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Carsten Fichtelmann, Tanja Emmerling und Jörg Binnenbrücker (v.l.n.r.) stehen auf dem ADVANCE Day den Startups und Gründern mit Rat und Tat zur Seite. Quelle: Unternehmen

Am heutigen Mittwoch trifft sich die Gründerszene aus NRW auf dem ADVANCE Day in Köln. Die Startup-Konferenz soll eine Anlaufstelle für junge Gründer bieten, damit sie sich von erfahrenen Unternehmern beraten lassen. Als offizieller Medienpartner sprach Mike Schnoor für #DigiBuzz – Das Magazin für das Digital Business mit Carsten Fichtelmann (CEO von Daedalic Entertainment), Dr. Tanja Emmerling (Investment Manager beim High-Tech Gründerfonds) und Jörg Binnenbrücker (Managing Partner bei Capnamic Ventures) über die Gründerkultur, ihre Erwartungen an die Veranstaltung und einige Tipps, auf die junge Unternehmer achten sollten.

Wie kann man sich Synergieeffekte zwischen einem klassischen Industrie-Unternehmen und einem kleinen, jungen Startup vorstellen?

Tanja Emmerling: Synergie-Effekte können für das Startup entstehen, wenn das Industrieunternehmen einen echten Value Add für das Startup bieten kann. Das kann der Zugang zu Kunden oder der Zugang zu Fulfillment-Strukturen sein. Andersherum kann das Startup den Zugang zu neuen Kundengruppen ermöglichen, durch neue Angebote die Kundenbindung erhöhen oder einen Upsell generieren. Auch wenn es viele Anknüpfungspunkte zwischen Startups und Industrieunternehmen gibt, können nicht immer Synergien geschaffen werden. Manchmal können die Konzernanforderungen und Richtlinien die Entwicklung eines Startups behindern. Das Industrieunternehmen muss dann erste erfolgreich funktionierende Verfahrensweisen „verlernen“, um sich auf die neuen Ansätze im Startup einlassen zu können.

Carsten Fichtelmann: Das dürfte es doch zuhauf in Deutschland geben. Manche Prozesse und Aufgaben kann man in einer kleinen Infrastruktur, wo es kurze Wege, schnelle Abstimmungsprozesse und ein hohes Maß an Effizienz und Kreativität gibt, besser lösen. Davon profitieren dann klassische Industrie-Unternehmen.

Jörg Binnenbrücker: Klassische Industrie-Unternehmen verfügen über enorme Ressourcen insbesondere an Kapital, sind dafür aber aufgrund ihrer massiven Größe recht schwerfällig. Startups sind der Old Economy gerade in den Bereichen Innovationsfähigkeit, Tempo und Unternehmenskultur oft um Längen voraus, wobei es ihnen häufig an Cash mangelt. Die Synergieeffekte zwischen Old und New Economy liegen also auf der Hand: Multipliziere Geld mit Dynamik.

Hat die Politik in Deutschland den Trend zur Startup-Ökonomie verpasst?

Carsten Fichtelmann: Nicht komplett, aber ein großer Teil der Politik ist halt über Netzwerke mit der alten Industrie verbrüdert. Da ist es dann einfach und teilweise auch opportun, disruptive Entwicklungen zu verhindern oder zu verlangsamen.

Tanja Emmerling: Es ist noch viel zu tun. Das Image von Unternehmern muss deutlich verbessert werden. Grundfähigkeiten von unternehmerischem Handeln oder das Erlernen z. B. einer Programmiersprache muss in die Bildungspläne integriert werden. Scheitern muss voll akzeptiert sein und als Potenzial anerkannt werden. Patente und gute Erfindungen reichen nicht aus. Talente müssen auch die Macherfähigkeiten mitbringen, ihre Ideen umzusetzen.

