Doch mit der Zeit prägen die Nutzer den Dienst durch ihr eigenes Verhalten. Daher geht es hier um rein logische Dinge, die man zum schnelleren und besseren Foursquaren verinnerlichen darf – aber nicht um irgendwelche goldenen Regeln, die mit Strafen sanktioniert werden!

Meine persönlichen Einsteiger-Tipps für Foursquare

  1. Bei Foursquare darf jeder wie und was er möchte. Apropos „Goldene Regel“: Ihr könnt euch in Bars oder Kneipen einchecken, bei euch zu Hause (sofern ihr das möchtet), auf der Arbeit, bei Kunden, bei Freunden, in Geschäften, in Hotels, am Flughafen oder Bahnhof oder sogar auf der Zugspitze. Schließlich gestalten die Nutzer die Informationen, die bei Foursquare hinterlegt sind – und nicht irgendwelche Wichtigtuer am Markt, die meinen alles besser wissen zu müssen.
  2. Aber bitte suche erst nach bestehenden Locations und lege nicht sofort alles neu an. Zum Auftakt gleich eine Euphorie-Bremse? Ja, denn manchmal gibt es die Location schon bei Foursquare. Sie ist nur unter einem anderen Namen angelegt. Das beste Beispiel hierfür ist der Flughafen Köln/Bonn. Man findet so über den Daumen gut fünf weitere Plätze, die ähnliche Namen mit „Airport CGN“, „Flughafen Köln“ oder auch „Airport Köln“ haben, teilweise jedoch von irgendwo her über die Geokoordinaten angelegt wurden. Das hilft niemandem weiter, der Foursquare wirklich nutzen möchte. Auch das Bastians gibt es schon zwei Mal in Foursquare. Da hilft nur, über das Feedback-Formular bei getsatisfaction einen „Merger 4 venues“ anzufordern, so dass niemand seine Checkins verliert, aber neue User zielgerichtet auf Kurs mit ihren Checkins bleiben.
  3. Limitiere die Checkins für Twitter und Facebook. Foursquare bietet die Verteilung der Checkins auch zu Twitter und Facebook an. Was manche User jedoch vergessen: Nichts ist manchmal nerviger, dass alle Informationen in jedes Netzwerk gleichzeitig gesteckt werden. Desöfteren gibt es bereits eine Synchonisation von Twitter und Facebook, so auch wie bei mir selbst. Würde ich nun alle Checkins zu Twitter jagen, weiß gleich mein Facebook-Profil bescheid. Hätte ich dann noch eine zusätzliche Schnittstelle von Foursquare zu Facebook geschaffen, würden die Informationen redundanterweise doppelt und dreifach meinen Followern und Kontakten präsentiert. Anders herum geht es ähnlich. Hier hilft es einfach, diese Schnittstellen bei Foursquare in den Einstellungen zu deaktivieren. Nett sind die Notifications für Badges und den Status als Mayor – alles andere darf ruhig ausgeschaltet bleiben.
  4. Viele Locations sind gut, aber nicht jeder Checkin ist sinnvoll. Grundsätzlich gilt ja, man soll sich bei Foursquare überall mitteilen. Aber wer krank geschrieben zu Hause verweilt, der sollte sich nicht unbedingt wenig später in Bars herumtreiben. Legitim sind natürlich gut platzierte Checkins beim Arzt oder bei einer Apotheke, doch ob jeder der Kontakte dieser Information wissen muss, bleibt gewiss fraglich. Dafür gibt es schließlich die Option, seinen Checkin zu verschleiern und „off the grid“ als Status bekannt zu geben. Auch spricht es nicht für sich, ein strategisches oder unter einem NDA laufendes Meeting mit Geschäftspartnern oder einen Pitch bei Foursquare zu verbreiten. Das könnte der Arbeitgeber mitbekommen und natürlich auch potentielle Konkurrenten. Der berühmte „Trau dich doch“-Checkin im Pascha sollte vielleicht auch nicht die Ehefrau mitbekommen – aber wer den Kick halt braucht…
  5. Mache einen Shoutout zu neuen Locations! Zwar praktiziere ich es nicht so intensiv, jede neue Location mit einer netzwerkweiten Statusmeldung zu verbinden, doch manchmal hilft es zu verstehen, warum jemand grade dort eincheckt. Es bleibt ein rein informativer Nutzwert, über den ich mich zumindest freuen kann.
  6. Nutze Tipps sinnvoll für Dich und andere Nutzer. Die Dir wichtigen Locations wie dein Lieblings-Café sollten wenn möglich mit Tipps ergänzt werden. Vielleicht gibt es auf der Speisekarte eine kleine Besonderheit, die andere Nutzer auch kosten wollen. Oder Du erstellst einen Tipp, wie man am schnellsten vom Flughafen in die Innenstadt kommt – dazu im Text später mehr am Beispiel vom Flughafen Berlin Tegel.

