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Konferenzen, Messen, Veranstaltungen – wir besuchen sie häufig und regelmäßig als Gäste, aber auch als Referenten und Aussteller. Im Zuge der Medienwirksamkeit finden mittlerweile zahlreiche Events immer stärker im Netz statt. Und nur wenige Veranstalter verzichten gänzlich auf die mediale Inszenierung vom Vorfeld über den eigentlichen Event bis zur Nachberichterstattung. Sie folgen dabei einem einfachen Schema: Je mehr inhaltliche Relevanz und Affinität zu Medien und zum Internet gegeben ist, desto stärker wird die Präsenz bei Twitter oder Facebook ausgebaut.

Noch vor wenigen Jahren waren Besucher ausschließlich auf die offiziellen Informationskanäle angewiesen. Auf die Event-Ankündigung folgte der schriftliche Registrationsprozess, einige weitere postalische Mailings hielten die Besucher auf dem aktuellen Stand. Mittlerweile lösen regelmäßige Mailings, Pre-Events wie zur dmexco oder zur Cebit, sowie das Engagement der Veranstalter bei Twitter oder Facebook diesen vergleichsweise teuren Prozess durch das digitale Momentum ab.

Events sind im Digitalen Zeitalter angekommen
Sehen wir von mittlerweile sehr bekannten Web-Konferenzen wie next oder re:publica ab, erfreuen sich die Veranstalter von traditionsbewussten Events sehr deutlich am partizipativen Nutzer. Nicht mehr alleine ein Redaktionsteam vor Ort, sondern der Konferenzbesucher selbst greift zum Smartphone oder Laptop, um seine Eindrücke der Welt öffentlichkeitswirksam mitzuteilen.

Zwischen den Vorträgen und auch während des Programms greifen die Zuhörer einzelne Themen auf, verbreiten sie mal als losgelöste oder auch zusammenhängende Statement-Tweets. Wer vor Ort ist, informiert sich über das Geschehen in anderen Panels. Und wer zu Hause oder im Büro bleibt, kann ohne weiteres ein wenig aktuelles Zeitgeschehen verfolgen. Auch beim medienforum.nrw ist dieser Trend unter dem Hashtag #mefo10 zu beobachten. Insgesamt ist diese Entwicklung sehr lobenswert. Die Konferenz wird durch die Besucher belebt.

Wie setzen Veranstalter Social Media für Konferenzen richtig ein?
Jeder Veranstalter muss sich heute darüber im Klaren sein, dass seine Besucher weitaus mehr Informationen und eine mediale Rundumversorgung erwarten. Als grundlegende Ideen in Hinblick auf den Einsatz von Social Media bei Events möchte ich folgende Punkte als Empfehlung für Veranstalter zukünftiger Events festhalten.