Jörg Binnenbrücker: Aktuell sieht man zunehmend Bemühungen der Politik sich für die Startup Ökonomie stark zu machen. Frau Merkel besucht regelmäßig Startups und Herr Lindners Plädoyer des Scheiterns macht ihn fast zum YouTube-Star. Ob reine PR-Maßnahme, um dem eigenen Profil mehr Dynamik zu verpassen, ja oder nein – jede Aktivität im Bereich Start-ups bringt Deutschland nach vorne und ist nie zu spät.

Carsten Fichtelmann, Tanja Emmerling und Jörg Binnenbrücker (v.l.n.r.) stehen auf dem ADVANCE Day den Startups und Gründern mit Rat und Tat zur Seite. Quelle: Unternehmen

Carsten Fichtelmann, Tanja Emmerling und Jörg Binnenbrücker (v.l.n.r.) stehen auf dem ADVANCE Day den Startups und Gründern mit Rat und Tat zur Seite. Quelle: Unternehmen

Welche Form des Marketings und der Kommunikation ist ihrer Meinung nach der entscheidende Hebel für die Bekanntheit von Startups?

Tanja Emmerling: Das hängt entscheidend vom Geschäftsmodell ab.

Carsten Fichtelmann: Auf jeden Fall die eigene Kommunikation ohne Agenturen. Messages und Maßnahmen müssen keinem dicken Compliance Katalog folgen. Das sollten Startups auch massiv nutzen.

Jörg Binnenbrücker: Diese Frage ist nicht ultimativ zu beantworten, da die verschiedenen Marketing-Kanäle in Abhängigkeit des Geschäftsmodells sehr unterschiedlich performen.

Wie wichtig sind Veranstaltungen wie der ADVANCE Day für die Branche?

Jörg Binnenbrücker: Sehr wichtig, da sie unser Netzwerk ständig erweitern und stärken. Unsere Branche ist in Deutschland noch sehr jung und vieles findet über den direkten Kontakt statt. Veranstaltungen wie der ADVANCE Day bieten uns eine gute Plattform für den direkten Austausch untereinander. Neben Top-Speakern und spitzen Programm ist mir keine derartige Veranstaltung bekannt, die mit unverbautem Domblick dieser Art daherkommt. Für mich als Kölner ist das natürlich das höchste der Jeföhle.

Carsten Fichtelmann: Vernetzung und Wissenstransfer waren immer wichtig und werden immer wichtiger. Die Räder drehen sich einfach schneller heutzutage.

Tanja Emmerling: Sehr wichtig, um Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen – und der besondere Fokus auf die Schnittstelle zwischen Content und Technologie.

Welchen Tipp geben Sie Gründern mit auf den Weg?

Carsten Fichtelmann: Geld sparen, immer mit dem Schlimmsten rechnen und so lange es irgendwie geht durchhalten.

Tanja Emmerling: So früh wie möglich Kundenfeedback einholen und auch bei der Wahl des Investors eine Due Diligence machen.

Jörg Binnenbrücker: Frei nach Jedi-Meister Yoda: „Do or do not. There is no try.” Diese Weisheit hängt in unserem Pitching-Room und bringt das Fundament sehr guter Gründer auf den Punkt: 100 Prozent Glaube und Einsatz an bzw. für das eigene Modell – immer und überall. Halbgare Versuche sind meiner Meinung nach spätestens mittelbar zum Scheitern verurteilt.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal zu einem Kaffee oder auf ein Bier verabreden?

Jörg Binnenbrücker: Auf ein Kölsch mit MJ – obwohl er gar nicht trinkt, in der Hoffnung, beim anschließenden 1-gegen-1 auch nur einmal den Ball zu berühren.

Carsten Fichtelmann: Kaffee und eventuell sogar eine Menthol-Zigarette mit Helmut Schmidt – obwohl ich gar nicht rauche – das wäre interessant.