Die obige Liste beinhaltet also keine Verpflichtungen, sondern stellt vielmehr eine erste Hilfestellung dar, denn schließlich ist Foursquare das angesagte Trendthema für mobile Fetischisten. Man zeigt sich öffentlich und freimütig an den jeweiligen Plätzen, die man für wichtig erachtet und seinem Kontaktkreis mitteilen möchte. Direkt über die eingebauten GPS-Empfänger im mobilen Endgerät ermittelt man dazu auf die Schnelle seinen Standort, sucht nahegelegene Locations wie Bars, Cafés, Kneipen, Lokale, Restaurants, Geschäfte, Büros, Events oder Konferenzen und „checkt ein“. Wer seinen Platz nicht gefunden hat, erstellt spontan die Location für sich selbst und andere Nutzer anhand seiner GPS-Daten und bei Bedarf mit echten Adressdaten wie Straßennamen, Hausnummern und Postleitzahlen. Wer dann nicht eingecheckt ist, fühlt sich ein wenig „out of the scope“ und kann gleich „off the grid“ bleiben. Foursquare ist modern, zeitgemäß und alles andere als schwer zu verstehen.

Vorzugsweise wird der Dienst über mobile Applikationen bedient. Eine entsprechende Software findet sich direkt auf dem Portal für iPhone, Blackberry, Android und webOS. Das ältere Symbian bleibt dabei noch auf der Strecke, aber wer möchte, kann natürlich auch auf die leicht umständliche mobile Version zugreifen. Die ist leider alles andere als komfortabel aufgebaut, erfüllt jedoch seinen Zweck für Menschen wie mich. Schließlich besitze ich nur ein extrem gehypetes und gepushtes Nokia N97 – und für die Nokia Handys gibt es eine ziemlich schlechte Auswahl an Apps und nützlichen Programmen, die einem das Leben erleichtern können.

Foursquare besitzt trotz der ganzen Spielerei eine hohe Relevanz. Zwar vernichtet der Dienst eigentlich die Zeit der Nutzer durch den gesamten Prozess rund um das „Einchecken“. Doch für andere Nutzer von Foursquare sind diese kollektiven Informationen umso wertvoller, je mehr Informationen zu einer Location zu finden sind. Mittels Tags können zusätzliche Informationen zu obskuren Namensgebungen verknüpft werden. Ein neuer „Tipp“ oder „Todo“ würzte die Location mit Insiderwissen. Am Berliner Flughafen Tegel informiert beispielsweise @kosmar nebst anderen Besuchern darüber, dass man nur mit einem Taxi oder mit dem Bus weiterfahren kann, da keine Haltestelle für U-Bahn bzw. S-Bahn angegliedert ist. Diese Informationen machen Foursquare zu einem wesentlichen Bestandteil der reisefreudigen Gesellschaft. Ein richtig guter Tipp zu einer Location ist meiner Meinung nach Gold wert. Der eigentliche „Checkin“ vor Ort ist sogesehen nur noch obligatorischer Spieltrieb.

Insgesamt muss Foursquare also Spaß machen. Denn ansonsten bringt dieser Location Based Service (LBS) auch nicht viel – zumindest noch nicht in Deutschland. Dazu aber später einmal mehr. Jetzt ist Foursquare wie ein neuartiges Spiel, das ein gewisses Suchtpotential verbreitet, aber ohne drückende Tendenzen zur Isolierung der Individuen seine Sucht ausspielt. Schließlich kommt man ja unter Leute und vernetzt sich – bei World of Warcraft kommt dieser echte Lebensanreiz ja viel zu kurz. Ich nutze Foursquare mittlerweile mit Leidenschaft! Seid Ihr auch schon von der „Vier im Quadrat“ begeistern? :)

Viel zu oft versucht man die Zukunft vorherzusagen. Auch ich habe mir einige Gedanken dazu gemacht, was in den nächsten Monaten des kommenden Jahres passieren wird. Hierzu möchte ich in meinem Blog der Leserschaft die folgenden 10 Grundgedanken vermitteln und freue mich selbstverständlich auf eine rege Diskussion. Also, was glaubt ihr, wird in 2010 im Bereich Social Media passieren?