7 Tipps zur effektiven Konferenz-Promotion über Social Media

  1. Konferenz-Webseite als zentraler Knotenpunkt:
    Eine Konferenzseite muss neben dem aktuellen Programm und Referenteninformationen auch mit sämtlichen anderen Web-Präsenzen des Events verbunden sein. Cross-Linking zum Twitter-Account oder der Facebook-Fanpage, zum Ticketing-System bei Amiando, zu XING über die einzelnen Ansprechpartner, Social Media Newsroom mit Fotos und Videos von YouTube, sevenload, Flickr und Sharing-Buttons zu diversen Bookmarking-Dienstleistern. Der „Like“-Button von Facebook oder das „Tweet this“-Konzept muss ebenfalls für jede Konferenzseite integriert sein.
  2. Twitter als Informationsgarant: Eine Konferenz muss aktuelle Informationen zu jedem Zeitpunkt auch ins Social Web streuen. Twitter eignet sich dabei sehr gut für Besucher, um immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Auch Journalisten, die sich jeder Veranstalter für seinen Event wünscht, nutzen Twitter als Themenseismograph und mittlerweile als schnellste Primärquelle gegenüber der klassischen Pressemeldung per E-Mail (oder per Post). Als wichtig zeichnet sich auch das eigene Engagement aus, sobald thematisch relevante Informationen über diesen Konferenz-Account verbreitet werden. Der Blick über den Tellerrand ist für Follower das A und O, und als twitternder Veranstalter demonstriert man Fachkompetenz auch außerhalb der eigenen Veranstaltung.
  3. Twitter als Interaktionsmedium:
    Ein kapitaler Fehler seitens zahlreicher Veranstalter ist das fehlende Engagement mit den Fans oder Followern. Wenigstens seinen eigenen Followern sollten Events bei Twitter folgen. Ein Gegenargument, was man immer wieder hört, beinhaltet das eindeutige Bemängeln eines sauberen Twitter-Feeds zur Verwaltung des Twitter-Accounts. Das ist jedoch eine völlig falsche Ausgangslage. Der Twitter-Feed sollte nicht nur die eigenen Tweets zur Visualisierung darstellen. Viel besser eignen sich kollaborative Tools und Clients zum Management des Twitter-Accounts. Schließlich sind bei größeren Events mehrere Mitarbeiter gleichzeitig bei Twitter unterwegs, so dass Hootsuite, CoTweet, Tweetdeck, Sesmic und andere Hilfsprogramme wesentlich effizienter für die Verwaltung des Twitter-Accounts geeignet sind. Als Appell für jeden Veranstalter gilt: Folgt euren Followern aktiv, sobald sie euch folgen – diese Belohnung erfreut nicht nur die einzelnen Besucher, sondern kann mit noch stärkeren Re-Tweets und Thementweets unter den jeweiligen Hashtags honoriert werden.
  4. Hashtags als Monitoring:
    Egal ob #mefo10, #dmexco, #next10 oder #webciety – jeder Event vertraut mittlerweile auf seine eindeutige Identifikation in Twitter. Für das Pflichtprogramm wird in der Regel bei längeren Konferenznamen gerne die Abkürzung des Events mit oder ohne Jahreszahl verwendet. Daran sollten sich auch Veranstalter mit ihrer Hashtag-Vorgabe halten. Als Kür gilt in der Szene der Einsatz von speziellen Hashtags für die verschiedenen Tracks/Räume der Konferenz, die am Eingang des Raumes und gerne an der Beamerwand oder in der Präsentation selbst platziert werden sollten, wie z.B. #raum1 oder #raumzwei.
  5. Geolocation-Dienste als Spielerei:
    Foursquare und Gowalla liegen bei vielen Besuchern im Trend. Eine Konferenz sollte über einen offiziellen Account bei beiden Diensten den Veranstaltungsort sowie einzelne Konferenzräume vor Beginn der Konferenz hinterlegen. Mit einer exakten Geo-Position finden spielfreudige Nutzer einen kleinen Zusatzanreiz, sich medial bei der Konferenz auszutauschen und gegebenenfalls auch im Wirrwarr der Besucherströme zu finden
  6. Facebook für echte Fans und potenzielle Besucher:
    Neben Twitter eignet sich Facebook hervorragend dazu, um die Besucher mit Informationen und attraktiven Klickanreizen in Form von Bildern oder Videos immer auf dem Laufenden zu halten. Zudem bieten Engagement-Ads bei Facebook im Vorfeld der Veranstaltung die Option, neue potenzielle Besucher mit sehr genauen Targeting-Optionen zu werben.
  7. Video-Berichterstattung als Besuchererlebnis:
    Eine alte Faustregel gilt immer noch: Besucher lockt man durch ein abwechslungsreiches Programm an. Zahlende Gäste hingegen stehen oft vor dem Problem, dass ihre präferierten Vortragsthemen zeitgleich abgehalten werden. Der Königsweg von professionellen Konferenzen ist eine Aufzeichnung von jedem Panel in voller Länge, die nicht als Live-Stream im Web übertragen werden müssen, sondern nach einigen Tagen den Besuchern als „Konserven-Videos“ zur Verfügung gestellt werden. Eine eigene Video-Seite ähnlich der DLD und parallele Platzierung der Videos bei Videoportalen wie YouTube oder sevenload in einem eigenen Conference-Channel bieten zudem virales Potenzial, aber auch zusätzliche Reichweite und Aufmerksamkeit. Es steht jedem Veranstalter frei, die Videos in voller Länge öffentlich zugänglich zu machen, nur den registrierten Besuchern for free oder zusätzlich gegen eine „Pay-Per-View“-Option für Nicht-Teilnehmer der Veranstaltung. Gewiss ist mir bei diesem Punkt sehr wohl bewusst, dass mein Arbeitgeber ähnliche Produkte anbietet. Für das gesteigerte Erlebnis als Messe- oder Konferenzbesucher und als Empfehlung zur Konferenz-Promotion in Social Media soll dies keinen Einfluss haben.