Heute erblickt das neue Startup „Community Life“ das Licht der Welt. Gegründet von Dr. Claudia Lang und Stefan Keck sollen Nutzer ihre Absicherung selber in die Hand nehmen können. Das Herzstück des Startups bildet eine Online-Community, über die sich Verbraucher zu Lebensversicherungen informieren und gegenseitig austauschen sowie Versicherungslösungen direkt abschließen und eigenständig verwalten können. Als Zielsetzung von Community Life sollen Versicherungen einfach gemacht werden: Fair, transparent und social – nach diesem Prinzip, sollen künftig Absicherungslösungen und Services für Verbraucher entwickelt werden. Dafür bringen beide Gründer über 20 Jahre Erfahrung im Management von deutschen und internationalen Lebensversicherern in ihr Startup. Gemeinsam mit einem Team von rund zehn Versicherungsexperten arbeiten sie daran, Versicherung zu verändern.

Zum Start des neuen Portals sprach #DigiBuzz – Das Magazin für das Digital Business mit Gründerin Dr. Claudia Lang über die Geschäftsidee, wie Verbraucher zur Nutzung des Angebot motiviert werden können und wie ein Versicherungsanbieter im Netz Vertrauen aufbauen kann.

Dr. Claudia Lang, Gründerin von Community Life. Quelle: Unternehmen.

Dr. Claudia Lang, Gründerin von Community Life. Quelle: Unternehmen.

Welche Probleme löst Ihr Start-up und was macht die Geschäftsidee einzigartig?

Dr. Claudia Lang: Im Digitalzeitalter müssen Versicherungen den Umgang mit Kunden komplett verändern. Wir haben von Anfang an aus dieser Perspektive gedacht. Das heißt beispielsweise: Der Kunde will sich selbst informieren und soll alle Informationen verstehen, die er von uns bekommt. Dafür haben wir mit dem gefürchteten Versicherungskauderwelsch aufgeräumt und die Vertragsunterlagen in verständlicher Alltagssprache formuliert. Weiter kann man bei uns einen Vertrag direkt online abschließen. Die dafür erforderliche Gesundheitsprüfung funktioniert in den meisten Fällen komplett online. Dafür setzen wir ein spezielles Expertensystem ein, das dem Kunden automatisch die richtigen Fragen stellt. In der Berufsunfähigkeitsversicherung sind wir damit unseres Wissens die ersten in Deutschland. In der Risikolebensversicherung gibt es nur ganz wenige Anbieter, die Vergleichbares bieten. Neben unserem Website-Angebot sind wir für unsere Kunden auch persönlich da. Wir unterstützen sie per Telefon, E-Mail und Live-Chat. Und wir bieten ein Hilfeforum, in dem sich Kunden mit der Community austauschen und Verbesserungen vorschlagen können. Herzstück unseres Systems ist „Mein Bereich“. Dort finden Kunden ihre Verträge, Versicherungsunterlagen und alle Daten, die sie bei Community Life angegeben haben. Wir bieten also komplette Transparenz.

Und wie würden Sie die Geschäftsidee in einem Satz beschreiben?

Dr. Claudia Lang: Bei uns können sich Kunden bequem selbst und ohne Berater vernünftig versichern. Und falls sie doch einen Menschen sprechen wollen, ist er nur ein Klick entfernt.

Community Life - Versicherungsangebote und -beratung mit Community-Feeling

Community Life – Versicherungsangebote und -beratung mit Community-Feeling

Viele Verbraucher beschäftigen sich aber nicht gern mit dem Thema Versicherung – normalerweise heißt es „Versicherungen werden verkauft, nicht gekauft.“ Ihr Konzept setzt darauf, dass Kunden von sich aus kaufen. Wie möchten Sie sie dazu motivieren?

Dr. Claudia Lang: Dieser Satz gilt heute so nicht mehr. Er stammt aus der Zeit, als ein normaler Kunde einfach keine Chance hatte, sich sinnvoll mit dem Thema zu beschäftigen. Man will ja nicht erst zum Fachexperten werden, bevor man einen Vertrag beurteilen kann. Und Menschen wissen heute, dass sie selbst vorsorgen müssen. Der Staat zieht sich immer mehr zurück.