1. Arbeitsalltag
Social Media integriert sich ab 2010 vollständig als spezielle Teil-Disziplin von Public Relations, Marketing, Sales und Human Ressources in den Arbeitsalltag. Mitarbeiter anderer Unternehmensbereiche, vornehmlich außerhalb von Kommunikation, Werbung und Vertrieb, werden mit weiteren Einschränkungen in ihrem Online-Nutzungsverhalten durch tiefgreifende Social-Media-Richtlinien rechnen müssen. Die typischen Rauchpausen könnten sich für Arbeitnehmer immer stärker zum Konsum von Social Media über mobile Endgeräte eignen, zudem das private Telefon in Pausen bisher außerhalb des direkten Einflusses von Arbeitgebern liegt.

2. Digital Relations
Trotz starker Restriktionen werden einige Unternehmen ihren Mitarbeitern neue Freiheiten und Spielräume ermöglichen, weil sie über ihre privaten Profile als offizielle Kommunikatoren und potenzielle Experten des Unternehmens in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Letztendlich entscheidet ein Kunde höchst individuell, welche Wirkung die gesamte Außendarstellung eines Unternehmens auch durch die eigenen Mitarbeiter auf die zukünftigen Beziehungen haben wird. Neben einer reinen Werbeplattform wird Social Media zur Kommunikation auf allen Ebenen genutzt und ganzheitlich von Unternehmen gelebt werden.

3. Messbarkeit
Jede Bemühung von Unternehmen, sich im Umfeld von Social Media zu positionieren, wird im Jahr 2010 wesentlich durch klassische betriebswirtschaftliche Faktoren bestimmt. Unzählige individuelle Kriterien für den Einsatz von Social Media in werblicher und kommunikativer Hinsicht gilt es zur Erfolgsmessung zu berücksichtigen. Entsprechende Ansätze zur Abbildung der Kriterien, z.B. über Metriken oder durch die Bildung eines zentralen Index, sind bisher nicht einheitlich anwendbar, während ältere Messmethoden über PageImpressions, Visits oder Unique User in Analyse und Forschung zur Werbewirksamkeit immer stärker in den Hintergrund rücken. Die entsprechende Notwendigkeit einer Einigung und die schnelle Markteinführung von einheitlichen Messmethoden und Kennzahlen hängen dabei im Wesentlichen von der Agilität der anerkannten Gremien und Institutionen ab.

4. Community
Social Media wird im kommenden Jahr für den einzelnen Nutzer etwas weniger „sozial“ wirken. Anstatt vollkommen auf Kollaboration und Interaktion in der Masse zu setzen, werden Nutzer immer stärkere Grenzen zwischen ihren persönlichen Interessensgebieten und Aktivitäten im Internet ziehen. Daraus lässt sich klar erkennen, wie sie ihre präferierten Themen und Kontakte je nach Anwendung oder Social Community einteilen und gruppieren. Die Kommunikation in diesen Gruppen konzentriert sich dabei vermehrt auf einen selektierten Kontaktkreis, der oftmals bestimmten Zielen zugeordnet ist. Eine weiterführende Unterteilung von privaten und beruflichen Kontakten in den einzelnen Netzwerken nimmt ebenfalls Einfluss auf das Kommunikationsverhalten des Individuums, so dass bestimmte Inhalte nicht mehr für jeden Kontakt zugänglich sein werden. Auch werden Empfehlungen immer wichtiger. Das hohe Maß an „sozialem“ Austausch, wodurch sich Social Networks einst auszeichneten, verliert sich in den steigenden Anforderungen der Nutzer an ihren persönlichen Informationsfluss und ihr eigenes Mitteilungsbedürfnis.