Insgesamt betrachtet ist die deutsche Konferenz-Landschaft in der Medienwelt schon jetzt gut im Social Web positioniert. Ein wenig Finetuning und Justieren einzelner Stellschräubchen sind jedoch notwendig, um den (zahlenden) Besuchern mit dem Event als ein absolutes Highlight im Gedächtnis hängen zu bleiben. Ich hoffe, dass meine Anregungen für künftige Events aufgegriffen und nicht nur bei Themen zu Medien/TV/Radio/Print/Internet/Social Media ihren Anklang finden werden. Selbst die Möbelindustrie, Foto- und Videoproduktion, Law-Events, B2B-Messen, Dienstleistungsgewerbe und jede erdenkliche Fachmesse kann diese einfachen Mittel zur Konferenz-Promotion nutzen, um einzelne Erfolge feiern zu können. Leider ist abseits von medien- und internetaffinen Konferenzen nur sehr wenig Engagement in Social Media vorhanden. Nicht jeder Aspekt macht bei jedem Event auch Sinn, doch mindestens einen der sieben Punkte sollten Konferenzbesucher in Zukunft erwarten dürfen.

Gerne lade ich meine Follower und natürlich die Leser meines Blogs ein, fleißig mitzudiskutieren: Welche Erwartung im Sinne vom Einsatz von Social Media für Konferenzen teilt ihr – und welche Punkte sind eures Erachtens nach wertvoll?

Update vom 01. Juli 2010:
Nicht vorenthalten möchte ich dem geneigten Lese auch die 10 Tipps zur erfolgreichen Eventkommunikation im Blog von Anja Beckmann, die in der Hinsicht einen relativ klassischen Ansatz verfolgen, aber als Gesamtpaket mit den obigen sieben Tipps eine gute Ausgangslage bilden.

Berlin. Die Hauptstadt von Deutschland, ein Schmelztiegel der Kulturen. Das Zentrum des politischen und sozialen Dialogs, aber auch der Spielplatz für Digital Natives auf der re:publica 2010. Ein politisch-kulturelles Klassentreffen im Social Web begeistert auch in diesem Jahr die Massen mit über 1.600 angemeldeten und bis zu 2.500 erwarteten Besuchern. Noch vor einigen Jahren waren wir einige wenige, die sich in die Kalkscheune rund um newthinking und Spreeblick scharten. Die Gespräche über neue und gleichzeitig interessante Themen beflügelten die Geister in dieser freundschaftlichen Atmosphäre des kleinen Kreises. Nicht minder relevant ist der eigentliche Networking-Charakter dieser Veranstaltung. Wie auf jedem Kongress spielen die Vorträge eigentlich eine untergeordnete Rolle. Egal ob eine Koryphäe wie Jeff Jarvis auf der #rp10 spricht oder einst noch die Bloglesung durch die Twitterlesung abgelöst wurde – die Kontakte sind oftmals der einzige Grund, um vor Ort in Berlin zu erscheinen.