Es gab aber schon immer Kunden, die ihre Absicherung gern selbst organisieren. Und es werden immer mehr. Wer gern selbst die Fäden in der Hand behält, hat jetzt die Möglichkeit: Wir machen es ihnen so einfach wie möglich.

Wie wollen Sie das Vertrauen der Kunden gewinnen?

Dr. Claudia Lang: Vertrauen ist das A und O für Versicherungen. Als neuer Anbieter mit einem neuen Konzept müssen wir uns dieses Vertrauen erst einmal verdienen.

Wir arbeiten natürlich daran, dass unsere Marke bei Internetnutzern bekannt wird. Wenn sich dann jemand mit unseren Produkten auseinandersetzt, geht der Rest fast von selbst. Viele Regelungen in unseren Verträgen sind besonders verbraucherfreundlich. Beispielsweise unser Festpreis, den kaum andere Anbieter zusagen: Unsere Versicherungsbeiträge bleiben über die Laufzeit stabil. Kunden bekommen also Planungssicherheit und sind vor Preissteigerungen sicher.
Unser Ziel ist, dass unsere Kunden möglichst viele positive Erlebnisse mit Community Life haben, und wir hoffen, dass sich dies dann herumspricht.

Welche Versicherung passt zu mir? Nutzer können mit einem einfachen Test ihren Versicherungsbedarf analysieren.

Welche Versicherung passt zu mir? Nutzer können mit einem einfachen Test ihren Versicherungsbedarf analysieren.

Welche Versicherungen haben Sie selbst abgeschlossen?

Dr. Claudia Lang: Ich habe seit zehn Jahren eine Risikolebensversicherung inklusive Darlehensabsicherung. Das bedeutet, dass die Versicherungssumme an den Darlehenswert unseres Hauses gekoppelt ist. Das war mir sehr wichtig, damit meine Kinder im Falle meines Todes eine schuldenfreie Immobilie bekommen.
Außerdem habe ich mich gegen schwere Krankheiten abgesichert. Diese Absicherung zahlt mir eine einmalige Summe aus, wenn eine versicherte schwere Krankheit bei mir eingetreten ist. Ein solches Angebot könnte möglicherweise auch für unsere Kunden interessant sein. Kunden können übrigens zukünftig über den Ideenpool auf unserer Plattform Wünsche und Vorschläge äußern, die wir in neue Produktideen einfließen lassen.

Frau Lang, herzlichen Dank für unser Gespräch.

Bewegtbild bleibt auch im Digitalzeitalter ein wichtiges Thema für Produktionshäuser. Sämtliche Marktzahlen zur Mediennutzung und über das Werbepotenzial mit Video-Ads sprechen für diesen inhaltegetriebenen Industriezweig der Digitalen Wirtschaft. Welche Potenziale muss die Contentindustrie nutzen? Worin bestehen die Chancen der veränderten Wertschöpfungsketten? Welche Rolle wird die Sichtbarkeit von Online-Videos spielen?

Kurz vor dem King Content Day in Köln, auf dem sich am 14. August 2014 die Contentindustrie über aktuelle Entwicklungen und zukünftige Trends austauschen wird, sprach #DigiBuzz – Das Magazin für das Digital Business über diese und weitere Fragen mit Hakan Acarel, Online Producer UFA LAB, einem Content Labor für digitale Medien und zugleich Plattform für die digitale Entertainmentbranche.
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Die Aufmerksamkeit wird immer flüchtiger. Nicht nur Redaktionen ringen um die Nutzer, gerade die Werbetreibenden müssen sich überlegen, wie sie ihre Botschaften bei den Konsumenten platzieren. Native Advertising zählt zu den aufstrebenden Werbeformen und integriert sich nahezu nahtlos in redaktionelle Umfelder. Keine blinkenden und aufpoppenden Display-Ads sowie der hohe Kontext zwischen echtem Inhalt und Werbung bietet eine direkte Nähe zu den redaktionellen Inhalten. Der Leser soll sich intensiver mit der Werbebotschaft auseinander setzen und einen Mehrwert durch den Content erhalten. Erste Studien belegen, dass diese Advertorials im „Look and Feel“ einer Webseite für eine höhere Aufmerksamkeit und längere Verweildauer sorgen.