5. News
Ab 2010 entscheidet die Masse der Nutzer immer eigenständiger über die aktuellen Themen des Tages. Entgegen des tagesaktuellen Redaktionsplans bestimmt die Community den Nachrichtenwert durch Retweets, Shares und Empfehlungen. Dieser Trend des digitalen Informationskonsums spiegelt sich in der sozialen Gewichtung von Nachrichten wider. Auch Redaktionen werden verstärkt auf das daraus ableitbare öffentliche Interesse eingehen und ihr redaktionelles Angebot daraufhin anpassen.

6. Blogs
Alle Jahre wieder tönen zum Jahresende zahlreiche Unkenrufe vom Sterben der Blogs. Insbesondere in Nischen und als fachlich spezialisierte Blogs werden sie ein wichtiger Teil unserer Informations- und Wissensgesellschaft bleiben. Auch neue Märkte öffnen sich für spezialisierte Blogger. So wie Verlage weiterhin auf Zentralisierung von Redaktionen oder das Auflösen von einzelnen Lokalredaktionen setzen, wird der Leser als mündiger Nutzer in Social Media fündig werden. Für einzelne Städte, Gemeinden oder Stadtteile entwickeln sich hier Lokalblogs, die ihren Schwerpunkt auf Grundlage der einstigen Kernkompetenz mancher gedruckter Lokalausgaben ausbauen werden. Gleichzeitig übernehmen einzelne kritische Stimmen verstärkt die Meinungsbildung in der Öffentlichkeit bei überregionalen Themen und selbstverständlich in der Aufdeckung von Fehlern und Versagen von Unternehmen, Organisationen und Institutionen jeglicher Art als Teil der modernen Medienkritik.

7. Content
Social Media wird als neuer Vertriebskanal von Unternehmen jeglicher Art erkannt. Verlage müssen in 2010 die Relevanz des Mediums als Teil der Wertschöpfungskette erkennen und dürfen sich der ganzheitlichen Integration in ihre bestehenden Geschäftsmodelle nicht verschließen. Gleichzeitig werden Radiosender ihre Hörerschaft intensiv über das Internet an sich binden und hier Mehrwerte zum linearen Programm anbieten. Auch TV-Sender werden verstärkt den Weg ins Internet gehen und plattformübergreifend ihre Programminhalte auch außerhalb von sendereigenen Portalen verbreiten. Filmproduzenten und Musikmajors werden dabei vornehmlich ihre Inhalte eigenständig weiterverwerten und eine ähnliche Distributionsstrategie fahren.

8. Monetarisierung
Die einzelnen Geschäftsmodelle zur Monetarisierung von aufwendig redaktionell produzierten Inhalten reichen dabei von Paid-Content-Modellen über Beteiligungsmodelle an den Werbeerlösen bis zu kostenfreien Angeboten zur Promotion einzelner Highlights. Insgesamt wandelt sich damit das klassische Lizenzierungsgeschäft durch die verschiedenen Abhängigkeiten und Konstellationen zwischen Content-Anbietern, Plattformbetreibern und Werbetreibenden in partizipative Geschäftsmodelle, aus denen auch der Nutzer entscheidende Vorteile durch Exklusivität, kostenfreies Zusatzmaterial oder weitere noch zu definierende Mehrwerte ziehen kann.

9. Microblogging
Wer Wind säht, wird Sturm ernten. Was einst als kleines Experiment ab Frühjahr 2007 die Early Adopter und die für Social Media affinen Internetnutzer erreichte, beflügelt mittlerweile unzählige Menschen in ihrem Alltag. In der Bahn, beim Mittagessen, nach dem Sport oder vor dem Schlafengehen preisen sich viele Leute in der Öffentlichkeit und zwitschern wild drauf los. Twitter entwickelte sich bereits in 2009 zu einem Massenphänomen, dem sich im nächsten Jahr keiner mehr entziehen kann. Über mobile Endgeräte wird Twitter in jeder Situation greifbar werden, durch entsprechende Mobile-Flatrates kommen immer mehr Menschen in den Genuss dieses alltäglichen Wahnsinns. Follow me!

10. Social Media Experten
Bleiben wir doch alle einmal ehrlich. Jeder hat etwas zu melden, aber deswegen ist noch nicht jeder ein Experte. Zwar sind wir schon längst Papst, aber es gibt gewaltige Unterschiede zwischen professionellen Ansätzen und laienhaftem Dilletantismus, den manche Social Media Experten von sich geben. Zu Anfang werden sie wie die Pilze aus dem Boden schießen und sich gegenseitig das Wasser abgraben, aber zum Ende des Jahres wird sich die Spreu vom Weizen trennen. Zurückbleiben werden absolute Profis aus Kommunikation, Marketing und Vertrieb, um die sich die Unternehmen reißen werden.