Starkes Medieninteresse an der deutschen Netzkultur

Für eingefleischte Netzaktivisten, die den Alltag zwischen Wirtschaft, Kultur, Politik, Digitaler Bohéme und Leben in Social Media meistern, entpuppt sich die re:publica 2010 als ein Ort der Aufmerksamkeit. Wir verstehen vieles neu und adaptieren immer öfters Social Media in unseren Alltag und vermischen unser Leben mit der Netzkultur. Auch die Medien haben diese Relevanz erkannt, dabei vielleicht nicht immer verstanden, aber sie sind sich bewusst darüber, dass das soziale Web ein Teil ihrer Zukunft ist. Nicht ohne Grund konnte sich die „Bloggerkonferenz“ von einem Szenetreffen zu einem Kongress von internationaler Tragweite mausern. Die Berichterstattung streift in diesem Jahr quer durch die Medienlandschaft und findet sich in klassischen Zeitungsmedien wie der Stuttgarter Zeitung, der Zeit, dem Tagesspiegel oder im ARD Morgenmagazin wieder.

Fleißig wird also über dieses Phänomen berichtet, dass Blogger anders sind und zu einem so gewaltigen Kongress im Stande sind. Das „Mysterium Blogger“ wird damit immer gerne so polarisierend ausgenutzt, als wären Blogger von einem anderen Planeten. Ja, die machen auch Medien und verbreiten ihre Meinung. Doch das ist ein alter Hut. Vergessen wird dabei viel zu leicht, dass es den kulturellen Typus eines Bloggers im Grunde genommen auch nicht gibt. Nahezu jeder deutsche Blogger schreibt nur nebenbei, als Zeitvertreib oder zur Unterstützung seiner beruflichen Expertise.

Kaum jemand verdient Hauptberuflich durch das Bloggen. Den wenigen Ausnahmen in Deutschland sei es gestattet. Aber die meisten Blogger, und das darf ich der Masse unterstellen, sind in ihrem Leben an feste Rituale aus der Arbeitswelt gebunden. Der eine ist Journalist, der andere Berater, wiederum arbeitet jener im Marketing, dieser in der PR, andere sind aus der IT eines Unternehmens, gänzlich andere Blogger sind selbstständig und so mancher ist auch nur Besitzer eines Restaurants oder Weinhändler – doch alle sind irgendwie Experten in ihren jeweiligen Gebieten und bloggen einfach. Sie teilen ihr Wissen und bilden eine Netzgemeinschaft, die auch im realen Leben außerhalb des Internets stattfindet. Schade, dass die Medien auf dem publizistischen Massenmarkt noch nicht verstanden haben, dass das „Mysterium Blogger“ nur eine einfache Tarnung ist: Ein Deckmantel der modernen Netzgesellschaft.

Exquisite Kontaktmesse
Auch ich mache keinen Hehl daraus: Die re:publica 2010 gönne ich mir nicht als Besucher oder Kongressteilnehmer in den Vortragsräumen. Die Vorträge selbst sind in der Regel vom Thema her bekannt, wenige Referenten stellen gänzlich neue Thesen und Gedanken vor. Wer in Social Media aktiv lebt, wabert üblicherweise zwischen Neuem und Altbekannten umher und bildet sich seine eigene Meinung.

Vielmehr verstehe ich einen Kongress wie die re:publica 2010 als Pflichttermin, um mit Branchenvertretern, potentiellen Geschäftspartnern, Journalisten, Bloggern und natürlich auch PR-Kollegen das eine oder andere Wort zu wechseln. Schmoozing at best mit einem kleinen Business-Ansatz im Hinterkopf. Nicht ohne Grund stehen für die wenigen Stunden, in denen ich heute in Berlin verweilen werde, mehrere Termine am Stück auf der Agenda. Vorteilhaft für mich ist, dass die Termine ausschließlich Gespräche sind und alle potentiellen Gesprächspartner in unmittelbarer Nähe vertreten sind. Im Gegensatz zu einer Messe bietet die re:publica als Kongress definitiv einen Vorteil. Niemand huscht von einem Stand zum nächsten, als wäre man im Irrgarten einer dmexco gefangen. Was will man also mehr, als unter dem Strich ein positives Ergebnis durch die effektiven Gespräche und direkten Kontakte?