Was auf dem US-Markt bereits gang und gäbe ist, steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Doch die deutschen Werber und Publisher blicken gespannt auf Native Advertising, wie Coskun Tuna, Co-Founder und Geschäftsführer der Seeding Alliance GmbH in Köln, im Interview mit #DigiBuzz – Das Magazin für das Digital Business bestätigt. Tuna und sein Team der Seeding Alliance, zu deren Portfolio unter anderem das Performance Native Advertising Tool „nativendo“ und der Marktplatz für Content Marketing „rankseller“ zählen, gelten als deutsche Pioniere auf dem Online-Werbemarkt und bringen mit ihren Geschäftsmodellen die werbetreibenden Unternehmen mit Publishern und Bloggern an einen Tisch.

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Linda Dannenberg, Gründerin von Meisterclass. Quelle: Meisterclass

Die Digitale Wirtschaft und Startups gehören nahezu untrennbar zusammen. Die Online-Lernplattform Meisterclass.de vereint als junges Unternehmen ein ganz alltägliches Hobby mit einem digitalen Geschäftsmodell. Wer Stricken lernen möchte, wird hier fündig und kann Videokurse und Tutorials kaufen. Meisterclass steht in direkter Konkurrenz zum Berliner Startup Makerist, das bereits seit letztem Jahr mit dem High-Tech Gründerfonds als Investor im Rücken eigene Online-Videokurse anbietet. Doch der Markt für DIY-Ansätze klingt vielversprechend.

Die digitale Kreativschule mit Sitz in Köln wurde von den beiden Gründerinnen Linda Dannenberg und Verena von Stromberg ins Leben gerufen und ging vor knapp einem Monat live. Ein Portal für als Do-It-Yourself-Fans von Fans im Bootstrapping-Gedanken. Der Weg in die Selbstständigkeit kann zwar mühsam sein, aber das risikoreiche Engagement wird entsprechend oft belohnt. #DigiBuzz – Das Magazin für das Digital Business sprach deshalb mit Meisterclass-Mitgründerin Linda Dannenberg darüber, worauf angehende Gründer bei ihrem Startup-Aufbau wirklich achten sollten und wie die eigentliche Idee zum Startup entstand.
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Der interaktive Handel zählt zu den Wachstumstreibern im Digital Business. Im vergangenen Jahr erzielten die deutschen Online-Händler einen Umsatzrekord in Höhe von 48,5 Milliarden Euro. Die Erwartungen an das laufende Geschäftsjahr liegen entsprechend hoch, denn die Branche frohlockt mit weiteren Wachstumsprognosen.

Digital Commerce bietet sowohl für etablierte Händler als auch Shop-Neueinsteiger ein hohes Umsatzpotenzial. Was Gründer beim Start eines neuen Shops berücksichtigt werden sollte, welche aktuellen Trends die Online-Händler beschäftigen und wie Shopbetreiber eine digitale Erlebniswelt schaffen und Fehler dabei vermeiden können, erklärt Thorben Fasching, Vorsitzender der Fokusgruppe Digital Commerce im BVDW, in einem Exklusiv-Interview bei #DigiBuzz.
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„Wer ist hier der Chef? Ich!“ – egomanisch berieselte Antworten in solcher Form sind durchaus gängig in diversen Unternehmen. Was sich laut turi2 ein gewisser Marc Zuckerberg in einem aktuellen FAZ-Interview mit der Aussage „Ich“ auf die Frage nach dem Chef des Social Networks leistet, sehe ich weitaus kritischer an, als wenn sich ein Kleinunternehmer in der Form über seinen Fünf-Mann-Betrieb äußert.