Fazit
Social Media ist und bleibt spannend – und das in scheinbar jeder Lebenslage. Egal ob Unternehmen, Organisationen oder Einzelpersonen sich in Social Media tummeln, fest steht eines: Wer sich mit Social Media dauerhaft über die letzten Jahre hinaus beschäftigte, wird auf Dauer einen langfristigen Erfolg feiern. Social Media ist keine kurzlebige Sache, sondern wird immer stärker wohl durchdacht und geplant. Für jeden Neueinsteiger empfiehlt es sich, den BVDW-Leitfaden Sicherer Einstieg in soziale Netzwerke zu lesen, an dem auch ich persönlich mitschreiben durfte.

Nachtrag: Ich möchte kurz darauf hinweisen, dass Thorsten Zoerner in seinem Blog eine thematisch passende Aktion über die Veränderungen des Jahres 2010 mit dem BlogAdventskalender fährt.

Gratis, umsonst, kostenlos. Das Internet und diverse Social Media Angebote offerieren den Nutzern unzählige Inhalte zum interagieren und konsumieren. Vornehmlich sind redaktionelle Inhalte ein hochwertiges Gut, dass von irgendwem erstellt und produziert werden muss. Die Recherche, das Schreiben, das Bereitstellen – dieser Aufwand von unzähligen Redaktionen verschlingt beachtlich viel Geld. Journalismus at Highspeed versus die Forderung nach Qualitätsjournalismus – das kennen wir ja zu genüge. Wer gute Inhalte konsumieren möchte, bezieht solche Inhalte im Abonnement gegen Bezahlung. Die Alternative für die Refinanzierung von digitalen Inhalten stellt, wie seit Jahr und Tag bekannt, die Online-Werbung in all ihren Facetten dar: Ob Display-Ads oder InVideo-Advertising – mittlerweile findet sich für jeden Content-Anbieter eine Option zur Refinanzierung des redaktionellen Aufwands.

Die berüchtigte „Kostenlos-Kultur“ im Internet ist nämlich nicht kostenlos, denn ein wirklich werbefreies Angebot gibt es nicht. Mit Ausnahme von wenigen Bloggern, die selbst keine Werbebanner oder Anzeigen schalten, oder den bekannten „Paid-Content“-Angeboten, findet der Nutzer nahezu kaum echte „kostenlose“ Inhalte, die einen inhaltlichen Informationswert oder nachhaltigen Mehrwert liefern.

Fachpublikationen und Branchenmagazine kämpfen auch in Deutschland um die Gunst der Leser. Mittlerweile nicht mehr zu wöchentlichen Erscheinungsterminen, sondern zu jeder Stunde. W&V, Horizont, DWDL, Internet World Business, kressreport oder turi2 sind besonders im Bereich Medien, Marketing und Kommunikation die Vorreiter der Informationsverbreitung. Auch bei Twitter treffen sich die Redaktionen und sind mit ihren Informationen meist schneller, als es die Post erlaubt. Kommen wir zurück zur Ausgangslage. Denn all dies möchte doch bitte finanziert werden.

Nun kommt Twitter als weiterer Distributionskanal daher, das natürlich für die Branche eine neue Option zur Verbreitung ihrer Inhalte ist. Auch gestandene Nachrichtenportale wie Spiegel Online setzen auf Twitter zur Verbreitung ihrer Nachrichten. Meist erfolgt dies als Tweet, der einer Kopie der RSS-Feeds gleicht, manchmal steckt auch eine gewisse persönliche Kommunikation, der vielgelobte Dialog auf Augenhöhe, mit den Followern statt. Die Fachmagazine rund um Medien, Marketing und Kommunikation stehen da an vorderster Stelle. Ich bin immer wieder begeistert über den einen Tweet im Dialog mit den Redaktionen. Bis dato ist diese Informationspolitik mit Dialogcharakter fast immer „werbefrei“. Bis heute zumindest.