Starke Nachricht mit fadem Beigeschmack: Die OMD 2009 ist offiziell abgesagt. Hier der Auszug aus der offiziellen Pressemitteilung der Igedo Company, die mich vor wenigen Minuten per E-Mail erreichte:

Konzentration auf das Kerngeschäft

online marketing düsseldorf 2009 abgesagt

Der Düsseldorfer Messeveranstalter Igedo Company wird sich im Zuge einer Neuausrichtung seiner Unternehmensstrategie zukünftig ausschließlich auf ihre Kernkompetenz „Modemessen“ konzentrieren. Diese Entscheidung fasste die Gesellschafterversammlung in ihrer jüngsten Sitzung. Mit diesem Beschluss einher geht die Absage der online marketing düsseldorf 2009.

„Die Igedo Company veranstaltet seit 60 Jahren international sehr erfolgreiche Modemessen“, erklärte Herbert Vogt, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung. „Dieses Asset wollen wir in Zukunft weiter stärken und erachten es aus diesem Grunde als wichtiger, die durch die Absage frei werdenden Ressourcen für die Weiterentwicklung der Igedo Fashion Fairs Düsseldorf zu nutzen.“

Damit verliert die Deutsche Marketingszene ihre wichtigste Leitmesse. Ob die dmexco in Köln den mittlerweile hohen Erwartungen nach vielen erfolgreichen Jahren mit der Online Marketing Düsseldorf im Hinterkopf standhalten kann, wird sich im kommenden September zeigen. Immerhin konnte die Igedo dieses Jahr eindrucksvoll demonstrieren, dass die OMD ein voller Erfolg war – sowohl für Besucher als auch Aussteller. Noch fehlt auf den Websites der Igedo oder der OMD die offizielle Mitteilung, aber das kommt bestimmt in wenigen Minuten.

Müde. Erledigt. Geschafft. Die Vorbereitungen zur OMD 2008 lassen mich auf Grundeis laufen. Kann jemand das Licht bitte ausmachen und die drei Buchstaben aus meinem Kopf streichen? :)

Der heutige Montag startete mit einem vollkommenen Arbeitstag durch. Von 8.15 Uhr bis um 19.05 Uhr genoss ich das hektische Treiben am Vor-Vorabend der Messe. Ich spiele mit dem Gedanken, morgen Abend zum Social Media Meet&Greet als Vorfeuer-Event zur Messe zu fahren oder etwas von meiner kleinen Familie zu sehen. Dann zwei Tage OMD mit allem Pi-Pa-Po. Und danach ausschlafen. Geht es auch anderen Ausstellern/Unternehmen so? Fühlt man sich dann nicht wie Darth Vader, wenn man sich zwischen Liebe und Hass zu dieser Messe entscheiden muss? Gebt mir ein Lichtschwert und ich schneide mich durch die Wände… man sieht sich – Halle 11, Stand 11G23. Oder Stand 11G11. Oder am Stand 11J24. Da gibt’s viel zu sehen von meinem Arbeitgeber… in Natura und in Persona. Egal was kommen mag – ich lasse den Laptop zu Hause und bin auf der Messe nur mit per Handy erreichbar.

Nächste Woche geht es los: Die Online Marketing Düsseldorf 2008 steht vor der Tür. Natürlich werde ich als Besucher auf der Messe auch präsent sein – aber diesmal biete ich auch eine Zusatzleistung an.

Mein Arbeitgeber wird diesmal mit verschiedenen Kamerateams an den Start gehen, die in zahlreichen Etappen verschiedene Gesprächspartner in kurzen Interviews aufnehmen werden. Als kleines Experiment mache ich daher hier im Blog einen Aufruf.

Ich biete noch einige der wenigen freien Gesprächsmomente an – kostenlos! Wer sein Gesicht vor der Kamera zeigen möchte, zu diversen Themen wie „Online Marketing“, „Advertisement 2.0“, „Social Media“, „Web 2.0“, „Viral Marketing“, „Guerilla Marketing“, „E-Mail Marketing“, „Public Relations“ und weiteren absolut abgedrehten Buzzwords ein paar knackige Statements abgeben möchte und dabei vielleicht alles ganz dezent rund um ein aktuelles Produkt oder eine Dienstleistung umschmeicheln möchte, sollte sich direkt bei mir bis spätestens zum kommenden Freitag melden. First come, first served. :)

Klappe, Action, auf geht’s zur re:publica 2008. Die userzentrierte Veranstaltung in Berlin Mitte zieht das bloggende Deutschland an um zu Lauschen, zu Plaudern und zu Kommunizieren. Das Feeling bewegt einen irgendwie schon – das Web 2.0 ist direkt fühlbar im Raum.