Wie jedes Unternehmen braucht Facebook einen Chef, der als Lichtgestalt das Unternehmen nach außen hin symbolisiert und seine Interessen vertritt. Doch solche plakativen Aussagen sind doch eher peinlich für eine Company, die in erster Linie auf dem reinen User-Generated-Content sein Geschäft aufbaut. Zwar ist Zuckerberg der Gründer und letztendlich Unternehmenschef, aber wenn er mit seinem Cowboy-Getue (Achtung! Imageprobleme der USA verleiten zu dieser Bezeichnung!) solche formidablen Aussagen trifft, tut es mir um die anderen Mitarbeiter leid. Schließlich braucht ein Chef seine Wasserträger, die das gesamte System, auf dem Facebook basiert, auch tragen und in jedem Detail kennen. Der Erfolg hat wirklich seinen Preis – das Ego wird intensiv gebürstet. Oder sehe ich das ein wenig zu kritisch?

Wie ich bereits in Twitter schrieb, wird Twitter als Kommunikationstool zu einer Herausforderung für PRler: Wir kennen es aus der täglichen Praxis für diverse Journalistenanfragen kurze knackige Statements (anstatt Interviews) vorzubereiten, abzustimmen und zu versenden, sofern der Ansprechpartner nicht selbst für ein Telefonat hat. In Zukunft wird es insbesondere bei der Kommunikation mit internetaffinen Medienjournalisten und auch Bloggern – vielleicht sogar im Sinne der immer wichtiger werdenden Social Media Release – zur Pflicht werden, Statements mit max. 140 Zeichen vom CEO einzuholen. Im Grunde genommen wird hier das Statement für den Journalisten wirklich auf den Punkt gebracht. Hier ein fiktives Beispiel:

Das ist das wirklich Schöne an der Kommunikation im Web 2.0. In dieser speziellen PR-Arbeit gibt es immer wieder neue Möglichkeiten, für die einzelnen Zielgruppen die Informationen mundgerecht bereitzustellen. Nur in den Köpfen einiger PRler braucht man dazu eine gehörige Portion des Umdenkens, doch sobald Blogs, Wikis und RSS bereits für ein grundlegendes Verständnis gesorgt haben, kann Twitter zu einem lüsternern Dauerbrenner für spontane Reaktionen werden. Nicht immer wird Twitter dabei verstanden, es gibt Momente der Frustration, aber auch des kommunikativen Erfolgs – zumindest kommunizieren wir miteinander, oder nicht?

sevenload wird neu. Alles neu. Alles anders. Was ich hier bereits sehe sieht richtig cool aus und befreit einfach vom mittlerweile sehr alten sevenload. In Kürze können alle Nutzer in den Genuss kommen – das wird richtig cool!

Die Community und die Sendungen der sevenload Kanäle werden unglaublich interaktiv miteinander verknüpft, neue Funktionen vertiefen einfach alles miteinander und zueinander mit dem neuen sevenload 3.0 – heftig. Als nicht-Techniker ist das für mich wieder eine spannende Nacht, in der wir alle gemeinsam viel prüfen, testen und ausbalancieren, bevor der Schalter umgelegt wird.

Ein ausführliches Interview von DWDL mit Ibo sowie einen Bericht in der aktuellen W&V gibt es auch zum schmökern. Spannend, spannend, spannend! Und viel „Jolt“ und „Red Bull“ haben wir auch um alles durchzustehen.

Herzlichen Glückwunsch an die Kollegen von MyMuesli.de – ihr seid zum Start Up des Jahres 2007 gewählt worden! Passend dazu aus dem Archiv ein kleines Videointerview mit Hubertus Bessau von der next08 im vergangenen Frühsommer.


Link: sevenload.com

Ich habe bisher noch kein Müsli bestellt, aber was nicht ist kann ja noch werden. Cerealien sind halt nicht mein Ding, jedoch kenne ich in der Familie jemanden, der vielleicht ganz heiß darauf sein könnte… :)