Ab sofort startet der @kressZwitscher ein neues Vermarktungsangebot für Werbetweets:

kress bietet Ihnen ab sofort die Möglichkeit einen Anzeigen-Tweet auf http://twitter.com/kressZwitscher zu buchen. Mit dieser innovativen Werbeform können sie Nachrichten in Echtzeit kommunizieren und erreichen eine Zielgruppe, die besonders affin für aktuelle Geschehnisse in der Medien- und Marketing-Welt ist. Die Follower von „kresszwitscher“ sind aktive Multiplikatoren, die Meinungen bilden und verbreiten – unsere Nachrichten werden sehr häufig „retwittert“, das heißt, unsere Follower leiten die Nachrichten an ihre Follower weiter usw.
Pro Tag wird nur ein Anzeigen-Tweet versendet, so können wir Ihnen eine einmalige Exklusivität bieten, denn Sie müssen den Werberaum nicht mit anderen Werbungtreibenden teilen.

Bereits mit 200,00 Euro ist man beim Gezwitscher von kress mit von der Partie und kann bis zu 110 Zeichen an fast 8.000 Follower verbreiten. Eine einfache und kostengünstige Alternative, um die Werbebotschaft an den Mann und an die Frau zu brignen. Die wiederum natürlich nicht ausschließlich die Tweets in ihrer Übersicht erhalten, sondern viele weitere Tweets anderer Tweeple zum Mitlesen. Da geht ein Tweet schnell mal unter. Es vergehen nur wenige Sekunden, bis bei mir die Tweets aus der individuellen Twitter-„Home“ nach hinten durchgereicht werden. Werbung würde sich dann zumindest bei mir schnell aus den Augen verlieren. Wird also die Werbung dann auch als echte Werbung gekennzeichnet, so dass „Werbung: “ vor dem Werbetweet zu lesen ist? 10 Zeichen von 140 weniger, abzüglich der 110 Zeichen ergeben nur 20 Zeichen für eine letzte (Short-)URL auf das beworbene Angebot.

Ich nutze Twitter mit @MikeSchnoor nahezu ausschließlich privat und hoffe, dass dies meinen Followern auch bewusst ist. Neben dem üblichen Tratsch und Netzgeflüster bestehen viele Tweets überwiegend aus Links zu diversen Online-Angeboten, natürlich auch mal dem eigenen Links. Da fragt man sich doch, ob die Streuverluste von werblichen Tweets nicht sogar so hoch ausfallen, dass sich diese Offerte nicht über kurz oder lang in Wohlgefallen auflöst?

Vor allem ist die Zielgruppe der Follower viel zu undurchsichtig, da keine vollständigen sozio-demografischen Angaben für die Mediaplanung bei Twitter im Profil hinterlegt sind. Der Aufwand, jeden Follower zu analysieren, liefert über die verfügbaren Profilangaben zu wenige Details. Selbst das händische Auswerten der Nutzer über die Profillinks zu Webseiten, Blogs oder XING-Accounts beinhaltet viele ungenaue Details. Es wäre durchaus eine viel zu vage Vermutung, dass die Follower eines Mediums den typischen Leitbildern einer Media-Analyse, respektive Zielgruppen-Analyse hinsichtlich Geschlecht, Alter, Beruf, Familienstand, Einkommen und Bildung entsprechen. Bucht man den Werbetweet auf gut Glück oder sucht man die Masse statt Klasse?

Und wie wirkt sich ein Werbetweet auf die Follower aus? Würden sie die werbliche Tweets aktiv nutzen, oder doch selbst bei nur einem Werbetweet pro Tag unfollowen? Newsletter und Webseite zu kress liefern für wissbegierige Follower selbstverständlich ebenfalls die Nachrichten, die zwar mit Werbung refinanziert werden, aber durch die Detailfülle wiederum punkten können. Das Heft steht dabei außer Frage. Oder die Follower greifen natürlich auf konkurrierende Angebote zurück.

Ich bin persönlich sehr gespannt, wie erfolgreich die Werbetweets werden und ob sich hier eine Erlösquelle für gut besuchte Twitter-Accounts ergibt. Bisher hörte man in der Twittersphere nur von Fehlversuchen eines Werbetweet-Modells – so wie Social Media halt ist, springt es einem direkt, unverblümt und ehrlich zurück ins Gesicht.