Einzig und allein sitze ich in der „Web Side Story“, das als Wusical den Hauptraum zur Abendstunde mit nahezu allen Leuten, die auf der re:publica 2008 zu Gast sind. Ich konnte keinen der eigentlichen Vorträge und Sessions auf der re:publica 2008 mitverfolgen.

Das Spannende war und bleibt der Flurfunk im „Gruppenraum“. Sozialisierung pur kombiniert mit einer Aufbruchsstimmung in einer nachdenklichen Zeit: Politik und Gesellschaft dominieren als hörbares Raunen den Flur, während man über Web 2.0, Business, Plattformen, Zukunft und Persönliches diskutiert. Web 2.0 regt zum Denken an, zur Kreativität der Individuen, zu Geschäftsmodellen und Partnerschaften – und ein wenig Irrsinn der Geister! :)

Wir lieben es, wir hassen es, wir machen es doch 24-7 am Tag: Twittern! Nahezu jeder Blogger, fast jeder Gründer der Web 2.0 Szene, aber auch viele andere unbescholtene Internetnutzer haben ihren Spaß an Twitter. Kurze knappe 140 Zeichen im Browser oder über verschiedene API-Clients ins Netz geschickt, den Social Chat mit anderen zelebriert – so lässt es sich leben.

Nicht aber auf der re:publica 2008, die in knapp zwei Wochen an den Start gehen wird. Wie bereits Ute bloggt, muss man scheinbar bei der re:publica auf das Twittern verzichten. Stattdessen ist eine kostenpflichtige SMS Nummer zu verwenden, damit man auf der old-school Videowand mit dabei sein darf. Sind wir hier bei einer „Call-In-Show“ oder einer Messe, die durch entsprechend hochpreisige Sponsorengelder sowie finanzielle Unterstützung durch diverse staatliche Organisationen einen kulturellen Anspruch erhält? Das muss doch nicht sein, dass man bereits zahlende Besucher vom öffentlichen Twittern abhält, dafür jedoch Zahlemann&Löhne einführt… :)

Nachtrag: Die re:publica 2007 hatte ja die SMS Wand – nice, gut, ok. Nur wie es in dem oben verlinkten Blogeintrag sich las, ist eine kostenpflichtige SMS Nummer eine Mehrwertdienstnummer, die nicht zu den üblichen Telefontarifen oder Freikontingenten „einfach so“ zu nutzen ist… als Zusatzeinnahme der Veranstaltung. Mir ist es auch recht schnurz, ob die Leute SMS verfeuern oder nicht – nur gar keine „Twitterwand“ zu machen halte ich einfach für falsch. Twitter ist Web 2.0. Aber wenn der CCC sowieso den Netzwerkverkehr wie im letzten Jahr mitsnifft, hilft nur noch die WLAN Abstinenz und eine UMTS Karte. :)

Gehen, laufen, rennen, herumstolpern, mit dem Pressetaxi umher fahren, Leute versuchen zu treffen, die dann doch nicht da sind – das sind kleine Momentaufnahmen von der CeBIT 2008 in Hannover. Heute morgen konnte ich bereits die Nachwehen des Streiks in Köln spüren. Alle Taxen waren vom Erdboden verschwunden und nur per Zufall konnte ich eines der heißbegehrten Gefährte ergattern. Schön, dass die Kölner Bahnen nicht fahren.

Im Zug kehrte dann Ruhe ein – man gönnt sich ja sonst nichts als einen ruhigen Moment auf der Erlebnisreise quer durch Deutschland. In Hannover angekommen stellte ich fest, dass ein Arbeitskollege einen Waggon weiter saß. Gemeinsam betraten wir das Messegelände der CeBIT und düsten zum Pressezentrum, damit wir unsere Ausweise erhalten konnten.