Der durchaus beliebte ShortURL-Dienst „tr.im“ ist geschlossen. Dieser überraschende Umstand erreichte mich direkt, als ich selbst eine URL verkürzen wollte. Bis zum Ende des Jahres wird zumindest die Weiterleitung über bestehende ShortURLs aufrecht erhalten, danach wird der Dienst komplett eingestellt und vom Netz genommen.

  • Statistics can no longer be considered reliable, or reliably available going forward.
  • However, all tr.im links will continue to redirect, and will do so until at least December 31, 2009.
  • Your tweets with tr.im URLs in them will not be affected.

Scheinbar konnte das tr.im-Team keinen potentiellen Investor von dem Dienst überzeugen, zudem auch kein Geld mit dem Kürzen von URLs verdient werden kann. Seitdem bit.ly sich auch bei Twitter durchgesetzt hat, gebe es keinen Anlass für tr.im auf dem klar abgesteckten Markt weiter zu kämpfen. Persönlich hatte ich mich für tr.im entschieden, vor allem weil ein Zeichen gegenüber bit.ly eingespart werden konnte. Der König ist tot, es lebe der König – in diesem Fall ist dies bit.ly.

Abgeschaltet. Nicht erreichbar. Ausgezwitschert! Twitter ist derzeit nicht mehr im Netz abrufbar. Bei Techcrunch spricht man vom spannendsten Ausfall seit der ersten Sichtung vom „Fail Whale“. Also war es jetzt China, Nordkorea oder doch der Iran?

Faszinierend ist aber, dass man mich auf diversen Kommunikationskanälen anschrieb und fragte, ob ich auch Twitter nicht aufrufen könnte. Als Kommunikator muss man jedoch nicht immer in Twitter rumfuchteln, dafür haben wir doch keine Zeit. Konzentriertes Arbeiten ist viel wichtiger, und wenn ich den Retweet jetzt herausholen könnte, würde ich hier auch zustimmen, dass Twitter beim konzentrierten Arbeiten einfach nur ablenkt. Deshalb lasse ich Twitter auch während der Arbeitszeit bewusst aus und schaue nur gezielt nach Informationen im Stream oder bekomme meine „Alerts“ zu gewissen Suchbegriffen. Doch mancher Mensch sieht Twitter als Lebensinhalt – wie abhängig sind wir doch nur vom Microblogging geworden?

Update: In den Kommentaren bei Techcrunch wird gemunkelt, dass der Denial-of-Service mit den Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki zusammenhängt. Auch soll Facebook teilweise betroffen sein. Eine Kollegin teilte mir auch mit, dass LiveJournal betroffen sein sollte. Digitaler Racheakt auf die Social Media Portale von US-Anbietern?

Update 2: Beim Wired Magazine gibt es eine sehr interessante Grafik, die einen DoS-Angriff für jedermann auf Englisch sehr einfach verdeutlicht. (via @Karrierebibel) Gründer Biz Stone nahm im offiziellen Twitter-Blog eine minimale Stellung dazu. Auch einige deutsche Medien berichteten über den Angriff.

Besitzt ihr auch einen englischen Webstoff, aus dem so manche Träume im Internet gewoben sind? Ich zumindest nicht, denn ich schreibe keine Tweeds und nutze auch kein Twidder. Stattdessen gibt es eine Menge Tweets in meinem Account auf Twitter zu lesen. Doch manche Leute versuchen jetzt ihr Bestes zu geben und legen neue Accounts an, die oftmals schon mit dem „tweet“ innerhalb des Namens vergeben sind. Stattdessen wird der Tweed genommen, was in dem Fall von Twitter doch urkomisch wirkt. Deutsche Tweeds? Es sind doch Englische. Und kann man Computer Tweeds auch anziehen?

Heute ist der Abend der Veränderung. Keine großen Dinge, die die Welt bewegen könnten. Nein, es sind nur essentielle Machenschaften einer persönlichen Note, die hierans Tageslicht kommen. Das Blog „MikeSchnoor.com“ erstrahlt noch dezenter als vorher – mit einem neuen Farbton. Sind wir doch mal ganz ehrlich: Ich konnte diesen leicht aggressiven roten Farbton hier im Blog nicht mehr sehen. Daher jetzt alles in einem hellen und einem dunklen Blauton. Damit man sich ganz wohlig und harmonisch aufgehoben fühlt, falls man diese Zeilen auch im Browser und nicht im Feedreader konsumieren mag.

Das wollte ich auch mal hier loswerden. Mein erster Gang mit dieser unglaublichen Nachricht war übrigens in Richtung Twitter. Warum kann ich leicht feststellen: Twitter ist manchmal doch einfacher zu bedienen – und man fasst sich wesentlich kürzer, als in einem langen Bi-Ba-Blogeintrag. Und mir war ganz wichtig zu behaupten: Jetzt endlich ohne wichtigen Claim! Wie findet ihr die kleine, feine Veränderung? :)

Julian, Sarah, Martin und Conny haben eines gemeinsam. Sie sind bei Twitter und zwitschern dort fröhlich zu ihrem bunten Treiben im Namen von Ikea. Schließlich haben wir die Zeit erreicht, in der es in einem der größten Möbelhäuser Europas nur voll von „Midsommar“ ist. Dieses Jahr gibt es sogar die „Midsommar-Tour“ mit einer eigenen Kampagnen-Homepage. Man ist auf der Suche nach Schnäppchen, die es halt zu dieser Zeit so gibt. Die Tour soll quer durch Deutschland gehen, im Blog wird fleissig über den Stand der Dinge protokolliert – nebst der Bewerbung des einen oder anderen Angebots.

Ikea midsommar

Nebst den üblichen Werbemaßnahmen in den gängigen traditionellen Medien ist diese Aktion recht neu. Gelesen oder gehört habe ich zumindest davon noch nichts. Im offiziellen Pressebereich liest man bisher keine Meldung zu dem Thema. Bestimmt hebt man sich diese Homestory im Falle eines Erfolgs auf. Vielleicht ist es auch nur an mir vorbei gegangen, während die ganze Welt sich schon darüber im stillen Kämmerlein dazu austauscht. Doch durch den Follower, personifiziert in Form des @julianMidsommar, konnte ich zumindest etwas davon mitbekommen. :)

Alles in allem muss ich feststellen, dass diese Kampagne ganz nett ist. Ein kollektiver Roadtrip auf Abwegen. Standards und die Erlebniswelt von Social Media kommen gleichermaßen zum Einsatz. Damals zur Zeit von Nils und der Kampagne „Warte bis September“ gab es jedoch gerade in dem Punkt eine viel intensivere Erlebniswelt. Man konnte einen wildfremden Menschen beobachten und ihn anrufen, anchatten, anmailen – während die Kamera konsequent drauf hielt. Man hatte die Emotionalität der Interaktion sehr innovativ umgesetzt. Die Einrichtung des Zimmers wurde dabei sogar zur reinen Nebensache, und der virale Faktor steigerte sich umso mehr. Wird der Roadtrip der vier Ikea-Freunde zum „Midsommar-Fest“ ein einigermaßen gleiches Ergebnis in der Blogosphäre nach sich ziehen?

Ein interessanter Aspekt, den Henning Krieg in seinem Blog aufwirft, ist sicherlicht die Tatsache, dass wir Deutsche eine besondere Gesetzgebung bezüglich unserer Präsenzen im Internet haben. Auch Twitter ist im Internet ein Dienst, den wir zur Publikation nutzen. Brauchen wir also für unsere Twitter-Profile jetzt ein Impressum?

Viele von uns sind bei Twitter mit Klarnamen bereits vertreten – im Profil, im Namen oder in der Biografie. Meist hat man auch eine URL zu einer Homepage oder einem Blog hinterlegt, wo wiederum ein meist ausführliches Impressum vorhanden ist. Herauszufinden, wer hinter einem sehr aktiven Twitter-Account steckt, ist meistens recht einfach. Wir lieben ja alle die Selbstbeweihräucherung unserer Online-Reputation, dass wir uns alle nur daran ergözen, wenn unser Name irgendwo auftaucht.

Aber trifft also die Impressumspflicht für Angebote in Deutschland auch bei Twitter zu, welches wiederum kein Angebot aus Deutschland ist und auch kein deutsches Interface besitzt? Warten wir also auf den zweiten Teil von Henning’s Artikel zu der Impressumspflicht bei Twitter. Dann sollte auch bei last.fm ein Impressum für meine Hörgewohnheiten sein, auf Facebook lasse ich Twitter sogar mit einfließen, bei meinem XING-Profil brauche ich auch ein Impressum, da nicht alle Informationen dieses geschäftlichen Profils für jeden öffentlich einsehbar sind.