Zwischendurch herumrennen, noch kein Frühstück im Magen verdauend mit dem Laptop einige Sachen ausgearbeitet, die besagten Gesprächspartner vergeblich versucht zu erreichen – scheinbar wurde aus dem Messebesuch nichts.

Danach zurück ins Pressezentrum und noch weitere Kollegen und Bekannte – darunter auch Sascha Lobo – nahezu per Zufall getroffen. Alle im Stress, einige davon mit pompösen Auftritten, alle ohne Entspannung, und scheinbar ist jeder hungrig. :) Gleich ist noch ein Gespräch mit ein paar weiteren Kollegen angesetzt, ich warte gespannt auf einige E-Mails und erfreue mich an der warmen Athmosphäre im Pressezentrum zwischen Halle 16 und 17 sowie über einige allumfassende CeBIT-BLog-Berichte.

Die CeBIT ist schon großartig, aber sehr pompös gestaltet. Was mich irgendwie daran stört ist das illustre Treiben der zahlreichen technischen Dienstleister und Technik-Aussteller. Sehr konsumentenfreundlich kommen mir einige asiatische Stände nicht rüber, die Masse ist auf das B2B Geschäft konzentriert. Irgendwie wird das unüberschaubar – und einen ordentlichen Hallenplan sowie Ausstellerplan konnte niemand mir aushändigen. Vielleicht wird das ja noch was in der Zukunft – ich glaube, dass es mich heute Abend ins Hotel ziehen wird. Einfach mal abschalten und schlafen… und vielleicht ein paar Gedanken zum Thema Musik Charts konsumieren. :)

Es wäre schön gewesen. Es hätte schön sein können. Es hätte schöner enden können. Konjunktivgeschreibe zum Todesstoß der ad:tech Hamburg 2008. Die Messe für digitales Marketing zieht sich aus der Norddeutschen Hauptstadt zurück und positioniert sich nach dem mittelprächtigen Ergebnis des Vorjahres verstärkt auf internationalen Events in London und Paris. Nur knapp drei Monate vor der Veranstaltung wird das Handtuch geworfen und ich frage mich – hätte ich im letzten Jahr doch nach Hamburg hinreisen sollen?

Was solls! Der König ist tot, es lebe der König. Also auf zur OMD am 17. und 18. September 2008 in Düsseldorf! Es bleibt abzuwarten, ob die OMD trotz Weggang von Messe-Chef Frank Schneider den hohen Ansprüche der Branche gerecht wird… mir solls gleich sein, hauptsache die Party steigt abends wieder.

Im vergangenen Jahr hatte ich zum einen meinen Unmut über die Veranstaltung geäußert, doch bei dem Besuch wurde ich eines besseren belehrt. Die re:publica brachte sehr viel Spaß und spannende Kontakte. Dieses Jahr ist es erneut soweit und ich bin ganz persönlich gespannt, ob die Veranstalter die hohe Erwartungshaltung aufrecht erhalten können und auch den Event in der Kalkscheune genauso dramaturgisch inszenieren werden wie im letzten Frühjahr.

Laut dem Blogeintrag von Markus Beckedahl findet sich für die re:publica 2008 der erste Entwurf für das Veranstaltungsprogramm sowie das Anmeldeformular über Amiando im Netz. Unternehmer zahlen 100 Euro, sonstige zahlen 60 Euro und für Blogger kosten drei Tage volles Programm insgesamt 40 Euro Eintritt, wenn man einen Banner auf dem Blog anzeigt. Nur wo dieser ominöse Banner ist – oder ob man sich den erstmal selbst zusammenbauen muss, konnte ich bisher nicht herausfinden… :)

Selbstgemacht lautet daher die Devise. Ich werde mir bei Gelegenheit die Headergrafik der re:publica 2008 ausleihen und zu einer Grafik verfriemeln… sehr partizipatorischer Ansatz – also vollkommen webzwonullig durchgestyled!